Rilke und die Frauen

Biografie eines Liebenden
 
 
Piper (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 9. März 2015
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  • 336 Seiten
 
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978-3-492-97025-9 (ISBN)
 
»Es gibt keine Zeit außer der Zeit der Liebe«, schrieb Rainer Maria Rilke. Und nach diesem Credo lebte er: Er feierte die Liebe, verschrieb sich ihr mit ganzer Seele. Die Frauen standen für ihn im Mittelpunkt. Angefangen bei seiner innig geliebten Mutter Sophia und der gestrengen "Übermutter" Lou Andreas-Salomé über die Bildhauerin Clara Westhoff bis zu der großzügigen Mäzenin Fürstin von Thurn und Taxis. Leidenschaftliche Frauen wie die Dichterin Marina Zwetajewa waren verzaubert von Rilkes Poesie, davon, wie es dieser äußerlich unscheinbare Mann verstand, aus heißen Emotionen kühl und formvollendet Kunst zu gestalten. Und alle verziehen sie dem Rastlosen, wenn er sich ihnen wieder entzog - spätestens dann, wenn sie sich selbst und ihr Leben in seinem großartigen Werk erkannten. Heimo Schwilk erzählt in seiner neuen, meisterlich geschriebenen Biografie von diesen Frauen und ihren Schicksalen. Ein Buch über die Liebe - und wie sie sich in großer Dichtung vollendet.
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978-3-492-97025-9 (9783492970259)
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Vorwort


Sophia Rilke - Mutter des Erwählten
Eine leidenschaftliche Frau: »?Der Wert eines Kusses liegt allein in seiner Glut.?«
Lieber wäre er ein Mädchen gewesen: »?Wo ein Puppenkleid .?.?. Glück mir war.?«
Die Schulzeit: »?Gemütsbeschaffenheit?: still, zaghaft, gutmütig?«
Valerie von David-Rhonfeld: »?Dein Dich unendlich liebender Kater René?«
Annäherung an die Mutter: »?Ich bin völlig einsam, nicht anders als Du .?.?.?«
Welt der Sanatorien: »?.?.?. bei vollkommen gesunden Organen doch stark geschwächt?«
Seelsorge an der Mutter: »?Gott kommt zu seiner Zeit.?«


Lou Andreas-Salomé - Geliebte, Lehrerin, Übermutter
Füreinander bestimmt: »?.?.?. daß Du aus Einsamkeiten dem großen Glück entgegenschreiten und meine Hände finden wirst.?«
Mit Jelena Woronina am Meer: »?Sie Undankbare, das ist das Leben?!?«
Mit Lou nach Russland: »?Mir war ein einziges Mal Ostern .?.?.?«
Die zweite russische Reise: »?Splitter im Fingernagel und in den Nerven?«
Lou verstößt Rainer: »?Damit R. fortginge, ganz fort, wär ich einer Brutalität fähig.?«
Der Körper siegt über den Geist: »?Aus der Ferne des Geschlechts kommen alte Forderungen .?.?.?«


Clara Westhoff - Ehefrau, Schülerin, Vertraute
Zwischen Clara Westhoff und Paula Becker: »?.?.?. die ihr wie Schwestern meiner Seele seid.?« Werbung um Clara Westhoff: »?Lassen Sie die Ferne nicht mächtig werden über uns.?«
Allein zu zweit: »?.?.?. vielmehr ist die gute Ehe die, in welcher jeder den anderen zum Wächter seiner Einsamkeit bestellt.?«
Neuanfang in Paris: »?.?.?. alles, alles an die Kunst zu geben, nicht an das Leben, das uns immer traurig und trübe macht.?«
Requiem auf Paula: »?Ich möchte meine Stimme wie ein Tuch hinwerfen über deines Todes Scherben .?.?.?«
Flucht vor der Verantwortung: »?.?.?. daß ich oft fast feindselig bin gegen die Nahen, die mich stören und ein Recht haben auf mich.?«
Wahl-Mutter und Gönnerin?: Ellen Key: »?In Dankbarkeit Ihr Sohn Rainer Maria?«
Im Schatten des Weltberühmten: »?.?.?. sie ist nicht mit mir und kommt doch über mir zu nichts anderem .?.?.?«


