Das Gesundheitssystem in Deutschland

Eine Einführung in Struktur und Funktionsweise
 
 
Hogrefe (Verlag)
  • 6. Auflage
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  • erschienen am 23. Januar 2017
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  • 352 Seiten
 
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978-3-456-75743-8 (ISBN)
 
Ein kompliziertes System besser verstehen Das deutsche Gesundheitswesen ist hochkomplex und für Außenstehende nur schwer durchschaubar. Sogar Experten haben Schwierigkeiten, die Struktur und Funktionsweise der verschiedenen Teilsysteme und Versorgungsbereiche insgesamt zu überblicken. Durch die zahlreichen Gesundheitsreformen wird es zudem immer schwieriger, den Überblick zu behalten. Dies ist nicht nur für Patienten und Leistungserbringer ein Problem, sondern auch für Lehre und Unterricht zu Themen des Gesundheitssystems und der Gesundheitspolitik. Dieses Referenzwerk leistet einen Beitrag zu mehr Transparenz des deutschen Gesundheitswesens und bietet eine allgemein verständliche Einführung in die gegenwärtige Struktur und Funktionsweise des deutschen Gesundheitssystems und seiner wichtigsten Teilsysteme. Neu in der 6., aktualisierten Auflage Alle bis Anfang 2016 in Kraft getretenen relevanten Änderungen gesetzlicher Grundlagen wurden eingearbeitet und die Tabellen und übrigen Daten entsprechend aktualisiert. Das Buch eignet sich insbesondere als Basis-Einführung für Studierende, aber auch als Nachschlagewerk für alle bereits erfahrenen Akteure im Gesundheitswesen sowie für Journalisten und Politiker.
6., vollst. aktual. u. überarb. Auflage
  • Deutsch
  • Bern
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  • Deutschland
  • Für alle Akteure im Gesundheitswesen allgemein, Studierende der Gesundheitswissenschaften, Journalisten und Politiker
  • 61
  • |
  • 61 Tabellen
  • 7,01 MB
978-3-456-75743-8 (9783456757438)
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Das Gesundheitssystem in Deutschland [Seite 1]
1.1 - Inhalt [Seite 7]
1.2 - Vorwort [Seite 11]
1.3 - Vorwort zur ersten Auflage [Seite 13]
2 - 1 Die historische Entwicklung des deutschen Gesundheitssystems [Seite 17]
2.1 - 1.1 Mittelalterliche und fru?hkapitalistische Wurzeln [Seite 18]
2.2 - 1.2 Das deutsche Kaiserreich [Seite 23]
2.3 - 1.3 Die Weimarer Republik [Seite 27]
2.4 - 1.4 Die nationalsozialistische Diktatur [Seite 29]
2.5 - 1.5 Das Gesundheitswesen der fru?heren BRD [Seite 31]
2.5.1 - 1.5.1 Reorganisation und Wiederaufbau [Seite 31]
2.5.2 - 1.5.2 Ausbau des Sozialstaates [Seite 33]
2.5.3 - 1.5.3 Phase der "Kostendämpfungspolitik" [Seite 36]
2.5.4 - 1.5.4 Zusammenfassung [Seite 38]
2.6 - 1.6 Das Gesundheitswesen der DDR [Seite 39]
2.6.1 - 1.6.1 Sozialversicherung [Seite 40]
2.6.2 - 1.6.2 Ambulante Versorgung [Seite 42]
2.6.3 - 1.6.3 Stationäre Krankenversorgung [Seite 45]
2.6.4 - 1.6.4 Zusammenfassung [Seite 45]
