Legal Love - Mit dir allein

 
 
Bastei Lübbe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 29. Juni 2020
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-8749-0 (ISBN)
 

Melissa Carter ist frischgebackene Anwältin und erhält direkt einen spannenden Fall. Sie soll den attraktiven Sportler Patrick Finnley vertreten, dem sexuelle Belästigung vorgeworfen wird. Der Haken: Er ist der beste Freund ihres Chefs, und Mel darf auf keinen Fall einen Fehler machen. Aber das stellt sich als ganz schön schwierig heraus - denn Patrick tut alles, um Mel Steine in den Weg zu legen. Doch Mel gibt nicht auf und schafft es schließlich, die Mauer, die er um sich herum aufgebaut hat zum Einsturz zu bringen.

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1. Aufl. 2020
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 1,83 MB
978-3-7325-8749-0 (9783732587490)

J.T. Sheridan ist das Pseudonym der Autorin Jessica Bernett. Sie wurde 1978 als Enkelin eines Buchdruckers in Wiesbaden geboren. Umgeben von Büchern und Geschichten entdeckte sie schon früh ihre Begeisterung für das Schreiben. Der Liebe wegen wechselte sie die Rheinseite und lebt heute mit ihrem Mann und ihren Kindern in Mainz. Sheridan hat eine Schwäche für Schokolade, Whisky und die britischen Inseln, die sie besonders in ihren Büchern auslebt.

1. Kapitel


Die Braut, die vor mir stand, verschlug mir die Sprache.

»Und . geht es?«, fragte sie unsicher.

»Ob es geht?«, entfuhr es mir. »Nora! Du siehst wunderschön aus!«

Erleichtert atmete sie aus, als hätte sie die ganze Zeit die Luft angehalten.

Ihre schlanke Figur kam in dem Empirekleid besonders gut zur Geltung. Mit ihren wilden braunen Locken, dem zarten Teint und den großen Augen sah sie aus, als sei sie einer Jane-Austen-Verfilmung entsprungen.

Die Schneiderin kam mit zwei Gläsern Sekt zu uns in den hinteren Bereich ihres kleinen Geschäftes. »Also sind Sie zufrieden mit den Änderungen?«

Meine beste Freundin strahlte glücklich. »Mehr als zufrieden.«

Nun atmete auch die ältere Dame erleichtert aus, und ich musste kichern.

»Schenken Sie sich doch auch ein Glas ein«, bat Nora. »Stoßen Sie mit uns an. Ein solcher Moment muss gewürdigt werden.«

»Für gewöhnlich trinke ich nicht bei der Arbeit«, wich die Dame verlegen aus.

»Aber Sie haben doch gleich Feierabend«, widersprach Nora und die Schneiderin stimmte lächelnd zu.

Ich nippte nur an meinem Glas, denn ich musste noch fahren. Heute Abend würde ich wohl noch genug zu trinken bekommen. Es war Noras vorletzte Nacht als Single, und das musste entsprechend gewürdigt werden.

»Mel«, Nora schnappte schon wieder aufgeregt nach Luft. Ich hoffte, sie würde zumindest während ihrer Hochzeit das Atmen nicht vergessen, sonst würde David plötzlich eine bewusstlose Braut in den Armen halten. »Ich habe noch eine Überraschung für dich.«

»Für mich?« Verwirrt runzelte ich die Stirn.

Nora nickte der Schneiderin zu. »Sie können jetzt das holen, worüber wir vorhin gesprochen haben.«

Die ältere Dame quiekte vergnügt und verschwand in ihren Verkaufsräumen.

»Was hast du ausgeheckt?«, fragte ich skeptisch und verschränkte die Arme vor der Brust.

»Also, es geht um dein Kleid . für die Hochzeit.«

»Das in einem Kleidersack im Auto auf mich wartet.« Wir waren direkt mit einem Mietwagen vom Flughafen in Newquay nach Penzance gefahren, ohne Zwischenstopp in dem wundervollen Anwesen, das Nora und ihrem Verlobten David gehörte.

