Die Katze, die zu neuen Ufern aufbricht

Der neunte Fritzi Kullerkopf Roman
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. März 2021
  • |
  • 336 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7534-5135-0 (ISBN)
 
In ihrer neunten Saga erzählt die rothaarige Protagonistin Fritzi Kullerkopf, mitreißend und mit viel Empathie, was ihr in den vergangenen Monaten widerfahren ist. Fritzis Kinder sind über alle Berge, ihr Mann liegt unter der Erde, und ihr Berliner Bräutigam ist allnächtlich mehr an anderen Kätzinnen interessiert als an ihr. Ein Teil ihrer Freunde machte sich aus dem Staub. Mit den anderen darf sich Fritzi nicht mehr treffen, aus Angst, dabei dem Frankfurter Straßenverkehr zum Opfer zu fallen. Um ihrem Alleinsein zu entkommen und endlich wieder glücklich zu sein, überlegt Fritzi, wie sie das Ruder ihres Lebenskarussells herumreißen kann. Dabei berichtet sie von Emanzipation, Erfolg und Enttäuschungen, von Loyalität und Verrat, von Macht und Mut und ihrem Aufbruch, auf neuen Wegen unbekannte Ufer zu erreichen. Das vorliegende Buch ist ein ergreifender facettenreicher Roman und eine inspirierende Erkenntnisquelle über die großen Fragen des Frau-Seins, existenziell und hochaktuell, mit unvergesslichen Charakteren, viel Witz und einem Hauch Melancholie. Es steckt voller lebenskluger, poetischer Beobachtungen und Reflexionen, Träumen und Visionen, mit denen Fritzi Kullerkopf Mut machen will, auf die eigene innere Stimme zu hören. Der neue Roman ist ein äußerst vergnüglicher, unterhaltsamer und spannender Lese-Spaß, getippt von einer, die Katzen und Menschen mag. Man wird förmlich hineingezogen in die von Fritzis Ghostwriterin Elke wunderbar geschriebenen emotionalen Storys, in denen sich Realität und Fiktion miteinander mischen. Es ist ein Buch, das man sich selbst schenken sollte und das zum Verschenken schön ist. Ein Roman für Katzen- und Tierfreunde von 8 bis 88 Jahren und alle, die es noch werden wollen.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 20,44 MB
978-3-7534-5135-0 (9783753451350)
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Elke Seidel absolvierte nach der Schule eine Lehre als Drogistin und erlangte einen Fachschulabschluss. Danach arbeitete sie mehrere Jahre in einem Reisebüro, in dem sie auch als Reiseleiterin amerikanische Touristen durch europäische Hauptstädte und durch den Nahen Osten führte. Anschließend arbeitete sie über 30 Jahre am Frankfurter Flughafen im Passagierservice und als Lehrgangsleiterin in einem Schulungszentrum. Parallel war sie ehrenamtlich 2 Jahrzehnte für die Industrie- und Handelskammer als Prüferin in zwei Ausbildungsberufen tätig.
An einer Berufsschule unterrichtete sie das Fach Gefahrgut im Luftverkehr.
In ihrer Freizeit betätigte sie sich als Schmuckdesignerin. Auf zahlreichen Ausstellungen zeigte sie ihre kreativen Unikate. Seit ihrer Schulzeit näht, strickt, bastelt, malt, zeichnet und modelliert sie, schreibt Gedichte und Kurzgeschichten.
Bereits vor ihrem Ausscheiden am Flughafen begann sie ein Studium des Dritten Lebensalters (U3L) an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität. Dort belegte sie u.a. die Seminare Kreativ schreiben bei Frau Astrid Hennies und die Vorlesungen Klinische Anatomie bei Herrn Prof. Dr. Wolfgang Hach. Elke Seidel wohnt in Frankfurt. Ihre beiden Katzen Fritzi Kullerkopf und deren Freund Rüdiger adoptierte sie in einem Tierheim.
Inzwischen begann sie ihren zehnten Roman, in dem Fritzi Bella Calabria unsicher macht und (sofern es die Corona-Bestimmungen zulassen) die Grüne Insel Irland bereist, das Heilige Land besucht und in Jordanien das Rote Meer erkundet.

Teil II


Die Katze,


die neue Pläne schmiedet


Was zuvor passiert ist


Ich bin die Tochter eines Bezirksbesamers und seiner Braut, meiner Mutter. Mein Erzeuger heißt Amandus (lateinisch: der Liebenswerte), den ich aber nie getroffen habe.

Der Name meiner Mutter lautet Viola, nach den dreifarbigen Veilchen (Stiefmütterchen) im Stadtpark, die auf Lateinisch Viola tricolor heißen. Mama war alleinerziehend, denn ihr untreuer Bräutigam stellte sich als Bigamist heraus, der sie nur gelegentlich des Nachts besuchte, wenn wir Kinder bereits schliefen.

