The Vampire Diaries - Stefan's Diaries - Nebel der Vergangenheit

Band 4
 
 
cbt (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 11. Februar 2013
  • |
  • 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-08395-3 (ISBN)
 
Die Blutsbrüder sind zurück

Faszinierend, fesselnd, leidenschaftlich: Stefans Tagebuch enthüllt erstmals, was wirklich geschah - und wie eine unsterbliche Hassliebe ihren Anfang fand ...

London 1888: Der Duft von Blut liegt in der Luft - und die Dunkelheit entlässt Stefan nicht aus ihrem Bann. Gerade als er auf dem beschaulichen englischen Land zur Ruhe kommen will, geschehen eine Reihe von schrecklichen Morden: Der mysteriöse Jack the Ripper zieht eine Blutspur des Grauens durch die Stadt! Stefan stellt Nachforschungen an und macht eine verstörende Entdeckung: Alles weist darauf hin, dass ein Vampir hinter den Taten steckt. Noch dazu einer, den er sehr gut kennt ...

weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel Eins

Sonnenstrahlen tanzten auf den roh behauenen Balken der geräumigen Küche von Abbott Manor, wo ich als Verwalter angestellt war. Ich seufzte zufrieden, während ich durch die dicken Fensterscheiben auf die grüne, hügelige Landschaft schaute, die das Haus umgab. Obwohl Mrs Duckworth, die aufopferungsvolle Haushälterin der Abbotts, alles tadellos in Ordnung hielt, konnte ich feine Pollen in den hellen Strahlen schweben sehen. Das erinnerte mich an unser häusliches Gut Veritas, wo die Pollen der Magnolien durchs offene Fenster geweht waren und die Zimmer rasch mit einer feinen Schicht von Blütenstaub überzogen hatten.

»Könnten Sie mir bitte ein Messer reichen, Stefan?«, fragte Daisy, eins der jungen Hausmädchen, während sie kokett mit den Wimpern klimperte. Daisy stammte aus dem Ort und wurde von Mrs Duckworth gelegentlich als Küchenhilfe beschäftigt. Klein, mit lockigem, braunem Haar und Sommersprossen auf ihrer Stupsnase erinnerte sie mich an Amelia Hawke, eine Freundin aus Kindertagen in Mystic Falls. Amelia hatte jetzt höchstwahrscheinlich selbst Kinder in Daisys Alter, überlegte ich.

»Natürlich, liebe Daisy«, sagte ich mit meinem übertriebenen Südstaaten-Akzent und machte eine tiefe Verbeugung vor ihr. Daisy zog mich immer damit auf, wie amerikanisch ich doch klänge, und ich genoss unsere unbeschwerten Wortgefechte. Sie waren spielerisch und unschuldig und erinnerten mich daran, dass sich nicht in jedem Wort ein Hintergedanke verbergen musste.

Ich nahm ein Messer aus einer Schublade und reichte es ihr, während sie eine Gurke aus einer großen Holzschale zog und auf den Tisch legte. Vor lauter Konzentration biss sie sich auf die Unterlippe.

»Au!« Daisy heulte auf, ließ die Gurke Gurke sein und fuhr sich über die Lippen. Sie drehte sich zu mir um und Blut sickerte aus der Wunde.

Ich spürte, wie meine Reißzähne gegen das Zahnfleisch drückten. Ich schluckte und trat zurück, um die Verwandlung aufzuhalten, solange ich noch die Chance dazu hatte.

»Stefan, hilf mir!«, flehte Daisy.

Ich taumelte weiter rückwärts, als mir der Geruch von Blut in die Nase stieg und sofort meine Gedanken zu beherrschen drohte. Ich stellte mir vor, wie süß die Flüssigkeit auf meiner Zunge schmecken würde.

Hastig griff ich nach einer Serviette und hielt sie ihr hin. Dann presste ich die Augen fest zusammen, aber wenn das überhaupt etwas bewirkte, dann verstärkte es den metallischen Geruch des Blutes nur noch.

