Und am Ende wird alles gut

Roman
 
 
Lübbe (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 14. Oktober 2011 | 224 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-8387-1038-9 (ISBN)
 
Fielding Montanna ist tot, weiß es aber noch nicht. Louie Louie steht auf Fieldings Mutter. Und der mysteriöse Moriarty hat seit 23 Jahren nicht geschlafen. So weit, so gut. Bis Fielding und sein Freund Louie Louie einen grandiosen Jungstag verleben wollen. Sie streifen durch die Stadt, besuchen Moriarty in der Kneipe, beobachten Schiffe und entern eine alte Spielhölle. Das Leben könnte so schön sein. Aber da ist noch Sunday, in die sich Fielding Hals über Kopf verliebt hat. Und während die beiden Freunde noch durch die Gegend ziehen und Fielding versucht, mehr über die geheimnisvolle Sunday zu erfahren, versinkt Manhattan in einem Meer aus Schlamm ...
Luebbe Digital Ebook
1. Aufl. 2011.
Veronika Dünninger
Deutsch
0,33 MB
978-3-8387-1038-9 (9783838710389)
383871038X (383871038X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
50 (S. 50-51)

Wir sanken in einem erstaunlich gemächlichen Tempo, während wir noch immer an den Fetzen des geplatzten Ballons hingen. Seltsamerweise waren wir – ich schätze mal wegen des gemächlichen Tempos unseres Abstiegs und allem – nicht ein bisschen beunruhigt, dass wir auf einmal von einem lächelnden Clown (lächelnd, nicht grinsend – ich freute mich zu sehen, dass er scheißfröhlich geworden war) vom Himmel geschossen worden waren.

Ganz im Gegenteil sogar. Ich fand, es könnte eine gute Gelegenheit sein, um zu sagen, was ich schon die ganze Zeit sagen wollte: wie schön ich sie fand und alles, aber wieder einmal bekam ich nicht die Chance dazu. Der Grund, weshalb ich sie diesmal nicht bekam, war, dass ich, bevor ich auch nur Zeit hatte, den Mund aufzumachen, etwas bemerkte, das ich bis dahin noch gar nicht bemerkt hatte: Grübchen. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr ich Grübchen liebe.

Ich weiß nicht, wieso ich so etwas noch gar nicht bemerkt hatte, aber so war es eben. Und da dachte ich, dass es vermutlich noch tausendundein andere kleine Dinge an ihr gab, die ich ebenfalls noch nicht bemerkt hatte und die ich gern bemerkt hätte. Vermutlich würde ich Jahre über Jahre brauchen, um sie alle zu bemerken. Und dabei musste ich an all die Dinge denken, die ich ihr dringend sagen wollte, und dass ich vermutlich auch dafür Jahre über Jahre brauchen würde, daher küsste ich sie stattdessen einfach. Ich stützte ihren schlaffen, alten Kopf auf ihrem gebrochenen Hals auf und drückte ihr einfach einen Kuss genau auf die Lippen.

51

Ich weiß nicht, wie lange wir uns küssten, aber das Nächste, was ich wusste, war, dass der Boden auf einmal ein ganzes Stück näher war. Wir schienen mitten in einer Postkartenidylle wogender grüner Landschaft zu landen, während die Nachmittagssonne auf einem fernen Kirchturm glitzerte, so kitschig und schön, dass es einem das Herz brechen konnte. Ich konnte sogar das Geräusch der Kirchenglocken hören, die sanft in der Brise läuteten, und ich fragte mich, wer sie wohl läutete, falls das das richtige Wort ist, aber nicht, für wen sie wohl läuteten. So viel wusste ich.

Es war alles so kitschig und schön, dass ich nicht wusste, ob ich lachen oder weinen sollte, oder keines von beidem oder beides. Dann war da auf einmal dichtes, saftiges Gras genau unter uns, und ich bemerkte, dass da ein frisch ausgehobenes Loch war, in das Gras hineingehauen, die ideale Größe für zwei. Seine steilen, geraden Wände und das weiche Bett aus Erde sahen kühl und einladend aus, und um das Loch herum standen ein paar Leute versammelt, die zu uns hochsahen und mit lächelnden, strahlenden Gesichtern winkten. Alle waren sie da. Die verrückte alte Dame vom Strand mit ihrem Kinderwagen voller Puppen, und Sandmann, noch immer mit eingeschlagenem Hinterkopf (also streifte er doch nicht mehr im Moriarty’s herum).

Die Wikingerin von der anderen Straßenseite und die zwei redseligen Rettungstypen, die noch immer aussahen, als würden sie glauben, ich sei mit dem Kopf aufgeschlagen. Der Arzt, der so begeistert von meinem unbeabsichtigten Witz gewesen war (er winkte mir freundlich zu), der Raser, dem ich vors Auto gelaufen war, und der Knirps von einem Cop mit der gut sitzenden Uniform. Selbst die drei großköpfigen Freaks (also waren sie doch mindestens zu dritt gewesen) waren da, jeder noch immer seinen verrückten Kasten mit den ganzen
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