Ever After High (6). Meerjungfrauen singen besser

 
 
Arena (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Februar 2017
  • |
  • 216 Seiten
 
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978-3-401-80673-0 (ISBN)
 

Meeshell ist alles andere als eine gewöhnliche Meerjungfrau: Sie soll später einmal an Land leben - mit einem echten Prinzen! Allein der Gedanke daran ist so aufregend, dass Meeshell am liebsten jetzt schon alles planen will. Erst einmal muss sie sich aber an der Ever After High zurechtfinden. Und das ist gar nicht so einfach! Denn obwohl sie super singen kann, ist sie sehr schüchtern. Wie soll sie nur zeigen, was in ihr steckt? Zum Glück hat Meeshell gute Freunde - und auch die Musik ist immer auf ihrer Seite.

  • Deutsch
  • Würzburg
  • |
  • Deutschland
  • 4,02 MB
978-3-401-80673-0 (9783401806730)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Suzanne Selfors fühlt sich manchmal wie ein Royal und manchmal wie ein Rebel. Sie hat zwei charmante Kinder und lebt in einem zauberhaften Inselkönigreich. Sie hofft, dass es ihr Schicksal ist, für immer und ewig Geshichten zu schreiben.

Kapitel 1

Zauberwelle

Die Aussicht vom Bug des Schiffs war atemberaubend. Im Osten und Westen erstreckte sich das ruhige türkisfarbene Meer bis zum Horizont und das Einzige, was die vollkommen glatte Oberfläche durchbrach, waren Meeresschildkröten und Möwen, die sich auf der Jagd nach Fischen ins Wasser stürzten. Aber das Schiff steuerte nach Süden und hielt auf zerklüftete weiße Klippen zu, die dicht bewaldet waren. Aus diesem Wald ragten die Turmzinnen der Ever After High empor, als wollten sie nach den Wolken greifen.

Schüler, die mit dem Schiff anreisten, empfanden diesen ersten Blick auf die Schule wie einen Willkommensgruß. Zu wissen, dass die Schiffsreise bald enden würde, war für viele eine echte Erleichterung. Und die Tatsache, dass nun ein neues Schuljahr an der berühmtesten und angesehensten Schule im Märchenreich begann, erfüllte sie mit freudiger Erwartung. Doch das Mädchen, das an diesem Tag am Bug des Schiffes stand, verspürte weder Erleichterung noch freudige Erwartung.

Meeshell umklammerte die Reling so fest, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Sie hielt den Atem an, bis sie fast blau im Gesicht wurde. Da war sie. Ihre Schule. Ihre Zukunft.

Ihre Geschichte.

Wie viele andere vor ihr kam auch Meeshell aus einem fernen Königreich. Allerdings stammte sie aus einem Land, das die meisten noch nie gesehen hatten und auch nie sehen würden. Es war geheimnisvoll. Märchenhaft. Und unglaublich schön. Und man konnte es nur aufsuchen, wenn man über die körperlichen Voraussetzungen verfügte.

Ihre Heimat würde den Mitschülern so fremd vorkommen wie der Mond.

Sie stammte aber nicht vom Mond.

Meeshell atmete aus und verlagerte ihr Gewicht. Sie hatte so reglos dagestanden, dass ihr die Knie wehtaten. Knie, dachte sie. Diese komischen knubbligen Dinger. Ob ich mich jemals an sie gewöhne?

Sie bückte sich, rieb eines nach dem anderen und konzentrierte sich dann wieder auf die hoch aufragenden Türme.

»Du kannst nirgendwo eine bessere Schulbildung bekommen als an der Ever After High«, hatte ihr Vater beteuert.

»Du wirst dort mehr lernen, als wir dir jemals beibringen können«, hatte ihre Mutter hinzugefügt.