Vermutlich wäre es naheliegender gewesen, sich ein Brautkleid in einer der zahlreichen Boutiquen Londons zu kaufen. Aber Nora hatte sich bei einem Spaziergang durch das zauberhafte Penzance in dieses hinreißende Kleid im Schaufenster des kleinen Geschäfts verliebt. Ab da gab es für sie nur dieses Kleid und kein anderes.

Nun wollte ich aber doch wissen, was mit meinem Kleid nicht stimmte. Nora hatte sich gewünscht, dass ihre Trauzeugin und ihre Brautjungfern weinrote Kleider tragen sollten. Mein Kleid hatte doch diese Farbe, oder etwa nicht?

»Das Kleid, das du in London gekauft hast, ist wirklich schön«, erklärte meine beste Freundin. »Und es steht dir sehr gut. Aber .« Sie biss sich auf die Unterlippe. »Tante Nelly hatte dieses andere Kleid in ihrem Schrank. Ein Kleid aus ihrer Jugend, und es sieht einfach so wunderbar aus! Ich glaube, es würde dir ganz hervorragend stehen.«

Ich fand das Kleid aus London echt okay. Na gut, es war nichts Besonderes. Aber ich mochte shoppen nicht so gerne, und daher war ich froh gewesen, ein Kleid zu finden, das erstens die richtige Farbe hatte und zweitens passte, was mit meiner weiblichen Figur schon hin und wieder zum Problem werden konnte. Entweder saß es an meinen Brüsten richtig oder am Hintern. Beides gleichzeitig sah dann oft wie ein Kartoffelsack aus. Das Kleid aus London war sackähnlich, aber mit dem eleganten schmalen Gürtel, den ich dazu tragen wollte, sah es doch ganz gut aus.

»Ich glaube nicht, dass das nötig ist«, meinte ich halbherzig. Doch als die Inhaberin des bezaubernden kleinen Ladens mit einem Arm voll weinrotem Stoff zurückkam, wurde ich doch neugierig.

Sie hob das Kleid hoch, damit ich den Schnitt erkennen konnte. Es bestand aus einem fließenden Stoff, so viel sah ich.

»Schlüpfen Sie doch mal hinein«, schlug sie vor. »Sie wissen ja, wo die Umkleide ist.«

»Oh, bitte, probiere es an«, bettelte Nora.

»Na gut«, gab ich nach. Es würde bestimmt ganz furchtbar an mir aussehen.

In der Umkleide schlüpfte ich aus meiner bequemen Jeans, meinen Sneakers und meinem weiten schwarzen Pulli, der übrigens das Lieblingsstück meines ganzen Kleiderschranks war. Meine Unterwäsche war mehr bequem als schick, was auch nicht sonderlich wichtig war, denn momentan bekam mich so ohnehin keiner zu Gesicht.

Der Stoff des Kleides fühlte sich edel in meinen Händen an. War das etwa Seide? Vorsichtig schlüpfte ich hinein und war überrascht, wie angenehm der Stoff auf meiner Haut lag. Das Kleid war im Rücken mit zahlreichen Knöpfen zu schließen, allein bekam ich es also nicht zu. Verlegen trat ich aus der Kammer.

»Ähm, könnte mir jemand mit den Knöpfen behilflich sein?«

Die Inhaberin der Boutique eilte herbei. »Aber selbstverständlich!« Sie hantierte in meinem Rücken herum, zupfte hier eine Ecke zurecht, dort etwas an den Knien in die Länge, bis sie zufrieden lächelte. »Möchten Sie sich ansehen?«

»Na klar, sonst kann ich das Ausmaß der Katastrophe ja nicht einschätzen.«

Sie führte mich mit einem vielsagenden Blick zu dem großen Spiegel, in dem man sich von allen Seiten bewundern konnte.

Nun war es an mir, die Luft anzuhalten. War ich das etwa? Diese elegante Lady in dem weinroten Kleid, das aussah, als sei es einem Film aus den Dreißigern entsprungen?

