Age of Trinity - Silbernes Schweigen

 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 26. Januar 2018
  • |
  • 610 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-0390-4 (ISBN)
 
AGE OF TRINITY - der Beginn einer neuen Ära

Kontrolle, Präzision und Familie - das sind die drei Pfeiler, auf denen die Mediale Silver Mercant ihr Leben aufgebaut hat. Für Chaos, Emotionen und Leidenschaft ist kein Platz. Aber all das verkörpert Valentin Nikolaev, Alpha der StoneWater-Bären für die kühle Mediale. Und obwohl sie ihm einen Korb nach dem anderen gibt, lässt sich der charismatische Gestaltwandler nicht beeindrucken und flirtet bei jeder Begegnung unverhohlen mit ihr. Doch als ein Anschlag auf Silver verübt wird, bei dem sie fast stirbt, ist Valentin ihre einzige Zuflucht...

'Nalini Singh ist brillant!' USA Today
  • Deutsch
  • 1,25 MB
978-3-7363-0390-4 (9783736303904)
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1


Wer den Mercants angehört, bewegt sich wie ein Schatten - mit Entschlossenheit, Intelligenz und gnadenloser Präzision.

Ena Mercant (circa 2057)

Silver Mercant glaubte an Kontrolle. Sich niemals überrumpeln zu lassen, machte sie so gut wie unangreifbar in allem, was sie tat. Sie war stets auf alles vorbereitet - nur nicht auf den muskelbepackten Hünen, der plötzlich vor ihrer Wohnungstür stand.

»Wie sind Sie ins Haus gelangt?«, fragte sie auf Russisch und baute sich mitten im Eingang auf, damit er nicht vergaß, dass dies ihr Revier war.

Bären hatten die Angewohnheit, ein Hindernis kurzerhand aus dem Weg zu räumen.

Dieses Exemplar zuckte im Türrahmen lehnend die breiten Schultern. »Indem ich nett darum bat«, antwortete es in derselben Sprache.

»Dies ist das sicherste Gebäude im Zentrum Moskaus.« Silver taxierte das Gesicht mit dem markanten Kiefer und einer Haut wie dunklem Honig. Es war keine Sonnenbräune. Valentin Nikolaev wies diesen Teint auch im Winter auf, im Sommer dunkelte er nach. »Und das Wachpersonal«, fuhr sie fort, »besteht aus ehemaligen Soldaten, die das Wort >nett< nicht kennen.« Einer davon war ein Mercant. Und an einem Mercant mogelte sich niemand vorbei.

Mit Ausnahme dieses Mannes. Dies war nicht das erste Mal, dass er auf ihrer Türschwelle im vierunddreißigsten Stock des Gebäudes auftauchte.

»Ich verfüge über einen besonderen Charme«, erklärte Valentin, dessen mächtige Statur das Licht aussperrte. Sein breites Lächeln brachte die vertrauten Grübchen in seinen Wangen zum Vorschein, und sein tintenschwarzes Haar war derart zerzaust, dass sie sich fragte, ob er überhaupt einen Kamm besaß. Gleichzeitig wirkte es seidenweich und bildete damit einen seltsamen Kontrast zu seinen scharf geschnittenen Gesichtszügen.

Valentin ließ keinerlei Anspannung erkennen, sein Körper wirkte völlig entspannt.

Er bemühte sich, harmlos zu wirken, aber sie war kein Dummkopf. Ungeachtet ihrer Kampfausbildung hätte das Alphatier des StoneWater-Clans sie, bildlich gesprochen, wie eine Wanze zerquetschen können. Er war zu stark und muskulös, er konnte nicht ohne Waffe geschlagen werden. Nur gut, dass Silvers messerscharfer Verstand einer solchen gleichkam.

»Aus welchem Grund suchen Sie mich um sieben Uhr morgens auf?«, fragte sie, als feststand, dass er ihr nicht verraten würde, wie er an den Wachen vorbeigekommen war.

