Schwarze Leidenschaft

Die Herren der Unterwelt 5
 
 
Mira Taschenbuch Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 10. August 2011
  • |
  • 512 Seiten
 
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978-3-86278-092-1 (ISBN)
 
Sie trug keine Schuhe, und als sie mit nackten Füßen über einen Stein stolperte und hinfiel, ergoss sich das dunkle Haar über ihr Gesicht. Ihre Hände zitterten, als sie sich eine Strähne aus der Stirn strich.

Schon seit längerem fühlt sich Aeron von einer unsichtbaren Macht beobachtet. Der unsterbliche Krieger und Hüter des Zorn-Dämons fürchtet, es könnte sich um einen gefallenen Engel handeln - gesandt, um ihn zu töten. Umso verwirrter ist Aeron, als plötzlich eine wunderschöne Frau aus Fleisch und Blut vor ihm steht. Olivia offenbart ihm, dass sie dem Himmel entsagt und das Leben einer Sterblichen gewählt hat, weil sie nicht ihn umbringen, sondern sein Herz für sich gewinnen möchte.

New York Times und USA Today Bestseller-Autorin Gena Showalter gilt als neuer Shooting Star am romantischen Bücherhimmel des Übersinnlichen. Ihre Romane erobern nach Erscheinen die Herzen von Kritikern und Lesern gleichermaßen im Sturm. Die 'Die Herren der Unterwelt'-Trilogie gilt als ihre bislang stärkste Serie.
  • Deutsch
  • 0,66 MB
978-3-86278-092-1 (9783862780921)
3862780929 (3862780929)
weitere Ausgaben werden ermittelt

1. KAPITEL


Anscheinend macht es ihnen nichts aus, dass sie sterben." Aeron, ein unsterblicher, vom Dämon Zorn besessener Krieger, saß auf den Dächern der Bübäjos-Appartements im Zentrum von Budapest und starrte auf die Menschen hinunter, die so unbedarft den Abend verlebten. Einige kauften ein, andere redeten und lachten oder aßen im Gehen einen kleinen Snack. Aber niemand fiel auf die Knie und flehte die Götter um mehr Zeit in diesen schwachen Körpern an. Genauso wenig schluchzte einer von ihnen darüber, dass er diese Zeit nicht bekommen würde.

Statt auf die Menschen konzentrierte sich Aeron nun auf deren Umgebung. Fahles Mondlicht schien herab und mischte sich in den bernsteinfarbenen Glanz der Straßenlaternen, die ihre Schatten auf das Kopfsteinpflaster warfen. Überall standen Häuser. Einige der höher gelegenen hatten helle Vordächer - der perfekte Kontrast zu den smaragdgrünen Bäumen, die sich neben den Gebäuden erhoben.

Hübsch, sofern man das von Särgen sagen konnte.

Die Menschen wussten, dass sie vergänglich waren. Zur Hölle, sie wuchsen in dem Bewusstsein auf, dass sie alles und jeden verlassen mussten, den sie liebten, und trotzdem - das hatte er schon häufig beobachtet - baten sie nicht um mehr Zeit. Und das ... faszinierte ihn. Wenn Aeron erführe, dass er schon bald von seinen Freunden, den anderen dämonbesessenen Kriegern, mit denen er die letzten Jahrtausende verbracht hatte, getrennt werden würde, täte er alles - ja, sogar betteln -, um sein Schicksal zu ändern.

Warum also taten die Menschen das nicht? Was wussten sie, das er nicht wusste?

"Sie sterben nicht", sagte sein Freund Paris, der neben ihm saß. "Sie leben, solange sie die Chance dazu haben."

Aeron stieß einen verächtlichen Laut aus. Das war nicht die Antwort, nach der er suchte. Wie sollten sie leben, solange sie die Chance dazu hatten, wenn ihre "Chance" kaum mehr bedeutete als ein Augenzwinkern? "Sie sind schwach. Leicht zu vernichten, wie dir ja bekannt ist." Wie grausam von ihm, das zu sagen. Immerhin war Paris' ... Freundin? Geliebte? Auserwählte Frau? Was immer sie war, sie war erst vor Kurzem vor Paris' Augen erschossen worden. Dennoch bereute Aeron seine Worte nicht.

