Die drei !!!, 86, Rätselhafter Raub (drei Ausrufezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. August 2020
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-50053-8 (ISBN)
 
Kim, Franzi und Marie sind "Die drei !!!". Mutig und clever ermitteln die drei Detektivinnen und sind jedem Fall gewachsen.

Aus einer Ausstellung verschwinden wertvolle Porzellanpuppen. Sind die Puppen wirklich zum Leben erwacht? Ein gruseliger Fall für Kim, Franzi und Marie.
  • Deutsch
  • Stuttgart
  • |
  • Deutschland
  • 1,58 MB
978-3-440-50053-8 (9783440500538)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Die dunklen Straßen der Galaxie


Ein Kranz aus winzigen Blüten und Perlen schmückte ihr langes rotblondes Haar. Das Gesicht war blass, fast bleich, die Augen sehr groß und von einem unglaublichen Blau. Wie auf der spiegelnden Oberfläche eines Bergsees brach sich das Licht in ihnen und aus ihrem Innern schien ein geheimnisvolles Leuchten zu kommen.

»Wunderschön«, hauchte Marie. »Das sind echte Elfenaugen.«

Kim nickte stumm. Sie konnte sich gar nicht mehr losreißen von diesem unendlichen Blau. Sie hatte das Gefühl, dass diese Augen bis in die Tiefen ihrer Seele sahen.

»Was für ein Blick«, hörte sie Franzi murmeln. Ihre Freundin bewegte sich langsam von rechts nach links und wieder zurück. Schließlich schüttelte sie den Kopf. »Sie beobachtet mich. Das ist gruselig.«

David räusperte sich. »Das ist eine Puppe. Und sie schielt. Deswegen meint man, sie guckt einem hinterher.«

Mit einem Schlag war der Zauber verflogen.

Kim sah ihren Freund vorwurfsvoll an. »Sie hat einen magischen Silberblick. Es ist doch egal, ob das eine Puppe ist. Sie wirkt so lebendig .«

»Stimmt«, unterbrach David sie. »Sie sieht wirklich toll aus. Genau wie all die anderen.« Er deutete auf die fünf großen gläsernen Vitrinen, in denen bestimmt fast hundert antike Puppen effektvoll in Szene gesetzt waren. »Wir können ja bald wiederkommen und uns die Ausstellung in aller Ruhe ansehen. Aber jetzt wartet Jens-Dieter Rohloff auf uns. Die Lesung fängt in einer Stunde an.«

Kim zuckte zusammen. »Wir müssen noch die Mikrofone testen, und die Musik.« Sie spürte, wie ihr die Hitze ins Gesicht stieg und ihr Herz schneller zu schlagen begann. »Jetzt bin ich total aufgeregt.«

»Wir schaffen das.« David klopfte ihr auf die Schulter und lächelte. »Auf in die alte Bibliothek.«

Franzi winkte der Puppe mit den Elfenaugen zu. »Wünsch Kim und David Glück!«

Im Vorbeilaufen verdunkelte Franzis Schatten das Gesicht der Puppe. Für den Bruchteil einer Sekunde meinte Kim ein Augenzwinkern wahrzunehmen. Sie schüttelte den Kopf und beeilte sich, den anderen zu folgen.

Zügig durchquerten sie den Ausstellungsraum und liefen durch eine breite Flügeltür, hinter der ein Gang mit dunkelblauen Seidentapeten lag.

Die Mädchen kannten sich aus im alten Wasserschlösschen im Jakobipark. In dem verwinkelten Gebäude mit den vielen Türmen und Erkern hatten die drei Detektivinnen vor einiger Zeit einen spannenden Fall gelöst.

Der glänzende Parkettboden knarrte unter ihren Füßen, während sie auf die dunkle Holztür am Ende des Gangs zusteuerten. Sie hörten dumpfe Fanfarenklänge und gedämpften Trommelwirbel. Durch einen Spalt am Boden blitzte grelles Licht auf.

