Von Liebe und Gift

Drugs
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2021
  • |
  • 334 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7534-3469-8 (ISBN)
 
Die Freude ist groß, als Neal nach 7 Monaten Abwesenheit wieder nach Hause kommt, wo seine Schwester Francis und sein Freund Gero ihn liebevoll empfangen. Doch Neal kann kaum verbergen, dass er sich während seines Aufenthalts in London verändert hat. Seine sprunghafte Gemütslage und sein überschwängliches Verhalten stimmen seine Mitmenschen sofort nachdenklich. Es dauert nicht lange, bis sich herausstellt, dass der Grund dafür Drogen sind, und schließlich vertraut Neal seiner Schwester an, dass er kokainabhängig ist.
Ein Kampf gegen die Abhängigkeit beginnt, der nicht nur Neal, sondern auch Francis und Gero in unbesiegbare Verzweiflung treibt. Es kriselt stark in der einst so harmonischen Dreiecksbeziehung, da Neal eine Lösung im Heroinkonsum sucht. Und als wäre das nicht schlimm genug, taucht ausgerechnet jetzt Neals Ex-Freund Dirk auf.

Teil 4 der Neal Anderson-Reihe (Neuauflage 2021)

Band 1: Liebeswut: Coming out
Band 2: Dein Glück hat mein Gesicht
Band3 : Wir zwei zu dritt: Liebe
Band 4: Von Liebe und Gift: Drugs
Band 5: Überdosis Liebe: Desire
Band 6: Blick heimwärts, Engel
1. Auflage
  • Deutsch
  • 0,52 MB
978-3-7534-3469-8 (9783753434698)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Justin C. Skylark schreibt Kurzgeschichten und Romane seit 1998.
Kontakt und Informationen: www.jcskylark.de
Veröffentlichungen im dead soft Verlag und Selfpublishing.

TEIL 1


I.


Voll bepackt mit Einkaufstüten, schlenderte Gero zurück nach Hause. Der Weihnachtstrubel in der Stadt hatte ihn müde gemacht. Es waren noch drei Wochen bis Heiligabend, und auf den Straßen lag ein wenig Schnee. Die Sonne schien trotz der Kälte.

Er nahm wie immer die Abkürzung durch den Park. Natürlich blieb er an der Bank stehen, die ihm viel bedeutete. Dort hatte er Neal kennengelernt. Von der Sonne getrocknet, lud die Sitzgelegenheit zum Verweilen ein. Er hatte mehrere Geschenke gekauft, doch eins war ihm schon jetzt ans Herz gewachsen. Er wühlte in einer der Taschen herum und entnahm ihr ein kleines Paket. In ihm ruhte ein versilbertes Zigarettenetui. Er hatte es für Neal besorgt. Ob er es seinem Freund an Weihnachten auch übergeben konnte, war zweifelhaft.

"Entschuldigen Sie bitte", unterbrach ihn plötzlich eine fremde Stimme. "Ist hier noch frei?"

Gero sah auf. Vor ihm stand ein Mann im Anzug.

"Natürlich!", erwiderte er.

Hektisch packte er das Zigarettenetui wieder ein. "Sie können von mir aus die ganze Bank in Beschlag nehmen!" Er stand auf. "Aber quatschen Sie mich bloß nicht noch einmal hier an!"

Wütend drehte sich Gero um. Der fremde Mann konnte so schnell gar nichts mehr erwidern.

Erst, als die Bank aus seinem Blickfeld verschwunden war, konnte Gero wieder frei atmen.

Er bewohnte nach wie vor mit Thilo die WG, die im zweiten Stock eines Hauses mit mehreren Mietparteien lag. Da Francis zufällig in demselben Haus und auf gleicher Ebene wohnte, konnte Gero sie oft besuchen. Und gerade jetzt, in der Zeit, wo Neal fort war, suchte er oft ihre Nähe.

"Hast du da nicht etwas überreagiert?", wollte Francis wissen, als sie am Abend zusammen mit Gero in ihrer Wohnung saß und von dem Erlebnis hörte. "Vielleicht." Gero zuckte mit den Schultern.