Paris war der Hüter von Promiskuität und gezwungen, jeden Tag mit einem anderen Menschen ins Bett zu gehen. Wenn er es nicht tat, wurde er immer schwächer und würde sich dadurch letztlich selbst töten. Er konnte sich eigentlich nicht leisten, den Tod einer speziellen Geliebten zu betrauern. Vor allem nicht den einer feindlichen Geliebten, denn genau das war diese kleine Sienna gewesen.

Aeron gestand es sich zwar nicht gern ein, aber in gewisser Hinsicht war er sogar froh, dass die Frau tot war. Sie hätte Paris' Bedürfnisse nur gegen ihn eingesetzt und ihn letzten Endes zerstört.

Ich hingegen werde bis in alle Ewigkeit für seine Sicherheit sorgen. Das war ein Schwur. Der Götterkönig hatte Paris vor die Wahl gestellt. Paris hatte entweder die Seele seiner Frau zurückholen oder Aeron von dem entsetzlichen Blutdurst befreien können, der unentwegt Mordgedanken in ihm hervorgerufen hatte. Gedanken, die Aeron - wie er schamvoll zugeben musste - in die Tat umgesetzt hatte. Immer und immer wieder.

Wegen jenes Fluchs hatte Reyes, Hüter des Dämons Schmerz, beinah seine über alles geliebte Danika verloren. Aeron war kurz davor gewesen, ihr den Todesstoß zu versetzen. Er hatte das gewetzte Messer schon hoch erhoben ... und gerade als er über ihren hübschen Hals herfallen wollte, hatte Paris sich für Aeron entschieden. Augenblicklich war der Wahnsinn von ihm abgefallen, und allein das hatte Danika das Leben gerettet.

Tief in sich fühlte Aeron sich wegen dessen, was um ein Haar geschehen wäre, immer noch schuldig. Ganz zu schweigen von seiner Verantwortung für die Konsequenzen, die diese Entscheidung für Paris bedeutete. Das Schuldgefühl brannte wie Säure in Aerons Knochen und fraß ihn immer weiter auf. Paris musste leiden, während er seine Freiheit genießen konnte. Doch das hieß noch lange nicht, dass er in dieser Sache Gnade walten ließ. Dafür liebte er seinen Freund viel zu sehr. Mehr noch: Aeron war ihm etwas schuldig. Und er beglich seine Schulden immer.

Deshalb saßen sie jetzt auch auf diesem Dach.

Doch für Paris zu sorgen war keine leichte Aufgabe. Die vergangenen sechs Nächte hatte Aeron seinen Freund trotz lautstarken Protests hierher geschleppt. Paris brauchte sich nur eine Frau auszusuchen, dann brachte Aeron sie zu ihm und sorgte dafür, dass die beiden ungestört Sex haben konnten. Allerdings traf Paris seine Wahl jede Nacht später. Immer später.

Aeron hatte das Gefühl, dass er und Paris diesmal bis zum Morgengrauen hier sitzen würden.

Hätte Paris es ihm gleichgetan und die schwachen Menschen gemieden, würde er sich jetzt nicht so verzweifelt nach etwas sehnen, das er nicht haben konnte. Er würde sich nicht nach etwas verzehren, das ihm für alle Ewigkeit verwehrt bleiben würde.

Aeron seufzte. "Paris", begann er. Dann hielt er inne. Wie sollte er weitermachen? "Deine Trauer muss endlich ein Ende haben." Gut. Direkt zum Punkt kommen, so wie er es am liebsten hatte. "Sie schwächt dich."

Paris fuhr sich mit der Zunge über die Zähne. "Als ob ausgerechnet du mir etwas über Schwäche beibringen könntest! Wie oft bist du Zorn schon erlegen? Unzählige Male. Und für wie viele dieser unzähligen Momente kannst du den Göttern die Schuld geben? Für exakt einen. Wenn der Dämon von dir Besitz ergreift, verlierst du die Kontrolle über dein Handeln. Also sorg dafür, dass du nicht auch noch Heuchelei auf die Liste deiner Sünden setzen musst, okay?"

Er widersprach nicht. Traurigerweise war Paris' Behauptung unwiderlegbar richtig. Manchmal übernahm der Dämon die Kontrolle über Aerons Körper, flog mit ihm durch die Stadt, fiel jeden an, der in Reichweite war, und weidete sich an dem Schrecken seiner Opfer. Währenddessen wusste Aeron jedes Mal genau, was er tat, jedoch ohne in der Lage zu sein, das Massaker zu beenden.

