The Vampire Diaries - Stefan's Diaries - Schatten des Schicksals

Band 5
 
 
cbt (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. April 2013
  • |
  • 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09389-1 (ISBN)
 
Wenn Jäger zu Gejagten werden. Für alle Fans von »The Vampire Diaries«.

Faszinierend, fesselnd, leidenschaftlich: Stefans Tagebuch enthüllt erstmals, was wirklich geschah - und wie eine unsterbliche Hassliebe ihren Anfang nahm ...

Stefan steht vor den Trümmern seines friedlichen Lebenstraums: Samuel, der skrupellose Vampir, macht Jagd auf ihn und Damon! Nur mit vereinten Kräften können die beiden das Böse besiegen. Doch dann stellen sie entsetzt fest, dass der Grund für Samuels Rachegelüste in ihrer Vergangenheit liegt: Katherine! Die Erinnerung an ihre große Liebe stellt die frisch geknüpften Bande der Vampirbrüder auf eine harte Probe - und bringt sie in noch größere Gefahr ...

weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel Eins

Der schrille Pfiff des Zuges durchschnitt die Stille des Abteils und schreckte mich aus meinem Tagtraum. Wachsam richtete ich mich auf. Wir reisten luxuriös in der Ersten Klasse. Auf dem Tischchen zwischen den dicken, mit Samt gepolsterten Sitzbänken stand ein Teller mit frischen Sandwiches, daneben lag ein Stapel Zeitungen. Vor dem Fenster zog eine üppige grüne, lebendige Landschaft vorüber, ab und zu war auf den Weiden sogar eine Rinderherde zu sehen. Es fiel mir schwer, die Ruhe und Schönheit der Umgebung in Einklang zu bringen mit dem Grauen und der Verwirrung, die von mir Besitz ergriffen hatten.

Mir gegenüber saß Cora, eine kleine, in Leder gebundene Bibel aufgeschlagen auf dem Schoß. Sie blickte unaufhörlich aus dem Fenster, als könne ihr die Welt dort draußen die Antworten geben, die ich ihr schuldig blieb. Cora, ein unbedarftes Mädchen, das völlig unvorbereitet in die Welt der Vampire gestolpert war, hatte gerade erst erfahren müssen, dass ihre eigene Schwester sich in einen dieser blutdürstigen Dämonen verwandelt hatte.

Noch vor einer Woche war mein Leben so angenehm gewesen, wie ich es mir nur erhoffen konnte - wenngleich ich es nicht gerade gut nennen würde, waren die einfachen Freuden - goldene Sonnenuntergänge, sonntägliche Familien-Abendessen - doch stets getrübt durch die Tatsache, dass ich nach wie vor meiner Blutgier ausgeliefert war. Aber mein Leben war in friedlichen Bahnen verlaufen. Und nach all den Jahren der Flucht vor meinen Feinden und meinen eigenen Schuldgefühlen hatte ich Frieden mehr als alles andere nötig.

Noch vor einer Woche hatte ich auf Abbott Manor als Verwalter gearbeitet und meine größte Sorge war gewesen, dass der Weidenzaun repariert werden musste.

Noch vor einer Woche hatte ich mit einem Glas Sherry und einem Band Shakespeare in einem bequemen, mit rotem Samt bezogenen Sessel im Wohnzimmer der Abbotts gesessen. Obwohl ich meinen Hunger mit dem Blut von Eichhörnchen oder Spatzen stillen musste, genoss ich den Duft des Bratens, den Mrs Duckworth, die Haushälterin der Familie, zubereitet hatte.

Noch vor einer Woche hatte ich zugesehen, wie Oliver Abbott und sein älterer Bruder Luke ins Haus gestürmt kamen, beide schmutzig vom Spielen im Wald. Aber statt sie zu schelten, hatte Gertrude, ihre Mutter, sich einfach nur gebückt und eins der orangefarbenen Ahornblätter aufgehoben, die sie mit hereingetragen hatten.

