Lassiter Sammelband 1793 - Western

 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 22. Dezember 2018
  • |
  • 192 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-6229-9 (ISBN)
 
Seit über 30 Jahren reitet Lassiter schon als Agent der "Brigade Sieben" durch den amerikanischen Westen und mit über 2000 Folgen, mehr als 200 Taschenbüchern, zeitweilig drei Auflagen parallel und einer Gesamtauflage von über 200 Millionen Exemplaren gilt Lassiter damit heute nicht nur als DER erotische Western, sondern auch als eine der erfolgreichsten Western-Serien überhaupt.

Dieser Sammelband enthält die Folgen 2260, 2261 und 2262.

Sitzen Sie auf und erleben Sie die ebenso spannenden wie erotischen Abenteuer um Lassiter, den härtesten Mann seiner Zeit!



2260: Ein Bankier auf der Flucht

Die Dunkelheit umschloss Norman Cecil Coates in seinem Bett wie schwarze Watte. Es war eine seltsam schwere Watte; sie drückte ihn nieder, ließ ihm kaum noch Luft zum Atmen. Unvermittelt konzentrierte sich der Druck auf einen Punkt von der Größe einer Dollarmünze in seiner Brustmitte.

Der Bankier hörte sich schreien. Schweißgebadet wachte er auf - und wusste nicht, ob er nur im Traum geschrien hatte. Denn es war totenstill, kein Nachhall war zu hören.
Er wollte sich ans Herz fassen, um das Druckgefühl zu lindern. Doch da war etwas Hartes, glatt und kalt, das von seinem Brustbein aufragte. Der Lauf einer Schrotflinte! Entsetzen durchfuhr ihn. Jemand war in sein Schlafzimmer eingedrungen! Eine eisige Stimme erklang: "Du gibst uns unser Geld zurück. Sofort! Wenn nicht, stirbst du!"


2261: Keine Gnade für Bobby-Lu

Die rohlederne Bullenpeitsche hing an der Wand hinter der Chaiselongue und hatte seinem Großvater gehört. Sie war ein sauber gearbeitetes Stück Sattlerhandwerk, das so manchem Sklaven zum Verhängnis geworden war. Die Schreie der Schwarzen hatte man bis herauf in den Salon gehört.

Ross Pounds hätte die Peitsche gern an der Wand belassen, als jene finstere Erinnerung im Gedächtnis behalten, als die er das Züchtigungsinstrument seit Jahr und Tag kannte. Doch der Ungehorsam seiner Töchter ließ ihm keine Wahl.

Der Plantagenbesitzer seufzte und nahm die Peitsche vom Haken. Er schwenkte sie durch die Luft und hieb mit ihr auf die Chaiselongue ein.
Sie leistete noch immer ausgezeichnete Dienste.



2262: Der Reverend des Teufels

Im Westen leuchtete die Silhouette der Berge unter der Abendsonne. Nach Osten hin dehnte sich die Prärie bis zum Horizont. Das hohe Gras bog sich unter dem warmen Südwind und Roger Baker hatte das Gefühl, über die Wellen eines grünen Meeres zu blicken. Auf seinen Spaten gestützt, gab er sich dem beruhigenden Anblick hin. Nicht, dass Baker nervös gewesen wäre, doch selbst einem Routinier wie ihm tat ein wenig Entspannung gut, bevor es zur Sache ging.

Hufschlag wurde laut. Ein Reiter preschte von Norden her den Hügel herunter. Sammy Axen. Er hielt sein Pferd neben Baker an. "In einer Stunde sind sie hier!", verkündete der Neuankömmling und trabte ein Stück abseits ins Gras. Baker aber entzündete den vorbereiteten Holzhaufen. Danach überprüfte er die Kugeln in seinem Revolver. Alles Routine.

Während Axen das zweite Pferd holte, stach Baker mit dem Spaten in der Grube herum, an der er schon den halben Nachmittag arbeitete. Die Erde war trocken und hart, und das Loch sollte ja echt aussehen. Und tief genug musste es auch sein. Sie wollten keine Spuren hinterlassen, hier, direkt an der Postkutschenlinie nach Denver.

Roger Baker war ein großer, schwarzhaariger Kerl, dem man sofort ansah, dass er zupacken konnte. Seine Arme und sein von Schweiß glänzender Oberkörper waren mit kräftigen Muskeln bepackt. Er hatte ein breites Gesicht mit kantigem, vorspringendem Unterkiefer.

»Noch Fragen?« Axen hatte die Pferde gebracht und zusammengebunden und legte nun den Spieß mit dem geschlachteten Truthahn auf das heruntergebrannte Feuer, ein junges Tier, höchstens sechs Pfund schwer. Wie immer, bevor es ernst wurde, wirkte der kleine Bursche mit dem langen Grauschopf ein wenig aufgekratzt.

»Wüsste nicht.« Baker zuckte gleichmütig mit der Schulter. »Ziel' halt ordentlich.« Er wischte sich den Schweiß von der vernarbten Stirn und rammte den Spaten in die Erde. Von der Glut stieg noch immer eine weithin sichtbare Rauchsäule auf. »Wenn du mir ein Loch in die Haut schießt, wirst du die Sache allein durchziehen müssen.« Er grinste.