Marie von Thurn und Taxis - Bewunderin, Gönnerin, Mahnerin
Dottor Serafico?: »?Sie sind verliebt und immer verliebt .?.?.?«
Anna Comtesse Mathieu de Noailles: »?Es gibt keine Zeit außer der Zeit der Liebe.?«
Das Schloss über dem Meer: »?unendliches Wohlwollen eines großen alten Hundes?«
Die ersten »?Duineser Elegien?«: »?Denn das Schöne ist nichts als des Schrecklichen Anfang .?.?.?«
Marthe Hennebert und Eleonora Duse: »?Sie wollen helfen - aber ist da überhaupt zu helfen???«
Zu stark, zu selbstständig, zu eigenwillig: Sidonie Nádherny von Borutin
Die Geister empfehlen eine Spanienreise: »?Spricht Raymondine???«

Wiederbegegnung mit Marthe: »?Ich bin gar kein Liebender .?.?.?«
Magda von Hattingberg: »?Musik, Musik?: das wär es gewesen.?«

Loulou Albert-Lasard, Regina Ullmann, Elya Maria Nevar - Abenteuer der Seele
Loulou Albert-Lasard?: »?Dass du endlich gekommen bist?!?«

Regina Ullmann: »?Wollen wir nicht einiges miteinander lesen???«

Hertha Koenig: »?Wächter am Picasso?«
Unter dem Schutz der Fürstin: »?Was, Maria hoaßen's?? I hoaß doch aa net Mizzi?!?«
Elya Maria Nevar: »?Es scheint mir voller Fügung, daß ich den Weg gefunden habe?.?.?.?«


Nanny Wunderly-Volkart - die große Mutter
Nike vom Zürchersee: »?Schützen Sie mich.?«
Angela Guttmann: »?eine Mignon der russischen Ebene?«
Mouky entdeckt ein Schloss für Rilke: »?Muzot oder Nicht-Muzot?«
Frieda Baumgartner: »?Feierte für sich -, ich legte ihr ein nett gemachtes Bücherpaket hin?.?.?.?«
Die Vollendung der Elegien: »?Genau das, mein unerbittlicher Gott, verlangtest Du von mir?.?.?.?«


Tod und Auferstehung eines Dichters - »?Vereinigung der Mutter mit dem großen mütterlichen Reich?«
Das Gespenst im Turm: »?.?.?.?das ruhelose Nachtwandern der Isabelle de Chevron nicht neu aufzuregen.?«
Die Fürstin besucht Muzot: »?Schweigend küsste ich ihn auf die Stirn, wie eine Mutter ihren Sohn?.?.?.?«
Auf der Flucht vor Mouky Klossowska: »?Im Alleinsein kann ich mit Allem fertig werden?.?.?.?«
Rilke lässt eine Kapelle renovieren: »?Sende ein Gebet zu St. Anne de Muzot?!?«
Lally Horstmann: »?Er sprach von der Heiligen Teresa von Avila?.?.?.?«
Marina Zwetajewa: »?Ich liebe Dich und will mit Dir schlafen?.?.?.?«
Orpheus geht in die Unterwelt: »?Rose, oh reiner Widerspruch?«


Epilog
Katharina Kippenberg: »?tiefste Ehrfurcht vor diesem Leiden?«


Anmerkungen


Bibliografie

Briefe/Werke (in der Reihenfolge des Erscheinens)
Erinnerungen (alphabetisch)
Sekundärliteratur/Monografien (alphabetisch)


Personenregister


Bildnachweis

Vorwort


Es kann kein Mensch aus sich so

viel Schönheit heben, daß sie ihn

ganz verdeckt. Seines Wesens ein

Stück sieht immer dahinter hervor.

RAINER MARIA RILKE

Rilke war das, was man heute ironisch als »Frauenversteher« bezeichnen würde. Er behauptete von sich, eine weibliche Seele zu besitzen, und verfasste viele seiner Gedichte aus der Perspektive von Frauen, nannte sie »Lieder der Mädchen« oder »Mädchen-Klage«. »Die einzige Gnade, die ich erflehe, ist die, daß meine Werke ein zartes Echo in den Herzen hübscher Frauen finden möchten«, schrieb schon der Neunzehnjährige. Dabei hatte er es, schüchtern wie er war, schwer, die Frauen zu beeindrucken. Rilke war kein schöner Mann, erst in seinen späteren Lebensjahren gewannen seine weichen, mit den wulstigen Lippen und dem fliehenden Kinn irgendwie auch karikaturhaften Züge einen Anflug von reifer Männlichkeit. Umso mehr Sorgfalt verwendete er lebenslang auf sein Äußeres, das von ausgewählter Eleganz, aber nie eitel daherkam. Seine stärksten Waffen waren seine tiefblauen, nach innen gerichteten Augen und seine sonore, österreichisch gefärbte Stimme. Als Rezitator war Rilke unschlagbar, und auch im ernsten Gespräch - nicht in der lebhaften Diskussion - konnte er wie kaum ein anderer für sich einnehmen. Diese Fähigkeit der gespannten, hochkonzentrierten Zuwendung bezauberte die Frauen. Für sie erschien er wie ein Wesen aus der Idealwelt ihrer Träume: einfühlsam, leise und auf sanfte Weise werbend mit einem erotischen Unterton, der Spannung aufbaute, aber nie zudringlich wurde. Und dieser Dichter verfügte noch über ein zusätzliches Mittel der Werbung: den Brief. Raffiniert verstand es Rilke, vor allem die weiblichen Adressaten seiner Briefe in eine existenzielle Komplizenschaft hineinzuziehen, indem er seine Sache zu der ihren machte. Das schmeichelte, berückte - und schuf eine emotionale Abhängigkeit, die nach immer mehr Zuwendung und Intimität verlangte.

