Twisted Love

 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 27. Juli 2018
  • |
  • 470 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-0780-3 (ISBN)
 
Vor elf Jahren brach Dean Rosie das Herz. Doch für eine zweite Chance ist es jetzt vielleicht zu spät.

Rosie LeBlanc war ein Teenager, als sie Dean Cole zum ersten Mal begegnete. Es war Liebe auf den ersten Blick. Doch Dean brach ihr Herz, als er sich nicht für sie, sondern für eine andere entschied. Nach elf Jahren stehen sich die beiden nun erneut gegenüber. So viel hat sich verändert zwischen ihnen, so viel ist geschehen. Doch ein Blick in Deans Augen genügt, und die Sehnsucht und das Verlangen sind wieder da, viel stärker noch als damals. Dean ist fest entschlossen, Rosie davon zu überzeugen, dass er seinen Fehler bereut und dass sie zu ihm gehört - für immer. Was er nicht weiß: Rosie ist krank. Sehr krank. Und für eine zweite Chance könnte es schon zu spät sein.

Band 2 der Spiegel-Bestseller-Reihe!

"Wenn ihr Vicious geliebt habt, wird Dean Cole euch zerstören - und ihr werdet jede Minute davon genießen!" Chatterbooks Book Blog

1. Aufl. 2018
  • Deutsch
  • Köln
  • |
  • Deutschland
  • 2,88 MB
978-3-7363-0780-3 (9783736307803)
weitere Ausgaben werden ermittelt
L. J. Shen lebt mit ihrem Ehemann, ihrem Sohn und einer faulen Katze in Kalifornien. Wenn sie nicht gerade an ihrem neuesten Roman schreibt, genießt sie gern ein gutes Buch mit einem Glas Wein oder schaut ihre Lieblingsserien auf Netflix.

KAPITEL 1

 

ROSIE

Die Gegenwart

Was gibt dir das Gefühl, lebendig zu sein?

Meinen Atem sehen zu können. Weil es mir beweist, dass ich noch immer Luft bekomme.

Das dürfte wohl in die Kategorie Selbstgespräch fallen, aber dazu hatte ich schon immer geneigt. Die Stimme, die mich ständig mit dieser schwer greifbaren Frage konfrontierte, schien in mein Gehirn implantiert zu sein, und es war nicht meine. Sondern die eines Mannes. Keines mir bekannten, jedenfalls glaubte ich das. Sie erinnerte mich fortwährend daran, dass ich noch atmete, was ich keineswegs als selbstverständlich ansah. Dieses Mal wirbelte die Antwort in mir auf wie eine Blase, die kurz davor war zu platzen. Ich presste die Nase an den Spiegel im Aufzug des prunkvollen Wolkenkratzers, in dem ich wohnte, und stieß den Atem in einer dichten weißen Nebelwolke aus. Ich trat zurück und betrachtete mein Werk.

Durch die Tatsache, dass ich noch atmete, zeigte ich meiner Krankheit den Stinkefinger.

Mukoviszidose. Wann immer jemand fragte, vermied ich es, ins Detail zu gehen. Die Leute mussten nicht mehr wissen, als dass man die Krankheit in meinem dritten Lebensjahr bei mir diagnostiziert hatte, nachdem meine Schwester Millie mein Gesicht geküsst und gemeint hatte, dass ich »furchtbar salzig« schmecke. Das war ein klassisches Warnsignal, darum ließen meine Eltern mich testen. Die Ergebnisse waren positiv. Mukoviszidose ist eine Lungenerkrankung. Und ja, sie ist therapierbar. Nein, eine Heilung gibt es nicht. Ja, sie beeinträchtigt mein Leben erheblich. Ich muss ständig Tabletten schlucken, gehe dreimal pro Woche zur Physiotherapie, nenne unzählige Nebulisatoren mein Eigen und werde voraussichtlich in den nächsten fünfzehn Jahren sterben. Nein, ich brauche kein Mitleid, darum spart euch diese Blicke.

Noch immer mit meinem grünen Kittel bekleidet, meine Haare ein wirres Durcheinander, meine Augen glasig vom Schlafmangel betete ich stumm darum, dass sich die Kabine endlich schließen und mich zu meinem Apartment in der zehnten Etage befördern möge. Ich wollte ein heißes Bad nehmen, ins Bett schlüpfen und einen Portlandia-Marathon starten. Und nicht an meinen Exfreund Darren denken.

