Die drei !!!, 43, Nixensommer (drei Ausrufezeichen)

 
 
Kosmos (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 6. Juni 2013
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-440-14013-0 (ISBN)
 
Kim, Franziska und Marie sind "Die drei !!!". Mutig und clever ermitteln die drei Mädchen und sind jedem Fall gewachsen.

Endlich Sommerferien! Schönstes Sonnenwetter lockt Kim, Franzi und Marie ins Waldschwimmbad. Doch schon bald wird der Ferienspaß durch einen neuen Fall getrübt: Ausgerechnet Holgers Mutter wird von ihrem Arbeitgeber des Diebstahls bezichtigt. Ehrensache für "Die drei !!!" die wahren Täter aufzuspüren! Die Freundinnen stecken ihre volle Energie in die Ermittlungen, auch wenn Marie mit ihren Gedanken ganz woanders ist: Sie hat Liebeskummer!

Neben der spannenden Detektivarbeit müssen Kim, Franziska und Marie auch immer wieder das Abenteuer "Freundschaft" bestehen. Es ist nämlich gar nicht so leicht, drei völlig verschiedene Meinungen unter einen Hut zu bringen. Mutig und clever stellen sich "Die drei !!!" der Herausforderung und sind gemeinsam ein unschlagbares Team!
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Banane mit Basilikum

»Dein selbst gemachtes Eis schmeckt super«, nuschelte Kim. Sie leckte sich einen Klecks von den Lippen und häufte einen weiteren Löffel von der leicht geschmolzenen Masse auf ihren Teller. »Käsekuchen-Kirsch-Vanille. Ein Traum!«

Marie lächelte. »Danke. Das Rezept habe ich am Wochenende gegoogelt.« Sie zupfte den Träger vom Oberteil ihres neuen pinkfarbenen Sportbikinis zurecht. »Tessa hat vor ein paar Wochen eine Eismaschine gekauft. Leider probiert sie damit nur völlig verrückte Kreationen aus: Karotte-Orange, Mango-Chili, Sellerie-Sahne. Das Zeug kann außer ihr kein Mensch essen. Aktuell verputzt sie becherweise Banane mit Basilikum.« Marie schüttelte sich. »Das ist so was von eklig, sage ich euch.« Sie zuckte mit den Schultern. »Abgesehen vom Geschmack, über den man ja nicht streiten kann - wenn Tessa weiterhin so viel Eiscreme in sich hineinschaufelt, brauchen wir uns nicht mehr zu fragen, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird. Dann bekommt sie nämlich einen Schneemann.«

Kim und Franzi lachten.

»Wisst ihr wirklich immer noch nicht, was es wird?«, fragte Kim schließlich verwundert.

»Nein! Immer wenn ein Ultraschall gemacht wird, hält das Baby ganz fest die Beine zusammen. Das finde ich ganz schön schlau von ihm. Ich freue mich jedenfalls darauf, diesen kleinen Dickkopf endlich kennenzulernen!«

Noch vor einem halben Jahr war Marie nicht so begeistert von Tessas Schwangerschaft gewesen. Sie hatte befürchtet, dass ihr Vater sich nur noch um das neue Kind kümmern und sich nicht mehr für sie interessieren würde. Diese Zweifel hatten sich aber im Lauf der letzten Wochen ziemlich gelegt. Herr Grevenbroich schien nämlich Maries Ängste zu ahnen, und er hatte ab sofort einmal pro Monat einen Vater-Tochter-Tag festgelegt, an dem nur er und Marie etwas zusammen unternahmen. Und er hatte sogar ein Wochenende geplant, an dem sie beide in Hamburg ein Musical besuchen würden.

»Auf jeden Fall kann sie oder er sich darauf freuen, dass die große Schwester die weltbeste Eiscreme macht«, sagte Franzi. Sie schleckte ihren Löffel ab und deutete damit auf die Schälchen und Teller, die Marie auf der Decke verteilt hatte. »Wenn Holger wüsste, was ihm gerade entgeht!«

Es gab drei verschiedene Eissorten: Käsekuchen-Kirsch, Karamell und Zitrone. Dazu Kokosraspel, Schokosoße und frischen Obstsalat sowie jede Menge goldgelbe, knusprige Waffeln in Herzform, die Marie in dem kleinen französischen Bistro in ihrem Wohnviertel gekauft hatte.

