The Vampire Diaries - Stefan's Diaries - Fluch der Finsternis

Band 6
 
 
cbt (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. Mai 2013
  • |
  • 272 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09390-7 (ISBN)
 
Wenn Jäger zu Gejagten werden. Für alle Fans von »The Vampire Diaries«.

Faszinierend, fesselnd, leidenschaftlich: Stefans Tagebuch enthüllt erstmals, was wirklich geschah - und wie eine unsterbliche Hassliebe ihren Anfang nahm ...

Samuel ist wild entschlossen, die Salvatore-Brüder zu zerstören. Da bekommen Stefan und Damon überraschend Hilfe von einem geheimen Hexen-Zirkel. Und was sie zusammen herausfinden, lässt ihnen das Blut in den Adern gefrieren: Samuel hat es nämlich nicht nur auf die beiden Vampire abgesehen, sondern will ganz London unter seine Kontrolle bringen! Jetzt beginnt ein atemberaubender Wettlauf auf Leben und Tod ...

weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel Eins

Nachdem Samuel mit Damon über der Schulter verschwunden war, fühlte ich mich für einen Moment so, als habe mein Geist meinen Körper verlassen. Ich kannte dieses Gefühl bereits - es war das gleiche wie vor über zwanzig Jahren in Mystic Falls, als mir eine Kugel aus dem Gewehr meines Vaters die Brust zerfetzt hatte: ein Sekundenbruchteil der Qual, gefolgt von einer tiefen inneren Leere.

Aber ich war nicht tot. Und ich würde Samuel nicht mit Damon entkommen lassen. Sobald ich mich vergewissert hatte, dass mit Cora alles in Ordnung war, atmete ich tief durch und sprang mit einem Satz durch das nächstbeste Fenster. Das Glas der Scheibe splitterte um mich herum, eine Scherbe grub sich in meine Wange. Blut rann mir übers Gesicht. Aber es kümmerte mich nicht.

»Damon!«, brüllte ich. Das Magdalenenheim war leer, niemand würde mich hören. Alle Bewohnerinnen, Nonnen und Priester waren erneut in der Kirche. Diesmal in der Abendmesse.

Trotz unserer Waffen, unserer Pläne und des Überraschungsmoments auf unserer Seite hatten wir versagt. Es war, als hätte Samuel uns absichtlich so nah an sich herankommen lassen, nur um uns zu überlisten - genau wie sein Alter Ego Jack the Ripper es mit der Polizei gemacht hatte, um sie auf eine Katz-und-Maus-Jagd durch ganz London zu schicken.

Mit Vampirgeschwindigkeit rannte ich durch die Straßen der Stadt und versuchte, auf alles zu achten, was mich zu meinem Bruder führen konnte - Rufe, Rangeleien, sogar gequälte Atemzüge. Ich wusste, dass es sinnlos war, aber ich musste irgendetwas tun. Schließlich hatte Damon es geschafft, mich vor Samuel zu retten. Jetzt musste ich das Gleiche für ihn schaffen.

Ich lief durch jenen verwilderten Park, in dem ich zum ersten Mal begriffen hatte, dass wir gejagt wurden. Es sähe Samuel ähnlich, wenn er ihn hier tötete, vor der Backsteinmauer des verlassenen Häuschens, wo er einst seine furchteinflößende Blutnachricht hinterlassen hatte: SALVATORE - ICH WERDE MEINE RACHE BEKOMMEN. Aber mir fiel nichts Ungewöhnliches auf. Ich hörte nur das Huschen der Eichhörnchen im Unterholz und das Pfeifen des Windes in den kahlen Bäumen.

Als ich endlich den höchsten Punkt des Parks erreichte, hielt ich Ausschau: die elegante Kuppel von St. Paul's, das geheimnisvolle dunkle Band der Themse, die sich durch die Stadt schlängelte, die verfallenen Gebäude um den Park herum. Damon konnte überall sein.

Er konnte bereits tot sein.