Axen fand das gar nicht lustig. »Quatsch keinen Unsinn, Roger!« Mit giftigem Blick musterte der Grauschopf den größeren und jüngeren. »Hast du jemals erlebt, dass ich daneben geschossen hätte?«

»Müsste ich direkt mal drüber nachdenken.« Baker griff nach dem Spaten und schaufelte die Erde auf den Haufen neben der Grube. »Irgendwann schießt jeder mal daneben, oder? Sogar ein ehemaliger Scharfschütze wie du.«

»Der Teufel soll dich holen, wenn du mich ärgern willst.« Axen zischte einen Fluch, spuckte aus und zog sein Gewehr aus dem Sattelholster. Mit dem trollte er sich Richtung Hügel. In dessen Hang, vierzig Schritte entfernt, setzte er die Melone ab und verschwand im Gras.

Es dauerte noch fast eine halbe Stunde, bis Baker die beiden Reiter aus Nordosten herantraben sah. Sofort begann er, die Grube wieder zuzuschaufeln. Er ließ sich Zeit damit.

Die Männer hatten es eilig, das Grasland zu durchqueren und in die Berge zu kommen. Sonst hätten sie die Postkutsche genommen. Die verkehrte auf diesem Weg hier zweimal wöchentlich zwischen Leavenworth, Kansas, und Portland, Oregon.

Die Reiter winkten von weitem, zwei junge Burschen, sogar jünger noch als Baker. Er winkte zurück. Beide ritten schwere Wallache, wie sie die US-Kavallerie gern benutzte. Einer trug einen Armeemantel, der andere eine braune Wildlederjacke.

»Den Rauch sieht man aus zehn Meilen Entfernung«, rief der im Armeemantel.

»Und den Braten riecht man fünf Meilen weit.« Der in der Lederjacke lachte. »Plötzlich fing mein Magen an zu knurren!«

Die Männer hielten ihre Pferde an und schwangen sich aus den Sätteln. Sie ritten mit einer Menge Gepäck nach Westen, das sah Baker auf den ersten Blick. Und dass sie Profis waren, sah er auch: Aus den Sattelholstern beider Pferde ragten die Kolben von teuren Winchesterbüchsen.

»Der wilde Truthahn reicht auch für sechs.« Baker wischte sich die Rechte an der Hose ab. »Braucht halt noch ein bisschen.« Er begrüßte sie mit Handschlag und nannte seinen Namen. Auch die Männer stellten sich vor, doch ihre Namen vergaß er sofort wieder.

Sie blickten auf Grube und Erdhaufen, und übergangslos verfinsterten sich ihre Mienen. »Ein Grab?«

»Leider.« Baker schnitt eine möglichst trübsinnige Miene. »Mein Partner. Wollten zusammen in die Rockys. Heute Nacht hat ihn eine Klapperschlange erwischt.« Er zuckte mit den Schultern. »Kann passieren.«

»Kann passieren«, sagte der im Armeemantel mit brüchiger Stimme, ging zu seinem Pferd und zog eine Whiskyflasche aus der Satteltasche. »Wie hieß dein Partner?«

»Sammy.« Baker stierte in die Grube und schniefte ein bisschen. »Sammy Axen.«

»Trinken wir also auf Sammy.« Der mit dem Armeemantel reichte Baker die Flasche zum ersten Schluck; sie war noch erfreulich voll. Baker trank und reichte den Whisky an den mit der Wildlederjacke. Sie kreiste ein paar Mal, und der im Armeemantel bedauerte Sammy, der nun im Himmel ohne Whisky und Weiber sein Dasein fristen musste. »Und das auch noch in großer Hitze, falls er in der Hölle gelandet sein sollte.«

Die Männer lachten, Baker am lautesten. Er fand den Witz wirklich gut. Und während er lachte, brachte er sogar eine Träne zustande. »Ich schaufele die Erde später auf den armen Sammy, dann kann er uns noch ein bisschen zuhören. Schauen wir mal nach dem Truthahn.«

»Ja«, sagte der in der Wildlederjacke, »die Comanchen glauben ja, dass die Seele noch eine Weile im Körper bleibt, bevor sie den Abflug in die ewigen Jagdgründe macht.«

Zu dritt setzten sie sich an die Glut. Baker legte trockenen Büffelmist nach. »Kümmert einer von euch sich um den Braten? Ich hab' schmutzige Hände.«

»Klar«, sagte der im Armeemantel. »Du glaubst ja nicht, wie viele wilde Truthähne und Fasane ich gebraten habe, als wir unter Colonel Gibbon die Nez Percé in den Senkel gestellt haben! Was treibt dich in die Rockys, Roger?«

»Hab jahrelang in den Apalachen Kupfer geschürft.« Baker schielte an den Männern vorbei zu der Stelle, wo er Sammy im Gras abtauchen gesehen hatte. »Brauch mal was anderes. Denke, die Silberminen in den Rockys suchen Männer, die was von Stollen und Schächten verstehen.«