»Wunderschön! Ist der Herbst nicht zauberhaft?«, hatte Gertrude entzückt ausgerufen und das Blatt betrachtet, als sei es ein kostbares Juwel.

Bei dem Gedanken daran wurde es mir schwer ums Herz. Samuel war schuld, dass der kleine Oliver jetzt unter solchen Herbstblättern begraben lag. Gertrude und der Rest der Familie Abbott - George, der Hausherr, Luke und die Jüngste, Emma - waren verschont geblieben, aber ich konnte mir das Grauen, mit dem sie jetzt lebten, nur allzu gut vorstellen. Samuel hatte sie mit einem Bann belegt, sodass sie glaubten, ich sei derjenige gewesen, der Oliver entführt und getötet hatte. Er wollte damit eine offene Rechnung begleichen, von der ich nicht gewusst hatte, dass es sie überhaupt gab - noch nicht einmal jetzt war ich mir sicher, wie es dazu gekommen war.

Ich schloss die Augen. Damon hatte das Abteil gerade verlassen, um wahrscheinlich von irgendeinem Mitreisenden zu trinken. Normalerweise gefiel mir seine unerschütterliche Vorliebe für menschliches Blut nicht. Aber jetzt war ich dankbar für die Stille. Unsere Flucht von Abbott Manor lag mehrere Stunden zurück, und ich begann endlich, mich zu entspannen. Meine Schultern lockerten sich etwas, und mein Herz hörte auf, wie rasend gegen meinen Brustkorb zu hämmern. Für den Moment waren wir sicher. Aber ich wusste, dass sich das in London ändern würde.

Ich schaute auf die Bibel, die immer noch aufgeschlagen auf Coras Schoß lag. Ein sehr zerlesenes Exemplar, der Einband ausgefranst, die Seiten übersät mit Flecken. Aber es gab darin nichts, was Cora - oder Damon oder mir - in diesem Abteil der Verdammten hätte helfen können.

Plötzlich hörte ich Schritte im Gang. Mein Herz schlug wieder schneller. Ich machte mich darauf gefasst, uns gegen jeden zu verteidigen, der gleich in unserem Abteil stehen würde: Samuel, Henry oder irgendein anderer Vampir, dem ich vielleicht noch gar nicht begegnet war. Ich merkte, wie Cora sich vor Angst verkrampfte. Jemand versuchte, den Vorhang des Abteils aufzuziehen. Da erkannte ich den kunstvollen Lapislazuliring, das Gegenstück zu meinem eigenen, und seufzte vor Erleichterung. Es war Damon, die Augen wild und blutunterlaufen.

»Sieh dir das an!«, platzte er heraus und wedelte mir mit einer Zeitung vor der Nase herum.

Ich nahm ihm die Zeitung ab, um überhaupt etwas entziffern zu können. Und dann sprang es mir ins Auge: JACK THE RIPPER VON AUGENZEUGEN IDENTIFIZIERT. Unter der fetten Schlagzeile prangte eine Zeichnung von Damon. Ich überflog schnell den Anfang des Berichts.

Dandy entpuppt sich als unseliger Mörder. Der Lebemann Damon de Sangue wurde eindeutig im Zusammenhang mit den grausigen Morden der vergangenen Wochen identifiziert.

Der Zug schlingerte auf London zu, die Stadt, deren Einwohner nun glaubten, Damon sei Jack the Ripper. Ich fühlte mich wie eine Maus auf dem Weg in die Schlangengrube.

»Darf ich mal sehen?«, fragte Cora und streckte erwartungsvoll die Hand aus.

Damon ignorierte sie. »Wenn sie wenigstens ein besseres Bild von mir gebracht hätten. Diese Zeichnung wird mir überhaupt nicht gerecht«, maulte er, während er sich neben mich setzte, mir das Blatt aus der Hand riss und es zusammenknüllte. Aber ich konnte sehen, dass seine Hände zitterten - ganz leicht nur, für menschliche Augen unsichtbar. Das war nicht der selbstbewusste Damon, den ich kannte.