2.7 - 1.7 Das Gesundheitswesen im vereinten Deutschland [Seite 47]
3 - 2 Grundprinzipien der sozialen Sicherung im Krankheitsfall [Seite 61]
3.1 - 2.1 Sozialstaatsgebot [Seite 62]
3.2 - 2.2 Solidarprinzip [Seite 63]
3.3 - 2.3 Subsidiaritätsprinzip [Seite 64]
3.4 - 2.4 Bedarfsdeckungsprinzip [Seite 65]
3.5 - 2.5 Sachleistungsprinzip [Seite 67]
3.6 - 2.6 Versicherungspflicht [Seite 68]
3.7 - 2.7 Selbstverwaltung [Seite 68]
4 - 3 Grundstrukturen und Basisdaten des Gesundheitssystems [Seite 71]
4.1 - 3.1 Grundstrukturen des deutschen Gesundheitssystems [Seite 71]
4.1.1 - 3.1.1 Regulierung [Seite 72]
4.1.2 - 3.1.2 Finanzierung [Seite 78]
4.1.3 - 3.1.3 Leistungserbringung [Seite 82]
4.1.4 - 3.1.4 Zusammenspiel von Regulierung, Finanzierung und Leistungserbringung [Seite 83]
4.2 - 3.2 Basisdaten des deutschen Gesundheitssystems [Seite 84]
4.2.1 - 3.2.1 Einrichtungen und Beschäftigte [Seite 85]
4.2.2 - 3.2.2 Höhe und Zusammensetzung der Gesundheitsausgaben [Seite 91]
4.2.3 - 3.2.3 Ausgabenentwicklung [Seite 94]
5 - 4 Die Krankenversicherung [Seite 99]
5.1 - 4.1 Gesetzliche Krankenversicherung [Seite 102]
5.1.1 - 4.1.1 Organisationsstruktur [Seite 106]
5.1.2 - 4.1.2 Aufgaben [Seite 110]
5.1.3 - 4.1.3 Versicherte [Seite 111]
5.1.4 - 4.1.4 Leistungen [Seite 114]
5.1.5 - 4.1.5 Finanzierung [Seite 117]
5.1.6 - 4.1.6 Gesundheitsfonds und Risikostrukturausgleich [Seite 120]
5.1.7 - 4.1.7 Ausgaben [Seite 121]
5.1.8 - 4.1.8 Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung [Seite 125]
5.2 - 4.2 Private Krankenversicherung [Seite 128]
5.2.1 - 4.2.1 Private Versicherungsunternehmen und staatliche Regulierung [Seite 128]
5.2.2 - 4.2.2 Versicherungspflicht und Versicherte [Seite 129]
5.2.3 - 4.2.3 Zugang zum Versicherungsschutz [Seite 131]
5.2.4 - 4.2.4 Versicherungsleistungen [Seite 137]
5.2.5 - 4.2.5 Grundsätze der Prämienkalkulation [Seite 141]
5.2.6 - 4.2.6 Alterungsru?ckstellungen in der PKV [Seite 146]
5.2.7 - 4.2.7 Standardtarif - Basistarif - Notlagentarif [Seite 148]
5.2.8 - 4.2.8 Finanzergebnisse der PKV [Seite 149]
5.3 - 4.3 Gesetzliche und privateKrankenversicherung:eine Gegenu?berstellungzentralerMerkmale [Seite 154]
6 - 5 Die ambulante ärztliche Versorgung [Seite 159]
6.1 - 5.1 Strukturmerkmale [Seite 159]
6.2 - 5.2 Basisdaten [Seite 161]
6.3 - 5.3 Organisation [Seite 167]
6.3.1 - 5.3.1 Ärztekammern [Seite 168]
6.3.2 - 5.3.2 Kassenärztliche Vereinigung [Seite 169]
6.3.3 - 5.3.3 Vertragsärzte [Seite 174]
6.4 - 5.4 Vergu?tungssystem [Seite 177]
6.4.1 - 5.4.1 Gesamtverträge und Gesamtvergu?tung [Seite 180]
6.4.2 - 5.4.2 Einheitlicher Bewertungsmaßstab [Seite 184]
6.4.3 - 5.4.3 Honorarverteilung [Seite 186]
6.4.4 - 5.4.4 Von der Einzelleistungsabrechnung bis zum Honorarbescheid [Seite 188]
6.4.5 - 5.4.5 Vergu?tung privatärztlicher Leistungen [Seite 190]
6.5 - 5.5 Zusammenfassung:Das System der ambulantenärztlichenVersorgung [Seite 192]
7 - 6 Die Arzneimittelversorgung [Seite 195]
7.1 - 6.1 Strukturmerkmale [Seite 196]
