Stunden der Versuchung

 
 
Cora Verlag GmbH & Co. KG
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 17. Januar 2018
  • |
  • 130 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7337-5508-9 (ISBN)
 
Abby hat ihrem attraktiven Chef Nick, der sie seit Jahren stark fördert, viel zu verdanken. Dass Nick jedoch nicht nur ihren beruflichen Einsatz schätzt, sondern sich kaum ihrer erotischen Ausstrahlung entziehen kann, ahnt sie nicht. Als er sie für ein Wochenende in seine Berghütte einlädt, sagt sie spontan zu. Sinnliche Stunden der Versuchung beginnen ...
  • Deutsch
  • 1,14 MB
978-3-7337-5508-9 (9783733755089)
3733755081 (3733755081)

2. KAPITEL

Abby staunte. Wieso fühlte Nick sich für ihren einundzwanzigsten Geburtstag so verantwortlich? Wie kam er darauf?

"Abgesehen davon, dass der schon zwei Jahre her ist, wieso glaubst du, mir das schuldig zu sein?"

"Als du bei uns anfingst, wurdest du Teil der Familie Marchetti. Ich weiß gar nicht, wieso ich damals nicht daran gedacht habe."

Seine Miene deutete darauf hin, dass der Gedanke ihn irgendwie betrübte. Nick zeigte selten seine Gefühle, und jetzt wurde Abby bewusst, dass es heute schon das zweite Mal war. Welche schlechte Erinnerung hatte wohl diesen Ausdruck auf sein Gesicht gebracht? Sie hatte merkwürdigerweise sofort das Bedürfnis, ihn wieder wegzuzaubern.

"Na hör mal, das war doch ganz in Ordnung. Du hast vor allem ans Geschäft gedacht."

"Vielleicht. Tatsache ist aber, dass du mündig wurdest, und das wurde von niemandem richtig gewürdigt."

"Es ist ja schon ziemlich lange her, und mir ist es egal."

"Aber mir nicht!", entgegnete Nick im Ton eines Chefs, der keinen Widerspruch duldet.

"Es ist nett von dir, dass du daran denkst, Nick, aber der Geburtstag ist längst vorbei. Auch mit aller Gewalt können wir die Zeit nicht zurückdrehen."

Abby dachte nicht gern an ihre Vergangenheit, sie hatte vorwiegend negative Erinnerungen. Die Zukunft dagegen war voller Möglichkeiten - sobald sie Gelegenheit hätte, sie zu nutzen.

Nick schaute auf seine Armbanduhr, erhob sich und nahm seine Jacke. "Ich habe keine Zeit, jetzt darüber zu diskutieren. Aber irgendwann holen wir deinen einundzwanzigsten Geburtstag nach."

"Wenn Papierhüte und Flaschendrehen dazugehören, rechne nicht mit mir."

Nick lachte. Er öffnete die Haustür. "Keine Sorge, ich kümmere mich darum."

Abby schaute ihm nach, bis er in der Dunkelheit verschwunden war. Bestimmt würde sie keine Kuss-Spiele oder etwas Ähnliches mehr spielen. Auch Nick würde noch herausfinden, dass Abby die täglichen Dinge wichtiger waren als Träume.

Dennoch hatte der Gedanke an eine kleine Überraschung seinen Reiz - einige Sekunden lang gestattete sie es sich, ihm nachzuhängen.

Nach dem Essen fuhr Nick seine Freundin Madison nach Hause. Kavaliersmäßig brachte er sie bis zur Tür. Sie wohnte in einem eleganten Viertel der Stadt. Das sorgfältig abgesicherte Gebäude war genau die Art Wohnung, in die eine Anwältin ihrer Klasse hineingehörte. Manchmal vergaß Nick, dass Madison eine so wichtige Position innehatte.

