Lassiter 2457 - Western

Dollars, Blut und faule Tricks
 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 20. August 2019
  • |
  • 64 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-8428-4 (ISBN)
 
Dollars, Blut und faule Tricks Der Rancher Sam Deakins saß in seiner Wohnstube und trank Kaffee, als vor dem Haus Hufschläge erklangen. Greta, seine Frau, trat ans Fenster. "John Malloy und seine Männer", sagte sie, und ihre Stimme zitterte vor Angst. "Bleib ruhig, Schatz." Deakins stellte seine Tasse ab. "Geh, hol mir das Gewehr." Die Frau schürzte ihre Röcke und lief aus dem Zimmer. "He, Sam!", grölte Malloy. "Komm raus! Ich hab mit dir zu reden!" Deakins rang seine Furcht nieder und stemmte sich vom Stuhl hoch. Seine Beine fühlten sich an wie Blei. Auf dem Weg zur Tür reichte Greta ihm die kurzläufige Shotgun. Er lud durch und trat über die Schwelle vors Haus. "Erschieß ihn, Bill", sagte Malloy und gab dem Mann neben ihm einen Wink. Deakins riss das Gewehr hoch, aber es war schon zu spät ...
1. Aufl. 2019
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,44 MB
978-3-7325-8428-4 (9783732584284)

Greta Deakins stand am Fenster, als vor dem Haus der Schuss knallte. Sie sah, wie ihr Mann, von einer Kugel getroffen, zusammenbrach.

Greta war geschockt. John Malloy war auf Mordmission. Für einen Moment wusste die Rancherin nicht, was sie tun sollte. Nie zuvor hatte sie sich so hilflos gefühlt.

Drei Atemzüge später geriet sie in Panik.

Sie dachte an ihre zwei Töchter, die in dem Stallgebäude hinter dem Haupthaus die Schweinekoben ausmisteten.

Ich muss sie retten!

Greta hetzte durch die Stube ins Hinterzimmer. Dort gab es eine Tür, die auf den rückwärtigen Hof führte. Sie hoffte inständig, dass die Mädchen den Mördern nicht in die Arme liefen. Malloy war für seine Skrupellosigkeit im ganzen Territorium bekannt. Er ging über Leichen, wenn ihm jemand in die Quere kam.

Und in diesem Fall hieß der Jemand Sam Deakins, der sich strikt geweigert hatte, Malloy das Land zu verkaufen, auf das der Spekulant so scharf war.

Im vorderen Teil des Hauses dröhnten dumpfe Schritte. Waffen klirrten. Ein vulgärer Fluch wurde laut. Etwas aus Keramik, wahrscheinlich die Büste von Abe Lincoln, die Sam auf dem Markt von Topeka gekauft hatte, fiel zu Boden und zerbrach. Stampfende Stiefelsohlen knirschten über die Scherben hinweg.

»Sie muss hier irgendwo sein«, keuchte ein Mann.

Die Rancherin witschte durch die Hintertür ins Freie. Ihr Herz klopfte bis zum Hals. Bis zu den Stallungen waren es nur zwanzig Yards. Von Sandy und Miriam war nichts zu sehen. Zum Glück war kein Bandit in der Nähe. Die Eindringlinge hielten sich noch auf der Vorderseite des Ranchgebäudes auf.

Greta Deakins rannte, so schnell sie konnte. Ihre Füße wirbelten über den holprigen Untergrund. Die Angst um ihre Töchter verlieh ihr neue Kräfte.

Als sie am Stalltor ankam, entdeckte sie die beiden Mädchen verängstigt hinter der Futtertruhe. Sandy, zwei Jahre älter als ihre siebzehnjährige Schwester, hielt eine Forke gepackt. Miriam hatte beide Hände auf den Mund gepresst und schluchzte hemmungslos.

»Sie haben Dad erschossen«, keuchte sie.

Greta nahm die Verzweifelte in die Arme und drückte sie fest an sich. Miriams Herz pochte wie das einer in die Enge getriebenen Maus.

»Werden wir auch sterben?« Sandys Stimme war wie ein Flüstern in der Nacht.

