Familie mit Herz 52 - Familienroman

Der Tag, an dem ich Mami suchen ging
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 16. Juli 2019
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-8294-5 (ISBN)
 
Der Tag, an dem ich Mami suchen ging Niemand hatte Steffi die Wahrheit gesagt Von Moni Sommer Freundinnen hat ihr Papa immer mal wieder gehabt, und Steffi hat sie ihm großzügig gegönnt, solange nichts Ernstes dahintersteckte. Doch mit Maggie, das spürt das Mädchen, ist es anders. Denn plötzlich taucht das Wort Heirat auf. Das darf nicht sein! Der Platz an Papas Seite gehört schließlich ihrer Mami, und er muss frei sein, wenn sie eines Tages zurückkommt. Warum sie damals ihre Familie verlassen hat, ist für Steffi bis heute ein Geheimnis geblieben. Und als die Hochzeitspläne immer konkreter werden, beschließt Steffi, ihre Mami schnellstens zurückzuholen. Es beginnt eine Suche, bei der viele Träume auf der Strecke bleiben ...
1. Aufl. 2019
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,04 MB
978-3-7325-8294-5 (9783732582945)

Der Tag, an dem ich Mami suchen ging

Niemand hatte Steffi die Wahrheit gesagt

Von Moni Sommer

Freundinnen hat ihr Papa immer mal wieder gehabt, und Steffi hat sie ihm großzügig gegönnt, solange nichts Ernstes dahintersteckte. Doch mit Maggie, das spürt das Mädchen, ist es anders. Denn plötzlich taucht das Wort Heirat auf. Das darf nicht sein! Der Platz an Papas Seite gehört schließlich ihrer Mami, und er muss frei sein, wenn sie eines Tages zurückkommt. Warum sie damals ihre Familie verlassen hat, ist für Steffi bis heute ein Geheimnis geblieben.

Und als die Hochzeitspläne immer konkreter werden, beschließt Steffi, ihre Mami schnellstens zurückzuholen. Es beginnt eine Suche, bei der viele Träume auf der Strecke bleiben .

Blondes, leicht gelocktes Haar fiel dem Mädchen über die vor Eifer geröteten Wangen, als es sich tief über das Blatt Papier beugte, das vor ihm auf dem Schreibtisch lag.

Steffis Stirn kräuselte sich unwillig, weil ihr absolut nichts einfallen wollte. Aber es half nichts, sie musste darüber nachdenken, was sie sich zu ihrem zehnten Geburtstag wünschen könnte, damit Paps nicht enttäuscht war. Es war ihm so wichtig, ihr eine Freude zu machen.

Am besten fing sie mit den Sachen an, die sie sich nicht wünschte. Steffi liebte es, Listen zu führen. Hass- und Lieblingslisten. Ganz oben auf ihrer Hassliste stand Spinat, direkt gefolgt von Raffael, der in der Klasse neben ihr saß und sie immer ärgerte.

Steffi zog eine Schublade auf und nahm ein schon reichlich zerknittertes Blatt heraus. Unter die Worte Spinat und Raffael schrieb sie: Game Boy. Denn wer brauchte schon so ein dämliches Ding? Und Bücher konnte sie sich kaufen, wann immer sie wollte. Paps war da nicht knausrig.

Das Mädchen hob den Kopf und schaute aus dem Fenster in den Garten, wo die ersten Tulpen zu blühen begannen und die Bäume grüne Knospen bekamen.

Sie könnte sich wünschen, dass Paps mit ihr nach Disneyland fuhr. Hm, das wäre was. Paps liebte es, etwas mit ihr gemeinsam zu unternehmen.

