Cooper

 
 
Sieben-Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 4. November 2021
  • |
  • 300 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96782-005-8 (ISBN)
 
Asher Cooper fühlt sich verloren in einer Welt ohne seinen Bruder. Wenn er nicht gerade seinen Schmerz mit Alkohol oder Frauen betäubt, sinnt er auf Rache. Der einzige Mensch, der in der Lage ist, ihn wieder ins Leben zurückzuholen, ist Chelcie Avery. Die Frau, die während seiner dunkelsten Stunde an seiner Seite stand. Sie überflutet seine Schatten mit Licht, verspricht ihm genau das Glück und die Zufriedenheit im Leben, nach der er sich schon immer gesehnt hat. Doch genau wie er hat auch Chelcie ein Geheimnis, das sie nicht preisgibt und das zerstören könnte, was sie beide zusammenhält. Denn die Vergangenheit hat eine vernichtende Macht.
  • Deutsch
  • Groß Umstadt
  • |
  • Deutschland
  • 0,86 MB
978-3-96782-005-8 (9783967820058)
weitere Ausgaben werden ermittelt

Kapitel 3


Chelcie


Die unangenehme Begegnung mit Asher ist eine Woche her. Er hat nichts mehr dazu gesagt - ich auch nicht. Und um ehrlich zu sein, weiß ich auch nicht, was es da zu sagen gibt. Wir sind nicht eng befreundet, und an diesem Punkt weiß ich nicht einmal, ob wir Freunde sind oder ich nur ein dummes Mädchen bin, das versucht hat, eine Möglichkeit zu finden, ihm von dem Baby zu erzählen.

Klar, es hat immer eine unterschwellige Anziehungskraft gegeben, die direkt unter der Oberfläche flackert. Ich weiß nicht, ob es einseitig ist, ob nur ich so empfinde, aber manchmal denke ich, dass dieselbe Hitze, die er in mir erweckt, auch hinter seinen saphirblauen Augen glüht.

"Chelcie, hast du mich gehört?"

Ich sehe Dee stirnrunzelnd an. "Äh, tut mir leid. Ich war geistesabwesend. Ich habe in letzter Zeit nicht gut geschlafen."

Ihre Miene wird für eine Sekunde weicher, dann kneift sie besorgt die Augen zusammen. "Und warum hast du nicht gut geschlafen? Ist mit dem Baby alles in Ordnung?"

"Was? Oh, nein, dem Baby geht es gut. Ich muss in drei Wochen zur Untersuchung, dann erfahre ich wahrscheinlich das Geschlecht." Ich seufze. "Ich bin nur etwas niedergeschlagen. Letzte Woche hatte ich eine Begegnung mit Asher, er war betrunken."

Ihre Augen weiten sich, dann atmet sie scharf aus.

Ja, alle wissen, was es bedeutet, wenn Asher betrunken ist.

"War es sehr schlimm?"

"Tja, mal überlegen. Er nannte mich fett. Sagte zusammengefasst, dass er mich trotzdem ficken würde, auch wenn ich dick bin, und als ich ging, benahm er sich, als wüsste er nicht einmal, warum ich sauer bin. Also ja, es war ziemlich schlimm. Es ist nur . Ich weiß nicht, wie ich mich jetzt verhalten soll."

"Er hat was gemacht?", schreit sie praktisch vor Wut.

Dee dreht sich mit ihrem Stuhl, sodass sie mit dem Gesicht zu meinem Schreibtisch sitzt. Wir haben den ganzen Tag in dem Büro in ihrem Haus gearbeitet und Aufgaben erledigt, die wir vor uns hergeschoben hatten. Ich glaube allerdings, dass sie mir im Moment nur so viel Arbeit gibt, damit ich abgelenkt bin. Sie braucht mich nicht mehr so sehr, seit sie die Niederlassung ihrer Versicherung in North Carolina geschlossen hat.

Ich glaube, wir wissen beide, dass wir nach Strohhalmen greifen, damit ich weiter für sie arbeiten kann.

"Ich weiß. Es war ziemlich hart, aber zu seiner Verteidigung muss man sagen, dass er sturzbetrunken war. Nein, nicht nur betrunken - auch verprügelt. Er stank nicht nur nach Alkohol, Dee. Er sah aus, als hätte er über zehn Runden mit einer Katze gekämpft und verloren." Ich lächele ein bisschen bei der Erinnerung. Er mochte ein riesiges Arschloch sein, aber ich fühlte mich wohl bei dem Gedanken, dass er auf der Verliererseite gestanden hatte. "Ich weiß nicht, was zur Hölle er vor seiner . was immer das zwischen uns auch war, passiert ist. Aber er sah schrecklich aus, Dee."

"Chelcie .", fängt sie an.

Ich hebe die Hand, bevor sie fortfahren kann. Ich wusste, was kommen würde. Nämlich dasselbe wie jeden Tag, seit ich ihr erzählt habe, dass ich mit Coops Baby schwanger bin. Und dasselbe wird sie mir jeden Tag wieder sagen, bis ich den Mut aufbringe, Asher zu erzählen, dass ich mit dem Kind seines verstorbenen Bruders schwanger bin.

