Das Feuer der Apokalypse

 
 
beTHRILLED (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. Dezember 2018
  • |
  • 498 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7325-6321-0 (ISBN)
 

Ein brutaler Raubüberfall im Turiner Dom. Die Beute: das berühmte Grabtuch!

Ein Auftrag für Dr. Ava Curzon: Die Archäologin und ehemalige Agentin entdeckt bald eine Spur, die zu einem russischen Oligarchen führt. Doch was bezweckt er mit dem Raub? Auf der Suche nach der Antwort gerät Ava immer tiefer in eine dunkle Welt des religiösen Fanatismus und biblischer Geheimnisse.

Ihre Jagd führt sie quer durch Europa - direkt in die Hinterzimmer der Reichen und Mächtigen. Und Ava entdeckt eine Verschwörung von unvorstellbarem Ausmaß: Falls sie den Plan nicht vereitelt, wird ein neuer Krieg im Nahen Osten die Welt ins Chaos stürzen!

Packend und brandaktuell - nach ihrem Debüt in "Das Gottessiegel" entschlüsselt Ava Curzon erneut die Mysterien, an denen die Geheimdienste scheitern. Noch mehr Tempo! Noch mehr Spannung! Eine noch größere Bedrohung!

Jetzt als eBook von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung.


Dominic Selwood ist Autor und Historiker. Er war schon immer von der Zeit der Kreuzzüge fasziniert und studierte Mittelaltergeschichte in Oxford und an der Pariser Sorbonne. Nach seiner Promotion arbeitete er einige Jahre lang als Rechtsanwalt. Heute schreibt er neben seinen Thrillern immer noch Bücher und Artikel über Geschichte, oft über wenig bekannte Themen. Wenn er gerade nicht schreibt, spielt er Bass in einer Rockband. Dominic Selwood lebt in London.

2


10b St James's Gardens, Piccadilly, London SW1

Ava schreckte hoch und war sofort auf der Hut.

Sie warf einen Blick auf die rot leuchtende Digitalanzeige des Radios an ihrem Bett. Sie zeigte 2 Uhr 04.

Sie lauschte angestrengt und hörte das Geräusch von Neuem. Es kam aus dem Flur.

Inzwischen hellwach, langte sie unter dem Bett nach der geladenen Ruger LCR, die sie dort mit Klebeband befestigt hatte.

Sie wusste sehr wohl, dass sie keine Lizenz für die Waffe besaß und sie eigentlich gar nicht haben durfte. Die Zeit, in der sie von Amts wegen eine Feuerwaffe tragen durfte, war lange vorbei. Aber nach den zurückliegenden Ereignissen konnte sie nicht länger davon ausgehen, dass ihre Vergangenheit sie in Ruhe lassen würde.

Im Dunkeln fanden ihre Finger die kleine, kühle Waffe, die sie rasch löste. Sofort schmiegte sie sich bequem in ihre Hand.

Sie horchte noch einmal genau hin und hörte es wieder. Wer immer es sein mochte, er machte sich in ihrer Küche zu schaffen.

Sie zog ihre Jeans über, öffnete leise die Schlafzimmertür und durchquerte unter Adrenalinstößen den Flur.

Sie hatte keine Einbruchsicherung, denn sie brauchte keine. Dafür hatte sie eine eigens angefertigte Haustür aus solidem Stahl.

Wie war der Eindringling hereingekommen?

Die Küchentür stand einen Spalt offen, und sie konnte dahinter einen Lichtschimmer sehen.

Sie zwang sich, ruhig zu atmen. In einer fließenden Bewegung öffnete sie mit dem Knie die Tür und glitt rasch durch den Eingang und aus der Schusslinie.

Ihre Waffe zielte genau auf das Herz des Eindringlings.

Zu ihrer Verwunderung saß der Mann am Küchentisch und hatte eine Tasse Kaffee vor sich stehen.

Außerdem hatte er eine Handfeuerwaffe direkt auf sie gerichtet.

»Allzeit bereit, wie ich sehe.« Seine Stimme klang rau. Schottischer Akzent. Glasgow, hätte sie vermutet.

In einem Sekundenbruchteil prägte sie sich seine Züge ein. Kurzgeschorene graue Haare, Mitte fünfzig, ein zerknitterter grauer Anzug, den er jeden Tag trug. Eine Figur, die einmal fit gewesen war und jetzt aus dem Leim zu gehen drohte.