Steffis Augen, die sich nicht entscheiden konnten, ob sie grau oder blau waren, verschleierten sich. Das Einzige, das Wahrhaftigste, was sich Steffi wünschte, war, dass ihre Mami an ihrem Geburtstag hier sein würde. Aber das war etwas, was sie niemals aufschreiben konnte. Es würde ihren Paps zu traurig machen. Ihre Mutter und ihr Vater vertrugen sich nämlich nicht miteinander. Deshalb war Mami auch weggegangen und niemals zurückgekommen. Nicht einmal, um sie, Steffi, zu besuchen.

Sie dachte an Kai, der gegenüber wohnte. Dessen Vater war auch weggegangen, aber jeden zweiten Sonntag kam er und holte Kai ab, um mit ihm in den Tierpark zu gehen oder ins Kino.

Steffi stieß einen Seufzer aus. Kurz kämpfte sie mit sich, dann schrieb sie auf die Wunschseite ihrer Liste mit sorgfältigen Buchstaben das Wort: Mami.

Schaden konnte es nichts. Niemand wusste von ihrer Liste, und Paps würde niemals in ihrem Schreibtisch stöbern. Er respektierte ihre Privatsphäre, wie er es nannte. Manchmal wünschte sich das Mädchen, er würde das nicht so strikt befolgen, denn dann wüsste er gleich, was Steffi sich am meisten auf der Welt wünschte.

Tief durchatmend legte sie das Blatt wieder in die Schublade und schob sie entschlossen zu. Morgen war auch noch ein Tag.

Auf der Suche nach etwas Essbarem ging Steffi hinunter in die Küche, wo Frau Opitz das Abendessen vorbereitete. Als das Mädchen die Küche betrat, schraubte die Haushälterin hastig eine Flasche zu und versteckte sie verstohlen hinter den Vorräten im obersten Regal des Küchenschranks.

"Ich habe dich gar nicht herunterkommen hören. Willst du was?" Der Tonfall der Frau war schuldbewusst, als täte sie etwas Unrechtes.

Steffi öffnete den Kühlschrank und nahm sich einen Becher Joghurt heraus.

"Ich hab ein bisschen Hunger."

Im Stehen aß sie den Joghurt und räumte den Löffel sofort in die Spülmaschine. Frau Opitz mochte es nicht, wenn Steffi zusätzliche Arbeit machte. Ansonsten kamen sie ganz gut miteinander klar. Die Haushälterin kümmerte sich nicht darum, was das Kind trieb, und Steffi belästigte sie nicht.

Eigentlich war das Mädchen der Meinung, dass sie Frau Opitz nicht brauchten, aber Paps wollte nicht, dass sie den ganzen Nachmittag alleine im Haus war.

Die ältere Frau stellte die feuerfeste Glasschale in die Mikrowelle und band sich die Schürze los. In dem Moment, als sich die Haustür öffnete, griff sie nach ihrer Handtasche auf dem Küchentisch und zog ihren Mantel an.

Steffi, die das Öffnen der Tür ebenfalls gehört hatte, drehte sich um und eilte in den Flur.

"Hallo, Paps!" Sie hob den Kopf, und Markus beugte sich herunter, um seine Tochter zur Begrüßung zu küssen.

"Wie war dein Tag?", wollte Steffi wissen. Das hatte sie aus dem Fernsehen. Dort fragten die Frauen ihre heimkehrenden Männer immer, wie der Tag gewesen war.

"Danke gut. Und bei dir? Wie lief's in der Schule?"

"Mmmhh, wie immer!"

"Ich gehe dann, Herr Behrens." Frau Opitz stand schon in den Startlöchern. "Das Essen ist in der Mikrowelle. Sie brauchen sie nur einzuschalten."

"Danke, Frau Opitz. Dann bis morgen!"

Markus blickte der Frau kopfschüttelnd nach, als sie das Haus verließ. Frau Opitz war noch nicht sehr lange bei ihnen. Eine Nachbarin hatte sie ihm empfohlen, aber er fand, sie könnte ruhig etwas aufgeschlossener sein.

Das Gleiche sagte er dann auch zu seiner Tochter, als sie sich in der Küche beim Abendbrot gegenübersaßen.