Er streckte die Hand aus, in der er einen Datenkristall hielt. »Der Clan hat dem Krisennetz eine Analyse der kleinen Zwischenfälle versprochen, um die wir uns in den vergangenen drei Monaten gekümmert haben.«

Bei diesen »kleinen Zwischenfällen« handelte es sich um Situationen, in denen Mediale, Menschen oder Gestaltwandler ohne Rudelzugehörigkeit in dem von dem StoneWater-Clan kontrollierten Gebiet dessen Hilfe benötigten oder aber andernorts die eines in der Nähe befindlichen Bären. Als Direktorin des unter der Schirmherrschaft des Dreigruppenbündnisses stehenden weltweiten Krisenreaktionsnetzes war es Silvers Aufgabe, sämtliche verfügbaren Reserven zu koordinieren, zu denen in diesem Teil der Welt auch die StoneWater-Bären zählten.

Natürlich hatte sie nicht die Macht, ihnen irgendetwas zu befehlen - ein solcher Versuch gegenüber einem Raubtiergestaltwandler wäre zu kläglichem Scheitern verurteilt. Aber sie konnte sie bitten. Bislang hatten die Bären immer eingewilligt. Der Datenkristall würde ihr verraten, wie viele Clanmitglieder und/oder andere Ressourcen bei den jeweiligen Zwischenfällen erforderlich gewesen waren, und es ihr erleichtern, ihre künftigen Anliegen präziser zu formulieren.

Sie nahm den Kristall, ohne zu fragen, wieso das Alphatier des Clans die Informationen persönlich überbrachte.

Valentin regelte die Dinge gern auf seine Weise.

»Weshalb sieht Selenka tatenlos zu, wie Sie in ihr Revier eindringen?« Die BlackEdge-Wölfe kontrollierten diesen Teil Moskaus, was den Zutritt für Gestaltwandler betraf. Die Stadt war gleichmäßig zwischen dem Wolfsrudel und dem Bärenclan aufgeteilt, ihre jeweiligen Territorien grenzten beidseitig an die zentrale Trennlinie an.

Dieses Wohnhaus befand sich in der Hälfte der BlackEdges.

Valentin lächelte, dabei leuchteten seine tiefdunklen Augen auf eine Weise, die sich nicht beschreiben ließ. »Die Wölfe und die Bären sind jetzt Freunde.«

Wäre Silver zu Gefühlen imstande gewesen, hätte sich in ihrer Miene blanke Ungläubigkeit gespiegelt. Die beiden mächtigsten Rudel in Russland unterhielten eine gut funktionierende Beziehung und lieferten sich keine gewalttätigen Auseinandersetzungen mehr, aber sie waren mitnichten Freunde. »Ich verstehe«, sagte sie, ohne den Blick von den onyxschwarzen Augen abzuwenden.

Manche Raubtiergestaltwandler interpretierten fehlenden Blickkontakt als Unterwürfigkeit, sogar dann, wenn sie es mit Menschen oder Medialen zu tun hatten. Die Bären zählten definitiv dazu. Sie machten daraus auch keinen Hehl. Tatsächlich waren sie die am wenigsten unergründlichen Gestaltwandler, die Silver durch ihre Funktion als Kaleb Krycheks Chefassistentin und Leiterin des Krisennetzes kennengelernt hatte.

»Was sehen Sie, Starlight?«, fragte Valentin mit seiner tiefen Stimme, die von dem Tier in ihm kündete.

Silver ersparte es sich, auf den Namen zu reagieren, bei dem er sie hartnäckig nannte. Als sie ihn einmal darauf hingewiesen hatte, wie unhöflich es sei, nicht ihren richtigen Namen zu benutzen, hatte er gekontert, dass es ihn nicht stören würde, wenn sie ihn ihren medvezhonok, ihren Teddybären, nennen würde. Es war schwierig, ein vernünftiges Gespräch mit jemandem zu führen, den man allem Anschein nach weder beleidigen noch vergraulen konnte.

Bären.

Sie hatte dieses Wort Selenka Durev bei mehr als einer Gelegenheit mit zusammengebissenen Zähnen sagen hören. Obwohl Silvers Konditionierung durch Silentium fehlerlos und sie vollkommen frei von Gefühlen war, konnte sie, seit sie Valentin kannte, die Reaktion der Leitwölfin nachvollziehen. »Danke für die Informationen«, sagte sie zu ihm. »Nächstes Mal könnten Sie eventuell eine Erfindung in Betracht ziehen, die wir in der zivilisierten Welt E-Mail nennen.«

Sein lautes Lachen schallte durch ihre Wohnung, füllte sie bis in den letzten Winkel aus.

