Gewaltfreie Kommunikation im Gesundheitswesen

Eine Kultur des Mitgefühls schaffen. Mit einem Beitrag von Al Weckert
 
 
Junfermann Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 23. Januar 2012
  • |
  • 144 Seiten
 
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978-3-87387-828-0 (ISBN)
 
Kaum eine Branche stellt ihre Mitarbeiter vor so große Herausforderungen wie das Gesundheitswesen. Immer mehr Untersuchungen zeigen, wie stark sich einfühlsame Gespräche auf den Heilungsprozess von Patienten und die Arbeitszufriedenheit von Krankenhauspersonal auswirken. Ärzte, Pfleger und Therapeuten werden jedoch häufig durch Personalabbau, Schichtdienst und ständig wechselnde Strukturen voll vereinnahmt. Der effektivste Ansatz, um die problematischen Strukturen im Gesundheitswesen positiv zu entwickeln, ist eine bedürfnisorientierte Sprache. Mithilfe der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) lassen sich spürbare und dauerhafte Verbesserungen im Umgang mit den Patienten erreichen, aber auch Verbesserungen im Arbeitsumfeld der Beschäftigten.
Al Weckert berichtet in seinem Beitrag von konkreten Erfahrungen mit der GFK in deutschen Krankenhäusern. Er zeigt, wie Chefärzte, Pflegedienstleitungen, Stationen oder Praxen einen empathischen Kommunikationsstil in ihrem Arbeitsbereich einführen können und berichtet über Projekterfolge in Krankenhäusern, Psychiatrien und Arztpraxen. Mithilfe eines Leitfadens kann der Leser ein Grundgerüst für eigene Teamentwicklungsvorhaben erstellen.
  • Deutsch
  • Paderborn
  • |
  • Deutschland
  • 0,62 MB
978-3-87387-828-0 (9783873878280)
3873878283 (3873878283)
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Melanie Sears ist seit 1991 zertifizierte Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation. Mehr als 25 Jahre lang war sie als Krankenschwester und Verwaltungsangestellte in verschiedensten Bereichen des amerikanischen Gesundheitswesens tätig. Immer wieder musste sie feststellen, welch wesentlichen Einfluss die Kommunikation auf das Niveau der Patientenversorgung und auf die Arbeitszufriedenheit der Pflegenden hat.

Al Weckert ist Organisationsentwickler, Mediator und Trainer für Gewaltfreie Kommunikation. Seit vielen Jahren entwickelt er gemeinsam mit Krankenhäusern und Betrieben des Gesundheitswesens Trainingskonzepte für empathische Kommunikation.

1 - Cover [Seite 1]
2 - Inhalt [Seite 6]
3 - Vorwort: Warum ich dieses Buch geschrieben habe [Seite 8]
4 - Danksagung [Seite 10]
5 - 1. Eine Krise im Gesundheitswesen [Seite 12]
6 - 2. Gewaltfreie Kommunikation - Eine Einführung [Seite 16]
7 - 3. Von Dominanz zur Partnerschaft - Wie sich das Gesundheitswesen entwickeln kann [Seite 30]
8 - 4. Der Sprachgebrauch von Diagnose, Urteil, Analyse und Etikettierung [Seite 46]
9 - 5. Der Wandel von Machtausübung zu Partnerschaft am Beispiel der Psychiatrie [Seite 68]
10 - 6. Mitgefühl, Empathie und Ehrlichkeit - Ein Plan zur Verwirklichung von Pflegesystemen, die dem Leben dienen [Seite 86]
11 - Anmerkungen [Seite 100]
12 - Lässt sich Empathie erlernen? Weiterbildungskonzepte für Gewaltfreie Kommunikation in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und mobilen Diensten - Ein Beitrag von Al Weckert [Seite 102]
12.1 - 1. Einleitung [Seite 104]
12.2 - 2. Daten und Fakten zur Wirksamkeit von Empathie [Seite 106]
12.3 - 3. Was sich Führungskräfte und Mitarbeiter wünschen [Seite 110]
12.4 - 4. Ablauf eines Grundlagenworkshops [Seite 112]
12.5 - 5. Organisationsentwicklung mit GFK [Seite 116]
12.6 - 6. Trainingsgruppen aufbauen [Seite 118]
12.7 - 7. Konfliktkosten senken mit Mediation [Seite 120]
12.8 - 8. Das fehlende Puzzleteil [Seite 122]
12.9 - 9. Wenn Sie heute noch anfangen wollen ... [Seite 124]
12.10 - 10. Literaturtipps [Seite 130]
13 - Wie Sie den GFK-Prozess anwenden können [Seite 132]
14 - Einige grundlegende Gefühle, die wir alle haben [Seite 133]
15 - Grundlegende Bedürfnisse, die wir alle teilen [Seite 133]
16 - Über Gewaltfreie Kommunikation [Seite 135]
17 - Über das CNVC [Seite 136]
18 - Über die Autoren [Seite 138]
4. Der Sprachgebrauch von Diagnose, Urteil, Analyse und Etikettierung (S. 45-46)