Der Stoff umspielte meine Knie, wurde nach oben hin etwas enger und betonte meine Taille, bevor er unter meinem Busen in einen schmeichelhaften Ausschnitt überging. Die Ärmel waren nur leicht als Rüschen angesetzt, nicht so übertrieben, wie es in den Achtzigern Mode gewesen war. Verlegen strich ich mir über mein schwarzes Haar, das ich schon seit Jahren als kinnlangen Bob trug. Selbst zu meiner Frisur passte dieser Traum von einem Kleid. Und die weinrote Farbe betonte das Grün meiner Augen.

»Mel!«, rief Nora begeistert aus, als sie aus der zweiten Kabine kam. Das Hochzeitskleid hatte sie gegen ihre Jeans und ihr T-Shirt gewechselt. »Du siehst aus wie ein Filmstar!«

Die Schneiderin stimmte zu. »Sie könnten sich die Haare in Wellen legen. Dazu braucht es nur einen Lockenstab und etwas Haarspray.« Sie stemmte die Hände in die Hüften und legte den Kopf schief. »Warten Sie, da fällt mir noch etwas ein.« Rasch verschwand sie erneut in ihrem Verkaufsraum.

Nora ging um mich herum. »Dass Tante Nelly ein solches Prachtstück im Schrank hatte!«

Verlegen sah ich an mir herunter. »Aber . das kann doch unmöglich aus ihrer Jugend sein. So alt ist sie nicht.«

Nora runzelte die Stirn. »Vielleicht ist es auch noch von ihrer Mutter. Aber Mel, bitte sag, dass du dieses Kleid tragen wirst! Es sieht so perfekt an dir aus!«

Nervös nestelte ich an dem Ausschnitt herum. »Ist das nicht zu gewagt?« Tatsächlich betonte es meine Rundungen mehr, als sie zu verbergen.

Sie schüttelte den Kopf. »Das bist du, Mel. Gewagt, frech, wunderschön.«

Ich hob die Schultern und grinste schief. »Sieht schon sehr gut aus.«

Sie schlang mir die Arme um den Hals. »Das wird der beste Tag unseres Lebens, anders kann es gar nicht sein!«

Die Verkäuferin kam zurück und brachte ein glitzerndes Etwas mit. Es erwies sich als schmaler Haarreif mit einem kunstvoll verzierten Aufsatz. Sie setzte ihn mir vorsichtig ins Haar und nickte zufrieden. »An dem Kleid muss man nicht viel ändern. Vielleicht unter der Brust etwas zusammennehmen.« Sie fasste den Ausschnitt entsprechend zusammen, sodass meine Oberweite noch mehr betont wurde. »Reizend, einfach reizend. Ich stecke das hier gerade zurecht, nähe es entsprechend um, und dann können Sie das Kleid gleich mitnehmen.«

»Wenn du es denn möchtest«, hakte meine Freundin vorsichtig nach.

»Ob ich möchte?« Ich lachte begeistert. »Das Kleid ist der Hammer! Natürlich will ich!«

Während die Schneiderin mit den Änderungen an meinem Kleid beschäftigt war, nippte Nora an ihrem Sekt, und ich checkte in meinem Handy unsere To-do-Liste.

»Kleid - check. Ungeplantes Kleid für die Trauzeugin - check.« Das Display leuchtete auf und zeigte mir eine Nachricht von David, dem Bräutigam . der nebenbei auch mein Boss war. Aber strenggenommen war auch Nora mein Boss, denn sie war Mitinhaberin der Kanzlei, in der wir seit über einem Jahr arbeiteten. Ich öffnete die Nachricht, um herauszufinden, ob es um die Hochzeit oder die Kanzlei ging, und schnaubte entrüstet.

»Was ist?«, wollte Nora wissen.

»Dein Bald-Ehemann hat mir gerade geschrieben, dass er es nicht rechtzeitig zum Flughafen in Newquay...

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