Sie wusste nicht warum, aber es durchfuhr sie immer, wenn Valentin in ihrer Nähe lachte. Zahllose Male hatte sie sich schon ins Gedächtnis gerufen, dass sie für den mächtigsten Mann auf dem Planeten arbeitete, wohingegen Valentin nur ein Gestaltwandler-Alphatier war. Leider schienen Alphatiere über ihr ganz eigenes, mächtiges Charisma zu verfügen. Und dieser Anführer der Bären besaß es im Übermaß.

»Haben Sie über mein Angebot nachgedacht?«, fragte er, und noch immer stand ihm das Lachen in den Augen.

»Es bleibt bei meiner Antwort«, entgegnete Silver, während sich gleichzeitig in ihrer Brust ein brennendes Gefühl ausbreitete. »Ich möchte nicht mit Ihnen Eis essen gehen.«

»Es ist wirklich gute Eiscreme.« Valentins Lächeln erstarb, als er sich, eben noch am Türrahmen lehnend, zu voller Größe aufrichtete, was seine Körperkraft auf einschüchternde Weise hervorhob. »Geht es Ihnen gut?«

»Ja, bestens«, behauptete Silver, während sich das Brennen zu einem stechenden Schmerz verstärkte. Etwas stimmte nicht. Sie musste Kontakt zu .

Ihr Gehirn erlitt einen Kurzschluss. Sie war sich bewusst, dass ihr Körper zu zucken begann, sie keuchend um Atem rang und ihre Beine nachgaben, doch ihre telepathischen »Muskeln« wollten ihr nicht gehorchen, sodass sie weder ihre Familie noch Kaleb um eine Notfallteleportation bitten konnte.

Indem er sich weit schneller bewegte, als die meisten es einem Gestaltwandlerbären zugetraut hätten, fing Valentin Silvers zarten, taumelnden Körper auf. Er wusste, dass ihr Schwanken nicht auf die hochhackigen Pumps, die sie bevorzugt trug, zurückzuführen war, weil diese ihr nie Probleme bereiteten. Sie lief so sicher auf ihnen wie er auf seinen »Bigfoot«-Füßen, wie eine seiner drei älteren Schwestern sie nannte.

»Nichts passiert, Starlight«, sagte er, als er sie auf seine Arme hob und ihre Wohnung betrat.

Seit zehn langen Monaten, genauer gesagt, seit seiner ersten Begegnung mit Ms Silver Mercant, war das schon sein Wunsch, jedoch war er keinesfalls darauf gefasst gewesen, dass es einmal dazu käme, weil sie in seinen Armen von einem Krampfanfall geschüttelt wurde. Nachdem er sie auf das dunkelgraue Sofa gebettet hatte, drehte er sie auf die Seite und hielt ihr Kinn fest, um das Zucken ihres Kopfes zu verringern. Wenigstens atmete sie, wenn auch stoßweise.

Dann griff er nach seinem Handy, um Kaleb Krychek anzurufen. Dank seiner extrem starken Kräfte konnte der TK-Mediale ihr viel schneller als jeder Krankenwagen medizinische Hilfe beschaffen. Aber Silvers Krämpfe waren zu stark, als dass er gleichzeitig telefonieren und verhindern konnte, dass sie sich selbst verletzte. Leise fluchend legte er das Handy weg und drückte die Hand auf ihre Hüfte, um sie dort zu halten.

»Das ist nicht die Art, wie ich mir erträumt hatte, Sie zu berühren, moyo solnyshko.« Er sprach mit ihr, um sie wissen zu lassen, dass sie nicht allein war, doch mit jeder verstreichenden Sekunde wurde ihm banger ums Herz. Der Anfall dauerte zu lang.

Valentin beschloss, das Risiko einzugehen. Er ließ ihre Hüfte los, griff nach dem...

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