Sie war klein, zierlich und rothaarig. An diesem Abend trug sie ein schwarzes Strickensemble, das sich weich um ihre Kurven schmiegte. Sie hoffte, dass es sie etwas größer erscheinen ließ, doch das half wenig. Nick schaute, selbst wenn sie hochhackige Pumps trug, von oben auf ihr Haar hinunter.

Ihm gefielen blauäugige Blondinen besser. Aber noch wichtiger als die Haarfarbe war ihm, dass eine Frau Humor besaß. Er musste an Abbys drollige Bemerkung über ihre Ahnungslosigkeit in technischen Dingen denken und lächelte. Hinter ihrem sonst so professionellen Verhalten steckte bestimmt eine Frau, mit der man viel Spaß haben konnte.

Bei Madison war es ähnlich, meistens jedenfalls. An diesem Abend war sie allerdings nicht besonders guter Laune. Vielleicht dachte sie an einen schwierigen Fall, an dem sie gerade arbeitete. Oder es lag daran, dass er sie so spät abgeholt oder sonst irgendetwas falsch gemacht hatte.

Als sie den Schlüssel ins Schloss steckte, stand Nick eine Treppenstufe unter ihr. Im Licht der Außenlampe schimmerten ihre grünen Augen. "Hast du nicht Lust, noch auf einen Drink mit hereinzukommen?", fragte sie.

"Ich wollte, ich könnte, aber ich habe morgen früh einen wichtigen Termin."

"Na gut. Dann vielen Dank fürs Abendessen." Ihre Stimme klang etwas spitz. Sie drückte die Tür auf und wollte schon hineingehen.

"Was ist los, Madison?"

"Nichts. Gute Nacht, Nick."

Er trat neben sie und legte ihr die Hand auf den Arm. "Irgendetwas hast du doch. Was ist es?"

"Wir müssen miteinander reden."

Oh, wie das klang. Auf diesen Satz reagieren Männer wohl oft ähnlich, dachte Nick. Aber er hatte gute Gründe, ihn nicht zu mögen, denn das letzte Mal, dass eine Frau das zu ihm gesagt hatte, war sein Leben völlig aus den Fugen geraten!

Er holte tief Luft und sagte: "Also gut, schieß los."

Sie drückte ihre schwarze Handtasche an die Brust. "Du wirst vermutlich allem widersprechen, was ich dir sagen werde, aber ich muss es einfach sagen. Du hast nicht die Art Gefühle für mich, die ich mir bei dir wünsche. Heute Abend, als du mich abholtest, hatte ich zuerst die Hoffnung, dass ich mich getäuscht hätte."

"Was meinst du?"

"Du warst irgendwie freudig erregt, so, wie ich dich seit Wochen nicht erlebt habe."

"Meistens bin ich total erschöpft, Madison, aber ich mag dich sehr."

"Siehst du? Ich wusste doch, dass es zu Ende ist."

Nick schob die Hände in die Hosentaschen. "Nein, das ist es nicht. Ich verstehe nur nicht ganz, worauf du hinaus willst."

"Wir hatten noch nicht mal unseren Salat aufgegessen, als der alte Nick wieder da war. Der, den ich nicht erreichen kann, weil er nur ans Geschäft denkt."

Merkwürdig. Etwas Ähnliches hatte auch Abby am Nachmittag zu ihm gesagt. "Das hört sich bei dir an, als wenn ich ungenießbar sei."

"Das bist du auch, jedenfalls jetzt. Als wir uns kennen lernten, warst du sehr aufmerksam. Du hast mir den Hof gemacht. Deshalb habe ich mich auch ." Sie reckte sich auf und sah ihm in die Augen. "Jetzt kommst du mir wie ein gespaltener Mensch vor. Einer ist fröhlich und locker, und einer denkt seit einem Jahr nur an Gewinne und Verluste. Letzteren erlebe ich eigentlich nur noch, und ich glaube, den mag ich nicht so gern."

"Als Nächstes wirst du behaupten, ich hätte einen bösen Zwilling."

"So kommt es mir auch vor."

"Du übertreibst ."

