Ein Augenblick zu nah

Zion & Lia
 
 
dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 9. Juli 2020
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96817-028-2 (ISBN)
 

Sommer, Sonne, Strand und eine Begegnung, die dich nie wieder loslässt ... Ein berührender Liebesroman für spannende Lesestunden

Zion liebt die Dämmerung, das Meer und sein Surfbrett. Als er eines Abends einen ertrinkenden Hund aus den Wellen rettet, hat er keine Ahnung, dass der Vierbeiner sein Leben für immer verändern wird. Denn einige Jahre später läuft ausgerechnet der zurückhaltende Rüde der jungen Lia in die Arme. Das Tier ist wie ausgewechselt und auch Zion fühlt sich von ihrer geheimnisvollen Art angezogen. Doch Lia hegt eine unergründliche und schier unüberwindbare Wut gegen Surfer. Kann Zion Lias Schweigen brechen und sie für sich gewinnen oder ist bereits alles verloren?

Dies ist eine korrigierte Neuauflage des Romans Zwischen uns das Meer - Lia und Zion.

Erste Leserstimmen "Romantisch, einfühlsam und mitreißend - der perfekte Liebesroman." "Ein zauberhafter Sommerroman. Bestens geeignet für einen verträumten Tag am Meer!" "In Lia und Zion muss man sich einfach verlieben." "Mir hat besonders die Rolle des Hundes Wave gefallen - eine schöne Liebeserklärung an den besten Freund des Menschen!" "Ich liebe New Adult Romane und habe diesen hier nur so verschlungen!"

  • Deutsch
  • Digitale Ausgabe
  • 0,63 MB
978-3-96817-028-2 (9783968170282)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Nena Siara entwarf schon früh als heimatgebundene Lehrerin Kinderbücher. 2014 gewann sie bei einem Krimiwettbewerb. Seit Ende 2015 ist sie Autorin der Agentur Ashera und pflegt Kontakte zu anderen bekannten Autorinnen. Im Arunya-Verlag veröffentlichte sie 2016 neben anderen Autoren in der Anthologie Bunte Welt das Debüt ihrer Traumdetektivin Shirley Holmes. 2018 veröffentlichte sie die Novelle Tango und Tee und ihre humorige Romance Winternacht bei Tiffany.

1


Zion


Hey, Zion! Muss diese Töle immer dabei sein? Du siehst so gut aus, was brauchst du einen verdammten Köter?", rief Rickie quer über den Strand und schüttelte seine nasse, rote Lockenmähne. Die anderen Jungs lachten auf, einer rempelte Zion an, der gerade von seinem Jeep über den Sand Richtung Ufer lief.

"Vorsicht, keine Sprüche gegen Ellie!", gab Zion lässig zurück und streichelte seinen Mischling, der freudig neben ihm herlief. "Die ist mir hundertmal lieber als die dummen Blondchen, die es nur auf einen Surfer abgesehen haben!"

"Ach, die heiße Brünette letzte Woche war doch nicht von der Bettkante zu stoßen." Rickie lachte dreckig und die anderen Surfer stimmten mit ein. Alle außer Luisa, die gab Rickie einen Stoß mit dem Ellbogen.

"Und was hast du davon, du Playboy? Eine weitere Nacht Sex, und dann wieder ein leeres Bett und ein Mädchen mehr, das deine Telefonnummer kennt!", rief sie augenverdrehend.

Zion war Luisa dankbar für diesen Satz. Er drückte genau das aus, was er dachte. Die beiden kannten sich schon aus Kindheitstagen, waren nach der Schule in der Kleinstadt Croyde hängen geblieben und surften oft zusammen. Zion legte das Surfbrett auf das kleine Boot, das hier ankerte und zur Miete seines kleinen Strandhauses gehörte.

"Ach, hört schon auf, ihr Heiligen! Als ob du es nicht nötig hättest, Zion. Am Ende bist du noch schwul, und keiner weiß es."

Wieder lachten alle. Zion schüttelte den Kopf. Die Jungs hatten wieder ihre flotten Sprüche parat. Manchmal nervte es, aber im Kern waren sie in Ordnung und würden ihm immer zur Seite stehen, wenn er sie bräuchte. Der Tag war angenehm warm und dazu noch windig. So einen Saisonbeginn hatten sie schon einige Jahre nicht mehr. Alle Surfer waren draußen und ritten ihre Wellen, aber heute würde Zion nicht mitmachen.

"Fährst du wieder nach Downend?", wollte Rickie wissen. Sein Surfbrett klemmte unter seinem Arm, bereit für die nächste Welle.

