Flucht im Mondlicht

Eine Geschichte aus Afghanistan
 
N. H. Senzai (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 22. August 2011 | 256 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-06095-4 (ISBN)
 
Fadis Familie träumt von einem neuen Leben in Kalifornien. Doch die Flucht aus Afghanistan wird zum Albtraum: Im Tumult des Aufbruchs geht Fadis kleine Schwester Mariam verloren - und die Familie hat keine Chance mehr umzukehren ... Von nun an hegt Fadi nur noch einen Gedanken: Er muss Mariam wiederfinden! Als ein Fotowettbewerb ausgeschrieben wird, sieht Fadi die Chance, in seine alte Heimat zurückzukehren. Doch kann ein einziges Foto Mariam tatsächlich retten?



N.H. Senzai ist mit zwei Sprachen und zwei Kulturen aufgewachsen. Als Kind lebte sie in San Francisco und Jubail/Saudi-Arabien, zur Highschool ging sie in London.

Heute lebt N.H. Senzai mit ihrer Familie in San Francisco. »Flucht im Mondlicht« ist ihr Debütroman, der auf Erlebnissen ihres Ehemanns bei der Flucht seiner Familie aus Afghanistan (1970) basiert.
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N.H. Senzai ist mit zwei Sprachen und zwei Kulturen aufgewachsen. Als Kind lebte sie in San Francisco und Jubail/Saudi-Arabien, zur Highschool ging sie in London. Heute lebt N.H. Senzai mit ihrer Familie in San Francisco. »Flucht im Mondlicht« ist ihr Debütroman, der auf Erlebnissen ihres Ehemanns bei der Flucht seiner Familie aus Afghanistan (1970) basiert.
"Ein neuer Plan (S. 130-131)

Fadi fühlte sich wie ein haariges einzelliges Pantoffel­tierchen, das bewegungsunfähig zwischen zwei Glas­plättchen unter einem Mikroskop lag. Er wünschte, er könnte einfach aus dem Fenster fliegen, aber er konnte nicht fliehen. Er saß auf einem rutschigen Plastikstuhl im Büro von Direktor Hornstein, der ihn und Ike forschend ansah.

»Also, Jungs, was machen wir nun in dieser Angelegenheit?«, sagte der Direktor. Er beugte sich über seinen Schreibtisch und verknotete seine Finger, auf deren unteren Gliedern kleine braune Haarbüschel wuchsen. Fadi schwieg und blickte zur Seite. Ike, der rechts neben ihm saß, betrachtete seine Fingernägel und sagte auch nichts. Vor einer Viertelstunde hatte Direktor Hornstein die beiden Jungen von der Schulsekretärin in sein Büro zitieren lassen. Fadi hatte ein mulmiges Gefühl bekommen, aber als er Ikes Gesicht gesehen hatte, hatte er auch Genugtuung empfunden. Der Rotschopf hatte immer noch eine geschwollene Lippe von einem Treffer Fadis. Zorn wallte in Fadi auf. Er ist nur ein blöder Rowdy. Ich werde mich nicht von ihm unterkriegen lassen.

Direktor Hornstein seufzte. »Der Hausmeister erzählte mir, dass drei Jungen in die Prügelei verwickelt waren. Zwei rannten davon und einer blieb da. Das war Fadi. Dich, Ike, erkannte der Hausmeister wieder. Er hatte dich vor seiner Abstellkammer herumlungern sehen. Aber den dritten Jungen konnte er nicht identifizieren. Also, warum sagst du mir nicht, wer das war?« Fadi wartete und merkte, dass Ike nervös auf seinem Stuhl herumrutschte. Ich könnte es Direktor Hornstein sagen, dachte er. Ich könnte dafür sorgen, dass alle beide bestraft werden, weil sie über mich hergefallen sind … und meinen Fotoapparat kaputt gemacht haben, sodass ich jetzt keine Chance mehr habe, den Wettbewerb zu gewinnen.

Ike blickte auf seine Füße hinab und murmelte: »Ich kenne ihn von der Cesar-Chavez-Grundschule im Mis­sion-Viertel.« »Verstehe«, sagte Direktor Hornstein. Er zog die Au­gen­brauen hoch und lehnte sich in seinem Chefsessel zurück. »Und wie heißt er?« »Leo«, erwiderte Ike, ein bisschen zu schnell. »Seinen Nachnamen weiß ich nicht.« Direktor Hornstein wandte sich an Fadi. »Kennst du diesen Leo?« Fadi holte tief Luft. Er hatte den Namen Felix bereits auf den Lippen, aber dann sagte er: »Nein.«

Ike blinzelte langsam und straffte sich auf seinem Stuhl. Fadi ertappte ihn dabei, wie er ihn anstarrte. Ikes blassgraue Augen verengten sich. Fadi starrte frostig zurück. Ich bin keine Petze. Ich werde es dir nicht über Direktor Hornstein heimzahlen. Ike runzelte die Stirn und sah weg. »Der Hausmeister sagte, dass der Junge Asiat war«, hakte Direktor Hornstein nach. »Ich glaube, Leo ist … ähm, Filipino oder … ähm … Koreaner oder so was«, stammelte Ike."

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