7.2 - 6.2 Basisdaten [Seite 198]
7.3 - 6.3 Organisation [Seite 199]
7.3.1 - 6.3.1 Herstellung [Seite 199]
7.3.2 - 6.3.2 Zulassung [Seite 203]
7.3.3 - 6.3.3 Vertrieb und Handel [Seite 203]
7.4 - 6.4 Das System der Preisbildung [Seite 205]
7.4.1 - 6.4.1 Festbetragssystem [Seite 205]
7.4.2 - 6.4.2 System der Preisbildung: Herstellerpreis bis zum Apothekenabgabepreis [Seite 206]
7.4.3 - 6.4.3 Arzneimittelrabattverträge [Seite 209]
7.4.4 - 6.4.4 Arzneimittelversorgung der PKV-Versicherten [Seite 211]
8 - 7 Die Krankenhausversorgung [Seite 213]
8.1 - 7.1 Strukturmerkmale [Seite 222]
8.2 - 7.2 Basisdaten [Seite 224]
8.2.1 - 7.2.1 Krankenhäuser und Betten [Seite 224]
8.2.2 - 7.2.2 Leistungen [Seite 224]
8.2.3 - 7.2.3 Personal [Seite 225]
8.2.4 - 7.2.4 Ausgaben [Seite 225]
8.3 - 7.3 Organisation [Seite 231]
8.3.1 - 7.3.1 Krankenhausbehandlung [Seite 231]
8.3.2 - 7.3.2 Krankenhausplanung [Seite 234]
8.4 - 7.4 Finanzierung [Seite 238]
8.4.1 - 7.4.1 Investitionsförderung [Seite 239]
8.4.2 - 7.4.2 Entwicklung des Vergu?tungssystems [Seite 242]
8.4.3 - 7.4.3 Das deutsche DRG-Fallpauschalensystem [Seite 244]
8.4.4 - 7.4.4 Fallgruppensystem [Seite 246]
8.4.5 - 7.4.5 Zweistufiges System der Preisbildung [Seite 251]
8.4.6 - 7.4.6 Budget- und Pflegesatzverhandlungen [Seite 253]
8.5 - 7.5 Versorgung von Privatpatienten [Seite 257]
8.6 - 7.6 Zusammenfassung: Das System der stationären Krankenversorgung [Seite 259]
9 - 8 Die Pflegeversicherung [Seite 263]
9.1 - 8.1 Grundlegende Prinzipien und Strukturmerkmale [Seite 265]
9.2 - 8.2 Leistungen [Seite 268]
9.2.1 - 8.2.1 Pflegebedu?rftigkeit und Pflegegrade [Seite 268]
9.2.2 - 8.2.2 Leistungskatalog [Seite 272]
9.3 - 8.3 Basisdaten [Seite 275]
9.3.1 - 8.3.1 Pflegebedu?rftigkeit insgesamt, Leistungsempfänger und Leistungen der sozialen Pflegeversicherung [Seite 276]
9.3.2 - 8.3.2 Einnahmen und Ausgaben der sozialen Pflegeversicherung [Seite 279]
9.4 - 8.4 Private Pflegeversicherung [Seite 282]
9.4.1 - 8.4.1 Private Pflegepflichtversicherung [Seite 283]
9.4.2 - 8.4.2 Private Pflegezusatzversicherung [Seite 284]
9.4.3 - 8.4.3 Basisdaten der privaten Pflegeversicherung [Seite 285]
10 - 9 Die ambulante Pflege [Seite 287]
10.1 - 9.1 Strukturmerkmale [Seite 288]
10.2 - 9.2 Basisdaten [Seite 289]
10.3 - 9.3 Organisation [Seite 298]
10.4 - 9.4 Finanzierung [Seite 300]
10.4.1 - 9.4.1 Häusliche Krankenpflege nach § 37 SGB V [Seite 300]
10.4.2 - 9.4.2 Vergu?tungssystem der sozialen Pflegeversicherung [Seite 303]
10.4.3 - 9.4.3 Investitionsförderung [Seite 306]
10.5 - 9.5 Zusammenfassung: Das System der ambulanten Pflege [Seite 306]
11 - 10 Die stationäre Pflege [Seite 309]
11.1 - 10.1 Strukturmerkmale [Seite 310]
11.2 - 10.2 Basisdaten [Seite 311]
11.3 - 10.3 Organisation [Seite 322]
11.4 - 10.4 Finanzierung [Seite 325]
11.5 - 10.5 Zusammenfassung: Das System der stationären Pflege [Seite 328]
12 - Literatur [Seite 331]
13 - Index [Seite 335]