Nichts an seiner Erscheinung trug zu ihrer Beruhigung bei. Er konnte alles Mögliche sein.

Die Spannung zwischen ihnen stieg bedrohlich an. Sie blickte ihm fest ins Gesicht und suchte nach einem kleinen Anzeichen, das seine Absichten verriet.

Sein Blick war ausdruckslos. Aber da war noch etwas - ein Anflug von Kälte in seinem Gesicht, von Unberechenbarkeit.

»Dr. Curzon. Ich muss mich entschuldigen. Ich hätte mich vorstellen sollen.« Er stand langsam auf.

Avas Adrenalin kochte hoch. Sie hatte kein Namensschild an ihrer Haustür.

Weiterhin auf sie zielend, griff der Mann mit der linken Hand in die innere Jackentasche.

Sie konzentrierte sich auf beide Hände und suchte, alles andere ausblendend, nach dem ersten Anzeichen einer feindseligen Bewegung.

»Ganz langsam«, warnte sie ihn, während sie den Abzug der Ruger um einen Bruchteil weiter durchdrückte. Der winzige silberne Zylinder drehte sich in der mattschwarzen Waffe und spannte den Hahn über einem frischen .22er-Projektil.

Bedächtig zog er eine Visitenkarte hervor und hielt sie hoch. Seinen Namen konnte sie nicht lesen, aber das Foto war ihm recht ähnlich, und in fetten Großbuchstaben stand da:

MINISTRY OF DEFENCE

»Jack Swinton«, erklärte er. »MI13.«

»Raus«, befahl sie leise.

Er nickte. »Ich weiß, was Sie denken. Es gibt kein MI13. Aber trotzdem«, er lächelte knapp, »sind wir hier.«

Aus dem Augenwinkel nahm Ava am Rand der Küchenjalousie draußen auf der Straße eine Bewegung wahr. Mit einem kurzen Blick erkannte sie einen geparkten schwarzen Lieferwagen. Daneben stand ein Streifenwagen, in dem zwei Polizeibeamte saßen und in die Nacht hinausstarrten.

»Stellen Sie sich vor, MI5, MI6 oder das GCHQ möchte etwas erledigt haben.« Er sprach ruhig, die Pistole nach wie vor auf sie gerichtet. »Aber man will nicht, dass die Politiker oder die Öffentlichkeit davon erfahren.« Er hielt inne. »Dafür sind wir dann da.«

Sie ließ ihn nicht aus den Augen. »Raus, habe ich gesagt.«

Er rührte sich nicht. »Es hat sich einiges verändert seit Ihrer Zeit.«

Sie schluckte heftig.

»Die Nachrichtendienste müssen den parlamentarischen Ausschüssen heute offen Rede und Antwort stehen. Es ist unmöglich geworden, irgendetwas wirklich verdeckt zu tun. Und da kommen wir ins Spiel. Die Politiker wissen nicht einmal, dass es uns gibt.«

Sie warf erneut einen Blick aus der kleinen Lücke auf den Streifenwagen auf der Straße. Er wirkte durchaus echt - bis hin zu dem gelangweilten Ausdruck in den Gesichtern der Polizisten, die die Nachtschicht gezogen hatten.

»Die blauen Jungs auf den Vordersitzen da draußen halten uns für die Zollfahndung.« Er schmunzelte.

»Sie haben sich in der Adresse geirrt.« Ava nickte in Richtung ihrer Haustür. »Ich sag's Ihnen nicht noch mal.«

Er seufzte. »Dann eben auf die ausführliche Tour. Dr. Ava Curzon, Sie studierten Archäologie und alte orientalische Sprachen in Oxford, Harvard und Kairo, folgten ihrem Vater zum MI6. Jahrgangsbeste. Nach einem Senkrechtstart kündigten Sie - desillusioniert - bei Beginn des Irakkrieges. Sie gingen an die Nahost-Abteilung des British Museum, von dem Sie später an Museen in Amman und Bagdad abgeordnet wurden. Inzwischen sind Sie wieder zurück in London und arbeiten über assyrische Antiquitäten, die in den Kriegen im Irak zerstört wurden.«

Ava holte tief Luft. Er hatte eindeutig seine Hausaufgaben gemacht.