Ich vergrub die Hände in meinen Taschen. Langsam drehte ich mich um und trottete zum Magdalenenheim zurück. Ich musste Cora holen, um gemeinsam mit ihr einen Plan zu schmieden. Genau das, was wir bereits in den vergangenen Tagen getan hatten - Pläne schmieden, Samuel verfolgen, nur um dann festzustellen, dass wir schlimmer dran waren als zuvor.

Noch bevor ich die massive schwarze Doppeltür des Heims erreichte, nahm ich ein leises Stöhnen wahr: Cora. Mein Herz verkrampfte sich vor Kummer. Ich war nicht der Einzige, der um ein Familienmitglied bangte. Samuel hatte Coras Schwester Violet in einen Vampir verwandelt. Violet hatte ihr eigen Fleisch und Blut angegriffen. Natürlich trauerte Cora.

Ich schlüpfte durch das zersplitterte Fenster ins Gebäude zurück. Der Geruch von Henrys verbranntem Fleisch stieg mir sofort in die Nase. Als ich den Schauplatz unseres Kampfs erreichte, nahm ich zum ersten Mal bewusst das ganze Ausmaß des Blutbads wahr: eine Blutlache auf dem Boden, Blutspritzer an den Wänden. Wie in einer Schlachterei.

Cora kauerte in einer Ecke und wimmerte, während sie sich eine Hand auf den Mund presste. Sie war so ein liebes, unschuldiges Mädchen, hoffnungslos gefangen in einem tödlichen Spinnennetz aus Lügen, Intrigen und Blut.

Seit Samuel ihre Schwester in einen Vampir verwandelt hatte, hatte Cora alles versucht, um Violet zu retten. Sie war sogar freiwillig ins Magdalenenheim gegangen, nachdem sie herausgefunden hatte, dass Samuel sich als dessen Wohltäter hervortat. Mutig und selbstlos hatte sie sich als mittelloses Mädchen ausgegeben, das innerhalb der Heimmauern Schutz suchte. Sie hatte schnell herausgefunden, dass Samuel die anderen Bewohnerinnen als persönliche Blutquelle benutzte. Und sie hatte dabei geholfen, Samuel eine Falle zu stellen.

Wir hatten gehofft, ihm näher zu kommen, seine Schwächen aufzudecken, irgendwelche Hinweise zu finden, um seinen unbarmherzigen Rachefeldzug gegen uns zu verstehen. Denn eines war klar: Die Ripper-Morde waren nicht um des Blutes willen begangen worden. Vampire mussten nicht morden, um an Nahrung zu gelangen. Vor allem Samuel musste es nicht: Als großzügiger Gönner des Magdalenenheims konnte er sich an seinen Bewohnerinnen satt trinken, wann immer er wollte; er konnte sie mit einem Bann belegen, sodass sie ihm den Hals willig darboten und die Begegnung dann vollkommen vergaßen. Und doch war Samuel darauf erpicht, brutal zu töten und seine Opfer auf den Straßen von Whitechapel aufzuschlitzen - mit dem Ziel, Damon als Killer zu verleumden. Sein Motiv ließ sich mit einem einzigen schrecklichen Namen benennen: Katherine.

Früher einmal hatte dieser Name mein Herz zum Rasen gebracht. Jetzt krampfte es sich vor Angst zusammen. Katherine bedeutete Samuel, und Samuel bedeutete Zerstörung. Die Frage war nur: Wann würde er aufhören? Wann war Damon zerstört? Wann war ich vernichtet? Im Zuge unseres Kampfes hatten wir Damon verloren und Violet als seelenlose, kaltblütige Mörderin erlebt. Sie hatte nicht nur gegen Damon und mich gekämpft, sie hatte Cora verletzt - und schlimmer noch, von ihr getrunken. Ich konnte mir Coras Verzweiflung und Verwirrung kaum ausmalen.

Aber ich durfte nicht bei dem verweilen, was geschehen war. Ich musste an die Zukunft denken - ich musste Damon retten.