"Mich hat das bloß alles so an Neal erinnert. Es war furchtbar." Gezwungenermaßen dachte er an seinen Freund, der in London war, um mit seiner Band The Drowners eine neue Platte einzuspielen.

Francis konnte das nachvollziehen.

Auch sie vermisste ihren Bruder. Beide wussten nicht, wie lange die Studioaufnahmen der Band andauern würden. Das spannte sie jeden Tag von neuem an.

Doch auch mehr und mehr wussten sie sich in ihrer Verzweiflung zu trösten. Gemütlich nahmen sie in Francis' Wohnzimmer Platz, um eine Tasse Tee zu trinken.

Schließlich zog Gero wieder das Päckchen hervor. Stolz präsentierte er die silberne Zigarettenschachtel.

"Die ist schick", staunte Francis. "Ich hoffe, dir ist bewusst, dass du damit nur Neals Zigarettensucht unterstützt?"

Gero seufzte. "Ich weiß." Er drehte das Etui und sah es dennoch zufrieden an. "Aber kannst du dir Neal ohne Zigarette in der Hand vorstellen?"

Francis überlegte. "Irgendwie nicht." Sie lächelte.

"Na siehst du!" Gero wickelte das Etui sorgfältig wieder ein. "So ein Etui ist doch auch viel besser, als eine Pappschachtel."

Trotz allem musste Francis seine Euphorie bremsen. "Neal wird Weihnachten nicht da sein, das weißt du doch."

Gero steckte das Geschenk in die Einkaufstüte zurück. "Schon", fing er an. "Aber vielleicht kommt er doch und überrascht uns. Wie an meinem Geburtstag ..."

Francis schüttelte ungläubig den Kopf.

"Er mag Weihnachten nicht besonders. Er wird nicht kommen. Mach dir lieber keine Hoffnungen."

Gero nickte. "Wahrscheinlich hast du Recht. - Dann bekommt er das Geschenk eben später. Irgendwann wird er ja hoffentlich wieder bei uns sein."

Zur Mittagszeit war in Francis' Büro etwas Ruhe eingekehrt, sodass sie sich und Christen, ihre Arbeitskollegin und gleichzeitige Freundin, einen Cappuccino machte.

"Wie war euer Essen?" Neugierig erkundigte sich Francis nach dem vergangenen Abend.

Christen nickte, doch es sah zögernd aus. "Ganz nett." Sie blickte auf ihre Tasse und rührte darin herum, als wollte sie sich nicht weiter dazu äußern. Aber Francis ließ nicht locker.

"Was habt ihr danach gemacht?"

"Nichts. Er hat mich nach Hause gebracht." Christen nahm den Löffel aus der Tasse. Nun erst wagte sie, in das gespannte Gesicht ihrer Freundin zu sehen.

"Mehr nicht?" Francis war enttäuscht. Sie hatte mit einem anderen Verlauf des Abends gerechnet. Zu gerne hätte sie ihre Freundin mit ihrem besten Freund Thilo verkuppelt. "Das ist aber sehr einfallslos von ihm."

Christen zuckte mit den Schultern, als wäre es ihr egal, dennoch war ihr die Niedergeschlagenheit anzusehen.

"Wahrscheinlich ist er nicht wirklich an mir interessiert, sondern immer noch hinter dir her."

Francis wehrte das sofort ab. "Warte noch etwas. - Und vielleicht solltest du heute mit ins Angel's kommen. Dann werden wir ja sehen, ob Thilo an dir Gefallen gefunden hat oder nicht."

Das Angel's war gut besucht. Nur mit viel Mühe konnten Gero, Francis, Christen und Thilo einen freien Tisch an der Tanzfläche ergattern.

"Ich gehe erst mal tanzen!", rief Gero vergnügt in die Runde. Er legte seine Jacke ab und verschwand sofort in der tanzenden Menge. Man sah ihm an, dass er sich endlich mal wieder amüsieren wollte.

"Und ich sehe mich ein wenig um", sagte Francis. Sie zwinkerte Christen zu. "Bin gleich zurück."