"Ich weiß, okay? Ich weiß es. Je länger ich warte, desto schwieriger wird es für alle Beteiligten. Aber bitte sag mir, wie ich einem Mann, der sich entweder besinnungslos trinkt oder sich durch alle Betten vögelt, um seinen Schmerz zu vergessen, erzählen soll, dass sein Bruder mich geschwängert hat. Hm? Denn als Erstes wird er das Schlimmste denken. Ich habe das nicht geplant, Dee. Ich bin dankbar, dass mir so die Chance gegeben wurde, Mutter zu werden . aber ich hatte es niemals vor." Ich beende den Satz flüsternd und wische mir verärgert mit dem Handrücken ein paar verirrte Tränen von den Wangen. Ich will nicht so ein dummes, schwaches Mädchen sein, das sofort weinerlich wird, wenn etwas schiefläuft. Ich will in meinem eigenen Leben nicht nur eine Zuschauerin sein. Ich habe es vielleicht nicht geplant - zur Hölle, ich habe diese Möglichkeit nicht einmal gewollt, nie - aber ich will verdammt sein, wenn ich mich zusammenrolle und mein Leben in Selbstmitleid verbringe.

"Wenn er kein Blödmann, Hurenbock oder Trunkenbold ist, ist er wirklich ein toller Kerl. Er ist im Moment nur so verloren. Wenn ich ihm von dem Baby erzähle, dreht er entweder durch oder gibt mir die Schuld. Das weiß ich einfach."

Dee sieht mich mit unverhohlenem Mitleid an. Normalerweise würde mich das ärgern, aber ich weiß, dass sie es nur gut meint. Es ist eine ausweglose Situation, aber es ist meine ausweglose Situation. Ich kann nicht hier sitzen, darüber jammern und erwarten, dass jemand anders meine Probleme für mich löst. Nein, es liegt jetzt an mir, und es ist Zeit, dass ich mich zusammenreiße und etwas tue. Ich kann nicht aus diesem Loch gelangen, das ich offenbar für mich selbst gegraben habe, wenn ich nicht anfange, eine Leiter zu bauen, um herauszuklettern.

Und alles beginnt und endet mit Asher.

"Ich bin für dich da, wenn du mich brauchst, aber bitte erzähl es ihm bald. Ich sehe ihn an und habe manchmal das Gefühl, in einen Spiegel zu blicken. Er braucht etwas, an dem er sich festhalten kann, Chelcie. Er muss wissen, dass sein Leben mehr wert ist als dieser fehlgeleitete Pfad aus Rache und Selbstzerstörung."

Ich nicke und gebe mir selbst das Versprechen, Asher allein abzupassen - und nüchtern. Und dann würde ich ihm von dem Baby erzählen.

Warum tue ich das?, frage ich mich und sehe zum tausendsten Mal mein Bild im Spiegel an.

Es ist Samstagabend und aus einem mir unverständlichen Grund habe ich mich von Dee überreden lassen, zu einem Blind Date zu gehen. Warum sie glaubt, dass ich mich im vierten Monat schwanger mit jemandem treffen sollte, entzieht sich meinem Verständnis. Kein Mann wird mich und mein kommendes Freudenbündel ansehen und denken, dass das eine sichere Sache ist.

Mein Telefon klingelt, als ich mein Make-up beende. Nachdem ich durch den kurzen Flur in das Wohn- / Esszimmer meiner kleinen Wohnung gelaufen bin, greife ich schnell nach dem Handy, bevor sich die Mailbox einschalten kann.

"Hallo?"

"Hey, du! Bist du schon aufgeregt wegen deines Dates?", kommt Dees Stimme aufgeregt aus dem Hörer.

"Äh, nein. Du weißt, dass ich das eigentlich nicht tun will, Dee. Ich sehe keinen Sinn darin. Es ist ja nicht so, dass ich verheimlichen kann, dass ich schwanger bin, wenn ich ihn wiedersehen will. Ich würde es als unehrlich empfinden, wenn ich es ihm nicht erzähle."

Sie zögert eine Sekunde. "Das muss nicht der Fokus deines Dates sein, Chelc. Nur weil du bald einen perfekten kleinen Wonneproppen haben wirst, definiert das nicht dein ganzes Leben. Du verdienst es auch, glücklich zu sein. Ich weiß, dass du heute Abend nicht mit Nikolas ausgehen willst, aber er ist wirklich ein netter Kerl. Wer weiß? Vielleicht verstehst du dich gut mit ihm, dann kannst du dich auf deiner Hochzeit bei mir bedanken." Sie kichert, und ich kann mir vorstellen, wie sie vor sich hin lacht.

Seit Dee und Beck ihre Probleme gelöst haben - und, Junge, waren das schwierige Probleme - hat sie sich von einer Gegnerin von Beziehungen in eine begeisterte Befürworterin verwandelt. Sie ist glücklich, also will sie, dass alle um sie herum genauso glücklich und verliebt sind wie sie.

Eins muss ich ihr allerdings lassen. Sie hat mit John Beckett wirklich Glück gehabt, und ich würde wahrscheinlich genauso fühlen, wenn ich an ihrer Stelle wäre. Die Liebe, die die beiden füreinander empfinden, ist einfach überwältigend anzusehen.

"Himmel, Dee. Ich glaube einfach nicht, dass es der richtige Zeitpunkt ist, verstehst du?", beschwere ich mich. Selbst in meinen eigenen Ohren klinge ich zickig. Was ich auch bin.

"Ja, und wann ist der richtige Zeitpunkt? Wenn das Baby da ist? Wenn das Baby älter ist? Wenn du siebzig bist? Ich verstehe schon. Wirklich. Aber du kannst nicht dein ganzes Leben damit verbringen, zu arbeiten und zu Hause zu sitzen."

"Ich sitze nicht nur zu Hause", widerspreche ich.

"Oh, doch, das tust du."

Ich merke, dass mich das Gespräch allmählich frustriert und das Letzte, was ich will, ist, Dee anzufauchen, die nur versucht, etwas Nettes zu tun. Auch wenn es nicht erwünscht ist.

"Ich mache auch andere Sachen", erwidere ich...

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