Nova & Quinton 1-3: True Love / Second Chance / No Regrets (3in1-Bundle)

Die komplette Trilogie. Drei Romane in einem Band.
 
 
Heyne (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. August 2021
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-28763-4 (ISBN)
 
Die große Liebesgeschichte von Nova & Quinton: alle drei Bände in einem E-Book - für kurze Zeit zum Kennenlernpreis (eine befristete Preisaktion des Verlages)Nova & Quinton: True LoveAls Teenager wollte Nova Drummerin werden und ihre große Liebe Landon heiraten. Aber dieser Traum wurde in einem einzigen Moment zerstört. Nova ist überzeugt, dass sie nie wieder jemanden lieben wird. Bis sie den unverschämt attraktiven Quinton Carter kennenlernt. Er fasziniert und verwirrt sie. Und Nova ahnt, dass sie besser die Finger von ihm lassen sollte ...Nova & Quinton: Second ChanceNova kann ihn einfach nicht vergessen - Quinton Carter, den attraktiven Kerl mit den honigbraunen Augen und den sexy Tattoos. Er ist ihr Seelenverwandter, und der Gedanke an ihn lässt sie nicht los ... Aber wird er ihre Liebe überhaupt zulassen? Oder stößt er sie wieder weg?Nova & Quinton: No RegretsEndlich wendet sich Novas Leben zum Guten: Sie spielt Drums in einer neuen Band und hat gute Freunde gefunden. Ihr tägliches Highlight sind ihre Telefonate mit Quinton. Sie wünschte, sie könnte bei ihm sein. Doch sie weiß, er braucht Zeit. Als dunkle Wolken aufziehen, braucht Nova Quinton mehr denn je - ist er stark genug, ihr beizustehen?
  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Heyne
  • 2,67 MB
978-3-641-28763-4 (9783641287634)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Die Bestsellerautorin Jessica Sorensen hat bereits zahlreiche Romane verfasst. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in den Bergen von Wyoming. Wenn sie nicht schreibt, liest sie oder verbringt Zeit mit ihrer Familie.

Prolog


 

Prolog

Nova

Manchmal frage ich mich, ob man Erinnerungen, mit denen man nichts zu tun haben will, nicht einfach blockieren kann: die Bilder wegsperren, den Schmerz betäuben, der mit dem verbunden ist, was man gesehen hat und nicht sehen wollte. Und das so lange, bis die Person, die man einmal war, selbst nur noch eine schwache Erinnerung ist.

So habe ich nicht immer gedacht. Früher war ich voller Hoffnung, voller Leben, glaubte an Sachen. Zum Beispiel an das, was mein Vater mir erzählte: Wenn ich irgendwas nur fest genug will, kann ich dafür sorgen, dass es geschieht.

»Keiner sonst kann Dinge für dich geschehen lassen, Nova«, sagte er zu mir, als wir auf dem Hügel in unserem Garten lagen und hinauf zu den Sternen blickten. Da war ich sechs Jahre alt, glücklich und ein bisschen naiv. Und ich verschlang seine Worte wie Zuckerwürfel. »Aber wenn du etwas wirklich willst und bereit bist, hart daran zu arbeiten, dann ist alles möglich.«

»Alles«, wiederholte ich und sah zu ihm. »Sogar wenn ich eine Prinzessin sein will?«

Er lächelte in die Dunkelheit, ja, er wirkte richtig glücklich. »Sogar eine Prinzessin.«

Ich grinste, blickte wieder zum Himmel und dachte, wie wunderbar es wäre, ein Diamantendiadem im Haar und ein glitzerndes rosa Kleid mit passenden Schuhen zu tragen. Ich würde im Kreis herumwirbeln und lachen, während sich mein Kleid um mich herum aufbauscht. Keine Sekunde dachte ich daran, was es wirklich bedeutet, eine Prinzessin zu sein, oder wie unmöglich es war, dass ich tatsächlich eine werden könnte.

»Erde an Nova.« Mein Freund, Landon Evans, wedelt mit seiner Hand vor meinem Gesicht.

Ich blinzle, löse meinen Blick von den Sternen und neige den Kopf zur Seite, sodass ich in Landons Augen sehe. »Was?«

Er lacht, doch es sieht unnatürlich aus, als gehörte es nicht in sein Gesicht. Was allerdings normal für Landon ist.