»Hier!«, sagte ich grob und schüttelte die Serviette aus. Aber sie ergriff sie nicht, daher öffnete ich die Augen wieder. Daisy stand da, mit ausgestrecktem Arm, aber irgendetwas an ihr war anders als zuvor. Ich blinzelte. Es war keine Einbildung. Ihr nussbraunes Haar hatte sich in eine glänzende, kupferrote Mähne verwandelt und ihre vollen Wangen waren schlanker geworden, in einem kantigeren Gesicht, in dem sich lediglich noch ein paar blasse Sommersprossen auf dem Nasenrücken befanden.

Irgendwie war Daisy verschwunden und jemand anderes hatte ihre Stelle eingenommen.

»Callie?«, krächzte ich und klammerte mich an dem Holztisch fest. Callie Gallagher - feurig, impulsiv, über alles treu und von Damon getötet - stand direkt vor mir. Meine Gedanken überschlugen sich. Was, wenn sie gar nicht wirklich gestorben war? Konnte sie irgendwie nach England entkommen sein, um neu anzufangen? Ich wusste, es ergab keinen Sinn, aber andererseits hatte ich sie direkt vor mir, so liebreizend wie nur je.

»Stefan .«, flüsterte sie und neigte mir ihr Gesicht entgegen.

»Callie!« Ich lächelte, während meine Reißzähne sich zurückzogen. Mein Herz schlug schneller, ein Nachhall der menschlichen Gefühle, die ich dank Callies Hilfe nicht vergessen hatte. Eilig beugte ich mich zu ihr vor, strich mit der Hand über ihre Schulter und erlaubte mir, ihren Duft einzuatmen. Aber sobald ich wieder blinzelte, um mich an ihrem Anblick sattzusehen, veränderte sich alles an ihr. Ihre Lippen schienen plötzlich zu weit geöffnet zu sein, ihre Zähne zu weiß, ihre Augen zu blutunterlaufen. Ein Hauch von Limone und Ingwer umgab sie.

Entsetzt riss ich die Augen auf. Das Blut gefror mir fast in den Adern.

Konnte es sein .

Es war Katherine. Katherine. Die erste Frau, von der ich jemals geglaubt hatte, in sie verliebt zu sein. Der Vampir, der mein Herz gestohlen hatte, nur um meine Seele zu stehlen. »Lass mich in Ruhe!«, rief ich heiser und wich so schnell zurück, dass ich über ein Tischbein stolperte und nach Halt suchte. Ich wusste, dass ich von ihr weg musste. Sie war böse. Sie hatte mich vernichtet. Und doch sah sie so verführerisch aus. Ein verschmitzter Ausdruck huschte über ihr Gesicht.

»Hallo, Stefan«, sagte sie sanft und kam auf mich zu. »Hab ich dir Angst gemacht? Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen!«

»Du bist tot«, zischte ich und konnte es immer noch nicht glauben, dass ich sie wahrhaftig vor mir hatte.

Sie lachte. Ein Lachen so warm und wohlig wie ein Whiskey an einem kalten Winterabend.

»War ich das nicht immer? Es ist schön, dich zu sehen. Du siehst gut aus. Wenn auch vielleicht ein wenig zu blass«, tadelte Katherine.

»Wie bist du hierher gekommen?«, brachte ich schließlich heraus. Sie war verbrannt worden, in einer Kirche in Virginia, auf der anderen Seite des atlantischen Ozeans. Und doch stand sie eindeutig einen halben Meter von mir entfernt in der Küche der Abbotts.

»Ich musste dich sehen«, sagte Katherine und biss sich mit ihren makellos weißen Zähnen auf die Unterlippe. »Es tut mir schrecklich leid, Stefan. Ich habe das Gefühl, dass so viele Missverständnisse zwischen uns stehen. Du hast niemals meinen wahren Charakter kennengelernt. Glaubst du, du könntest mir je verzeihen?«, fragte sie.