Tatsächlich war das das Letzte, was ich wollte.

Wie aus dem Nichts ertönte das laute Klackern hoher Absätze und steigerte sich mit jeder Sekunde. Ich wandte den Kopf zur Lobby und unterdrückte ein Husten. Die Fahrstuhltür schloss sich bereits, als sich im letzten Moment eine weibliche Hand mit rot lackierten Fingernägeln dazwischen schob und sie daran hinderte. Die Frau ließ ein schrilles Lachen ertönen.

Ich runzelte die Stirn.

Nicht er schon wieder.

Aber natürlich war er es. Umhüllt von Alkoholdunst, der vermutlich einen ausgewachsenen Elefanten umgehauen hätte, zwängte er sich in den Aufzug, in seinem Schlepptau zwei Frauen vom Typ Desperate Housewives. Bei der ersten handelte es sich um die Intelligenzbestie, die ihren Arm riskiert hatte, um die Tür aufzuhalten - eine Tussi mit feurig-roten Haaren à la Jessica Rabbit und einem Dekolleté, das nichts der Fantasie überließ, selbst wenn man davon jede Menge besaß. Die zweite war zierlich und brünett und wartete mit dem rundesten Hintern auf, den ich je bei einem Menschen gesehen hatte, und dazu einem dermaßen kurzen Kleid, dass man sie vermutlich gynäkologisch hätte untersuchen können, ohne sie entkleiden zu müssen.

Oh, und dann war da noch Dean »Ruckus« Cole.

Ein Hüne - die perfekte Größe für einen Filmstar - mit jadegrünen Augen von fast radioaktivem Strahlen und unergründlicher Tiefe, verstrubbelten dunkelbraunen Haaren und einem Körper, der sogar Brock O'Hurns in den Schatten stellte. So sündhaft sexy, dass einem nichts anderes übrigblieb, als wegzusehen. Ganz im Ernst, der Mann war derart heiß, dass er in ultrareligiösen Ländern vermutlich Einreiseverbot hatte. Zu meinem Glück kannte ich Mr Cole zufällig gut genug, um zu wissen, dass er ein Riesenarschloch war, darum übte sein Charme kaum Wirkung auf mich aus.

Mit der Betonung auf kaum.

Er sah umwerfend aus, aber er war gleichzeitig ein Mistkerl epischen Ausmaßes. Kennt ihr diese Frauen, die auf attraktive, verkorkste, labile Männer stehen und sich einbilden, ihnen ihre Dämonen austreiben zu können? Dean Cole wäre ihr wahr gewordener Traum. Weil mit diesem Kerl definitiv etwas nicht stimmte. Es machte mich traurig, dass die Menschen in seinem direkten Umfeld die blinkenden Warnlichter nicht sahen - sein Trinken, sein exzessiver Pot-Konsum, sein unwiderstehliches Verlangen nach allem, was lasterhafte Vergnügungen versprach. Gleichzeitig war mir bewusst, dass Dean Cole mich nichts anging. Abgesehen davon hatte ich meine eigenen Probleme.

Er drückte gefühlte fünfhundert Mal auf den Knopf zu seinem Penthouse, während er hicksend in der engen Kabine schwankte, die wir vier uns teilten. Ein fiebriger Ausdruck stand in seinen Augen, und seine Haut war von einem dünnen Schweißfilm bedeckt, der nach purem Brandy roch. Ich hatte das Gefühl, als zöge sich ein dicker, rostiger Draht um mein Herz zusammen.

Sein Lächeln wirkte nicht glücklich.

»Baby LeBlanc.« Deans träger Tonfall drang direkt in meinen Unterleib, und ich wurde regungslos. Er fasste mich an der Schulter und drehte mich zu sich herum. Seine Begleiterinnen beäugten mich, als hätte ich die Pest. Ich legte die Hände auf seine stählerne Brust und stieß ihn weg.

»Bleib mir von der Pelle. Du riechst, als hätte Jack Daniel in deinen Mund ejakuliert«, sagte ich mit ausdruckslosem Gesicht. Er warf den Kopf zurück und lachte herzhaft, offensichtlich genoss er unseren bizarren Schlagabtausch.

