Über den grünen Klee geküsst

Roman
 
Jana Seidel (Autor)
 
Random House ebook (Verlag)
1. Auflage | erschienen am 3. Juni 2011 | 288 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-05776-3 (ISBN)
 
Ein altes irisches Herrenhaus und eine junge liebeskranke Hamburgerin - kann das gutgehen?

Louisa Wolff wurde gerade schwer das Herz gebrochen, und um auf andere Gedanken zu kommen, fliegt sie zu ihrem Vater nach Irland. Schließlich lässt es sich in einem gemütlichen Cottage vor einem knisternden Kamin viel schöner vorstellen, wie der Exfreund von einem Bus überfahren wird. Doch für Racheszenarien bleibt Louisa kaum Zeit: Denn es gilt, das Landschloss ihrer neuen Nachbarn vor dem Ruin zu bewahren, das Geheimnis um einen alten Liebesbrief zu lüften und vor allem herauszufinden, ob der unwiderstehliche Colin tatsächlich so schlecht ist, wie sein Ruf ...



Jana Seidel wurde 1977 in Hannover geboren. Nach ihrem Studium in Kiel volontierte sie bei einer Tageszeitung. Anschließend schrieb Jana Seidel zwei Jahre als freie Journalistin für diverse Medien. Mittlerweile lebt sie in Hamburg und arbeitet in einer Zeitschriftenredaktion.
Deutsch
0,68 MB
978-3-641-05776-3 (9783641057763)
3641057760 (3641057760)
weitere Ausgaben werden ermittelt
"(S. 18-19)

Mein Zimmer ist so wunderschön, dass das Erwachen am nächsten Morgen eine Offenbarung ist. Ich habe eines der der winzigen beiden Extra-Schlafzimmer mit Rosentapeten bezogen. Wer hier wohl mal geschlafen hat? Die Töchter der Pächter vielleicht. Durch das Fenster kann ich das Anwesen sehen. Herrlich – und so unwirklich, dass ich das erste Mal seit langem tief und fest durchgeschlafen habe. Echter, tiefer Schlaf ist was Großartiges. Man wacht auf, und die Welt ist wie neu. Bis dahin dachte ich ja, die Phase vier des Liebeskummers sei nur die Erfindung der Ratgeber-Trulla, die dachte, ein Ratgeber mit Happy End würde sich besser verkaufen. Aber nein. Irgendwo da draußen gibt es ihn wirklich, den »Neuanfang«.

Ich brauche nur ein bisschen Geduld. Wenn ich daran denke, wie ich einen ganzen Monat lang wie ein Roboter über die Flure geschlafwandelt bin und mit mechanischem Lächeln und viel Make-up in meinem Gesicht meine Arbeit erledigt und die Nächte durchgeheult habe – da bin ich jetzt doch wirklich schon einen riesigen Schritt weiter. Als ich runter in die Küche wanke, entdecke ich dort meinen Vater, der vor dem Fenster steht und begeistert von einem Bein aufs andere hüpft.

»Lu, komm schnell und schau mal!« Ja, richtig gehört! Wenn er mich nicht gerade »Häschen« nennt, bin ich für ihn »Lu«. Ich folge seiner Aufforderung und erwarte zumindest ein rosafarbenes Kaninchen zu sehen, das vor unserem Haus einen dreifachen Salto schlägt, und entdecke ... absolut gar nichts. Besorgt schaue ich meinen Vater an, aber der lacht nur vergnügt: »Schnee! In Irland schneit es fast nie, das ist ja wie ein Wunder.« Tatsächlich: Ein winziges Flöckchen hat sich auf dem Fenster niedergelassen, um dort sofort zu schmelzen. Ich teile seine anrührende Begeisterung nicht sofort.

Muss ich mich jetzt über Kälte und Schnee freuen, nur weil es auf dieser Insel offenbar die Ausnahme von der Regel ist? Erstens ist es fast zwei Monate zu spät für die weiße Weihnacht, die ich mir gewünscht hätte, zweitens fällt mir wieder ein, dass ich gar keine warmen Klamotten dabeihabe. An dieser Stelle merke ich, dass ich gar nicht friere – obwohl im Kamin kein Feuer brennt. »Heizung«, erklärt mein Vater kichernd. Oh, na klar, so etwas gibt es in Irland natürlich auch. Sogar in einem verwunschenen kleinen Cottage wie diesem. Wir trinken in stiller Eintracht unseren heißen Kaffee und schauen, wie das Schneetreiben stärker wird.

»Das wird morgen bestimmt das Thema!« Mein Vater hat sich also schon voll und ganz eingelebt und redet längst in den hiesigen Zungen. Ich verstehe kein Wort. »Na, in der Zeitung, Häschen.« »Was denn genau?« »Na, der Schnee«, er deutet auf das Außenthermometer, »und die fünf Grad.« Es ist wohl so, dass der Golfstrom hier irgendwo vorbeifließt, so dass es auch im Winter noch lau und grün ist und an manchen Orten sogar Palmen wachsen.

Hm, ich hatte mir Irland immer ganzjährig nasskalt vorgestellt – und dass Wachsjacken über dicken naturfarbenen Schurwollpullovern mit Stehkragen und Zopfmuster hier wirklich eine sinnvolle Erfindung sind. Damit hätte ich zumindest meinen Koffer vollgepackt, wenn ich so etwas besäße – oder vorher noch Zeit und Muße zum Einkaufen gehabt hätte. »Nimm dir etwas zu essen. Kaffee habe ich schon gekocht. Leider habe ich keine großen Vorräte im Haus.«

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