»Herr Rohloff ist schon da«, stellte David fest. »Unsere Lesung wird bestimmt der absolute Knaller mit seiner Geräuschuntermalung.« Er hielt kurz inne und lauschte. »Das ist die Filmmusik von Krieg der Sterne, spitze!«

Kim atmete tief durch und zog die schwere Holztür auf. Augenblicklich schwoll die Musik zu einer ohrenbetäubenden Geräuschkulisse an. Lichtblitze schossen durch den Saal. Sie trafen auf die Regale, in denen tausende in Leder gebundene Bücher standen. Die goldenen Schriftzeichen auf den Rücken reflektierten das grelle Licht, sodass es schien, als würden glühende Funken aus ihnen springen.

Kim kniff geblendet die Augen zusammen. »Nicht schlecht!«, rief sie gegen die Fanfaren an.

»Großartig!«, brüllte David zurück.

Jens-Dieter Rohloff saß an einem Pult in einer Ecke des Raums und tippte auf seinem Laptop. Die schwarze Hornbrille war ihm bis zur Nasenspitze gerutscht, das kurze dunkle Haar stand in alle Himmelsrichtungen ab.

Kim musste grinsen. Rohloff sah aus wie ein besessener Computer-Gamer, der unbedingt das nächste Spiele-Level erreichen wollte. In Wirklichkeit war der Mann ein berühmter Bestseller-Autor. Er schrieb spannende Science-Fiction-Romane, die weltweit Beachtung fanden. Seine Lesungen, die er mit Sound- und Lichteffekten untermalte, waren legendär.

Die drei !!! hatten Rohloff vor einiger Zeit bei den Ermittlungen zu einem Fall kennengelernt. Seitdem war besonders Kim mit ihm in Kontakt geblieben. Er hatte ihr wertvolle Tipps für den Fantasy-Krimi gegeben, den sie mit David zusammen geschrieben hatte. Auch die Idee, das fertige Manuskript bei einem Schreibwettbewerb einzusenden, stammte von ihm.

Tatsächlich hatten Kim und David den ersten Platz gemacht! Der kleine, aber feine Verlag, der den Wettbewerb ausgeschrieben hatte, würde ihren Roman im kommenden Programm als E-Book herausbringen. Kim konnte es immer noch nicht richtig fassen.

Heute fand ihre erste öffentliche Lesung statt. Jens-Dieter Rohloff hatte sich um alles gekümmert und Kim und David eine unvergessliche Vorstellung versprochen.

In einer Stunde würden die zehn Reihen von Klappstühlen im Bibliotheks-Saal besetzt sein und das Publikum den Szenen lauschen, die Kim und David aus ihrem Roman Die dunklen Straßen der Galaxie vorlasen.

Kim lief ein Schauer über den Rücken. Hoffentlich verhaspelte sie sich nicht, David stieß das Mikrofon nicht um und es passierte auch sonst kein Missgeschick. Sie betrachtete misstrauisch die Scheinwerfer, die neben dem Pult auf wackeligen Ständern befestigt waren.

In dem Moment sah Jens-Dieter Rohloff hoch und erkannte David und die Mädchen. Er tippte auf der Tastatur, Fanfarenklänge und Lichtblitze erstarben. »Da seid ihr ja endlich!«

Kim lief zu ihm und gab ihm die Hand. »Entschuldigen Sie bitte. Wir sind in der Puppenausstellung im roten Salon hängen geblieben.«

Rohloff nickte und stand auf. Er begrüßte David, Franzi und Marie und streifte dabei versehentlich einen der Ständer. Die darauf montierte Lampe begann gefährlich zu schwanken. »Die Ausstellung ist beeindruckend, nicht wahr? Viele der Puppen sind weit über hundert Jahre alt und echte Seltenheiten. Ein großer Teil stammt aus der Sammlung meiner Patentante Elvira Reumann.«