Was für eine Frage! Greta ging darüber hinweg und packte Sandy am Arm. »Wir müssen fliehen, auf der Stelle. Los! Kommt!«

Die Mädchen im Schlepptau, rannte Greta Deakins zu dem Verschlag neben der Futterküche. In der kleinen Kammer hatte Sam in weiser Voraussicht Waffen und Munition gebunkert.

Greta löste den Riegel und riss die Tür auf.

In einem Wandgestell standen zwei Winchesters und eine großkalibrige Sharps Rifle. Ein halbes Dutzend Revolver lagen kreuz und quer auf einer Hobelbank.

»Bewaffnet euch«, sagte Greta und griff nach dem schweren Jagdgewehr.

Die Mädchen langten nach den Winchesters. Im Nu waren sie dabei, die Magazine der Schnellschussgewehre zu füllen.

Als Miriam eine Patrone fallen ließ, hob Greta sie rasch auf und drückte sie dem Mädchen in die Hand.

»Ganz ruhig, Kleines«, sagte sie. »Euer Vater hat euch beigebracht, wie man mit Waffen umgeht. Wir werden unser Leben so teuer wie möglich verkaufen.«

»O ja, das werden wir, Mom.« Sandy repetierte. »Sollen sie nur kommen, diese Bestien. Wir bereiten ihnen einen heißen Empfang.«

»Duck dich hinter die Wand da«, sagte Greta und wies auf eine Holzbarriere, hinter der geschichtete Strohballen lagerten. »Du behältst die Seitentür im Auge. Sobald sich jemand zeigt, Feuer frei!«

»Okay, Mom.« Sandy nahm die Position ein.

Greta wandte sich ihrer jüngeren Tochter zu. Miriam hatte sichtliche Schwierigkeiten, das Gewehr mit Munition zu bestücken. Ihre Hände zitterten sehr stark, und immer wieder wurde ihr zierlicher Körper von einem Weinkrampf geschüttelt.

»Sie werden uns alle töten«, sagte sie und schniefte laut.

»Nicht, wenn wir sie daran hindern.« Greta rüttelte das Mädchen durch. »Reiß dich zusammen, Schatz! Du bist die beste Schützin von uns. Jetzt kannst du zeigen, was du von Dad gelernt hast.«

»Aber ich hab bisher nur auf Flaschen geschossen, noch nie auf Menschen.«

Es gab einen lauten Knall. Sandy hatte einen Schuss abgefeuert. An der Seitentür war ein Mann erschienen, der jetzt laut fluchte. Sandy schickte noch zwei Kugeln hinterher. Ein Geschoss streifte den Pfosten und ließ das Holz splittern.

Der Mann war verschwunden.

»Gut gemacht, Große.« Greta wandte sich dem Haupteingang zu.

Vor dem Stall wurden erregte Stimmen laut. Vermutlich hatten die Angreifer nicht mit so erbittertem Widerstand gerechnet.

»Kommt raus, und wir verschonen euch!«, hallte Malloys Stimme über den Platz.

Mit Miriams Hilfe stellte Greta die massive Holztruhe quer auf den Gang. Die beiden Frauen gingen dahinter in Deckung. Von hier aus hatten sie eine perfekte Sicht auf das geöffnete Stalltor.

Inzwischen hatte sich Miriam einigermaßen beruhigt. Sie hatte den Kolben der Winchester an die Wange gelegt, das linke Auge zugekniffen und den Finger um den Abzug gekrümmt.

Greta Deakins atmete auf. Wer sich in der Hausöffnung zeigte, bot ein ideales Ziel. In Miriams Winchester steckten fünfzehn tödliche Geschosse. Nur ein Lebensmüder würde sich freiwillig dem Kugelhagel aus dem schnell schießenden Repetiergewehr aussetzen.

Da erschien die Gestalt eines hochgewachsenen Mannes im hellen Rechteck des Haupteingangs. Er trug einen langen, struppigen Kinnbart und hielt in jeder Hand einen Navy Colt.

»Gebt auf!«, brüllte er. »Die Waffen nieder! Oder euer letztes Stündlein hat geschlagen!«

Mit einem gezielten Schuss brachte Miriam den Schreihals zum Schweigen. Als ihre Kugel ihn in die linke Hemdbrust traf, feuerte er beide Revolver zugleich ab, doch die Schüsse schlugen dicht vor seinen Füßen in den Estrichboden des Ganges ein.

