Lassiter Sammelband 1815 - Western

 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. September 2020
  • |
  • 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-9150-3 (ISBN)
 
Seit über 30 Jahren reitet Lassiter schon als Agent der "Brigade Sieben" durch den amerikanischen Westen und mit über 2000 Folgen, mehr als 200 Taschenbüchern, zeitweilig drei Auflagen parallel und einer Gesamtauflage von über 200 Millionen Exemplaren gilt Lassiter damit heute nicht nur als DER erotische Western, sondern auch als eine der erfolgreichsten Western-Serien überhaupt. Dieser Sammelband enthält die Folgen 2326, 2327 und 2328. Sitzen Sie auf und erleben Sie die ebenso spannenden wie erotischen Abenteuer um Lassiter, den härtesten Mann seiner Zeit! 2326: Totenglocken für Ben Adams Im Dunkeln taumelte ein Mann auf Lassiter zu. Er machte den Eindruck, als wäre er betrunken. Immer wieder stolperte er über seine eigenen Beine. Vor dem Drugstore griff er nach dem Eckpfosten der Veranda. Er hielt den Kopf gesenkt, die durchlöcherte Krempe seines Stetsons beschattete sein Gesicht. Lassiter kam näher und blieb stehen. Er hörte, dass der Mann schwer atmete. Der Atem roch nicht nach Schnaps. Es war ein anderer Geruch, den der Mann verströmte: der kampferartige Geruch von Blut. "Wo wollen Sie hin?", fragte Lassiter. Der Mann sagte nichts. Wie von einer Axt getroffen brach er auf die Knie. Dann kippte er nach vorn, und sein Gesicht knallte hart auf die Bretter. 2327: Die Lady und der Satteltramp Dumpf hallten die schweren Stiefeltritte von den Dielen des Saloons wider. Der Mann, der sich durch die Schwingtüren geschoben hatte, bewegte sich achtsam, aber zielstrebig. Flüchtig nur kreiste sein Blick durch den Raum, doch das schien ihm zu genügen, um jeden der Gäste einschätzen zu können. Am Tresen blieb er stehen, stützte seine Arme darauf und beugte sich zum Barkeeper vor. Durchdringend waren seine Augen auf den Fettleibigen hinter der Theke gerichtet. In ihnen lag ein teuflisches Glitzern. 2328: Das Ende eines Höllenhunds Casas Adobes war eine Lehmhüttensiedlung, in der es nichts gab, was eine junge Frau hätte reizen können. Der kleine Ort erschien Claire-Marie wie ein Friedhof, auf dem sie schon zu Lebzeiten begraben worden war. In den nahe gelegenen Bergen jedoch hatte sie stets einen Zufluchtsort gefunden, um mit sich und ihren Träumen an eine bessere Zukunft allein zu sein. Hier fand sie die Kraft und den Glauben, der Hoffnungslosigkeit ihres Daseins irgendwann doch noch entrinnen zu können. Heute aber hatte sich ihre Zuversicht schlagartig ins Gegenteil verkehrt. Und neben der nackten Angst gab es nur einen einzigen Instinkt, der Claire-Marie beseelte: der Bestie zu entkommen, die ihr mit unerbittlicher Entschlossenheit auf den Fersen war!
1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 12,32 MB
978-3-7325-9150-3 (9783732591503)

»Whiskey, Mister?«, fragte der Schankwirt.

Der Unbekannte lächelte schmal, sagte jedoch kein Wort. Unverwandt starrte er sein Gegenüber an. Und er tat es immer noch, als der Barkeeper ein Glas vor ihm abstellte, er danach griff und es an seine Lippen führte. Schluck für Schluck leerte er das Glas bis zur Neige und stellte es vor sich ab.

»Noch einen?«, wollte der Dicke wissen, gewann an Selbstsicherheit und grinste plötzlich. »Für einen Totengräber gibt es in dieser Stadt nicht viel zu tun.«

Die Bemerkung kam nicht von ungefähr. Vom Hut bis zu den Stiefeln war der Fremde in Schwarz gekleidet. Doch statt auf die Äußerung zu reagieren, zupfte er an seinen Lederhandschuhen, streifte sie ab und legte sie ordentlich neben sich auf den Tresen.

»Sie reden nicht viel, was?«, meinte der Wirt in dem Versuch, ein paar Worte aus seinem Gast herauszukitzeln. Und dieses Mal bekam er auch eine Antwort.

»Ich bin nicht hier, um zu quatschen.« Die Stimme war volltönend und rau und ebenso wie der Blick des Mannes von einer Schärfe, die den Barkeeper unwillkürlich zusammenzucken ließ. Auch den Saloonbesuchern war die bedrückende Stimmung, die sich schlagartig ausgebreitet hatte, anscheinend auf den Magen geschlagen. Die Gespräche waren verstummt, und nur hier und da hörte man ein ängstliches Flüstern.

