Something Pure

 
 
LYX (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 30. April 2021
  • |
  • 427 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7363-1561-7 (ISBN)
 

Wahre Liebe muss standhaft sein

Alice hat so ihre Zweifel an der wahren Liebe. Schließlich trifft sie bei ihrem Job in einer Bar nicht gerade die Vorzeige-Exemplare der männlichen Spezies - bis Beck auftaucht. Vom ersten Moment an ist da dieses warme Funkeln und Prickeln zwischen ihnen. Doch als Becks Vater überraschend stirbt, erfährt Alice, dass der unwiderstehliche Hilfskellner einer milliardenschweren Unternehmerfamilie entstammt. Als Beck sie bittet, ihm zur Seite zu stehen, kündigt Alice kurz entschlossen ihren ungeliebten Job und folgt ihm nach Denver. Dort findet sie sich in einer Welt wieder, in der Schein mehr wert ist als Sein. Alice und Beck müssen nun jeden Tag darum kämpfen, ihre Liebe nicht von Intrigen, Geld und Macht zerstören zu lassen ...

"Diese Geschichte ist so anders, so süß, so erfrischend, ich bin ganz und gar verzaubert." BENEATH THE COVERS BLOG

Eine Cinderella-Story á la Kylie Scott: herzerwärmend, prickelnd und zutiefst romantisch

weitere Ausgaben werden ermittelt
Kylie Scott ist ein großer Fan erotischer Liebesromane und zweitklassiger Horrorfilme. Sie verlangt immer ein Happy End - wenn Blut und Gemetzel auch noch vorkommen, umso besser! Mit ihren zwei Kindern und ihrem Ehemann lebt Kylie in Queensland, Australien.

1. KAPITEL


»Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass ein lediger Mann im Besitz eines stattlichen Vermögens dringend einer Frau bedarf.«

Ich stecke meinen Stift in meine Schürze und stütze mich mit dem Ellbogen auf die Bar. »Und ich nehme an, dass du in diesem Fall mit >lediger Mann< dich selbst meinst?«

»So ist es«, antwortet der Neue mit gebührendem Ernst.

»Hast du dir auch schon überlegt, wer die Glückliche sein soll?«

»Du.«

»Aha.« Ich runzle etwas verwirrt die Stirn. Auch wenn ich ein Jane-Austen-T-Shirt trage, erscheint mir das alles doch etwas übertrieben. »Hat dieser Anmachspruch bei dir überhaupt schon mal funktioniert?«

»Ich habe ihn noch nie ausprobiert. Wie schlage ich mich bisher?«

»Nun ja, es gibt da vor allem ein Problem.«

»Nur eines?«

»Also ich möchte ja nicht den Eindruck erwecken, dass ich es nur aufs Geld abgesehen hätte, aber nachdem du dieses Thema zur Sprache gebracht hast, ist dir schon klar, dass ich auch einen Nachweis für dieses angebliche Vermögen brauche, oder?«, frage ich. »Denn immerhin arbeitest du hier nur als Hilfskellner.«

»Das ist hart. Aber ich kann deine Bedenken nachvollziehen. Welche Beweise willst du von mir?«

Am anderen Ende der Bar gießt der Geschäftsführer gerade einen Drink ein und beobachtet uns dabei nicht gerade unauffällig aus dem Augenwinkel. Das Gleiche gilt für die zweite diensthabende Kellnerin. Vielleicht haben die beiden ihn dazu herausgefordert, mich anzusprechen. Wahrscheinlich haben sie mit ihm gewettet, ob er es schaffen würde, mich zu einem Date zu überreden, bei dem er mich dann versetzen und wie eine Idiotin dastehen lassen kann. Hier überrascht mich nichts mehr. Es gibt gute Gründe für die hohe Personalfluktuation in dieser Bar. Zum Beispiel dass Rob, der Besitzer, ein Arschloch ist, dem es Spaß macht, sich unverschämt zu benehmen und anderen mit seinem miesen Sinn für Humor eins auszuwischen. Und Kari, seine neue Freundin und meine Kollegin im Service, ist ein gemeines Miststück.