Nicht, dass er das Massaker immer beenden wollte. Einige verdienten auch, was sie bekamen.

Aber er verabscheute es, die Kontrolle über seinen Körper zu verlieren und sich zu fühlen, als wäre er nur noch eine Marionette. Oder ein Bär, der auf Befehl tanzte. Wenn er auf dieses Stadium reduziert wurde, hasste er seinen Dämon - allerdings nicht so sehr wie sich selbst. Denn neben Hass verspürte er auch Stolz. Auf Zorn. Aeron die Kontrolle zu entreißen erforderte Macht, und jegliche Macht verdiente Anerkennung.

Dennoch. Diese Hassliebe belastete ihn.

"Es war vielleicht nicht deine Absicht, aber du hast meinen Standpunkt gerade bestätigt", sagte er und nahm die Unterhaltung wieder auf. "Aus Schwäche resultiert Zerstörung. Ausnahmslos." In Paris' Fall war Trauer nur ein anderer Ausdruck für Ablenkung. Und Ablenkung konnte tödlich enden.

"Was hat das mit mir zu tun? Was hat das mit den Menschen da unten zu tun?", wollte Paris wissen.

Zeit für den Blick aufs Ganze. "Diese Menschen. Sie altern und verfallen in Windeseile."

"Und?"

"Lass mich ausreden. Wenn du dich in eine von ihnen verliebst, hast du sie vielleicht für den Großteil eines Jahrhunderts. Aber auch nur, wenn sie von Krankheiten oder Unfällen verschont bleibt. Doch in diesem Jahrhundert wirst du ihr beim Altern und schließlich beim Sterben zusehen. Und währenddessen weißt du immer, dass eine Ewigkeit ohne sie auf dich wartet."

"Alter Pessimist." Das war nicht die Reaktion, mit der Aeron gerechnet hatte. "Für dich ist es ein Jahrhundert, das man damit verbringt, etwas zu verlieren, das man nicht beschützen kann. Ich betrachte es als ein Jahrhundert, in dem man mit einem großen Geschenk gesegnet wird. Mit einem Geschenk, das dir in der Ewigkeit helfen wird."

Helfen? Absurd. Wenn man etwas Kostbares verlor, wurde das Gedenken daran zu einer quälenden Erinnerung an das, was man nie wieder haben konnte. Zusammen mit den Problemen, die man ohnehin schon hatte, würde dieses Gedenken einen ablenken - im Gegensatz zu Paris beschönigte er es nicht - und eben nicht stärken.

Der Beweis lag für Aeron auf der Hand. Denn genauso erging es ihm mit Baden, der der Hüter von Misstrauen und einst sein bester Freund gewesen war. Vor langer Zeit hatte er den Mann verloren, den er mehr geliebt hatte, als er einen Blutsbruder hätte lieben können. Und wenn er jetzt allein war, musste Aeron jedes Mal an Baden denken und fragte sich, was wäre, wenn.

Das wollte er Paris ersparen.

Vergiss den Blick aufs Ganze. Zeit für noch etwas mehr Gnadenlosigkeit. "Wenn du so gut darin bist, Verluste zu verkraften, warum trauerst du Sienna dann immer noch nach?"

Ein Mondstrahl fiel auf Paris' Gesicht, und Aeron sah, dass seine Augen glasig waren. Offenbar hatte er getrunken. Mal wieder. "Ich wurde meines Jahrhunderts mit ihr beraubt. Wir hatten nur ein paar Tage zusammen." Monotoner Tonfall.

Hör jetzt nicht auf. "Und wenn du vor ihrem Tod hundert Jahre mit ihr gehabt hättest, könntest du jetzt deinen Frieden damit schließen?"

Schweigen.

Das hatte er auch nicht gedacht.

"Schluss jetzt!" Paris rammte seine Faust auf das Dach, und das gesamte Gebäude bebte. "Ich will nicht mehr darüber sprechen."

Zu schade. "Verlust ist Verlust. Schwäche ist Schwäche. Wenn wir uns nicht gestatten, uns an die Menschen zu binden, ist uns auch egal, wenn sie von...

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