»Bleiben Sie länger hier?« Der Tonfall des Wirts drückte seine Verlegenheit aus. Es war ihm anzusehen, dass er sich mit einem Mal nicht mehr wohl in seiner Haut fühlte.

»Nun ja . Sagen wir einfach, ich wäre auf der Durchreise .« Das Funkeln in den Augen des Fremden verstärkte sich. »Ich mag diese kleinen Städtchen. Oft findet man hier die besten Souvenirs.«

»Sir!«, klang plötzlich eine Stimme unter den Gästen auf. »Sie sehen mir aus wie ein Ehrenmann. Die Höflichkeit sollte es gebieten, dass wir uns einander vorstellen.«

Langsam drehte sich der Schwarzgekleidete um und lehnte sich mit dem Rücken an den Tresen. Seine Augen richteten sich auf einen hageren Mann mit Melone und krausem blonden Haar. Er trug ein schwarzes Jackett, darunter eine gestreifte Weste, aus deren Brusttasche die goldene Kette einer Taschenuhr hing. In seiner Linken hielt er einen eingeklappten Regenschirm, in dessen Falten undeutlich Symbole und Schriftzeichen zu erkennen waren, schwenkte ihn lässig herum und stieß die Spitze schließlich hart auf den Boden.

»Nun, wie sieht es aus, Sir? Werden wir heute noch Ihren Namen erfahren?«

»Wie wär's, wenn Sie damit anfingen?« Wie zufällig glitt die Hand des Unbekannten hinab zu seinem Colt.

»Sinclair«, erwiderte der Angesprochene. »Jason Sinclair. Ich bin Engländer. Gewissermaßen.«

»Wer hätte das gedacht?«, kam die spöttische Erwiderung. »Mein Name ist Maynard Cain. Vielleicht haben Sie schon von mir gehört.«

»Sollte ich?« Sinclairs Verwunderung wirkte echt. »Was für ein Ruf auch immer Ihrem Namen anhaften mag, sehe ich keine Veranlassung, unsere Begegnung in einem Streit enden zu lassen.« Mit der Spitze seines Schirms deutete er auf Cains Rechte, die nach wie vor auf dem Knauf seines Revolvers lag.

»Sie haben nichts zu befürchten, Sinclair«, meinte Cain gelassen. »Sie sind nicht die Beute, die ich erlegen will.«

»Eine Beute, Sir?«, erkundigte sich der Engländer interessiert. »Dann sind Sie ein Jäger! Ich selbst bin nicht unbedingt der Freund einer wilden Hatz, aber die Fuchsjagd hat in Großbritannien eine lange Tradition.«

»Es ist kein Raubtier, das ich jage«, versetzte Cain, und jede Freundlichkeit war aus seiner Stimme gewichen. »Es ist ein fettes Schwein .«

Hinter der Theke erklang ein ersticktes Keuchen, gleich darauf das Schnappen eines Gewehrhahns. »Eine falsche Bewegung«, stieß der Barkeeper hervor, »und ich verteile die Grütze in deinem Schädel über den ganzen Fußboden!«

Maynard Cain war nicht aus der Ruhe zu bringen. »Hältst du mir da gerade eine doppelläufige Schrotflinte an den Hinterkopf, Roscoe?« Deutlich spürte er den Druck des stählernen Laufs.

»Verdammt richtig, du Bastard!«

»Gentlemen!«, mischte sich Sinclair ein. »Ich möchte Sie dringend bitten, es nicht zu einer Eskalation der Gewalt kommen zu lassen! Ihren Konflikt können wir doch sicher wie zivilisierte Menschen lösen!«

»Halt dich da raus!«, fauchte Roscoe. »Du wärst am besten auf deiner beschissenen Insel geblieben, dann wäre dir das hier erspart geblieben!«

Der Druck in Cains Nacken verschwand, als der Barkeeper sein Gewehr herumschwenkte und auf Sinclair richtete. Im Bruchteil einer Sekunde wirbelte der Schwarzgekleidete herum, zog seinen Colt und hielt die Mündung an Roscoes Stirn. »Du bist nicht nur fett«, brummte er, »du bist auch noch dumm.«

Ein Schuss donnerte und schleuderte den Schankwirt in ein Flaschenregal. Unter dem Bersten zerbrechenden Glases fiel er wie ein Mehlsack zur Seite und schlug hart auf den Boden.

»Das reicht, Mister Cain!«, schrie Sinclair und zauberte aus seinem Hosenträger-Holster einen Derringer hervor. »Lassen Sie Ihre Waffe fallen und drehen Sie sich mit erhobenen Händen zu mir um!«

Äußerst vorsichtig legte Maynard Cain seinen langläufigen Buntline-Special-Revolver neben seine Handschuhe auf die Theke. Seine Hände erhob er bis knapp über die Hüfte. »Dieser Mann ist ein gesuchter Mörder«, sagte er. »Seinen Steckbrief habe ich in der Tasche.«

»Zeigen Sie ihn mir!«, forderte Sinclair. »Sie dürfen zwei Finger benutzen, um ihn herauszuholen. Keinesfalls möchte ich drei und mehr Finger sehen!«

Ohne die geringsten Anzeichen von Aufregung wandte sich Maynard Cain dem Briten zu, zupfte den Steckbrief aus der Brusttasche seines Hemds und hielt ihn in die Höhe.