Obwohl der Neue eigentlich ganz süß ist. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich finde seine Avancen nicht direkt unangenehm. Ehrlich gesagt habe ich ihn schon seit Beginn meiner Schicht die ganze Zeit vollkommen unauffällig beobachtet. Ich schätze ihn auf Mitte oder Ende zwanzig. Und mir ist aufgefallen, dass sein Po wirklich gut aussieht, wenn er sich in seinen verwaschenen Jeans über die Tische beugt, um sie abzuwischen. Außerdem habe ich registriert, dass unter dem Ärmel seines T-Shirts ein cooles Tattoo hervorlugt. Und dass sein dickes, längeres Haar die Tendenz hat, ihm wie bei einem Leinwandhelden anmutig in die Stirn zu fallen.

Was sein Gesicht angeht - sagen wir einfach, er hat ein recht schönes Gesicht.

In Anbetracht dessen, dass er optisch eine glatte Zehn ist, ich dagegen höchstens eine Sechs, ist mein Misstrauen vielleicht nachvollziehbar. Aber da der abendliche Hochbetrieb noch nicht eingesetzt hat und die Zeit im Schneckentempo dahinzukriechen scheint, ist der neue Hilfskellner bisher das Highlight meiner Schicht. Und ein kleiner, harmloser Flirt kann durchaus amüsant sein. Insbesondere wenn der Mann in Sachen Jane Austen bewandert ist und man sich in einer so tristen Arbeitsumgebung befindet wie hier.

»Lass mich überlegen.« Ich zupfe nachdenklich an meinem langen blonden Flechtzopf. »Kontoauszüge einzufordern wäre zu krass. Außerdem könnten sie gefälscht sein.«

»Stimmt.«

»Mir einen Koffer voll Bargeld vorbeizubringen wäre auch etwas . überzogen.«

»Außerdem dürfte er ziemlich schwer zu schleppen sein.«

»Hmm.«

Er seufzt. »Was hältst du davon, wenn ich dir einfach einen Ring besorge?«

»Du meinst einen Verlobungsring, zur Feier unserer anstehenden Vermählung?«

»Genau.« Er verschränkt die Arme. Und ich lasse mich dabei nicht von den Bewegungen seiner Muskeln unter seiner gebräunten goldenen Haut ablenken. Oh nein. Wohlerzogen wie ich bin, halte ich den Blick fest auf seine hübschen haselnussbraunen Augen gerichtet. »Wie wäre es, wenn ich dir zum Beweis für meinen Wohlstand und meinen überbordenden Reichtum den perfekten Ring kaufen würde?«

»Na gut. Aber achte darauf, dass er groß und auffällig ist, ohne protzig oder übertrieben zu wirken, denn das mag niemand.«

»Verstanden.«

»Toll. Materialistisch, aber akzeptabel. Wie lautet Euer werter Name doch gleich, mein Herr?«

»Beck.« Er reicht mir die Hand und ich schüttle sie. Seine Hand ist groß und sein Griff entschlossen, aber nicht zu fest. »Darf ich dich einfach >Ehefrau< nennen? Das kann ich mir leicht merken.«

»Ha. Ich heiße -«

»Alice. Ich weiß.«

»Freut mich, dich kennenzulernen, Beck.« Ich lasse seine Hand los und ziehe Notizblock und Stift aus der Schürze. »Sosehr ich unsere Unterhaltung genossen habe, muss ich mich jetzt um meine Gäste kümmern.«

»Noch eine letzte Frage. Würdest du gern mal ausgehen? Mit mir?«

Ich stutze.

»Ich habe gehört, dass es in der Bäckerei leckeren Kaffee und Kuchen gibt.«

»Das stimmt. Aber ich finde, wir sollten nichts überstürzen. Wir haben ja gerade erst diese Sache mit der Heirat geklärt. Jetzt gleich zum Kaffeetrinken überzugehen, scheint mir ein zu großer Schritt.«

»Das ist ein gutes Argument und ich möchte ganz sicher nichts übereilen. Es gibt da nur noch ein paar Einzelheiten bezüglich unserer Eheschließung, die ich gern abklären würde. Vor allem die Blumenarrangements. Mit der Planung kann man nie zu früh anfangen. Welche Schriftart sollen wir auf den Einladungskarten verwenden? Das ist fast genauso wichtig. Man kann nicht einfach Comic Sans nehmen und denken, damit ist es gut. Dann müssen wir uns auch noch um deine Aussteuer kümmern. Dabei könnte ich behilflich sein.« Witzig ist er, das muss ich ihm lassen. Aber sind seine Absichten auch ehrlich? Das ist hier die Frage. »Was sagst du dazu, Ehefrau?«