Cora stöberte in dem Zeitungsstapel neben dem unberührten Teetablett.

»Wir werden bald in London ankommen«, stellte ich fest und sah Damon an. »Wie sollen wir dort vorgehen?« Wir mussten damit rechnen, verhaftet zu werden, sobald der Zug den Bahnhof erreichte.

»Nun«, sagte Damon, warf die zerknüllte Zeitung auf den Boden und trat darauf herum. »Wie ich gehört habe, soll das Britische Museum etwas ganz Besonderes sein. Ich hatte noch keine Gelegenheit, mich davon zu überzeugen.«

»Die Lage ist ernst, Damon. Du wirst gesucht. Und sobald man dich schnappt .« Ich schauderte bei dem Gedanken daran, was geschehen würde, wenn die Polizei Damon festnahm.

»Ich weiß, dass die Lage ernst ist. Aber was soll ich denn tun? Mich bis in alle Ewigkeit verstecken, weil mir Verbrechen in die Schuhe geschoben werden, die ich nicht begangen habe? Samuel wird dafür bezahlen. Außerdem habe ich keine Angst vor der Polizei. Vielleicht habe ich sogar noch ein Ass im Ärmel.«

»Hier steht auch etwas über Sie drin«, bemerkte Cora leise und hielt die Titelseite der London Gazette hoch. JACK THE RIPPER IDENTIFIZIERT - IMMER NOCH AUF FREIEM FUSS.

Damon schnappte sich die Zeitung und überflog den Artikel, diesmal ohne ein Bild von ihm. Er drehte sich zu mir um. »Die Presse bezeichnet mich als Edelmann. Jetzt sehe ich allerdings eher wie ein Bettler aus, daher bezweifle ich, dass mich irgendjemand erkennen wird«, stellte er fest, wie um sich selbst zu beruhigen. Er strich sich das Haar zurück, dann verschränkte er die Finger hinter dem Kopf, als wolle er sich am Strand sonnen.

Es stimmte: Er sah ganz und gar nicht mehr so aus, als gehöre er zu Londons feiner Gesellschaft. Sein Hemd war zerrissen und schmutzig, der Blick seiner geröteten Augen müde, und sein Kinn zeigte ungepflegte Bartstoppeln. Aber trotzdem sah er immer noch aus wie Damon. Sein volles Haar fiel ihm dunkel in die Stirn, und der Mund war zu seinem typischen, wenn auch verhaltenen Grinsen verzogen.

Damon ertappte mich dabei, wie ich ihn musterte, und zog eine Augenbraue hoch. »Ich weiß, dass dir irgendetwas im Kopf herumspukt. Warum sprichst du es nicht einfach aus?«, fragte er.

»Wir sollten nicht nach London gehen«, platzte ich heraus. Damon wurde von der Polizei gesucht - und er hatte keinerlei Freunde mehr in der Stadt. Wir hatten keine Ahnung, wie viele Vampire auf Samuels Seite standen. Mit Sicherheit sein Bruder Henry, aber wir konnten nur erahnen, wie weit Samuels Einfluss reichte. Auf jeden Fall musste er wichtige Persönlichkeiten kennen, um Damon auf diese Weise in der Presse vorzuführen.

»Nicht nach London?«, zischte Damon. »Und was dann? Im Wald leben und warten, bis wir gefunden werden? Nein, ich will Rache. Machst du dir denn keine Sorgen um Violet, deine kleine Freundin?«, fügte er hinzu, wohl wissend, dass sie der einzige Grund für mich war, Samuel zu jagen.

Ich betrachtete Cora, die verzweifelt die Zeitungen durchblätterte, als gebe es darin vielleicht einen Stadtplan, der in die Sicherheit führte. In ihren hellblauen Augen stand die nackte Angst, doch davon abgesehen fiel mir auf, dass sie sich nach den Ereignissen der...

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