Der Biograf hat den Vorteil, gleichsam aus der Vogelschau der Quellenkenntnis alle Korrespondenzen zu überblicken. Dabei werden die Muster und die Variabilität von Rilkes fast unbegrenzter Fähigkeit zur Menschenfischerei erkennbar. Für jeden Briefpartner findet er einen anderen Ton, ohne je opportunistisch Zugeständnisse zu machen, was seine dichterischen oder philosophisch-ethischen Überzeugungen betrifft. Dennoch waltet in diesen abertausend Zeugnissen ein einziger großer Wille: sich Menschen und Dinge gefügig zu machen für das große Werk. Hier ist Rilke kompromisslos und zielstrebig bis ins abstoßend Egomane hinein. Die subtil umworbenen Fürstinnen, Baronessen und Gräfinnen sind eben nicht nur geistreich oder reizvoll, sondern vor allem vermögend und immer dienstbar, was die Förderung des rastlosen Dichters angeht. In dieser Darstellung werden deshalb auch ausführlich Rilkes bis an die Grenzen der Maßlosigkeit gehenden Wünsche und Forderungen geschildert, die er seinen Gönnerinnen zumutete. Rilkes Freundinnen und Mäzenatinnen haben ihre sehr persönlichen Erinnerungen der Öffentlichkeit preisgegeben. Sie geben ein facettenreiches, lebensnahes Porträt des Dichters, das hier erstmals vollständig zur Schilderung des alltäglichen Lebens von Rilke genutzt wird.

Über Rilke scheint alles gesagt. Über seine tief berührende, zugleich aber auch bewusst dunkle Lyrik, sein extravagantes Leben auf Schlössern und in elitären Adelszirkeln, sein weihevoll inszeniertes Außenseitertum. Auch über sein schwer fassbares Gottesbild wie seine ästhetisch ausgerichtete Religiosität gibt es zahlreiche Studien. Und natürlich haben sich Forscher wie Biografen an Rilkes schillernder Beziehung zu den Frauen und seinem emphatischen Begriff der Liebe abgearbeitet, der ihm bis heute vor allem das Interesse weiblicher Leser sichert. Dennoch bleibt ein Mysterium: die Magie eines Dichters, der es verstand, sein Leben fast vollkommen in seinem Werk aufgehen zu lassen. Die Leidtragenden dieses poetisch so erfolgreichen Verfahrens waren die Frauen, die Rilkes Weg säumten und die auserkoren waren, in den »Weltinnenraum« seiner Imaginationen hineingesogen und in Dichtung »verwandelt« zu werden. Von solchen Schicksalen handelt dieses Buch.

Schon die Verliebtheit des Schülers zeigt den Zug ins Absolute, Übersteigerte, der Rilkes Verhältnis zu den umworbenen Frauen auszeichnete. Die Liebesbeteuerungen gegenüber der Prager Jugendfreundin Valerie von David-Rhonfeld unterscheiden sich nicht allzu sehr von den Briefen, die er später an die bewunderte Lou Andreas-Salomé, an Clara Westhoff, seine spätere Frau, an die Pianistin Magda von Hattingberg (»Benvenuta«), die Malerinnen Lolou Albert-Lasard (»Lulu«) und Elisabeth Klossowska (»Mouky«) richten wird. Immer beschwört er die Einzigartigkeit seiner Gefühle, die Erlösung, die die Liebe für ihn, den Einsamen, von der Mutter Verlassenen und für die Dichtung Geborenen, bedeutet. Schon Rilkes junge Geliebte Valerie, die den Pubertierenden im Rückblick als abstoßend hässlich beschrieb, war beeindruckt von der verwandelnden Kraft der Erotik des Geistes und wurde, indem sie die Finanzierung der Veröffentlichung seiner Jugendgedichte übernahm, zu Rilkes erster Gönnerin.