»Du hast dir so viel Mühe gemacht! Und obendrein den schönsten Platz unter dem Kastanienbaum hier im Waldschwimmbad besetzt«, bestätigte Kim. »Ich finde es das Allerletzte von Holger, dass er euer Eis-Picknick so kurzfristig abgesagt hat. Das war doch total viel Arbeit für dich.«

Marie zuckte mit den Schultern. »Er wusste ja nichts davon.«

»Wie meinst du das?«, fragte Franzi überrascht.

Marie dippte eine Waffel in ihr Zitronensorbet. »Wir waren eigentlich nur lose zum Schwimmen verabredet. Dann aber habe ich mir überlegt, dass ich Holger mit etwas Schönem überraschen möchte. Er hat es gerade gar nicht leicht. Und da ist mir eingefallen, dass er Eis liebt.«

»Ach so. Ja, klar.« Franzi wechselte einen bedeutungsvollen Blick mit Kim. »Eis . mit Waffeln . in Herzform - für deinen Ex-Freund Holger!«

Marie ging auf den ironischen Unterton ihrer Freundin erst gar nicht ein. Sie war es mittlerweile gewohnt, dass Kim und Franzi immer wieder neugierige Fragen zu ihrer Beziehung zu Holger stellten. Maries Ex-Freund wohnte seit der Scheidung seiner Eltern im gleichen Villen-Viertel wie sie, weil seine Mutter eine Anstellung als Haushälterin bei einer wohlhabenden Fabrikanten-Familie gefunden hatte. Kim und Franzi waren der Meinung, dass die räumliche Nähe spätestens jetzt endlich dazu führen müsste, dass Marie und Holger wieder ein Paar wurden.

»Leider war das heute wohl nichts«, sagte Marie. Sie betrachtete die Waffel in ihrer Hand, biss ein Stück ab, kaute energisch und schluckte. »Holger muss noch die restlichen Dielen abschleifen. Das kleine Häuschen, das der Arbeitgeber seiner Mutter zur Verfügung gestellt hat, ist zwar sehr gemütlich, aber es gibt auch viel zu renovieren. Ein Freund hat ihm eine Schleifmaschine geliehen, die er heute Abend zurückgeben muss. Und weil er am späten Nachmittag zum Training mit seinen Freunden verabredet ist, hat er gefragt, ob es mir etwas ausmachen würde, heute alleine zum Schwimmen zu gehen.« Marie schüttelte den Kopf. »Ich war so überrumpelt, dass ich einfach gesagt habe, dass das kein Problem ist.« Sie zuckte mit den Schultern. »Dafür finde ich es super, dass ihr beiden gleich kommen konntet. Ich habe keine Lust, das ganze geschmolzene Zeug wieder mit nach Hause zu schleppen. Also, Mädels: Greift zu!«

Kim wuschelte sich durch ihre kurzen dunklen Haare und grinste. »Das brauchst du mir kein zweites Mal zu sagen. Wie gut, dass ich deine SMS vorhin gleich gesehen habe.«

»Ich bin auch froh, dass ich mein Handy gecheckt habe, bevor ich Tinka zum Ausreiten fertig gemacht habe«, erzählte Franzi. »So eine kleine Eis-Party am Nachmittag im Waldschwimmbad ist doch mal etwas anderes. Und mein süßes Pony kann auch bis heute Abend warten.«

»Ich finde es echt toll, dass ihr jetzt da seid«, sagte Marie. Sie lächelte Kim und Franzi dankbar an. Auf die beiden konnte sie sich einfach immer verlassen. Und zwar nicht nur, wenn sie zusammen als Detektivclub Die drei !!! Verbrecher jagten und aufregende Abenteuer erlebten, sondern auch, wenn im ganz normalen täglichen Leben mal etwas schieflief. So wie heute. Dass Holger sie versetzt hatte, machte Marie nämlich viel mehr aus, als sie zugeben wollte. Ausgerechnet heute hatte sie vorgehabt, etwas Wichtiges mit ihm zu besprechen. Sie hatte sich die Worte schon genau zu rechtgelegt. Und nun .