Zion nickte. "Dort können wir ungestörter unsere Tricks üben."

Der Mischling war schon ins Boot gesprungen und wedelte fröhlich mit dem Schwanz, während Rickie sich jetzt mitsamt Board ins Wasser warf.

"Dann bis heute Abend in der Brandung. Du kommst doch?", rief er ihm laut durch die Brandung zu.

"Klar komme ich. Die Flut lass ich mir mit euch nicht entgehen."

Abends würden alle die letzten Wellen in der Dämmerung reiten. Das Schauspiel beobachteten immer viele Mädchen. Am Tag stellten die jungen Männer ihre nackten Oberkörper zur Schau, aber vor allem der Abend hatte eine besondere Magie und Anziehungskraft auf das andere Geschlecht und die jungen Surfer waren alles andere als abweisend ihren Fans gegenüber.

Zion zog Ellie die Schwimmweste über, schob das Boot in die Fluten und sprang mit einem Satz hinein. Ellie bellte aufgeregt, blieb aber brav an einer Stelle stehen.

"Ja, ja. Wir beide suchen uns jetzt mehr Ruhe zum Surfen, nicht wahr, Ellie?"

Wieder bellte die Hündin, als wolle sie zustimmen.

Während die Freunde längst ihren ersten Wellenritt genossen, entfernte sich das Boot immer weiter von der idyllischen Kleinstadt Croyde im Südwesten Englands. Hier, wo die schönsten und beliebtesten Surfstrände Großbritanniens vor der Tür lagen, war es nicht außergewöhnlich, dass die Jungs nur das Eine im Kopf hatten. Sie wuchsen mit dem Meer, den Wellen und dem Surfbrett auf wie Großstadtkinder mit der Underground und dem Smog.

Ihr Ziel, Downend, lag am südlichen Rand von Croyde und bot ideale Bedingungen für surfbegeisterte Hunde. Sanfte Wellen und schmale Strandabschnitte, die meisten nur von Spaziergängern besucht. Bis zur felsigen Küste war es nicht weit, aber für beide war das Boot komfortabler als der Weg über die steinigen Klippen. Der Hund liebte das Wasser und das Gefährt und hielt die Nase neugierig in den salzigen Wind.

"Das hast du gern, Ellie, stimmt's?"

Ellie bellte als Antwort, als hätte sie jedes Wort verstanden. Auch heute war wieder optimaler Wind und als Zion sein kleines Boot an Land ruderte und zwischen die Felsen von Downend zog, hechelte Ellie hektischer denn je.

"Warte nur ab, Mädchen. Gleich sind wir so weit." Er überprüfte noch einmal Ellies Schwimmweste. Alles fest. Dann schnappte er sich das Surfruder und hob das Surfbrett aus dem Boot.

"Na, darf Ihr Hund wieder mit?"

Zion sah über die Schulter und erkannte Mac James zwischen den Felsen. Der ältere Mann war Besitzer des beliebten Bed & Breakfast der Stadt. Er saß des Öfteren zwischen den Felsen und amüsierte sich, wenn Ellie auf dem Surfbrett die Wellen ritt.

"Ja! Sie liebt es. Genau wie ich!", antwortete Zion und lächelte ihn an.

Mac James nickte grinsend. "Erst habe ich gedacht, Sie quälen das Tier, aber jetzt bin ich überzeugt, dass sie gerne surft."

"Das denken alle. Die wenigsten schauen zu oder machen sich darüber Gedanken. Meine Kumpels behaupten sogar, dass ich nicht mehr alle Tassen im Schrank habe."

"Das kann ich mir denken. Ihre Kollegen denken wahrscheinlich lieber an die Girls und surfen direkt am Strand von Croyde, nicht wahr?" Mac James lachte. Auch er war in jungen Jahren dem Surfen verfallen und ebenso den Mädchen, die von diesem Sport angezogen wurden wie die Motten von gleißendem Licht. Das Ergebnis war bei beiden ähnlich. Die Motten verbrannten sich an der Hitze, die Mädels an der einseitigen Liebe zu den Wellenreitern.

Zion lachte. "Ja, so sieht's aus. Aber jetzt wollen wir mal. Ellie will nicht mehr warten." Er nickte Mac James freundlich zu und stapfte Richtung Wasser.

"Viel Spaß!", rief der noch, bevor die laut brechenden Wellen jedes weitere Wort verschluckten.