Der Schlüssel für Rilkes Beziehung zum weiblichen Geschlecht ist sein Verhältnis zur Mutter. Auch hier setzt dieses Buch bewusst einen neuen Akzent. Die großen Biografien sind ohne Kenntnis der 1134 Briefe Rilkes an seine Mutter Sophia geschrieben, die 2009 in einer zweibändigen, sorgfältig kommentierten Edition veröffentlicht wurden. Sie zeigen einen Dichter, der seine Mutter lebenslang verehrte. Sophia Rilke, die gern selbst Schriftstellerin geworden wäre, erkannte früh die dichterische Begabung ihres Sohnes. Gegen den Widerstand des Vaters und der Familie förderte sie seine künstlerische Sensibilität, was der Sohn ihr nie vergessen hat, selbst in Phasen der Abgrenzung und der Loslösung vom katholischen Milieu der Mutter. Dankbarkeit bestimmte lebenslang Rilkes Verhältnis zu seiner Mutter, die stolz war auf den berühmten Sohn, der geschafft hatte, was ihr versagt blieb.

Neben dem Gefühl dankbarer Verbundenheit existierte jedoch auch das eines unwiederbringlichen Verlusts, den Rilke erlitt, als seine Mutter sich vom Vater trennte und schließlich Prag verließ, um einem Glück hinterherzureisen, das sie nie finden sollte. Rilke hat diese frühe Enttäuschung zum Trauma seines Lebens stilisiert - besonders gegenüber den umworbenen Frauen. Sie sollten ihm geben, was ihm die Mutter bei aller Liebe nicht geben konnte. So suchte er unentwegt Ersatzmütter und fand sie nacheinander in der strengen Lou Andreas-Salomé, dann in der schwedischen Schriftstellerin Ellen Key und vor allem in der resoluten Fürstin von Thurn und Taxis, die Rilkes ständiges Liebeswerben durchschaute und ironisierte. Und am Ende seines Lebens fand er in Nanny Wunderly-Volkart eine selbstlose Vertraute, die ihm wie einem kleinen Kind alle Wünsche von den Lippen ablas und sie sogleich erfüllte.

So sehr Rilke mütterliche Zuwendung einforderte, so wenig war er bereit, sich verantwortlich auf einen Menschen einzulassen. Die als absolut empfundene Berufung zum Dichter dominierte jede menschliche Beziehung. Hier war Rilke zu keinem Kompromiss bereit und entzog sich konsequent jeder Verpflichtung, die ihm Ehe und Familie auferlegten. Warum er Clara Westhoff, die schweigsame Bildhauerin, heiratete und mit ihr aufs Land nach Worpswede zog, blieb ihm später selbst ein Rätsel. Denn jede Bindung beschwerte ihn und nötigte zur Flucht - in neue Bindungen. Rilke feierte die Liebe und entzog sich ihr, als wolle er der Flamme, die er entzündet hatte, nicht zu nahe kommen. Ruth, die eigene Tochter, ließ er von den Großeltern erziehen, um in Paris ein Buch über Rodin schreiben zu können. Statt sich um Ruth zu kümmern, suchte er sich gelegentlich Ersatztöchter auf Zeit, an denen er seine Wirkung als Dichter und eine gönnerhafte Vaterschaft erproben konnte. Dieser Dichter war ein Meister des Rückzugs, der die, die er an sich band, bald aus seinem Leben wieder hinauskomplimentierte. Die Liebe sollte ihm allein zur Selbststeigerung als Dichter verhelfen. In der erinnernden Distanz konnte Rilke aus heißen Emotionen kühl und formvollendet Kunst gestalten. Die Frauen haben es ihm verziehen - spätestens dann, wenn sie sich selbst und ihr Leben in seinem großartigen Werk wiedererkannten.