"Besonders redselig ist sie ja nicht, unsere Frau Opitz." Er stocherte genau wie Steffi in seinem Essen herum. Lauchauflauf - nicht gerade seine Lieblingsspeise.

Sein Töchterchen dachte dasselbe. Lauchauflauf würde sie ebenfalls auf ihre Hassliste schreiben müssen.

"Sie hat ein Problem!", verkündete Steffi mitten in seine Gedanken über Frau Opitz hinein.

"Ach ja? Und was für eins?"

Steffi war keine Petze, aber sie kam gar nicht auf den Gedanken, dass ihr Vater nichts darüber wissen durfte. Das Verstohlene in der Haltung der Haushälterin war ihr nur merkwürdig erschienen.

"Sie hat ein Alkoholproblem", sagte das Mädchen mit altklugem Tonfall.

Markus blieb der Bissen im Hals stecken.

"Sie schüttet ihn immer in ihren Orangensaft, wenn sie glaubt, ich sehe es nicht!"

Steffi stand auf und schob einen Stuhl an den Küchenschrank, dann stieg sie hinauf und angelte mit den Armen hinter die Lebensmittel im obersten Regal.

Triumphierend hielt sie ihrem Vater die halbvolle Flasche hin. Markus seufzte. Verdammt! Er hatte gedacht, das Problem Haushälterin hätte sich endlich auf längere Zeit hin erledigt. Und jetzt das.

Er nahm sich vor, gleich am nächsten Tag früher heimzukommen und mit Frau Opitz zu reden. Niemals würde er seine Tochter einer Person anvertrauen, die alkoholabhängig war.

Entschlossen schob er seinen Teller zurück.

"Also, ich kann das nicht essen. Du etwa?", beendete er das Thema.

"Nö, Paps. Mir wird richtig schlecht davon." Angeekelt legte Steffi ihr Besteck beiseite.

"Dann lass es stehen. Wir hauen uns ein paar Eier in die Pfanne."

Zwei Stunden später ging Markus nach oben, um Steffi gute Nacht zu sagen.

"Na, Süße! Zähne geputzt, Ohren gewaschen?"

Seine Tochter kicherte. Sie bleckte die Zähne und zeigte ihm ein strahlend weißes Gebiss.

"Prima! Du bist wirklich schon ein großes Mädchen." Behutsam steckte der Vater die Decke um sie herum fest. "Hast du dir eigentlich schon überlegt, was du dir zum Geburtstag wünschst?"

Steffis Gesicht verdüsterte sich schlagartig. Beinahe sah es aus, als würde sie gleich anfangen zu weinen.

"He, Liebes, was ist los mit dir?" Besorgt beugte sich Markus hinab.

Seine Tochter atmete tief durch. "Nichts, Paps. Alles in Ordnung. Mir fällt nur nichts ein."

"Das gibt es doch nicht. Da meckert alle Welt über die Jugend von heute, die nie genug bekommen kann, und du weißt nicht, was du dir zum Geburtstag wünschen sollst. Tu mir das nicht an. Bitte, lass dir was einfallen. Wie stehe ich sonst da?"

Steffi musste grinsen. Paps verstand es ja wirklich, sie aufzuheitern. Und weil er offensichtlich in sehr guter Stimmung war, wagte sie einen kleinen Vorstoß.

"Warum kommt Mami uns nie besuchen, Paps?"

"Das habe ich dir doch erzählt. Wir haben uns nicht mehr vertragen. Da fanden wir es besser, uns zu trennen."

Seine Antwort kam stockend und bereitete ihm sichtlich Schwierigkeiten.

"Aber ich hatte doch keinen Streit mit ihr", wagte sie einen Einwand.

"Ja, aber . sie weiß nicht, wo wir wohnen. Und ich weiß nicht, wo sie wohnt ."

Das kam sehr gedehnt, und Steffi hätte schwören können, dass er log. Aber das war...

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