Vorwort zur ersten Auflage


Gesundheit ist in der subjektiven und öffentlichen Wahrnehmung ein hohes, wenn nicht sogar das höchste menschliche Gut. Dem gesellschaftlichen Teilsystem, das sich mit der Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit, dem Erkennen, Heilen oder Lindern von Krankheit und Leiden beschäftigt, gilt von daher auch eine hohe gesellschaftliche Aufmerksamkeit. Dennoch aber ist und bleibt es für viele ein "Buch mit sieben Siegeln", dass sich - wenn überhaupt - nur wenigen Experten erschließt. Um als Patient das Gesundheitssystem zu nutzen, reichen in der Regel gewisse Grundkenntnisse aus, die man als Mitglied einer Gesellschaft im Verlauf des Hineinwachsens in diese Gesellschaft quasi "nebenbei" erwirbt. Wer jedoch im Gesundheitssystem Verantwortung für Patienten übernimmt oder an leitender Stelle im Gesundheitswesen tätig sein will, von dem wird zu Recht erwartet, dass er über mehr als nur Alltagswissen zur Struktur und Funktionsweise des Gesundheitswesens verfügt. Es reicht auch zunehmend nicht mehr aus, sich nur in dem Bereich des Gesundheitssystems auszukennen, in dem man tätig ist. An die Einrichtungen und Beschäftigten des Gesundheitssystems wird zunehmend die Anforderung gestellt, die gegenwärtige Fragmentierung und das häufig isolierte Nebeneinander der verschiedenen Versorgungsinstitutionen zu überwinden, um mit dem Ziel einer stärkeren Patientenorientierung Versorgungsabläufe sektor-, institutions- und einrichtungsübergreifend zu organisieren. Verbesserte Kooperation und Koordination im Gesundheitswesen erfordert aber vor allem auch verbessertes Wissen über die Strukturen und Funktionsweise nicht nur des eigenen, sondern auch der anderen Bereiche. Wer die Struktur- und Funktionslogik des anderen Teilsystems kennt, kann die Handlungslogik seiner Interaktionspartner des anderen Teilsystems auch besser verstehen.

Steigende Anforderungen an das Wissen über die Struktur und Funktionsweise des deutschen Gesundheitssystems sind aber nicht nur in Bezug auf die Beschäftigten des Gesundheitssystems zu verzeichnen. Auch Politik und Medien sind damit konfrontiert bzw. müssen sich dieser Anforderung stellen. Wer in der Gesundheitspolitik aktiv ist, sei es innerhalb einer Partei in gesundheitspolitischen Arbeitskreisen oder als gesundheitspolitisch engagierter Abgeordneter eines Kommunal- oder Landesparlaments oder des Bundestages, wird ohne Kenntnisse der Struktur und Funktionsweise des Gesundheitssystems nicht kompetent mitdiskutieren und sachadäquate Entscheidungen treffen können. Wer das Gesundheitssystem politisch umgestalten will, muss zunächst einmal wissen, wie es gegenwärtig funktioniert.