Er ist Künstler und hat mir erklärt, dass er den Schmerz nur in seine Porträts bringen kann, wenn er ihn immerzu in sich herumträgt. »Du warst eben völlig weggetreten.« Das Licht auf der Vorderve­ran­da brennt, und in dem Neonschein haben seine honigbraunen Augen dieselbe Farbe wie seine Zeichenkohle.

Ich rolle mich auf die Seite und schiebe beide Hände unter meinen Kopf, sodass ich Landon richtig ansehen kann. »Entschuldige, ich war nur in Gedanken.«

»Du hast diesen Blick, als wärst du sehr tief in Gedanken.« Er stützt seitlich einen Ellbogen auf, lehnt den Kopf in seine Hand, und sein pechschwarzes Haar fällt ihm in die Augen. »Möchtest du darüber reden?«

Ich schüttle den Kopf. »Nein, mir ist eigentlich nicht nach Reden.«

Er schenkt mir ein albernes, aber echtes Lächeln, und alles Traurige in meinem Kopf löst sich vor­übergehend auf. Das ist eines der Dinge, die ich an Landon liebe. Er ist der einzige Mensch auf der Welt, der mich zum Lächeln bringen kann. Besser gesagt: der Einzige außer meinem Dad, doch der lebt nicht mehr, und deshalb lächle ich eher selten.

Landon und ich waren bis vor ungefähr einem halben Jahr beste Freunde, und vielleicht kann er mich deshalb so glücklich machen. Wir waren uns schon nahe und verstanden einander, bevor das Küssen und die Hormone ins Spiel kamen. Klar, wir sind erst achtzehn und noch nicht mal mit der Highschool fertig, aber manchmal, wenn ich alleine in meinem Zimmer bin, kann ich mir uns beide in einigen Jahren vorstellen, immer noch verliebt, vielleicht sogar verheiratet. Das ist erstaunlich, denn lange Zeit nach dem Tod meines Dads konnte ich mir meine Zukunft überhaupt nicht vorstellen und wollte es auch nicht. Doch die Dinge verändern sich. Menschen entwickeln sich weiter, leben weiter und wachsen, während neue Menschen in ihr Leben treten.

»Ich habe das Bild gesehen, das du für das Kunstprojekt gemacht hast«, sage ich und streiche ihm einige Strähnen aus den Augen. »Es hing bei Mr. Felmon an der Wand.«

Landon runzelt die Stirn, wie er es immer tut, wenn wir über seine Kunst sprechen. »Ja, das ist nicht so geworden, wie ich es vorhatte.«

»Es sah aus, als wärst du beim Zeichnen traurig gewesen«, sage ich und lege eine Hand auf meine Hüfte. »Aber so sehen ja alle deine Zeichnungen aus.«

Alles Fröhliche verschwindet aus seinem Gesicht, als er sich auf den Rücken rollt und zum Sternenhimmel aufsieht. Eine Weile sagt er nichts, und ich drehe mich auf den Rücken. Wenn er so mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt ist, lasse ich ihn in Ruhe. Landon ist einer der traurigsten Menschen, die ich kenne, und teils hat mich das an ihm damals angezogen.

Ich war dreizehn und er gerade gegenüber von uns eingezogen. Er saß mit einem Skizzenblock ­unten an einem Baum in seinem Vorgarten, als ich ihn zum ersten Mal sah und beschloss, rüberzugehen und mich vorzustellen. Es war gleich nachdem mein Dad gestorben war, und ich hielt mich meistens von anderen fern, doch Landon . ich weiß nicht, aber da war etwas an ihm.

Ich ging über die Straße und war sehr neugierig, was er zeichnete. Als ich vor ihm stehen blieb, sah er zu mir auf, und mich erschreckte, wie gequält seine honigbraunen Augen blickten, so voller Schmerz und innerem Leid. Das hatte ich noch bei niemandem in unserem Alter gesehen, und obwohl ich nicht wusste, woher es kam, ahnte ich, dass wir Freunde würden, weil er aussah, wie ich mich fühlte: als wäre ich auseinandergebrochen und nicht wieder richtig zusammengeflickt worden. Tatsächlich wurden wir beste Freunde - genau genommen mehr als das. Wir sind praktisch unzertrennlich, abhängig voneinander, und ich hasse es, von ihm getrennt zu sein, weil ich mich ohne ihn verloren und deplatziert in dieser Welt fühle.