Wie wir in Kapitel 3 gesehen haben, verlassen sich alle Systeme, die nach dem Vorbild des Dominanzmodells organisiert sind, auf einen Sprachgebrauch, der Hierarchien betont und darauf abzielt, die äußere Welt zu kontrollieren. Da die westliche Medizin Diagnosen und Etiketten als Grundlage für Behandlungen verwendet, ist der Sprachgebrauch von Diagnosen, Analysen, Beurteilungen und Etiketten in Krankenhäusern besonders verbreitet. Bemerkenswerterweise geht es in dieser Sprache nicht nur um die Patienten, die mit ihrer Hilfe „gemanagt“ werden, sondern sie durchdringt auch die zwischenmenschlichen Beziehungen der Menschen, deren Arbeit darin besteht, die Patienten zu betreuen.

In diesem Kapitel werden wir etwas genauer betrachten, was mit den Begriffen Beurteilung, Diagnose und Etikettierung eigentlich gemeint ist, welche Wirkungen solche Sprachmuster entfalten, und untersuchen, in welcher Weise die Systeme von Krankenhäusern diese Prozesse verstärken. Wir werden auch sehen, was dabei herauskommt, wenn man diese Sprachprozesse aus Sicht der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) analysiert, und wir werden erkunden, wie GFK eingesetzt werden kann, um die in Einrichtungen des Gesundheitswesens weitverbreitete negative Dynamik zu verbessern.

4.1 Das Prinzip der selbsterfüllenden Prophezeiung: Wie Urteile zur Falle werden und das Spektrum der Möglichkeiten einengen können


Wenn jemand Sie beurteilt und in eine Schublade steckt, entsteht eine seltsame Dynamik: Sie fangen an, sich diesem Urteil anzupassen. Wenn jemand mich als inkompetent einstuft, werde ich tatsächlich und buchstäblich inkompetent. Gefühle der Anspannung und des Unbehagens, die ich in Gegenwart eines solchen Menschen empfinde, können mich dabei behindern, eine Infusion zu legen oder andere Handgriffe durchzuführen, die ich in der Vergangenheit souverän erledigt habe.

Womöglich lasse ich etwas fallen oder sage etwas Irreführendes. Wenn mich jemand als wenig hilfreich diagnostiziert, vergeht mir die Lust, dieser Person zu helfen. Wenn ich dagegen als kompetent beurteilt werde, fühle ich mich sicherer, und das wirkt sich auf mein Verhalten aus. Etiketten, Urteile und Diagnosen werden häufig zu selbsterfüllenden Prophezeiungen. Sobald man zu dem wird, was das Urteil eines anderen besagt, verengt sich das Spektrum der Möglichkeiten für das eigene Leben ganz enorm.

Im Jahre 1968 führte die Grundschullehrerin Jane Elliott mit ihrer 3. Klasse eine bemerkenswerte Studie durch, um die Auswirkungen von Diskriminierung zu demonstrieren. Sie teilte ihre Klasse in zwei Gruppen ein: Eine Hälfte waren die „Blauaugen“, die andere die „Braunaugen“. Am ersten Tag wurden die Kinder mit blauen Augen auf diskriminierende und erniedrigende Weise behandelt, und am nächsten Tag erging es denjenigen so, die braune Augen hatten.

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