Zu Rilkes Ambivalenzen gehörte auch die Sexualität. Er befürwortete (»Brief an einen Arbeiter«) den tabufreien Umgang mit ihr, räumte ihr aber im eigenen Leben wenig Raum ein. Die wenigen »phallischen Gedichte«, die er schrieb, entsprangen einer Metaphorik kosmischer, nicht männlicher Fruchtbarkeit. Sein Begriff der Liebe war religiös fundiert, weniger erotisch. Rilke liebte viele Frauen. Aber er war weder ein Don Juan noch ein Casanova. Der eine wollte Unterwerfung, der andere Hingabe. Rilke aber liebte die Frauen wie ein Sohn die eigene Mutter. Deshalb erschrak er, wenn es in der Liebe zum Letzten kommen sollte. Er floh vor dem Feuer der Leidenschaft, das seine Briefe und Gedichte entfacht hatten. Wie im Verhältnis zu seiner Mutter, brauchte er bei seinen Geliebten die Balance von Nähe und Distanz. Mit Lou Andreas-Salomé und Clara Westhoff hatte er erste sexuelle Erfahrungen gemacht, aber keine Erfüllung gefunden. Die körperliche Liebe war nicht seine Sache. Er flüchtete zeitweilig in die Selbstbefriedigung, wie er gegenüber seiner Vertrauten und Freud-Schülerin Lou bekannte. Rilke war ein Sänger der Liebe, aber gewiss kein guter Liebhaber. Seine Vereinigungen mit der Geliebten fanden im Herzen - oder im Gedicht statt. Das wussten die Männer jener reichen...

»Heimo Schwilk zeichnet ein irritierendes Psychogramm des Dichters - und er beschreibt die Frauen, die ihn geliebt, gefördert und inspiriert haben. Eine Seelen-Biografie und ein Stück Zeitgeschichte - glänzend geschrieben und wunderbar zu lesen.«, Bayern 2, 01.12.2015
 
»Der Autor verzahnt seine biografische Erzählung eng mit dem Werk des Dichters, das am besten sein komplexes Verhältnis zu Frauen widerspiegelt. Auch die erst seit einigen Jahren vorliegende Korrespondenz mit der Mutter gibt wichtige Aufschlüsse.«, dpa, 19.05.2015
 
»>Rilke und die Frauen< bietet ein buntes, feinfühlig-unterhaltsames Panoptikum der weiblichen Zuneigung, An- und Abwesenheit, an dessen Beginn allerdings, wie sollte es anders sein, Rilkes leibliche Mutter Sophia stand (...). In Kenntnis der 1134 Briefe Rilkes an seine Mutter, die erst 2009 veröffentlicht wurden, gelingt es Schwilk mit seinem Buch einen wesentlichen neuen biographischen Akzent zu setzen: der Dichter als Muttersohn, oszillierend zwischen Anbetungs- und Fluchtgefühlen gegenüber allem Weiblichen.«, Die Tagespost, 12.05.2015
 
»Schwilk gelingen einfühlsame Porträts von Clara Westhoff, Sophia Rilke, Lou Andreas-Salomé, Marie von Thurn und Taxis und vielen anderen.«, Börsenblatt, 07.05.2015
 
»Die Kapitel des Buches sind mit den Namen der Frauen und ihrer Funktion im Leben Rilkes überschrieben...In diesem Rahmen legt Schwilk eine Künstlerseele blank, die zwischen Zyklen aus Glücksrausch, Krankheit und Psychosen einen Schaffensegoismus betreibt, der wohl eine Art sublimiertes Imponiergehabe darstellt.«, NZZ am Sonntag, 29.03.2015
 
»Wieviel Verstellung und Einbildung stecken hinter der Hypochondrie und den Klagen Rilkes, wieviel Kalkül hinter seinen in jeder Hinsicht maßlosen Briefen, wieviel Berechnung hinter Liebesschwüren und Treueversprechen? Heimo Schwilk erlaubt sich nur kleine Spitzen und sarkastische Kommentare, lässt ansonsten aber das reichhaltige oft skurrile und bizarre Material für sich sprechen.«, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2015
 
»Der Autor geht Rilkes Beziehungsmustern nach und porträtiert auf fesselnde Weise die starken Frauen, die er betörte: mit erzählerischer Delikatesse und analytischer Schärfe, Distanz und Respekt, als Philologe so überzeugend wie als Stilist.«, Sonntag, 26.03.2015
 
»Heimo Schwilk hat sich in seinem Buch >Rilke und die Frauen< auf biografische Spurensuche gemacht und kommt zu überraschenden Erkenntnissen. Der Autor der >Duineser Elegien< und der >Sonette an Orpheus< war gar kein Erotiker, sein Begehren war religiös inspiriert, und Liebe diente in erster Linie der Selbststeigerung als Dichter.«, Die Welt, 07.03.2015
 
»Eine gute Gelegenheit, mit diesem berauschenden Buch tiefer in sein Leben und sein Fühlen einzudringen.«, OPAC Bibliotheken in Österreich

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