»Hast du jemals das Gefühl, dass wir alle verloren sind?«, reißt Landon mich wieder aus meinen Gedanken. »Dass wir alle bloß auf der Erde herum­irren und darauf warten zu sterben?«

Ich beiße mir auf die Unterlippe, denke über seine Worte nach und entdecke Kassiopeia am Himmel. »Denkst du das wirklich?«

»Weiß ich nicht genau«, antwortet er, und ich ­sehe zu ihm, sodass ich sein vollkommenes Profil angucke. »Manchmal frage ich mich allerdings schon, was das Leben für einen Sinn hat.« Er verstummt. Anscheinend wartet er darauf, dass ich etwas sage.

»Ich weiß es nicht.« Ich zermartere mir das Hirn nach etwas anderem, das ich sagen könnte, doch mir will keine einzige zusammenhängende, sinnvolle Antwort auf seine finsteren Gedanken über den Sinn des Lebens einfallen, also ergänze ich nur: »Ich liebe dich.«

»Ich liebe dich auch, Nova«, sagt er, ohne mich anzusehen. Dann greift er über das Gras hinweg nach meiner Hand und verhakt seine Finger mit meinen. »Und das meine ich ernst, Nova, egal, was passiert: Ich liebe dich.«

Wir tauchen in die Stille der Nacht ein, während wir den Sternen zusehen, wie sie glitzern und verblassen. Es ist friedlich und beunruhigend zugleich, weil ich meine Gedanken nicht abstellen kann. Ich mache mir Sorgen um Landon, wenn er so deprimiert ist. Ab und zu verschwindet er in seiner eigenen kleinen Welt aus düsteren Überzeugungen und einer schwarzen Zukunft, und dann erreiche ich ihn nicht, sosehr ich mich auch bemühe.

Wir liegen still im Gras, beobachten den Himmel und halten uns an den Händen. Schließlich schlafe ich ein. Meine eine Wange ist in das kühle Gras gedrückt, der Frühlingswind weht mir über die Haut, und Landons Finger streicheln beruhigend über mein Handgelenk. Als ich wieder aufwache, sind alle Sterne mit dem ersten grauen Morgenlicht verschmolzen. Der Mond ist untergegangen und das Gras taufeucht. Das Erste, was ich bemerke, ist, dass Landons Hand nicht mehr in meiner ist, und sofort fühle ich mich leer, als wäre mein einer Arm von meinem Körper abgetrennt.

Ich setze mich auf, reibe mir die Augen und strecke die Arme über dem Kopf, während ich mich im Garten nach Landon umsehe. Er kann nur aufgestanden sein, um ins Bad zu gehen, denn er würde mich nie schlafend in seinem Garten alleine lassen.

Ich stehe auf, klopfe das Gras hinten von meinen Beinen und wandere den flachen Hang zu Landons Haus hinauf. Es kommt mir wie ein langer Weg vor, weil ich müde bin - noch ist es zu früh am Morgen, um schon auf zu sein. Auf der hinteren Veranda hole ich mein Handy aus der Tasche, um Landon eine SMS zu schicken und ihn zu fragen, was er gerade macht. Da bemerke ich, dass die Hintertür einen Spalt offen steht, und gehe hinein, ehe ich weiter darüber nachdenke. Das sieht mir eigentlich nicht ähnlich, denn normalerweise gehe ich nie unaufgefordert in sein Haus. Ich klopfe immer an, sogar wenn er mir vorher getextet hat, dass ich direkt in sein Zimmer kommen soll.

Aber diesmal zieht mich irgendetwas nach drinnen. In der Küche ist es kalt, sodass ich mich frage, wie lange die Tür schon offen steht. Fröstelnd schlinge ich die Arme um meinen Oberkörper und gehe durch die Küche zur Diele. Landons Eltern schlafen oben, deshalb achte ich darauf, leise durch den Flur und zu Landons Zimmer zu gehen, das unten im Keller ist. Die Treppe knarrt unter meinen Füßen, und ich halte den ganzen Weg nach unten den Atem an, weil ich keine Ahnung habe, was passiert, wenn seine Eltern aufwachen und mich erwischen, wie ich mich in sein Zimmer schleiche.

»Landon«, flüstere ich, als ich auf sein Zimmer ganz hinten im Flur zugehe. Bis auf das wenige Sonnenlicht, das durch die Fenster hineinfällt, ist es dunkel. »Bist du hier?«

Stille. Fast kehre ich um und gehe wieder nach...

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