Natürlich ließ sie ihre Freundin absichtlich mit Thilo allein. Sie wollte die Entwicklung zwischen ihnen forcieren. Doch anstatt dass Thilo ein Gespräch mit Christen anfing, sah er Francis nur hinterher. Sie trug ein schwarzes Minikleid, was ihm zu gefallen schien.

Als Francis wieder zurückkam, war die Stimmung am Tisch nicht wesentlich gestiegen.

"Bei euch ist ja tote Hose", stellte sie fest. "Ihr solltet auch tanzen gehen!"

"Ich warte erst mal, bis unsere Drinks kommen", antwortete Thilo. Er hatte ein weißes Rüschenhemd an und ein schwarzes Jackett darüber. Sein Gesicht war gepudert, seine Augen tiefschwarz geschminkt, und seine langen Haare verteilten sich gleichmäßig über den Rücken. Suchend drehte er sich nach einem Kellner um. Francis seufzte. Mittlerweile nahm sie an, dass er nicht der richtige Mann für Christen war, obwohl die sich auf den Abend gefreut hatte.

"Oh, ich glaube, Gero hat ein Problem", unterbrach Thilo die Stille zwischen ihnen.

Schon sahen sie alle zur Tanzfläche, wo Gero von zwei Männern umringt wurde. Sie hatten einen südländischen Teint und redeten auf ihn ein.

"Soll ich mal hingehen?", fragte Thilo, doch Francis kam ihm zuvor. "Ich mache das schon."

Kurz darauf war sie auf der Tanzfläche angekommen und hörte die aufdringlichen Worte der fremden Männer. "Hey, noch was vor heute, Süßer?"

Gero nahm Abstand von ihnen. Vehement schüttelte er den Kopf. "Lasst mich in Ruhe, okay?"

Die Lage schien ernst. Francis kannte diese Aufreißer. Ohne Vorurteile zu haben, hatte sie schon oft beobachtet, wie diese Typen harmlose Gäste anmachten. Ihr Gang war zielstrebig. Auf die Schnelle fiel ihr keine andere Lösung ein, als Geros Freundin zu mimen.

"Es tut mir Leid, dass du so lange warten musstest!", äußerte sie sich lauthals, damit die indiskreten Verehrer ja alles mitbekamen. Sie schlang ihre Arme um Gero und presste ihre Lippen auf seinen Mund.

Die fremden Männer sahen sich an.

"Hätte schwören können, dass der schwul ist."

Sie schüttelten die Köpfe und waren verschwunden. Francis atmete auf. Nur zögernd löste sie sich aus Geros Umarmung. "Sie sind weg."

Es klang erleichtert. Umso erstaunter war sie, dass Gero kaum reagierte, sondern wie versteinert vor ihr stand und ihren Mund weiterhin fixierte.

Der Kuss hatte ihm zugesagt, das hatte Francis gespürt. Er hatte ihn sinnlich erwidert, sodass auch sie Gefallen daran gefunden hatte. Sie hatte schon immer geahnt, dass Gero in seiner Leidenschaft sanft und gefühlvoll vorging, und der zärtliche Kuss bestätigte das. "Wir sollten wieder zum Tisch gehen, bevor du noch mal angequatscht wirst", unterbrach Francis die peinliche Stille. Gero nickte. Allmählich kehrte Leben in seinen Körper zurück.

"Danke, dass du mir geholfen hast. Das war echt nett."

Später fuhren sie mit Thilos Wagen nach Hause. Unschwer war zu erkennen, dass der noch ein Weilchen mit Christen allein sein wollte. Vielleicht wollte er die Situation zwischen ihnen klären?

Zu Hause angekommen, fasste Francis fast unbemerkt an Geros Arm und lotste ihn in ihre Wohnung.

"Wir sehen uns noch einen Film an!"

Christen nickte, und kaum hörte Thilo diese Botschaft, zwinkerte er Francis dankbar zu. Somit verschwand er mit Christen in der WG, und Gero folgte Francis in deren...

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