»Ich überlege es mir.«

Und, oh Mann, was für ein Lächeln er hat. Da kann man glatt weiche Knie bekommen. »Gut.«

Die Bar liegt relativ weit vom Wasser entfernt. Auch fehlt ihr die Auswahl an Wein und Craftbieren, die die anderen, cooleren Bars in Santa Monica anbieten. Unsere Kundschaft spiegelt das wider. Am Abend ist bei uns viel los und zahlreiche Stammgäste und Touristen, die auf billiges Bier, laute Musik und Großbildfernseher aus sind, finden sich bei uns ein.

In meinem Bereich sitzen die üblichen Stammgäste und Besucher, die allesamt gern noch in diesem Jahrhundert bedient werden würden. Die Trinkgelder, die ich bekomme, sind ganz gut. Ich verhalte mich höflich und freundlich, ohne zu vertraulich zu werden. Dabei bewegt man sich auf einem schmalen Grat. Trotzdem gibt es immer wieder Vollidioten, die nie begreifen werden, dass Kellnerinnen nicht zu ihrer sexuellen Befriedigung da sind. Heute Abend trägt dieser Vollidiot den Namen Phil.

»Bitte schön, Süße«, sagt er und lässt den Zwanzigdollarschein auf den Boden fallen. »Hoppla. Wie ungeschickt von mir.«

Dieses Spielchen kenne ich schon. Ich lächle einfach weiter, während ich mich nach dem Geld bücke. Dabei gehe ich in die Knie und halte mit einer Hand mein Shirt fest, um dem Arschloch den Ausblick auf mein üppiges Dekolleté zu verwehren (eine weitverbreitete Angewohnheit unter weiblichen Bedienungen). Leider kann ich nicht verhindern, dass sich dabei meine schwarzen Jeans (dunkle Farben harmonieren gut mit meiner Seele und es ist wichtig, auf passende Accessoires zu achten) über meinem ebenso üppigen Po spannen. Mehr als das wird dieser Kerl in puncto echter Action mit mir nicht erleben. Phil ist ein erbärmlicher Drecksack.

»Behalt den Rest«, sagt er und leckt sich dabei die Lippen.

Auch wenn es mich juckt, ihm eins auf die Glocke zu geben, lächle ich wieder und gehe.

»Nicht«, sagt plötzlich eine tiefe Stimme hinter mir.

Dann höre ich Phils erzürntes Geifern. »Lass mich verdammt noch mal los!«

»Sie fassen sie nicht an.« Beck hält den Trottel unerbittlich am Arm fest. Und Phil hat dem Neuen nichts entgegenzusetzen. »Nicht ohne ihr Einverständnis.«

»Ich wollte doch gar nicht -«

»Doch, Sie wollten.«

»Was gibt es hier für ein Problem?« Rob ist ganz rot im Gesicht, weil er seinen Posten hinter der Bar verlassen hat und zu uns gerannt ist. »Beck, um Himmels willen, lass ihn los. Phil, mein Freund, bist du okay?«

»Dieser Idiot hat mich angegriffen.« Phil plustert sich auf und reibt über die roten Flecken an seinem Arm. »Er hat mir fast den Arm abgerissen.«

»Er wollte ihr an den Hintern grapschen«, sagt Beck, dessen Stimme angespannt klingt.

»Ist das dein Ernst?« Rob verdreht die Augen. »Er hat doch nur Spaß gemacht. Die Kleine versteht Spaß, nicht wahr?«

Die Kleine, also ich, seufzt nur. Dann lächle ich. Ein Lächeln ist unter den gegebenen Umständen ja nicht unbedingt eine Lüge. Doch Beck reißt verdutzt die Augen auf. Was hat er denn erwartet? Ich brauche diesen Job.

»Das alles tut mir sehr leid, Phil«, beteuert Rob. »Es wird nicht wieder vorkommen.«

»Das will ich hoffen.« Der Volltrottel sammelt seinen verwundeten Stolz ein und geht zur Tür. Die Gäste um uns herum widmen sich wieder ihren Getränken. Die Show ist vorbei.

»Mach so was noch mal und du fliegst raus«, faucht Rob. »Dieser Mann ist ein geschätzter Kunde. Er kommt jeden zweiten Abend, gibt sein Geld hier aus...

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