Unsterblich verliebt

 
 
MIRA Taschenbuch (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Juli 2011
  • |
  • 352 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-86278-070-9 (ISBN)
 
Wie die meisten Teenager hat auch Aden Stone Freunde. Nur dass es bei ihm vier menschliche Seelen sind, die in ihm wohnen, unablässig an ihm zerren und zudem über magische Fähigkeiten verfügen: Eve kann in die Vergangenheit zurückversetzen; Julian erweckt Tote zum Leben. Caleb verkörpert den Zorn, und Elijah kann in die Zukunft schauen. Alles, was Aden sich wünscht, ist Frieden. Den verspürt er zum ersten Mal in der Gegenwart der 16jährigen Mary Ann, denn sie bringt die Stimmen in ihm zum Schweigen. Die ungleichen Freunde werden bald durch den attraktiven Werwolf Riley und die Vampirprinzessin Victoria ergänzt. Nichts ist wirklich normal bei den ungleichen Liebespaaren. Und auch nicht erlaubt. Dennoch gehen die vier durch dick und dünn. Gemeinsam nehmen sie den Kampf mit den dunklen Mächten auf, die ihre Heimat, Crossroads, zu erobern suchen.
  • Deutsch
  • Köln
  • 1,27 MB
978-3-86278-070-9 (9783862780709)
3862780708 (3862780708)
weitere Ausgaben werden ermittelt

1. KAPITEL


Ein Friedhof. Nein. Nein, nein, nein! Wie war er denn hier gelandet?

iPod zu hören, während er eine neue Stadt erkundete, war offenbar keine gute Idee gewesen. Vor allem nicht, weil Crossroads in Oklahoma, das wahrscheinlich die Welthauptstadt der Gartenzwerge und mit Sicherheit die Hölle auf Erden war, so klein war, dass man es fast übersah.

Hätte er den Nano doch nur auf der D&M-Ranch gelassen, dem Wohnheim für "missratene" Jugendliche, in dem er vorübergehend wohnte. Aber das hatte er nicht. Er hatte sich Ruhe gewünscht, nur ein wenig Ruhe. Und jetzt würde er dafür bezahlen.

"Verdammter Mist", murmelte er, zog die Kopfhörer aus den Ohren und stopfte die glänzende grüne Ablenkung in seinen Rucksack. Er war sechzehn Jahre alt, aber manchmal kam es ihm vor, als würde er schon ewig leben und als wäre jeder Tag schlimmer als der vorherige. Und der heutige würde leider keine Ausnahme sein.

Sofort meldeten sich lautstark genau die Stimmen, die er mit der ohrenbetäubenden Musik von Life of Agony ausgeblendet hatte.

Endlich, sagte Julian in seinem Kopf. Ich rufe dir schon die ganze Zeit zu, dass du umdrehen sollst.

"Dann hättest du lauter rufen sollen. Heute wollte ich eigentlich keinen Krieg mit den Untoten anfangen." Mit diesen Worten wich Haden Stone - den alle Aden nannten, weil er als Kind offenbar seinen eigenen Namen nicht richtig aussprechen konnte - zurück und nahm den Fuß vom Friedhofsgelände. Doch es war zu spät. Ein Stück weiter bebte schon die Erde vor einem Grabstein und riss auf.

Schieb mir nicht die Schuld in die Schuhe, antwortete Julian. Elijah hätte das vorhersehen müssen.

He, sagte eine zweite Stimme, ebenfalls in Adens Kopf. Rede dich nicht auf mich raus. Meistens weiß ich nur was, wenn jemand stirbt.

Seufzend ließ Aden seinen Rucksack fallen, bückte sich und zog die Dolche hervor, die in seinen Stiefeln steckten. Sollte jemand sie bei ihm finden, würde er sofort wieder im Jugendknast landen, wo es mit schöner Regelmäßigkeit zu Prügeleien kam und es genauso schwer war, einen verlässlichen Freund zu finden, wie zu türmen. Aber er hatte insgeheim gewusst, dass es das Risiko wert war, sie mitzunehmen. Das war es immer.

Schön. Dann ist es halt meine Schuld, grummelte Julian. Aber ich kann nichts daran ändern.