»Wir können nicht hierbleiben. Lassen Sie uns . komm, Cora, lass uns nach Hause gehen.« Nach all der blutigen Zerstörung um uns herum achtete ich nicht länger auf eine förmliche Anrede.

Cora nickte. Dann flackerte ihr Blick sorgenvoll zu der Schnittwunde an meiner Wange.

»Du blutest«, stellte sie fest.

»Mir geht es gut«, erwiderte ich rau und wischte mit der Hand das Blut weg. Es war typisch für Cora, sich um andere zu sorgen, während sie selbst schon genug zu kämpfen hatte.

»Lass dir helfen.« Cora griff in den Ärmel ihres Kleides und zog ein Taschentuch hervor. Zärtlich tupfte sie meine Wange ab. »Du musst auf dich aufpassen, denn .« Ihre Stimme verlor sich, aber ich wusste, was sie dachte. Denn jetzt bist du alles, was ich noch habe. Ich nickte schweigend. Viel mehr gab es nicht, was Cora oder ich sagen konnten.

Ich nahm Coras Hand, und so verließen wir die blutige Stätte und gingen langsam westwärts in Richtung unseres provisorischen Heims: der Tunnel der Untergrundbahn-Baustelle, wo wir während der vergangenen Woche Zuflucht gesucht hatten.

Der Nachthimmel war wolkenverhangen, die Straßen lagen verlassen da. Die Menschen hatten Angst vor dem Ripper, und der Wind, der unheimlich durch die Gassen pfiff, verstärkte die bösartige Stimmung noch. Das Einzige, was ich hören konnte, war Coras Herzschlag, aber aus den Zeitungen wusste ich, dass sich in jeder dunklen Gasse Polizisten versteckten, um dem Ripper aufzulauern.

Natürlich war diese Polizeipräsenz völlig nutzlos. Denn inzwischen ging der Mörder seiner zweiten Lieblingsbeschäftigung nach: der Planung, wie er meinen Bruder foltern konnte.

Zumindest hoffte ich, dass Samuel immer noch plante . Aber vielleicht schrie mein Bruder schon vor Qual? Oder hatte Samuel ihn bereits genug gefoltert und seinen geschundenen Leichnam inzwischen in die Themse geworfen? Ich schauderte und versuchte, den Gedanken beiseitezuschieben. Auch wenn die Chance noch so gering war, ich würde alles daransetzen, ihn zu retten.

Cora stolperte, und ich verstärkte den Griff meiner Hand um ihre. Wir waren fast zu Hause. Ich hielt inne, um mich davon zu überzeugen, dass wir nicht verfolgt worden waren. Aber um die Baustelle der Untergrundbahnstation war weit und breit niemand zu sehen.

Mit einem Satz sprang ich in das tiefe Loch in der Erde und landete dank meiner vampirischen Fähigkeiten unversehrt auf beiden Füßen.

Dann half ich Cora, die schmale Holzleiter hinunterzuklettern, bevor wir gemeinsam ein Stückchen weiter in den Tunnel hineingingen. Trotz der Dunkelheit konnte ich jeden noch so kleinen Kiesel auf dem Boden erkennen, während Coras Augen sich nur langsam anpassten.

Plötzlich huschte etwas an unseren Füßen vorbei. Es war eine Ratte, ungefähr so groß wie eine kleine Katze. Doch statt überrascht zusammenzuzucken, hob Cora einen schweren Stein vom Boden auf und warf ihn nach dem Tier. Das Huschen hörte abrupt auf.

»Du musst etwas essen«, drängte Cora.

»Danke.« Ich beugte mich hinunter, packte den noch warmen Körper und führte ihn an meine Lippen. Mit meinen Reißzähnen durchdrang ich die dünne Haut unter dem Fell. Die ganze Zeit über war ich mir Coras aufmerksamer Blicke bewusst. Aber was spielte das noch für eine Rolle? Sie wusste längst, wovon ich mich ernährte, sie hatte mich schon mehrmals beim Trinken beobachtet - und sie hatte mich mit Henry und Samuel kämpfen sehen. Ich spürte, wie das Blut der Ratte...

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