»Legen Sie das Schriftstück auf den Tresen und entfernen Sie sich vier Schritte davon!«

Cain grinste. »Ein gewöhnlicher Tourist scheinen Sie nicht zu sein .«

»Ich bin Jurist«, erklärte Sinclair, »arbeite aber auch gelegentlich mit Scotland Yard zusammen, falls Ihnen diese großartige Polizeiorganisation ein Begriff sein sollte.« Er übergab seinen Derringer einem Gast. »Halten Sie bitte Mister Cain in Schach, während ich sein amtliches Dokument prüfe.«

»Nie davon gehört«, entgegnete Cain. »Aber ich erkenne die Ironie: Schottische Gesetzeshüter sorgen in England für Ordnung.«

»Nun, es ist erst einmal nur ein Name«, murmelte Sinclair und las sich aufmerksam den Steckbrief durch. »Man munkelt, er gründet sich auf die frühere Residenz der schottischen Könige, wenn sie es denn einmal vorzogen, sich in London aufzuhalten.« Kaum hatte er seine Prüfung beendet, runzelte er die Stirn und schaute Maynard Cain an. »Matthew Roscoe - jener Mann, dem wir arglos Getränke abkauften - ist gemäß dem mir vorliegenden Schriftstück ein gesuchter Räuber und Mörder, ganz zu schweigen davon, dass er sich in unsittlicher Manier an jungen Frauen vergriffen oder diese zur Prostitution gezwungen hat.«

»Ihr britischer Spürsinn spricht für Sie«, sagte Cain in mildem Spott.

»Gesucht wurde er tot oder lebendig«, fuhr Sinclair fort, »womit Sie den gesetzlichen Anforderungen des Staates Arizona Genüge getan haben.« Er streckte seine Hand nach hinten aus und ließ sich seinen Derringer reichen. »Abgesehen von dem Blutbad, das Sie angerichtet haben, kann ich an Ihrem Verhalten keinerlei Kritik üben.«

»Beruhigend. Es hätte mir schlaflose Nächte bereitet.« Cain spitzte seine Lippen, spuckte aus und steckte seinen Buntline Special zurück ins Holster.

»Eine wirklich hässliche Angewohnheit, die Sie da haben«, meinte Jason Sinclair und deutete auf den Speichelfleck am Boden. Rasch aber hellte sich seine Miene wieder auf. »Wohin wird Sie Ihre weitere Reise führen, Sir?«

»Nicht, dass es Sie etwas angehen würde, aber nachdem ich Roscoe beim Marshal in Tucson abgeliefert und meine Prämie eingesteckt habe, gibt es für mich in der Provinz einiges zu tun. Corona, um genau zu sein.«

»Corona?«, tat Sinclair verblüfft. »Welch ein Zufall! Auch mich wird es dorthin verschlagen.«

Maynard Cain ließ nicht erkennen, was er von der Eröffnung hielt. Das Einzige, was er sagte, war: »Geben Sie auf sich acht, Mister Sinclair. Bis Corona sind es zwei Tagesritte. Banditen und Wegelagerer werden sich von Ihrem Spielzeug nicht abschrecken lassen.«

»Ich fühle mich gut gerüstet«, versicherte der Engländer, wog die Derringer-Pistole in seiner Hand und steckte sie ein. »Zur Not habe ich aber auch ein paar außergewöhnliche Überraschungen parat.«

Cain nahm es wortlos zur Kenntnis, begab sich hinter die Theke und schleifte Matthew Roscoe hinter sich her. Mit einiger Anstrengung wuchtete er den Leichnam auf sein Packpferd und stieg in den Sattel eines braunen Morgan.

Sein nächster Auftrag wartete bereits. Dieses Mal aber hatte er nichts mit Recht und Gesetz zu tun.

***

Norman Whitaker! Dieser Name hatte sich Lassiter ins Gedächtnis gebrannt, seit er die Unterlagen der Brigade Sieben studiert und die wichtigsten Details in einer geistigen Notiz abgelegt hatte. Whitaker war nicht nur der Inhaber eines Transportunternehmens, das unter anderem die Eisenbahngesellschaften belieferte, sondern verfügte weiterhin über umfangreiche Schürfrechte und beutete Silbermine um Silbermine im nahen und weiten Umkreis aus. Dass es dabei nicht immer mit rechten Dingen zuging, war ein offenes Geheimnis, fiel jedoch in den Bereich der örtlichen Gerichtsbarkeit. Diese war aber entweder...

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