Der Mann fiel der Länge nach zu Boden und blieb reglos liegen.

»Toller Schuss, Kleines.« Greta Deakins war stolz auf die Siebzehnjährige. Neue Hoffnung erfüllte sie. Die Killer mussten sich schon ganz was Besonderes einfallen lassen, um ihren Mordfeldzug abzuschließen. Die Frauen der Deakins-Ranch würden kämpfen bis zum letzten Atemzug.

Im Augenblick war alles ruhig, bis auf das Grunzen der Schweine in den Koben hinter der Futterkammer.

Nach einiger Zeit unterbrach Miriam die Stille. »Ob sie fortgeritten sind, Mom?«

»Ich wünschte, du hättest recht.« Die Mutter blickte seitwärts. »Aber ich fürchte, so schnell werden diese Ungeheuer nicht aufgeben. Bleibt wachsam, Mädels.«

Die Zeit verstrich. Nichts passierte.

Dann, ganz unvermittelt, zog Greta Deakins der Geruch von brandigem Rauch in die Nase.

Sie erschrak.

Alarmiert reckte sie den Hals. Eine böse Ahnung überkam sie. Sie hatte das Gefühl, als wühlte eine Faust aus Eisen in ihrem Bauch.

Durch die Ritzen im Dachgebälk drangen bläuliche Schwaden ins Innere. Der Raum füllte sich mit Rauch. Die Schweine begannen wie wild zu grunzen.

»Es brennt!«, rief Sandy aus. »Mom, sie haben den Stall in Brand gesteckt!«

»Jetzt sind wir verloren«, keuchte Miriam.

Greta Deakins rang um Fassung. Die Mörderclique hatte Feuer gelegt. Jetzt lauerten sie mit ihren Sechsschüssern an den Ausgängen. Jeder, der dem Feuer entkommen wollte, würde gnadenlos niedergemäht werden.

Was für ein niederträchtiger Plan.

»Was machen wir, Mom?« Sandy trat hinter der Holzwand hervor.

Greta Deakins überlegte fieberhaft. »Der Hühnerstall«, fiel ihr ein. »Er ist unsere letzte Rettung. Die Trennwand zur Futterkammer besteht nur aus Brettern. Wir reißen sie heraus und fliehen durch den Garten ins Maisfeld. Dort können sie uns lange suchen.«

Sie rannten los. Der Hühnerstall befand sich in einem Anbau am rückwärtigen Teil des Stalles. Die Latten der Verkleidung waren dünn. Nur wenige Schläge mit den Gewehrkolben reichten, um sich einen Durchgang zu verschaffen.

Miriam quetschte sich als Erste durch den Spalt. Sandy tat es ihr gleich.

Bevor Greta Deakins ihren Töchtern folgte, warf sie einen Blick zum großen Stalltor.

Zwei Männer mit Revolvern im Anschlag standen an den Torflügeln und spähten vorsichtig ins Innere. Greta wurde von jäher Wut gepackt. Sie konnte der Versuchung nicht widerstehen und riss das Gewehr hoch. Durch den Qualm hindurch waren die Kerle nur schwer auszumachen.

Auf Verdacht gab Greta zwei Schüsse auf sie ab.

Ein erstickter Schrei verriet ihr, dass sie zumindest einen der Desperados getroffen hatte.

Prompt setzte ein mörderischer Kugelhagel ein. Malloys Banditen schossen aus allen Rohren. Sie schienen sich alle am Haupttor versammelt zu haben. Die Geschosse pfiffen wie wild gewordene Hornissen durch die Luft.

Eine Kugel schwirrte nur um Haaresbreite an Gretas linker Schulter vorbei. Mit einem dumpfen Plopp! schlug sie in das Halfter ein, das an der Wand hing. Greta warf sich zu Boden. Auf allen Vieren kroch sie zu dem Loch, das sie in die Lattenwand geschlagen hatten.

Miriam reichte ihr die Hand.

Greta schob die Rifle durch den Spalt und zwängte sich hinterher. Beim Durchkriechen blieb sie mit der Jacke an einem Holzvorsprung hängen.

»Du lieber Himmel!« Sie versuchte, sich loszureißen, doch die Jacke war aus festem Stoff und hielt ihren Bemühungen stand.

Der...

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