Das stimmte. Sobald die Toten Aden spürten, erwachten sie. Meist passierte das, wenn er versehentlich einen Fuß auf ihr Land setzte, so wie jetzt. Einige spürten ihn eher als andere, aber am Ende kamen sie alle hervor.

"Keine Sorge, wir haben schon in schlimmeren Situationen gesteckt."

Er hätte seinen iPod wirklich zu Hause lassen sollen, dachte er, aber vor allem hätte er auf seine Umgebung achten müssen. Immerhin hatte er sich einen Stadtplan angesehen und gewusst, welche Gegenden er meiden musste. Aber bei der hämmernden Musik hatte er um sich herum nichts mehr mitbekommen. Einen Moment lang war er befreit gewesen, scheinbar allein.

Der Grabstein wackelte.

Julian seufzte; es klang wie ein Echo von Adens Seufzer. Ich weiß, dass wir schon Schlimmeres erlebt haben. Schließlich war ich auch dafür verantwortlich.

Na großartig. Eine Runde Selbstmitleid? Diese dritte, frustrierte Stimme gehörte einer Frau; sie nahm in Adens Kopf eine Sonderstellung ein. Er war überrascht, dass seine anderen Gefährten - so nannte er manchmal die Seelen, die in ihm gefangen waren - sich nicht ebenfalls einmischten. Mit Ruhe und Frieden konnte keiner von ihnen viel anfangen. Können wir uns das Geschwafel für später aufheben, Jungs, und den Zombie töten, bevor er ganz rausklettert, Witterung aufnimmt und uns allesamt plattmacht?

"Ja, Eve", sagten Aden, Julian und Elijah einstimmig. So lief es immer. Wenn er und die anderen drei Jungs sich zankten, ging Eve dazwischen, ganz Respekt einflößende Mutterfigur, selbst ohne einen Zeigefinger, mit dem sie drohen könnte. Wenn Mütterlichkeit in dieser Situation nur geholfen hätte!

"Ihr müsst jetzt nur alle ruhig sein, ja? Bitte", murmelte Aden.

Als Antwort kam Gegrummel. Mehr Ruhe würden sie ihm nicht gönnen.

Mühsam konzentrierte sich Aden. Ein paar Meter vor ihm schwankte der Grabstein heftig vor und zurück, bis er schließlich umkippte und zerbrach. Morgens hatte es geregnet, und kleine Tropfen spritzten in alle Richtungen. Bald folgte ihnen händeweise Erde, sie flog durch die Luft, während sich eine widerlich graue Hand nach oben wühlte.

Goldenes Sonnenlicht fiel auf die nässende Haut, die verwesenden Muskeln . selbst auf die Würmer, die zwischen den aufgedunsenen Fingerknöcheln herumkrochen.

Ein Frischer. Na toll. Aden drehte sich der Magen um. Vielleicht würde er sich nach dieser Geschichte übergeben. Oder währenddessen.

Den Spinner machen wir fertig! Stört es eigentlich, dass ich gerade ganz scharf bin?

Das war Caleb, die vierte Stimme. Hätte Caleb einen eigenen Körper, wäre er der Typ, der sich im Schatten versteckt, um Mädchen in der Umkleide zu fotografieren.

Während Aden das Geschehen beobachtete und auf den richtigen Moment wartete, um zuzuschlagen, kam eine zweite schleimige Hand hervor, und beide mühten sich ab, den fauligen Körper ganz aus der Erde zu ziehen. Aden sah sich um. Er stand auf einem zementierten Gehweg auf einem Hügel, die üppigen Bäume am Rand schützten ihn vor neugierigen Blicken. Zum Glück schien die weite Fläche voller Gras und Grabsteinen menschenleer zu sein. Dahinter schlängelte sich eine Straße vorbei, auf der mehrere Autos mit leise summenden Motoren fuhren. Auch wenn sich jemand umschauen sollte, statt auf den Verkehr zu achten, würde er nichts sehen.

Du kannst das, sagte er sich. Du kannst es. Das hast du schon früher geschafft. Außerdem stehen Mädchen auf Narben. Hoffte er zumindest. Er hatte reichlich Narben vorzuweisen.

