Hochzeitsstrudel und Zwetschgenglück

Roman
 
 
Blanvalet (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 15. April 2013
  • |
  • 416 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-641-09480-5 (ISBN)
 
Eine herrlich witzige Komödie um einen Bauernhof, ein stattliches Vermögen und eine Liebe wider Willen.

Aufs Land ziehen und heiraten! Der letzte Wille von Oma Berta hört sich für Hanna wie ein schlechter Witz an. Zunächst will sie das Erbe erbost ausschlagen, doch ihrem Cousin Max mag sie es auch nicht so einfach überlassen. Hanna beschließt: Ein Ehemann muss her, und zwar schnell. Doch die Suche nach dem geeigneten Kandidaten gestaltet sich turbulenter als sie es sich je hätte träumen lassen - und dann gibt es da noch jemanden, der Hannas Pläne unbedingt vereiteln will .

  • Deutsch
  • München
  • |
  • Deutschland
Blanvalet
  • 1,31 MB
978-3-641-09480-5 (9783641094805)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Angelika Schwarzhuber lebt mit ihrer Familie in einer kleinen Stadt an der Donau. Sie arbeitet auch als erfolgreiche Drehbuchautorin für Kino und TV und wurde für das Drama »Eine unerhörte Frau« unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Zum Schreiben lebt sie gern auf dem Land, träumt aber davon, irgendwann einmal die ganze Welt zu bereisen.

Kapitel 2

Es war unglaublich. Egal wie zeitig ich losfuhr, ich schaffte es auf eine wundersame Weise immer, zu spät zu kommen. Genau jetzt in dieser Minute sollte ich mich mit Frank Cornelius im Café Himbeere am Rande der Münchner Fußgängerzone treffen. Ich radelte noch schneller und bog in halsbrecherischer Geschwindigkeit in eine Seitenstraße ein. Nicht zum ersten Mal bedauerte ich es, dass mein schnuckeliger Opel Corsa kürzlich Opfer eines dringend notwendigen Sparprogrammes geworden war. Doch daran wollte ich jetzt nicht denken. Ich musste mich auf den Job konzentrieren, denn ich brauchte das Geld dringend.

Fünf Minuten später sperrte ich mein Fahrrad ab, öffnete hastig meinen Pferdeschwanz und schüttelte meine blonde lange Mähne, bis sie locker über meine Schultern fiel. Ich zog die Jacke meines dunkelblauen Hosenanzugs zurecht. Noch schnell die riesige Sonnenbrille aufgesetzt, einmal tief Luft geholt und dann betrat ich langsam und ruhig, als ob ich gerade aus einem Taxi gestiegen wäre, das kleine Café. Es war nicht viel los, denn die meisten Leute genossen an diesem wunderschönen Apriltag die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings.

Frank Cornelius saß in der Ecke an einem kleinen Tisch und trug genau wie ich eine dunkle Sonnenbrille. Zumindest vermutete ich, dass er es war. Wir wollten beide nicht erkannt werden. Ich war ihm vorher noch nie begegnet. Da jedoch kein anderer Mann um die fünfzig im Café war, steuerte ich direkt auf den attraktiven Mann mit dem vollen graumelierten Haar zu.

»Herr Cornelius?«

Er stand auf und reichte mir die Hand. Sie war warm und fest.

»Es tut mir leid, dass ich mich verspätet habe«, entschuldigte ich mich. Es tat mir wirklich leid, meine Unpünktlichkeit fand ich selbst ganz schrecklich.

»Kein Problem. Setzen Sie sich doch bitte«, begrüßte er mich mit einem charmanten Lächeln und zeigte dabei eine Reihe strahlend weißer Zähne, die so perfekt waren, dass sie nie und nimmer natürlichen Ursprungs sein konnten.

»Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Bea.«

Dass er mich so nannte, zeigte mir, dass er tatsächlich der Mann war, mit dem ich hier verabredet war. Bea war natürlich nicht mein richtiger Name, sondern von meinem Firmennamen abgeleitet: BeauCadeau hieß meine Firma, was so viel bedeutete wie »Schönes Geschenk«.

Meinen richtigen Namen - Hanna Gruber - kannte er genauso wenig wie meine übrigen Kunden, die übrigens ausschließlich männlich waren.

Zum Glück redete ich in meinem privaten Umfeld so gut wie nie über meinen Job. Ein französischer Firmenname und ausschließlich männliche Kunden, die meinen richtigen Namen nicht kannten? Das hätte auf die meisten Leute, die ich kannte, ziemlich . naja . merkwürdig gewirkt. Aber ich war weder eine Prostituierte, noch führte ich einen Escort-Service. Ich war eine bodenständige Geschäftsfrau. Zumindest meistens.