Bei der Erziehung von uns Welpen hatte meine Mutter alle Pfoten voll zu tun. Rivalität war meinen sieben Geschwistern und mir bereits in unseren Köpfen einprogrammiert worden, bevor wir geboren wurden. Kaum hatten wir das Licht der Welt erblickt, konkurrierten wir miteinander um die wichtigsten Ressourcen in unserem jungen Leben, um Milch, Fürsorge und Liebe. Mama bewies die Geduld eines Engels und achtete darauf, dass keines von uns Kitten zu kurz kam. Ziemlich lange war ich mir sicher, dass ich ihr Lieblingskind war, von ihr vorgezogen wurde und dadurch privilegiert war. Eines Nachmittags, als wir einen Moment allein waren, busselte sie mich von Kopf bis zu den Füßen ab und flüsterte mir dabei verschwörerisch ins Ohr: "Kullerköpfchen, du bist nicht nur mein allerschönstes Baby, du bist auch mein allerliebstes Kind!" Als ich das eine lange Zeit später, während eines Besuchs bei meinem Bruder Leonard stolz erwähnte, sagte er, Mama hätte das nicht nur mir, sondern auch allen anderen meiner Geschwister glaubhaft versichert. Ihm ebenso.

Anfangs konnte ich es kaum glauben, denn eigentlich lügen Mütter nicht. Sie sagen immer die Wahrheit.

*

Ich will nicht allzu streng urteilen, aber mein Vater war offensichtlich ein sorgloser Hallodri, der gern streunte, obwohl er einen festen Wohnsitz besaß. Treffender kann man vielleicht seine Art zu leben nicht beschreiben. Er war ein charmanter Märchenerzähler und Gaukler, der in seinem Leichtsinn, wenn sich eine passende Gelegenheit dazu ergab, auch anderen Kätzinnen eine glückliche Ehe, immerwährende Liebe und Treue bis in alle Ewigkeit versprach.

Vermutlich verteilte mein Erzeuger seine Zuneigung unter seinen diversen Bräuten so gut es ging, innerhalb und außerhalb seiner verschiedenen Familien. Vielleicht befand er sich aber auch in einem gefühlsmäßigen Dilemma, einer Art Zwickmühle, sich für die eine oder die andere Verlobte und deren Sippschaft endgültig entscheiden zu müssen. Wer weiß das schon.

Als Kind hätte ich meinen Papa gern einmal getroffen. Wie jedes fühlende Wesen war auch ich neugierig darauf, meine familiären Wurzeln kennen zu lernen. Da mein Wunsch offensichtlich einseitig war, blieb mir nichts anderes übrig, als die Perspektive zu wechseln. Seitdem sehe ich die Situation meiner zur Hälfte im Dunklen liegenden genetischen Abstammung gelassener.

*

Einmal sah ich im Fernsehen eine Reportage mit Sandra Eckardt. Sie ist eine außergewöhnlich nette Frau, die unermüdlich Zweifüßern hilft, deren verschollene Kinder, ihre vermissten Geschwister oder die abhanden gekommenen Eltern zu suchen. Kurz entschlossen schickte ich eine Mail an den Sender RTL, mit der Bitte, dass mir Sandra dabei behilflich sein soll, meinen unbekannten Vater zu finden. Leider kam meine Mail am Tag darauf als unzustellbar zurück.

Inzwischen stresse ich mich nicht mehr damit, den Aufenthaltsort meines Vaters zu ergründen. Vielleicht vermeide ich es auch aus Angst, dass er mich nicht als sein legitimes Kind anerkennen wird, sollte ich eines Tages vor ihm stehen und Antworten auf meine Fragen von ihm fordern.

Beispiele dieser Art kann man regelmäßig in den bunten Boulevard-Blättern verfolgen, wenn illegitime Kinder ihre königlichen Erzeuger verklagen, dass sie endlich ihre Vaterschaft anerkennen sollen.

Mit meiner jetzigen Lebenserfahrung sehe ich das Dilemma meiner frühen Kindheit etwas anders, denn so wuchs ich ohne ein mich belastendes dominantes Verhältnis zu einem Patriarchen auf. Dadurch wurden mir Szenen wie in einem Fellini-Film erspart, wenn du weißt was ich meine.

*

Als meine ersten Menschen eines Tages mit der Hilfe von Möbelpackern in einen Nachbarort verzogen, ließen sie mich versehentlich im Garten zurück. Meine Mutter und meine Geschwister vermissten mich sogleich und riefen laut nach mir. Meine damaligen recht dösigen Zweifüßer merkten aber erst am nächsten Tag, dass eines von Mamas Kindern (also ich) fehlte. Inzwischen war ich schon aus dem heimischen Garten aufgebrochen, um nach ihnen zu suchen.