Immer und immer wieder paddelte Zion mit seinem verrückten Hund auf dem Brett ins Meer hinaus und ließ sich dann in die Brandung gleiten. Entweder mit ihr zusammen, oder Ellie verbrachte den Ritt auf seinen Schultern, oder aber er lenkte das Brett in die passende Richtung, sodass Ellie einen nahezu perfekten Hunderitt hinlegen konnte. Abschließend sprang sie übermütig einige Minuten in der Brandung herum, während sich Zion allein in die Wellen stürzte. Mac James hatte sich das Schauspiel einige Male angesehen und dann wieder den Heimweg angetreten.

Stunden später, der Strand leerte sich bereits, zeigte die untergehende Sonne den Abschied vom Wellenreiten an. "Es wird Zeit. Für heute langt's, Ellie!"

Ellie sprang ins Boot und Zion schob es gegen die eintretende Ebbe in die Fluten.

Obwohl die beiden erschöpft waren, ruderte Zion jedes Mal nach einem Wellenritt einige Meter weiter hinaus, als er musste, um zum Strand zurückzufahren. Weiter draußen legte er die Ruder ins Boot und genoss den stillen Abschied vom Tag in Gedanken an die schönen und freudvollen Momente mit Ellie und dem Meer. Dankbar schloss er die Augen und atmete die salzige Seeluft ein.

Lautes Bellen schreckte ihn auf. Ellie war auf ihn gesprungen, stemmte die Vorderpfoten auf seine Brust und sah hechelnd aufs Meer hinaus.

"Was hast du denn?" Erschrocken sah Zion seine Hündin an, die plötzlich laut bellend zum Bug des Bootes lief und aufgeregt ins Wasser sah. Stirnrunzelnd setzte Zion sich auf, warf ebenfalls einen Blick über den Bootsrand und traute seinen Augen nicht. Ein graues Etwas trieb mit den Wellen dahin und versuchte krampfhaft, sich am Boot festzukrallen. Erst glaubte er, es wäre eine verletzte Robbe, ein Delfin oder ein Seehund, wie sie auf Lundy Island zu sehen waren - aber das hier war kleiner und hatte lange Pfoten. Endlich erkannte Zion, was da verzweifelt um Hilfe bettelte. Ein Hund!

"Um Gottes willen", murmelte er, beugte sich vor und griff mit einem Ruck nach dem erschöpften Tier. "Was machst du denn für Sachen?", fragte er, als er es über die Reling gezogen hatte. Auch Ellie beäugte den triefenden Hund, während Zion nach seinem Handtuch griff und ihn abrubbelte.

"Wo kommst du denn her, und wo gehörst du hin?" Zion sah sich um. Er war mindestens zwei Kilometer vom Strand entfernt, und dass der junge Hund diese Strecke hatte schwimmen können, grenzte an ein Wunder. Am typisch grau-silbrigen Fell und dem verkürzten Schwanz erkannte Zion mit dem geschulten Tierarztauge sofort einen Weimeraner. Er schien noch jung zu sein, denn sein Körper war noch zu klein für das faltige Fell, die Ohren zu groß für den Kopf und der Ausdruck der Augen noch unerfahren, was sich nach diesem Vorfall sicher ändern würde.

Eilig ruderte Zion dem Strand entgegen. Ellie hatte sich zu dem jungen Hund gesellt, der zitternd vor Zion saß. In Ufernähe erkannte er schon seine Surffreunde, die sich wie üblich für ihre Wellenritte feiern ließen.

"Hey Zion, verdoppelt sich dein Hund beim Surfen, oder hab ich schon zu viel getrunken?"

Da waren sie wieder, die hohlen Sprüche seiner mittlerweile betrunkenen Freunde. Tagsüber ließen sie sich von Frauen bewundern und abends waren sie oft zu betrunken, um diese ernst zu nehmen. Dennoch verband sie alle die gemeinsame Liebe zum Meer und den Wellen, wie ein unsichtbares Bündnis.

Er nahm den jungen Weimeraner auf den Arm und trat auf Rickie zu. "Du bist eindeutig vollkommen dicht, Rickie. Das sieht doch ein Blinder, dass das nicht dieselben Hunde sind!" Kopfschüttelnd wandte sich Zion ab.

Doch kaum hatte er einen Schritt vom gut besuchten Lagerfeuer weg gemacht, hielt Rickie ihn am Arm zurück. "Hey Alter, lass gut sein. War dumm von mir, okay?", sagte er, als hätte er gemerkt, dass er es übertrieben hatte. "Komm schon, setz dich zu uns ans Feuer."

"Geht nicht. Ich muss zum Tierarzt. Den Hund hier hab ich in den...

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