Und für die Medien gilt Ähnliches. Wer über Ereignisse und Entwicklungen im Gesundheitswesen kompetent berichten will, braucht Wissen über Hintergründe und Zusammenhänge des jeweiligen Teilsystems, aber auch des Gesundheitssystems insgesamt. Auch eine kompetente Berichterstattung über aktuelle gesundheitspolitische Debatten und Entscheidungen kommt ohne Hintergrundwissen über das Gesundheitssystem nicht aus. Sowohl Politiker als auch Journalisten stehen aber häufig vor dem Problem, dass es schwierig ist, interessenunabhängige Informationen zu erhalten. Nicht nur der Rückgriff auf Verbandsinformationen ist problematisch, in der Berichterstattung über gesundheitspolitische Debatten können auch Informationen von Ministerien und Politikern interessengeleitet sein. Zudem steht der interessierte Nicht-Experte häufig vor dem Problem, dass - wenn Informationen gefunden wurden - diese häufig Vorwissen voraussetzen und Fachbegriffe enthalten und dadurch für Laien letztlich nur begrenzt verständlich sind.

Auch verschiedene Wissenschaftsdisziplinen, die sich mit dem Gegenstand "Gesundheitssystem" beschäftigen, sind auf eine systematische und fundierte Darstellung des Gegenstandes und seiner Teilaspekte angewiesen, nicht nur, um sie für die Lehre zu nutzen, sondern auch um darauf aufbauend empirische Forschungsprojekte richtig konzipieren und Theorien gegenstandsangemessen entwickeln zu können. Dies betrifft insbesondere die Gesundheitswissenschaften, Gesundheitsökonomie, Politikwissenschaft und Soziologie.

Es bedarf also für zahlreiche Akteure in diesem Feld einer unabhängigen und zuverlässigen Quelle, die zudem möglichst schnell und ohne größeren Suchaufwand in allgemeinverständlicher Sprache und ohne Vorwissen vorauszusetzen Grundkenntnisse über die Struktur und Funktionsweise des deutschen Gesundheitssystems und seiner Teilsysteme bietet. Das vorliegende Buch versucht diesen Bedarf zu decken, indem es sowohl systematische Einführung ist, aber auch als Nachschlagewerk genutzt werden kann. In erster Linie ist es jedoch als systematische Einführung in das deutsche Gesundheitssystem konzipiert.

Es beginnt darum mit einem historischen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des deutschen Gesundheitswesens, dessen Wurzeln bis zu den mittelalterlichen Handwerkerzünften und Hospitälern zurückverfolgt werden. Für die Zeit zwischen 1945 und 1989 erfolgt eine getrennte Darstellung des Gesundheitssystems der alten BRD und der DDR. Darin unterscheidet sich diese Einführung von den übrigen gängigen Einführungen und Lehrbüchern zum Gesundheitswesen, die sich leider in der Regel auf eine Darstellung der alten BRD beschränken.

An die Darstellung der historischen Entwicklung schließen sich je ein Kapitel zu den Grundprinzipien der sozialen Sicherung im Krankheitsfall und den Grundstrukturen des deutschen Gesundheitssystems an. Das deutsche Gesundheitssystem wird getragen von grundlegenden Überzeugungen, die über Jahrhunderte entstanden sind und auch die zahlreichen Gesundheitsreformen bislang weitgehend unbeschadet überstanden haben. Diese Grundprinzipien bilden das normative Fundament sowohl des deutschen Gesundheitswesens als auch weiter Teile der deutschen Gesundheitspolitik. Ähnlich wie die Grundprinzipien das normative Fundament bilden, geben die Grundstrukturen eine Art Grundgerüst oder Bauplan für die verschiedenen Teilsysteme vor. Natürlich ist nicht jedes Teilsystem identisch strukturiert, allein schon aufgrund der unterschiedlichen Aufgabenstellungen und Ressourcen, wohl aber lassen sich allgemeine Konstruktionselemente zum Teil in allen, zumindest aber in den meisten Teilsystemen wiederfinden.