Mehrere Wochen lang schlug ich mich mehr schlecht als recht allein durchs Leben. Als ich zufällig in Frankfurt, in der kleinen Grünanlage am Eisernen Steg, meinem jetzigen Lieblingsmenschen begegnete, war es um uns beide geschehen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich ließ mich von Elke adoptieren und ging mit ihr nach Hause. Dort traf ich Rüdiger, meine spätere große Liebe und den Vater meiner Kinder. Alles Weitere kannst du in meinem ersten Buch nachlesen, denn dort schrieb ich fast alle meine Erlebnisse meiner frühen Jugend auf. Anschließend ließ ich die vielen Storys illustrieren und drucken. Inzwischen entstanden so acht weitere Romane von mir, mit meist wahren Geschichten.

*

Wie du bestimmt weißt, ist der Hasenpfad die Straße im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen, in der ich seit meiner Adoption wohne. Möglicherweise waren im vorherigen Jahrtausend einige Vertreter wilder Kaninchen oder Feldhasen in dieser Gegend beheimatet. Das muss aber noch zu der Zeit gewesen sein, als in unserem Land ein Kaiser regierte und in dem Viertel keine Häuser standen. Vermutlich war das lange vor meiner Geburt, als es bis zum Horizont nur Felder und Wiesen gab. Jedenfalls sah ich in unserer Straße noch nie ein Kaninchen oder einen Hoppelmann, den manche Zweifüßer auch Meister Lampe nennen.

Elke versucht Fritzi einen Urlaub in Irland schmackhaft zu machen


"Fritzi, im Frühjahr möchte ich eine kombinierte Flug-, Schiffs- und Busreise machen", informierte mich meine Dosine ein paar Tage später.

"Super!", erwiderte ich. Spontan dachte ich an eine Weltreise auf einem weißen Traumschiff, mit vielen interessanten Landausflügen und einem Sitzplatz am Tisch des Kapitäns. "Von mir aus gern. Da komme ich mit!"

Fremde Länder und ungewohnte Fortbewegungsmittel zu entdecken ist für mich eine wichtige Inspiration für ein neues Buch. Gern breche ich auf zu neuen Ufern und fernen Horizonten. Wenn ich auf Reisen gehe, dabei ausländische Leute treffe und bisher unbekannten Tieren begegne, springen mich die Ideen für neue Geschichten förmlich an.

"Fritzi, was hältst du davon, wenn wir zusammen nach Irland fahren? Besonders interessant könnte für dich eine Bootsfahrt durch die Donegal-Bucht sein, der Heimat einer großen Seehund-Kolonie."

"Aber sicher doch, ganz bestimmt, wenn du neben mir an der Reling stehst und dein opulentes irisches Frühstück wieder ins Meer retournierst", erwiderte ich ironisch. "Spuckst du nach Lee, geht?s in die See; spuckst du nach Luv, kommt's wieder ruff! Das wird sicher nicht langweilig, sondern unterhaltsam und mega-lustig, besonders für die dort beheimateten Robben und Fische!" Elke ignorierte meinen Einwand. "Hast du vielleicht vergessen, dass ich bereits vor zwei oder drei Jahren in unserem Urlaub an der Westküste von Amiland und an den Stränden von Hawaii unzählige Seehunde, Seelöwen, Seebären und sogar einige See-Elefanten gesehen habe?", erwiderte ich kühl. "Außerdem bot sich mir im vergangenen Jahr im Golf von Mexiko die Gelegenheit mit wilden Seehunden zu schwimmen."

"Meines Wissens hast du es nicht getan", erwiderte meine Dosine kühl. Sie verzog ihren Mund zu einem geraden Strich und sah mich durchdringend an.

"Ich traute mich nicht vor lauter Angst, die Robben würden mich mit ihren spitzen Zähnen an meinem Schwanz packen und unter Wasser ziehen, um mir beizubringen, wie man minutenlang mit geöffneten Augen, geschlossenem Mund und ohne Schnorchel taucht."

Unbeeindruckt und mit träumerisch verklärter Stimme fuhr meine Dosine fort: "In Irland werden wir dann auf einem Bauernhof schlauen Border-Collies zusehen, wie sie bei einer Hütehund-Vorführung, auf einen bestimmten Pfiff ihres Besitzers, einen Teil der Schafe von ihrer Herde separieren und sie in den heimischen Stall treiben. Anschließend dirigieren sie, nur mit Blicken und durch Körpersprache, die restlichen Lämmer auf eine andere Weide."

Ich bin mir nicht sicher, ob ich einen Bauernhund kennen lernen möchte, der durch pures Anstarren, und ohne das Zeigen seines Gebisses, einer Schafherde seinen Willen aufzwingen kann. Vielleicht würde mich der Collie wie ein Magier mit seinen Blicken hypnotisieren, damit ich bei ihm und den anderen Bauernkatzen auf seiner Ranch bleibe. Nein, Landleben ist...

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