»Diese Informationen sind nicht schwer zu beschaffen.« Sie musterte ihn eingehend. »Wenn man weiß, wo man nachsehen muss.« Ihre Stimme spiegelte eine Sicherheit vor, die sie nicht empfand.

»Na schön«, antwortete er. »Tun Sie mir nur einen Gefallen. Schauen Sie sich das hier an.«

Er nickte in Richtung eines Blatts Papier, das mitten auf dem großen Küchentisch lag. Es war ihr noch nicht aufgefallen; es lag auf den Fotos und den Übersetzungen der mesopotamischen Bestattungskeilschriften, an denen sie noch bis spät in die Nacht gearbeitet hatte.

Sie hatte nicht die Absicht, ihm noch näher zu kommen. Sie wollte ihn - und seine Pistole - auf Abstand halten, wo sie beide sehen konnte.

Sie warf einen Blick auf die Akte und sah, dass es sich um eine Zusammenstellung fotokopierter Dokumente handelte, die auf ein einziges Blatt verkleinert worden waren. Als sie sie genauer studierte, merkte sie, dass sie ihr alle vertraut waren.

Und streng geheim.

Sie schaute auf ihren früheren MI6-Foto-Ausweis des Foreign Office, die offizielle Karte mit ihren Fingerabdrücken, ein Foto mit dem Director-General, der sie bei der Aufnahme neuer Rekruten willkommen hieß, aufgenommen in seinem Penthouse-Büro in >Legoland<, dem bunten Hauptquartier, das an Bauklötze aus einem Kinderbaukasten gemahnte. Und auf ihr P45-Steuerformular mit den vertraulichen >Angaben zu ausscheidenden Mitarbeitern<, das die Personalabteilung ihr am Tag ihres Ausscheidens ohne auch nur ein Dankeschön ausgestellt hatte.

Obwohl die Aufnahmen inzwischen schon vor einer Weile gemacht worden waren, sah sie immer noch ziemlich genauso aus. Dunkle Haare - nach wie vor im Pferdeschwanz - und braune Augen mit goldenen Einsprengseln. Für ihre Art von Arbeit war ihr Aussehen günstig. Sie konnte überzeugend als Engländerin, Europäerin oder Orientalin auftreten.

Es dauerte eine Weile, bis sie merkte, dass da auf dem Blatt mit den Fotos noch ein Schlüssel aus glänzendem Messing lag. Als sie seine vertraute Form erkannte, stellte sie fest, dass im Gegensatz zu dem Original, das sie immer bei sich trug, die Kopie auf dem Tisch noch glänzte und mit einem Etikett versehen war, auf dem ein alphanumerischer Code stand.

»Die Firma behält für alle Türen, die sie einbauen lässt, einen Schlüssel zurück«, erklärte er. »Ihr Vater hat diese Wohnung bauen lassen. In den späten Neunzigern, nicht wahr? Ich bin sicher, Sie wissen, wie das läuft.«

Sie warf erneut einen Blick auf den Schlüssel. Ihr Vater hatte die Tür während einer besonders üblen Operation einbauen lassen, bei der seine Sicherheit als gefährdet beurteilt worden war. Sie erinnerte sich gut daran. Dennoch besaß, soweit sie wusste, sie den einzigen Schlüssel.

Langsam hob sie den Kopf und erwiderte seinen Blick. »Ich warne Sie zum letzten Mal.«

»Sie haben kürzlich einen hohen Beamten des MI6 und einen amerikanischen DIA-Agenten bei Aktionen gegen eine Gruppe sehr böser Menschen unterstützt, bei denen es - wie soll ich sagen? - zu unvorhergesehenen Bestattungen kam.«

Sie erstarrte. Sie konnte nicht glauben, was sie da gerade gehört hatte.

Ihre Vergangenheit zu kennen war eine Sache. Aber davon wusste niemand.

Sie konnte spüren, wie sich die Haare in ihrem Nacken aufstellten. Diese Informationen waren mehr als geheim. Sie existierten überhaupt nicht.

Auf ihrem Rücken brach ihr der Schweiß aus. Waren etwa Einzelheiten durchgesickert? War es das, worum es ging? Vergeltung?

Sie beobachtete die Muskeln um die Augen des Mannes und verstärkte nach...

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