"Jetzt oder nie." Entschlossen ging er weiter. Er hätte auch rennen können, aber er hatte es nicht eilig, das Startsignal zu geben. Außerdem endeten solche Begegnungen immer gleich, egal, wie sie abliefen: mit einem verletzten Aden voller Prellungen, dem von der Infektion durch den verpesteten Speichel der Untoten übel war. Er schauderte, als er sich vorstellte, wie gelbliche Zähne nach ihm schnappten und ihn bissen.

Normalerweise dauerte der Kampf nur wenige Minuten. Aber wenn jemand in dieser Zeit einen Angehörigen besuchen wollte . Egal, was geschah, Aden durfte auf keinen Fall gesehen werden. Man würde ihn für einen Grabschänder oder Leichenräuber halten. Dann würde er in diesem Kaff im Gefängnis laden und als nutzloser Straftäter abgestempelt werden, genau wie in jeder anderen Stadt, in der er je gelebt hatte.

Es wäre nett gewesen, wenn sich der Himmel verdunkelt und es wieder geregnet hätte, aber Aden wusste, dass er so viel Glück nicht hatte. Hatte er nie.

"Tja, ich hätte besser aufpassen müssen, wohin ich gehe." Einfach an einem Friedhof vorbeizulaufen war unglaublich dämlich. Denn wenn er, so wie heute, nur einen einzigen Fuß auf das Grundstück setzte, erwachte etwas Totes zum Leben, das nach Menschenfleisch gierte.

Dabei hatte er sich nur ein ruhiges Plätzchen gewünscht, an dem er sich allein entspannen konnte. Na ja, so allein, wie ein Junge mit vier Leuten in seinem Kopf eben sein konnte.

Apropos Kopf: Da ragte jetzt gerade einer aus dem verbreiterten Loch und drehte sich von links nach rechts. Ein Auge war nach innen gewendet, das Weiße darin rot durchsetzt, das andere fehlte ganz, sodass der Muskel dahinter zu sehen war. Auf dem Schädel prangten dicke kahle Stellen. Die Wangen waren eingesunken, die Nase hing nur noch an wenigen Fasern.

In Adens Magen ätzte Galle, dass er sich beinahe krümmte. Er umklammerte die Dolchgriffe und fing jetzt doch an zu laufen. Gleich war er . da . Der Tote mit dem ausgezehrten Gesicht schnupperte; offenbar gefiel ihm, was er da roch. Giftiger schwarzer Speichel rann ihm aus dem Mund, und er verdoppelte seine Anstrengung, aus dem Boden zu kriechen. Schultern tauchten auf, dann folgte der Oberkörper.

An ihm schlotterten Jacke und Hemd, beides zerrissen und dreckig. Also ein männlicher Untoter. Das machte das, was Aden tun musste, leichter. Manchmal.

Ein Knie wuchtete sich auf das Gras, dann das zweite.

Näher . noch näher . Aden rannte noch schneller.

Er erreichte den Untoten, als der sich gerade ganz aufrichtete; er war gute einsachtzig groß und damit mit Aden auf Augenhöhe. Adens Herz hämmerte wie wild. Der Atem schmerzte in den Lungen und brannte in der Kehle. Zum letzten Mal hatte er das hier vor über einem Jahr tun müssen, und es war die schlimmste Begegnung gewesen, die er bisher gehabt hatte. Er hatte seitlich am Oberkörper mit achtzehn Stichen genäht werden müssen, trug einen Monat lang ein Bein in Gips, hatte eine Woche auf der Entgiftungsstation verbracht und unfreiwillig jeder Leiche auf dem Rose-Hill-Friedhof Blut gespendet.

Dieses Mal nicht, sagte er sich.

Ein hungriges Knurren drang aus dem Mund des Wesens.

"Schau mal, was ich hier habe." Aden hielt die Klinge hoch, das Silber glänzte im Sonnenlicht. "Hübsch, nicht? Willst du es mal von Nahem sehen?" Mit überraschend ruhiger Hand holte er aus und hieb in Richtung Hals. Um eine Leiche zu töten - endgültig zu töten -, musste man ihr den Kopf abschneiden. Aber kurz bevor er treffen konnte, erkannte der Untote die Situation, genau wie Eve befürchtet hatte, und duckte sich. Überlebensinstinkte waren offenbar...

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