Trotz meines Hasses auf sie nickte ich unwillkürlich. Ich wusste, dass ich fliehen musste, aber ich konnte den Blick nicht von ihren großen Augen abwenden. Dabei stand ich nicht etwa unter einem Bann. Es war schlimmer. Was mich antrieb, war Liebe. Zaghaft streckte ich die Hand aus und ließ meine Finger über ihre Haut streichen. Sie war glatt, und sofort wurde ich von dem Verlangen verzehrt, sie unaufhörlich zu berühren.

»Süßer Stefan«, gurrte Katherine, während sie sich zu mir vorbeugte. Ihre zarten Lippen streiften meine Wange. Ich trat einen Schritt vor und gab mich ihrem Duft nach Limone und Ingwer hin. Mein Verlangen, zwanzig Jahre lang unterdrückt, war entfesselt. Die Vergangenheit scherte mich nicht. Es scherte mich nicht, was sie mir oder meinem Bruder angetan hatte. Ich wollte sie. Meine Lippen fanden ihre, ich küsste sie hungrig und seufzte vor Glück und Liebe.

Sie zog sich zurück, und ich hob den Blick zu ihrem Gesicht. Ihre Augen traten aus den Höhlen und ihre Reißzähne glitzerten in der Sonne.

»Katherine!«, keuchte ich. Aber es gab kein Entrinnen. Mit eisig kalten Händen umfasste sie meinen Hals und zog mich an sich, und dann spürte ich einen sengenden Schmerz an der Kehle. Ich versuchte, mich umzudrehen, aber der Schmerz drang tiefer in meinen Körper, bis er die Tiefen meiner Seele erreichte .

Alles um mich herum wurde dunkel.

Und dann hörte ich ein kräftiges, beharrliches Klopfen.

»Katherine?« Verwirrt tastete ich um mich und merkte, dass ich schweißgebadet war. Ich blinzelte. Über mir erkannte ich das schräge Dach meines strohgedeckten Cottages. Sonnenlicht fiel durch die Ritzen in der Decke.

Das Klopfen dauerte an.

Ich sprang aus meinem Bett und schlüpfte rasch in Hemd und Hosen. »Herein!«, rief ich.

Die Tür schwang auf und Mrs Duckworth trat eilig ein. Ihr rundes, rotes Gesicht wirkte besorgt. »Ist alles in Ordnung mit Ihnen?«, fragte sie.

»Mir geht es gut. Nur ein Traum«, antwortete ich, während ich unbehaglich von einem Fuß auf den anderen trat. War es wirklich nur ein Traum gewesen? Ich hatte schon seit einer Ewigkeit nicht mehr an sie gedacht, aber in meinem Traum war Katherine mir so real erschienen, so lebendig.

»Sie hatten einen Albtraum, und was für einen«, sagte Mrs Duckworth wissend und verschränkte die Arme vor ihrer breiten, matronenhaften Brust. »Ich konnte Sie draußen vor der Tür schreien hören. Sie haben mich furchtbar erschreckt und ich dachte schon, Sie würden von einem Fuchs aus dem Wald angegriffen. Mrs Medlock von der Evans Farm sagte, einer hätte neulich einige ihrer Hühner gerissen. Am helllichten Tag!«

»Ein Albtraum .«, wiederholte ich, während ich mich an den hölzernen Pfosten meines Bettes festhielt. Die Sonne ging langsam unter, und der Wald draußen vor meinem Fenster war in bernsteinfarbenes Licht getaucht.

»Ja«, erwiderte Mrs Duckworth geduldig. Sie trug eine gestärkte weiße Schürze über ihrem blau-weiß gestreiften Kleid, und ihr graues Haar war zu einem strengen Knoten zurückgebunden. Seit über zwanzig Jahren stand sie in Diensten des Gutshauses und überwachte alles, was dort vor sich ging, mit mütterlicher Sorge. George Abbott scherzte immer, dass in Wahrheit sie das Sagen habe und nicht er. Ihr Anblick beruhigte mich; er...

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