»Du wirst das super machen!«

»Du schaffst das!«

»Du wirst dich wunderbar einfügen.«

Ihr Vater hatte die Ever After High besucht, was erklärte, wieso er so begeistert davon war, dass seine Tochter auf dieselbe Schule gehen würde. Und ihre Mutter wollte das Beste für ihre Kinder und deswegen war auch sie ganz begeistert. Aber Meeshell fand es schrecklich, Familie und Freunde verlassen zu müssen. Außerdem plagten sie Zweifel. Was, wenn sie es nicht schaffte, sich an diese neue Welt anzupassen? Was, wenn sie die merkwürdigen Traditionen der anderen nicht verstand? Was, wenn sie auffiel wie ein Krebs unter Seesternen?

Das Schiff glitt durchs Wasser. Meeshell schloss die Augen und hielt ihr Gesicht in die kühle Brise. Sie mochte das Gefühl, wenn ihr der Wind durch das lange pinkfarbene Haar fuhr. Die Brise war nicht kräftig genug, um die Segel zu füllen, aber dieses Problem hatte sie gelöst. Mithilfe ihrer Magie hatte sie eine kleine Welle erschaffen und sie direkt auf das Heck des Schiffs gerichtet. Die Welle brach nicht; sie schob das Schiff einfach nur voran. Der Kapitän war dankbar für ihre Hilfe. Der Narwal, den er normalerweise anheuerte, um das Schiff bei Flaute zu ziehen, war im Urlaub.

»Kleine?« Die Stimme eines Mannes durchbrach die Stille. Meeshell öffnete hastig die Augen. Kapitän Greenbeard stand neben ihr. »Soll einer der Matrosen deinen Mantel holen? Du wirst dich hier draußen erkälten.«

Sie schüttelte den Kopf. Kalte Luft machte ihr nichts aus. Außerdem besaß sie keinen Mantel. Wo sie herkam, gab es so etwas nicht. Es war schon schwierig genug gewesen, ein Kleid aufzutreiben. Zum Glück hatte ihre Mutter eine umfangreiche Sammlung von Dingen, die von Schiffen gefallen waren oder die unerwartet hohe Wellen von Stränden gestohlen hatten. Zu diesen Dingen gehörten auch das schlichte gelbe Kleid, das Meeshell bis zu den Knöcheln reichte, das weiße Band, das sie als Gürtel trug, und die Tasche, in der sich ihre wenigen Besitztümer befanden.

»Du bist wirklich schweigsam.« Der Kapitän stützte die Ellbogen auf die Reling und schaute hinaus auf die weißen Klippen. Er war ein wettergegerbter Typ mit tiefen Falten um Augen und Mund. Auf der ganzen Reise waren er und seine Mannschaft sehr nett zu ihr gewesen. »Ich kann kaum glauben, dass du noch nie auf einem Schiff warst. Wirklich noch nie?«

Sie schüttelte noch einmal den Kopf.

»Also, den Wellengang gestern hast du weggesteckt wie ein alter Seefahrer. Bist nicht grün geworden oder hast die Fische gefüttert. Die meisten Landratten brauchen mindestens eine Woche, um sich Seebeine wachsen zu lassen.«

Seebeine? Sie hatte keine Ahnung, was das sein sollte. Sie hatte ihre Beine erst vor drei Tagen bekommen und sie waren für den Gebrauch an Land vorgesehen. Gab es spezielle Beine für die See?

Der Kapitän betrachtete einen blauen Fleck an Meeshells Unterarm. »Nachdem du so viel herumgestolpert und gegen alle möglichen Dinge gestoßen bist, waren diese Prellungen wohl nicht zu vermeiden. Aber der Seegang des Ozeans ist so unvorhersehbar wie Poseidons Launen.«

Der Kapitän hatte recht. Allerdings hatte sie sich wirklich bemüht, sich anmutig zu bewegen. Da sie auf dem Schiff festsaß, seit sie ihre Beine bekommen hatte, waren ihre Möglichkeiten begrenzt, mit ihnen zu üben. Sie konnte gerade einmal an Deck auf und ab gehen oder Treppen hinauf- und hinabsteigen. Die blauen Flecken würden wieder verschwinden. Aber wie es mit den Prellungen aussah, die ihr Selbstbewusstsein davongetragen hatte, würde sich erst im Laufe der Zeit zeigen.