»Die Puppen sind toll«, stimmte Marie zu. Mit einem gezielten Griff stoppte sie die schaukelnde Lampe neben Rohloff. »Ich habe beim Stichwort Puppen bisher immer nur an Barbies oder langweilige Babypuppen gedacht. Aber diese hier sind anders. Sie sind richtige kleine Persönlichkeiten.«

Rohloff lächelte. »Der Satz könnte von Elvira stammen. Übrigens, Kim und David: Ihr könnt euch bei ihr bedanken. Durch die Ausstellung bin ich auf diese geniale Location für die Lesung gestoßen.«

»Die Bibliothek ist super!« David trat nervös von einem Bein aufs andere. »Ich glaube, wir sollten so langsam mal loslegen.«

»Natürlich.« Jens-Dieter Rohloff schlug David auf die Schulter. »Wir müssen nur noch eure Mikros testen.«

»Prima«, krächzte Kim. Besorgt stellte sie fest, dass sie weiche Knie bekam. Unsicher lief sie neben David zu dem Tisch mit den zwei Stühlen am Ende des Saals. Sie zog den Papierstapel mit ihrer ausgedruckten Geschichte aus dem Rucksack.

Marie und Franzi nahmen in der ersten Reihe Platz. Sie reckten Kim die Daumen entgegen.

David setzte sich, schob eine Wasserflasche und zwei Gläser zur Seite und klopfte gegen das Mikro. Ein metallisches Pochen hallte aus den Lautsprechern. »Eins, zwei, drei, POWER!!!«, fügte er hinzu und grinste Kim an. Seine Stimme wurde von Rauschen und Knacken überlagert.

»Kein Problem, das kriegen wir hin«, versprach Rohloff. Mit federnden Schritten lief er zum Pult zurück und betätigte einige Regler an einem Gerät, das neben dem Laptop stand. »Jetzt versuch es noch mal!«

David sprach erneut ins Mikro, dieses Mal erklang seine Stimme voll und klar im Raum.

»Wunderbar«, stellte Rohloff fest. »Und nun du, Kim.«

Mit zitternden Fingern zog Kim das Mikro näher zu sich heran. Das Herz schlug ihr bis zum Hals und wie durch Watte hörte sie sich sagen: »Ich glaube, ich kann das nicht.«

»Du musst das Mikro einschalten!«, rief Rohloff. »Es ist der kleine Knopf am Griff.«

»Du kannst das«, flüsterte David ihr zu. »Wir machen das zusammen. Da kann nichts schiefgehen!«

Kim nickte David dankbar zu. Sie schaltete das Mikro ein, holte tief Luft und begann zu lesen. Die Worte klangen sofort vertraut. Ihr Herzschlag beruhigte sich. Plötzlich fühlte sich Kim sicher und stark und ihre Stimme klang voll und kräftig, während sie den Abschnitt zu Ende las.

»Perfekt!«, rief Rohloff. »Jetzt probiert mal die Szene im Raumschiff, in der Junos das Gegengift von Laurina bekommt. Ich spiele die Musik ein.«

Während die Fanfarenklänge anschwollen, blätterten Kim und David in ihren Ausdrucken zum Kapitel vor.

»Das wird richtig gut«, sagte David. Er rückte näher an Kim heran.

Sie spürte die Wärme seines Arms an ihrem und schmiegte sich daran. »Ja, das glaube ich auch!«

Eine halbe Stunde später klatschte Jens-Dieter Rohloff in die Hände. »Wunderbar, es funktioniert perfekt!«

»Ihr macht das wirklich gut!«, rief Marie. »Man kann sich toll in Junos und Laurina hineinversetzen, wenn ihr lest.«

»Absolut!«, bestätigte Franzi.

Kim lehnte sich erleichtert zurück.

David legte einen Arm um sie. »Siehst du!«

Hoffentlich klappt es nachher auch so gut, schoss es Kim durch den Kopf.

»Ihr solltet euch am Ende der Lesung küssen«, unterbrach Franzi Kims Gedanken. »Wie Laurina und...

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