"Wirklich? Denk mal darüber nach, Nick."

Er versuchte es, kam aber zu keinem Ergebnis. Als er die Hand an ihre Taille legte, verkrampfte Madison sich. "Ich weiß wirklich nicht, was du meinst."

"Schon gut. Es war vermutlich nicht der richtige Zeitpunkt, damit anzufangen."

"Ich habe das Gefühl, dass du noch irgendetwas zurückhältst."

Madison lächelte traurig. "Wenn du willst, bist du sehr sensibel. Ich frage mich seit einiger Zeit, ob wir uns nicht vielleicht für eine Weile trennen sollten."

"Meinst du das ernst?"

"Ja, denn ich habe den Ausdruck in deinen Augen gesehen, als du mir erklärtest, dass Abby der Grund für dein Zuspätkommen sei."

"Das stimmt. Abby und ich hatten noch etwas Geschäftliches zu besprechen."

"So kam es mir nicht vor. Ich habe den Eindruck, du hast Gefühle für sie, die nichts mit dem Geschäft zu tun haben."

"Mit dir geht wohl die Phantasie durch", erwiderte er etwas schroff.

"Tatsächlich?" Sie hob das Kinn. "Wann hast du mich das letzte Mal so geküsst, als wolltest du es auch wirklich?"

Der Gedanke erschreckte ihn. Er überlegte. Dann machte er Anstalten, Madison in die Arme zu nehmen. "Das könnten wir bestimmt wieder in Ordnung bringen", meinte er.

Aber sie sträubte sich. "Wenn ich dich schon daran erinnern muss, ist der Zauber längst vergangen."

"Entschuldige, ich war mit den Gedanken woanders ."

Madison schüttelte den Kopf. "Wie ich schon sagte, jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt. Ich bin auch ziemlich müde und muss morgen früh im Gericht sein."

"Also gut." Nick zögerte. "Wie wäre es denn demnächst mit einem verlängerten Wochenende? Dann könnten wir mal über alles reden."

"Nein, ich glaube nicht."

Nick küsste sie auf die Wange. "Ich rufe dich an."

"Das brauchst du nicht. Gute Nacht." Und schon war sie im Haus verschwunden. Nick hörte noch, wie sie den Riegel vorschob.

Langsam ging er die Treppe hinunter zu seinem Wagen zurück. Das Gespräch mit Madison hatte ihn irgendwie durcheinander gebracht. Er sollte Gefühle für Abby haben? Das war doch absurd. Sie waren nichts als gute Freunde!

Er war völlig zufrieden mit Madison und der Situation, so wie sie war. Sie war eine intelligente Partnerin, auf die er stolz war, wenn sie ihn zu beruflichen Anlässen begleitete. Wenn er ehrlich war, konnte er sich allerdings kaum noch daran erinnern, wann er sie das letzte Mal geküsst hatte .

Und Madison wollte mehr. Sie war eine großartige Frau und verdiente etwas anderes.

Nick war auf einmal zu Mute wie jemandem, der vor drei Türen steht. Hinter Tür Nummer eins befand sich ein Fragezeichen. Hinter Tür Nummer zwei stand Madison. Er achtete und verehrte sie. Sie war schön, klug, eine Frau, um die viele Männer ihn beneideten. Auch seine Eltern bewunderten sie. Mehr als einmal hatte seine Mutter darauf angespielt, dass es gefährlich sei, zu lange zu zögern. "Angespielt" war nicht das richtige Wort. Flo Marchetti kannte so etwas wie Taktgefühl überhaupt nicht. Sie hatte ihn direkt gefragt, ob er sich denn nicht beeilen wolle.

Nick hatte sich damit herausgeredet, dass er noch nicht bereit sei, eine Familie zu gründen. Wenn er und Madison richtig zusammen wären, würde es nicht schaden, noch zu warten. Zu dem Zeitpunkt glaubte er das auch, aber er spürte, dass Madison und er...

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