Die Darstellung der Teilsysteme des deutschen Gesundheitssystems beschränkt sich auf die wichtigsten Bereiche: die Kranken- und Pflegeversicherung, die ambulante ärztliche Versorgung, die Arzneimittelversorgung, die Krankenhausversorgung sowie die ambulante und die stationäre Pflege. Der Aufbau der einzelnen Kapitel folgt einer gleichen Systematik, vor allem um Komplexität zu reduzieren und gemeinsame Grundstrukturen der Teilsysteme deutlicher werden zu lassen. Am Schluss der jeweiligen Kapitel erfolgt jeweils eine kurze Zusammenfassung. Die Zusammenfassungen sollen das Vorhergehende in geraffter Form wiederholen, sie sollen aber auch Lesern, die das Buch nur selektiv nutzen wollen und nur an einem kurzen Einblick interessiert sind, die Möglichkeit bieten, sich in kurzer Form und relativ schnell einen Einblick in das jeweilige Teilsystem zu verschaffen. Wer also nur ein Teilsystem vertiefend studieren will und von den anderen nur ungefähres Wissen braucht, kann hierzu die jeweiligen Zusammenfassungen nutzen.

Zwar ist das vorliegende Buch primär als systematische Einführung konzipiert, es kann aber auch als Nachschlagewerk zur schnellen und selektiven Recherche einzelner Themen oder Begriffe genutzt werden. Hierzu befindet sich am Ende des Buches ein umfangreiches Schlagwortverzeichnis, in das alle zentralen Begriffe aufgenommen wurden. Zum schnellen Auffinden der Begriffe und besseren Orientierung beim selektiven Nachlesen sind die Schlagworte sowie alle zentralen Begriffe im laufenden Text durch Fettdruck hervorgehoben. Gegenüber einem typischen Schlagwörterbuch bietet dieser Aufbau den Vorteil, dass der System- und Sinnzusammenhang der recherchierten Schlagwörter durch die Einbettung in den laufenden Text erkennbar wird.

Ein zentrales Anliegen des vorliegenden Buches ist es, eine allgemeinverständliche Einführung in das deutsche Gesundheitssystem zu bieten, die keine Vorkenntnisse erfordert. Zugleich soll die Einführung aber natürlich sachlich richtig sein und nicht durch zu starke Vereinfachung in die Irre führen. Das setzt einer vereinfachenden Darstellung gelegentlich Grenzen, da die Nichterwähnung von Ausnahmen, Besonderheiten oder Einschränkungen einer Rechtsvorschrift leicht zu einem falschen Bild führen kann. Da der Gegenstand "Gesundheitssystem" mittlerweile außerordentlich komplex ist, kann und darf die Sprache das eine oder andere Mal nicht in dem Maße vereinfachen, wie dies für eine Einführung wünschenswert wäre, die sich vor allem an Nichteingeweihte und Nichtexperten richtet. Es bleibt in diesen Fällen nur die Bitte um Verständnis, dass im Zweifelsfall der sachlichen Richtigkeit Vorrang eingeräumt werden muss.

Als Basisjahr für die verwendeten Daten wurde überwiegend das Jahr 2000 gewählt. Dies hat zunächst einmal den Grund, dass amtliche und verlässliche Daten über das deutsche Gesundheitssystem immer erst mit einer gewissen Verzögerung vorliegen. Zudem werden die relevanten Daten nicht für alle Teilsysteme mit der gleichen zeitlichen Verzögerung veröffentlicht. Für einige Bereiche geht es schneller, für andere dauert es länger. Das Jahr 2000 bot gegenüber einem neueren Basisjahr den Vorteil, dass für alle Bereiche amtliche Daten vorlagen und somit eine Art Querschnittsdarstellung möglich war. Wer an neueren Daten interessiert ist, wird in den Literaturhinweisen am Schluss der jeweiligen Kapitel Hinweise auf Datenquellen finden,...

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