Visionen der Nacht - Der tödliche Bann

Der tödliche Bann
 
Lisa J. Smith (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 21. Juni 2011 | 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06794-6 (ISBN)
 
Gabriel hat sich auf Zetes' Seite geschlagen. Trotz dieses Verrats will Kaitlyn ihn um jeden Preis vor einem folgenschweren Fehler bewahren - und gerät in eine Falle. Ausgerechnet in höchster Gefahr wird sich Kaitlyn über ihre wahren Gefühle für Gabriel klar - bis es zum alles entscheidenden Showdown kommt ...



Lisa J. Smith hat schon früh mit dem Schreiben begonnen. Ihren ersten Roman veröffentlichte sie bereits während ihres Studiums. Sie lebt mit einem Hund, einer Katze und ungefähr 10.000 Büchern im Norden Kaliforniens.
Visionen der Nacht | 03
Anne Emmert
Deutsch
0,61 MB
978-3-641-06794-6 (9783641067946)
3641067944 (3641067944)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"KAPITEL ZEHN (S. 100-101)

Die Zeichnung entsprach nicht ihrem üblichen Stil, sondern sah aus wie ein Cartoon, allerdings wie ein gruseliger Cartoon, so, als hätte Kaitlyn einen neuen Comicstil geschaffen. Zunächst dachte sie, es zeige sie, wie sie Gabriel mit einem Nudelholz totschlug. Doch die länglichen, tränenförmigen Dinger, die aus dem Nudelholz stoben, waren Flammen. Flammen, Feuer. Es war ein Feuerball, wohl eine Explosion, und nach allen Seiten stob der Rauch. Die Detonationswellen breiteten sich aus wie die Kreise um einen Kiesel, den man in einen See warf. Mitten in diesem Chaos war ein Strichmännchen.

Es erinnerte Kaitlyn an Kater Tom, nachdem Jerry ihn mit einem Flammenwerfer beschossen hatte. Es wedelte wild mit den Armen und tanzte grotesk herum. Ha, ha. Allerdings traf das, was Kait zeichnete, immer ein. Jemand würde schreckliche Verbrennungen erleiden. Vielleicht jemand, der mit dem Safe zu tun hatte? Kait versuchte sich ins Gedächtnis zu rufen, was sie gedacht hatte, während sie das Bild gekritzelt hatte. Es war einfach zu viel. Übersinnliche Attacken, Kanada, Bri beim Ausloten, Schakal Mac im Astralflug, Renny bei der Telekinese. Und natürlich der Safe, obwohl sie versucht hatte, ihn auszublenden.

Das Bild konnte mit allem Möglichen zu tun haben. Kait hatte ein schlechtes Gefühl dabei, das sich durch den wachsenden Kopfschmerz noch verstärkte. Was war mit dem anderen Bild? Das das Geheimbüro zeigen sollte? Kait warf einen Blick darauf und hätte am liebsten mit der Faust auf den Tisch gehauen. Oh nein, Mist! So ein Krampf! Die Zeichnung war völlig nutzlos. Sie zeigte überhaupt nicht das Innere des Raums, und ganz gewiss zeigte sie nicht den Kristall. Es war die Strichzeichnung eines Segelschiffs auf einem hübschen Meer mit sanften Wellen. Auf dem Deck, direkt unter den Segeln, stand ein Weihnachtsbaum.

Ein netter kleiner Weihnachtsbaum mit Lametta und einem Stern als Christbaumspitze. Kaitlyns Augen stachen vor Schmerz und Wut. Das erste Bild verstand sie nicht, das zweite nützte ihr nichts. Alles für die Katz, dachte sie. Plötzlich konnte sie ihre Gefühle nicht mehr beherrschen. Sie knüllte die Blätter zusammen und warf sie mit aller Kraft auf Frost. Ein Papierball traf Frost an der Wange, der andere ihre Testperson. »Kaitlyn!«, rief Joyce. Frost sprang auf, eine Hand an der Wange.

Dann stürzte sie auf Kaitlyn zu, die Finger zu Krallen gekrümmt. »Frost!«, rief Joyce. Kaitlyn machte einen Ausfallschritt, um Frost aufzuhalten. In der Grundschule war sie eine ziemlich gute Kämpferin gewesen. Sie würde sich Frost schon vom Leib halten, dachte sie. Und wenn Frost ihr eine langte, würde sie zurückschlagen. Ruhig und majestätisch stand sie da, bereit, Frost mit dem Fuß abzuwehren. »Komm schon, Süße«, sagte sie. »Komm nur!«

»Das kannst du haben!«, kreischte Frost. »Gabriel, hilf mir! Renny, du bleibst da sitzen!«, rief Joyce. Joyce und Gabriel hielten Frost zurück und drückten sie auf einen Stuhl. Kait war versucht, sich ihrerseits auf Frost zu stürzen, konnte sich aber beherrschen. »Also«, sagte Joyce in einem Ton, der Stahl durchtrennt hätte, »was ist hier los?«

»Ich bin wütend geworden«, sagte Kaitlyn, der es überhaupt nicht leid tat. »Ich zeichne dauernd nur Mist.« »Mist, Pist«, sagte Bri leise. Kait verspürte den Drang zu kichern. Joyce starrte Kait an, die Lippen zusammengepresst, die Stirn in Falten gelegt. Unvermittelt zog sie ihr das Klebeband von der Stirn. »Wie geht es dir?«, fragte sie. »Schlecht. Ich habe Kopfschmerzen.« »Na gut«, murmelte Joyce. »Also gut, geh nach oben, und leg dich hin. Aber zuerst hebst du das Papier da auf und wirfst es in den Mülleimer, wo es hingehört.« Steif stakste Kaitlyn zu den Papierknöllchen und hob sie auf. Dann, als Joyce sich wieder ihrem Klemmbrett widmete, tat sie, als werfe sie erneut damit auf Frost. Die lief rot an, und Kait machte sich aus dem Staub."

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