»Dieses Mädchen .« Er legte mir den Arm um die Schultern und drückte mich an sich, dann zeigte er mit seiner Bierflasche auf mich und bedachte die beiden Frauen mit einem beduselten Grinsen. »Sie ist nicht nur verflucht sexy, sondern hat auch noch mehr Köpfchen und Witz als Winston Churchill zu seinen besten Zeiten«, nuschelte er. Die beiden hielten Winston Churchill vermutlich für eine Zeichentrickfigur. Dean sah wieder zu mir, und plötzlich erschien eine steile Falte zwischen seinen Augenbrauen. »Dadurch läuft sie eigentlich Gefahr, eine eingebildete Zicke zu sein, aber das ist sie nicht. Sie ist auch noch verdammt nett. Darum ist sie auch Krankenschwester. Jammerschade, dass du deinen süßen Arsch unter einem Kittel versteckst, LeBlanc.«

»Da muss ich dich leider enttäuschen, Schnapsdrossel. Ich mache das ehrenamtlich. In Wirklichkeit arbeite ich als Barista«, korrigierte ich ihn, während ich besagten Kittel glattstrich und mich gleichzeitig mit einem freundlichen Lächeln in Richtung der Mädchen seinem Griff entwand. Ich jobbte dreimal pro Woche unentgeltlich auf einer NeugeborenenIntensivstation, überwachte dort Brutkästen und wechselte Windeln. Ich war weder künstlerisch begabt wie Millie noch erfolgreich wie die HotHoles, aber ich hatte meine eigenen Passionen - Menschen und Musik -, und ich schätzte meine Jobs nicht geringer ein als das, womit sie ihren Lebensunterhalt verdienten. Dean hatte in Harvard seinen MBA gemacht und die New York Times abonniert, aber machte ihn das zu etwas Besserem, als ich es war? Ganz sicher nicht. Ich arbeitete in einem kleinen, zwischen der First Avenue und der Avenue A gelegenen Café namens The Black Hole. Die Bezahlung war mies, aber der Laden war gut. Meiner Ansicht nach war das Leben zu kurz, um es mit etwas zu verschwenden, das man nicht leidenschaftlich gern tat. Für mich galt das in besonderem Maße.

Jessica Rabbit verdrehte die Augen. Die zierliche Brünette zuckte mit einer nackten Schulter, dann kehrte sie uns den Rücken zu und hantierte mit ihrem Handy. Sie hielten mich für eine Giftspritze. Und sie hatten recht. Allerdings ahnten sie noch nicht, dass es für sie ein böses Erwachen geben würde. Ich kannte das Ritual meines Nachbarn, auch bekannt als der Exfreund meiner Schwester, inzwischen in- und auswendig. Am Morgen würde er ihnen ein Taxi rufen und noch nicht einmal so tun, als würde er ihre Nummern speichern.

Morgen früh wird er ihnen das Gefühl geben, als wären sie Müll, den es loszuwerden gilt. Er wird dann nüchtern, verkatert und undankbar sein.

Weil er nun mal ein HotHole - ein heißes Arschloch - war.

Ein privilegierter, seelisch instabiler Egomane aus Todos Santos, der glaubte, sich alles nehmen zu können, ohne je etwas dafür zurückzugeben.

Komm schon, Aufzug. Wieso brauchst du so lange?

»LeBlanc.« Dean lehnte sich gegen die verspiegelte Wand und reichte die Flasche einer der Frauen, bevor er einen Joint hinter seinem Ohr hervorzog und sein Feuerzeug aus seiner dunklen, perfekt sitzenden Jeans kramte. Dazu trug er ein Designer-T-Shirt mit V-Ausschnitt - in Limettengrün, was die Farbe seiner Augen unterstrich und ihn noch braun gebrannter wirken ließ -, Hightop-Sneakers und ein aufgeknöpftes schwarzes Sakko. Er weckte törichte Wünsche in mir. Nach Dingen, die ich nie von irgendjemandem gewollt hatte, erst recht nicht von einem, der acht Monate lang mit meiner Schwester liiert gewesen war. Darum unterdrückte ich meine Sehnsüchte und bemühte mich, gemein zu ihm zu sein. Dean war wie Batman. Stark...

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