»Verlass dich drauf, Roger«, sagte der in der Wildlederjacke. »Wir sind auch unterwegs zu einem Bergwerk oben am South Pass. Dort suchen sie Begleitschutz für einen Goldtransport.« Er zog ein Kuvert aus der Jackentasche und wedelte damit. »Wir haben schon den Vertrag!«

Obwohl Baker das seit Wochen wusste, tat er überrascht. »Ach was! Gut bezahlt?«

»Das kann ich dir flüstern, Roger.« Der im Armeemantel war aufgestanden, um den Braten umzudrehen. In diesem Augenblick krachte ein Schuss, und eine Gewehrkugel heulte durch die Dämmerung. Der Exkavallerist riss die Arme hoch und kippte ins Gras.

Der in der Wildlederjacke hatte schon seinen Revolver in der Faust, fuhr herum und warf sich auf den Bauch. Baker aber stand auf, zog seinen .44er Rimfire und schoss dem Mann dreimal in den Rücken.

***

Die Frau trug Schwarz. Sie saß in einem Schaukelstuhl neben dem Eingang zum Office und weinte in ein weißes Spitzentuch. »Ma'am?« Lassiter stieg zum Sidewalk hinauf. »Kann ich Ihnen irgendwie helfen?« Auf dem Hocker neben ihrem Schaukelstuhl ließ er sich nieder.

»Tommy will mich nicht sehen«, sagte sie leise. »Dabei muss er an den Galgen.«

»Ihr Mann?« Sie war blond, schlank und höchstens fünfundzwanzig Jahre alt.

»Mein Bruder.« Sie trocknete sich die Tränen, atmete tief durch. »Eigentlich mein Halbbruder.«

»Das tut mir leid, Ma'am.« Weinende Frauen gehörten zu den wenigen Erscheinungen dieser Welt, die den Mann von der Brigade Sieben schwach werden ließen.

»Wir haben uns nie gut verstanden.« Sie steckte das Spitzentuch in ihr schwarzes Täschchen. »Ich wollte ihn für so vieles um Verzeihung bitten. Und jetzt erlaubt er mir nicht einmal, von ihm Abschied zu nehmen.«

»Das ist nicht in Ordnung, weiß Gott, Ma'am.« Er sah ihr in die feuchten blauen Augen. Arme Lady. »Und wenn Sie es noch einmal versuchen? Nicht jetzt gleich natürlich, aber in ein paar Tagen.«

»Ja.« Sie schluchzte. »Das sollte ich vielleicht. Manchmal braucht man einfach ein bisschen Geduld, nicht wahr, Sir?«

»Lassiter.« Der Mann von der Brigade Sieben tippte sich an die Hutkrempe. »Einfach nur Lassiter.«

»Anne Hancock. Nennen Sie mich Annie.«

»Danke, Annie.« Lassiter stand auf. Hancock - so hieß auch der Mann, mit dem er verabredet war - Tom Hancock. »Wenn Sie mögen, lade ich Sie nachher noch auf einen Drink ein, Annie. Würde mich freuen.« Er ging zur Tür des Office.

»Gern, Lassiter. Doch jetzt brauchen Sie Geduld.« Mit einer Kopfbewegung deutete sie auf die Tür. »Der Staatsrichter ist beim Townmarshal. Sie befragen Tommy. Das kann dauern.«

»Stimmt.« Lassiter kannte Richter Busterfield; der war sein Mittelsmann. Tommy Hancock kannte er nur vom Hörensagen. Er blickte schräg über die Mainstreet. Im Missouri Hotel flammten schon die ersten Lichter auf. »Sehen Sie das Hotel da drüben, Annie?«

»Da wohne ich.«

»Dann wissen Sie ja auch, dass eine schöne Lady seinen Saloon selbst ohne Begleitung gefahrlos betreten kann. Wenn Sie in einer Stunde dort auf mich warten wollen? Ich versuche, pünktlich zu sein.«

»Danke, Lassiter.« Ein scheues Lächeln flog über ihr Gesicht. Das machte sie noch schöner, als sie sowieso schon war. »Ich werde auf Sie warten.«

»Oder ich auf Sie.« Lassiter tippte sich an die Hutkrempe. »Je nachdem, wer als Erster dort ist.«

Er trat ins Office. Am Schreibtisch im hinteren Raum saßen der Townmarshal, sein Assistent und Richter Busterfield am Schreibtisch und blätterten in Akten. Lassiter begrüßte sie. Der Townmarshal hieß William Foreman. Mit ihm hatte Lassiter schon zu tun gehabt. Seinen Assistenten kannte er nicht.

»Schön, dass Sie es pünktlich geschafft haben, Lassiter«, sagte Busterfield. »Sie sind mit dem Dampfer gekommen?« Lassiter nickte. »Also, um es kurz zu machen: Tom Hancock will gegen Stoner aussagen.«

»Etwas in der Art hatte ich Ihrem Telegramm schon entnommen, Sir«, sagte Lassiter. Das war nur die halbe Wahrheit: Seine Dienststelle in...

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