Als könnte ihre Freundin Gedanken lesen, fragte Franzi plötzlich: »Kann es sein, dass du Holger heute auf das Ultimatum ansprechen wolltest?«

Marie zögerte einen Moment. Das war mal wieder typisch Franzi. Sie redete nie lange um den heißen Brei herum, sondern sprach immer gleich aus, was sie dachte. Und auch dieses Mal hatte sie wieder den Nagel auf den Kopf getroffen. Es ging tatsächlich um das Ultimatum, das Holger ihr vor einiger Zeit gestellt hatte: Er wollte endlich wieder fest mit ihr zusammen sein oder sie gar nicht mehr sehen. Allerdings hatte er keinen Zeitrahmen genannt, in dem er eine Antwort von Marie wollte.

Marie seufzte. »Also gut. Eigentlich wollte ich das nicht unbedingt zum Thema machen. Aber wenn du schon so direkt fragst: Ich habe in den letzten Wochen auf mein Herz gehört, wie Kim es mir geraten hat. Dabei habe ich gemerkt, dass ich immer Herzklopfen bekomme, wenn ich an Holger denke. Eigentlich schon eher Herzrasen.« Marie lächelte. »Und das ist einfach nicht zu vergleichen mit den kleinen Flirts, die ich sonst so gerne hatte.« Marie sah gedankenverloren in die Ferne. »Ich weiß jetzt, dass Holger und ich zusammengehören. Mein ganzes Herz gehört ihm. Nur ihm!« Trotz der flirrenden Julihitze überzog eine feine Gänsehaut Maries Unterarme. Sie seufzte. »Ich sehne mich so sehr danach, wieder fest mit Holger zusammen zu sein.«

Kim hatte ein breites Lächeln auf den Lippen. »Ich hab's doch immer gewusst!«

»Wenn Holger geahnt hätte, was du ihm sagen möchtest, wäre er garantiert gekommen!«, meinte Franzi. »Warum hast du ihm denn nicht klargemacht, dass euer Treffen sehr wichtig ist?«

Marie setzte sich die Sonnenbrille auf. »Ich weiß nicht. Ich war so überrascht von seiner Absage, ich hatte damit einfach nicht gerechnet. Und ich will nichts überstürzen.«

»Trotzdem solltest du ihn jetzt gleich anrufen und ein neues Date verabreden«, schlug Franzi vor. »Und, wenn ich dir noch einen Tipp geben darf .« Sie schwieg bedeutungsvoll.

Marie schob ihre Sonnenbrille zurück ins Haar und sah Franzi erwartungsvoll an. »Ja?«

»Falls du wieder Karamell-Eis für Holger machst, nimm etwas weniger von den Karamellstückchen.«

»Hat es dir etwa doch nicht geschmeckt?«, rief Marie überrascht.

»Doch!«, beeilte sich Franzi zu sagen. »Aber die Zuckerstückchen kleben an den Zähnen fest. Guck dir mal Kim an.«

Ihre Freundin presste sich schnell die Hand vor den Mund. Trotzdem konnte Marie einen kurzen Blick auf ihre Zähne werfen. Sie wirkten mit den braunen Zuckerstückchen in den Zwischenräumen tatsächlich etwas kariös.

»Wenn ihr euch so anlächelt, vergeht euch womöglich die Lust am Küssen«, stellte Franzi mit ernstem Gesicht fest. »Und das wäre doch schade.«

»Blöde Nuss!«, erschallte es zweistimmig und Marie und Kim stürzten sich mit einer Kitzelattacke auf ihre Freundin. In Sekunden waren die drei Mädchen zu einem zappelnden Knäuel verstrickt, das lachend die leicht abschüssige Liegewiese hinabkugelte.

Ein dichter Teppich aus Löwenzahn stoppte die drei Detektivinnen kurz vor dem Kinderbecken. Eine ältere Dame mit weiß-lila Haaren und schwarzem Einteiler zog pikiert die Beine in ihrem Liegestuhl zurück. Sie sagte etwas mit vorwurfsvollem Blick zu ihrem Begleiter, der daraufhin seine Zeitung sinken ließ und missbilligend dreinschaute.

Franzi rappelte sich kichernd auf und zog die Haargummis an ihren kurzen roten Zöpfen wieder fest. »Ihr wollt mich doch nicht an...

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