Obwohl erst drei Tage vergangen waren, kam es ihr vor, als wäre es eine Ewigkeit her, seit sie ihr Königreich verlassen musste. Sie war zu schüchtern, um sich mit den Matrosen zu unterhalten, und zu abgelenkt, um sich auf ein gutes Buch zu konzentrieren, und so hatte sie versucht, sich die Zeit mit dem Beobachten von Meerestieren zu vertreiben. Aber wie viele Delfinschulen oder Robbenherden sie auch entdeckte, die Zeit kroch so langsam dahin wie eine Meeresschnecke. Zum Glück hatte ihre Mutter ihr ihre Lieblingsspeise eingepackt. »Du wirst eine Weile brauchen, um dich an das zu gewöhnen, was an Land gegessen wird«, hatte sie gesagt. Und während die Mannschaft geräucherte Heringe und trockene Haferkekse mampfte, aß Meeshell ihren Seetang- und Algen-Salat.

»So was habe ich noch nie gesehen«, hatte der Koch mit einem Schulterzucken festgestellt. Er war ein Troll mit riesigen Ohren und einer passenden Nase. »Du solltest meinen Fischeintopf probieren.« Er schob Meeshell den Teller direkt vor die Nase. Beim Anblick der Fischschwänze und -flossen in Sahnesoße verzog sie angewidert das Gesicht.

»Nein danke«, sagte sie höflich. Ihre Stimme war leiser, als sie beabsichtigt hatte.

»Was hast du gesagt?«, fragte er.

Sie räusperte sich. »Nein danke.« Es war schwierig, die Worte herauszubringen, nicht nur wegen ihrer Schüchternheit, sondern auch, weil etwas mit ihrer Stimme nicht in Ordnung war. Auch wenn sie sich wirklich Mühe gab, kamen die Worte nur sehr leise heraus. Hoffentlich war das nur vorübergehend und ihre Stimme erholte sich, bis der Unterricht begann.

»Sie hat >Nein danke< gesagt«, erklärte einer der Matrosen.

»Kein Fischeintopf? Aber mein Fischeintopf ist berühmt.«

»Berühmt für seine Nachwirkungen«, spottete ein anderer Matrose.

Der Koch zuckte mit den Schultern. »Wie du willst.« Dann kratzte er sich mit dem hölzernen Kochlöffel den Rücken.

Meeshell hatte am Morgen den Rest von ihrem Salat gegessen und befürchtete jetzt, dass sie etwas essen musste, das der Koch zubereitet hatte. Aber da die Ever After High schon in Sichtweite war, brauchte sie keinen verdorbenen Magen zu riskieren. Außerdem aß sie keinen Fisch. Nie im Leben!

Die weißen Klippen und die Steintürme kamen immer näher. »Land in Sicht!«, brüllte Kapitän Greenbeard. An Deck brach Hektik aus. Die Männer und Frauen der Besatzung kamen vom Essen herauf und wischten sich die Krümel aus dem Bart, von den Zöpfen und von den Hemden. Der Kapitän nahm seinen Platz am Steuer ein. Das Schiff umrundete eine Landzunge und ein malerischer kleiner Hafen tauchte auf. An einem Anleger, der aus dem weißen Sandstrand herausragte, hatten einige kleinere Boote festgemacht. Der Sand funkelte, als bestünde er aus Glitter.

»Hauptsegel runter!«, befahl der Kapitän. Ein dickes Tau wurde gelöst und das große Segel mit dem aufgedruckten Narwal fiel aufs Deck. Da kein Wind wehte, musste es irgendeine Form von Magie gewesen sein, die das Segel hochgehalten hatte. Die magische Welle, die Meeshell herbeigezaubert hatte, wurde jetzt nicht mehr gebraucht und sie verscheuchte sie mit einer Handbewegung.

Kapitän Greenbeard drehte am Steuerrad, als das Schiff auf...

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