Nur ein einziger Mann wusste, wer sich hinter BeauCadeau verbarg. Mein Freund Mike. Mike, also Michael, war kein Beziehungsfreund, sondern mein Wie-eine-beste-Freundin-Freund. Er betrieb zusammen mit seiner Frau Miriam eine gut gehende Bar in Schwabing. Mike war es auch, der mich auf die Idee gebracht hatte, BeauCadeau ins Leben zu rufen. Vor drei Jahren hatte ich ihm mit dem Tipp für ein besonderes Geschenk für Miriam einen großen Gefallen getan. Seitdem vermittelte er mich diskret an Geschäftsfreunde oder Gäste in seinem Lokal. Und zwar ohne einen Cent Provision zu verlangen.

Ich hatte mich darauf spezialisiert, für Ehefrauen, Geliebte, Mütter, anspruchsvolle Töchter oder manchmal auch für fleißige Sekretärinnen besondere Geschenke zu allen möglichen Anlässen zu finden. Meine Provision betrug zehn Prozent des Kaufpreises, egal wie hoch das Budget war. Und das war manchmal sehr ordentlich. So ordentlich, dass ich von der Provision leben und mir sogar halbtags eine Mitarbeiterin leisten konnte: Daniela.

Meine Geschäftsidee hatte sich mittlerweile als erstaunlich lukrativ erwiesen. Die meisten erfolgreichen Männer hatten wenig Zeit, sich wegen einer Überraschung den Kopf zu zerbrechen. Und auch andere Männer taten sich bekanntermaßen nicht immer leicht, passende Geschenke für ihre Frauen zu finden. Ich meine wirklich passende Geschenke, über die sich eine Frau auch wirklich freute.

Seltsamerweise hatten vor allem reiche Männer dieses Problem. Es war kaum zu glauben, aber es war offensichtlich einfacher, jemandem mit geringen Mitteln eine Freude zu bereiten, als eine reiche Frau mit einem teuren Geschenk zu überraschen.

Und hier kam ich auf den Plan. Ich bekam ein Budget und einige Informationen über die Frau und begann dann herauszufinden, was sie sich wünschte. Manchmal war es einfach, und die neueste Louis-Vuitton-Tasche zauberte der Beschenkten ein Strahlen ins Gesicht und Tränen des Glücks in die Augen. Wenn die Frau glücklich war, bekam es der Mann meist noch in derselben Nacht zu spüren. Was wiederum den Mann sehr glücklich machte. Und sich positiv auf einen Bonus für mich auswirken konnte.

Meist jedoch war es schwieriger, und ich musste fast schon detektivische Arbeit leisten, um herauszufinden, worüber die Frauen sich wirklich freuten.

Das verrückteste Geschenk, das ich jemals vermittelt hatte, war ein vergoldeter Nachttopf, auf den Ludwig der XIV. schon seinen königlichen Hintern gesetzt hatte. Antiquität hin oder her, warum man sich so etwas wünschte, blieb mir schleierhaft. Ich konnte es genauso wenig verstehen wie Schönheitsoperationen, die leider immer öfter auf dem Wunschzettel der Frauen standen.

Das Wichtigste in meinem Geschäft war absolute Diskretion. Die Frauen durften natürlich niemals erfahren, dass ihr Mann, Liebhaber, Vater, Sohn oder Chef sich nicht persönlich um ein Geschenk bemüht hatte. Da verstanden Frauen keinen Spaß.

BeauCadeau konnte man nicht im Internet finden, es gab keine Prospekte und auf den Visitenkarten standen nur BeauCadeau und zwei Handynummern. Mein Geschäft lebte ausschließlich durch Mundpropaganda. Deswegen war es umso wichtiger, dass die Männer mit mir zufrieden waren.

Ich hatte sogar einige Abo-Kunden, die sich total darauf verließen, dass ich sämtliche Geschenke, die im Laufe eines Jahres anfielen, organisierte. Jetzt, kurz vor Ostern, hatten Daniela und ich natürlich einiges zu tun.

»Eine Tasse Kaffee, bitte«, bestellte ich bei der rothaarigen Bedienung, bevor Frank Cornelius und ich uns dem Geschäftlichen zuwandten.

»Meine Frau wird am 10. Juli vierzig. Sie ist sehr anspruchsvoll, Bea. Es wird nicht leicht sein, für sie ein Geschenk zu finden.«

»Ach, machen Sie sich da mal keine Gedanken«, beruhigte ich ihn, ganz die selbstbewusste Geschäftsfrau, die ich eigentlich gar nicht war. »Bis dahin ist es ja noch eine ganze Weile hin.« Und außerdem hatte ich noch immer das Passende gefunden.

Die Bedienung brachte den Kaffee, und wir unterbrachen kurz unser Gespräch. Dann rückte er über dem Tisch mit dem Kopf ganz nah an mich heran, so dass unsere Sonnenbrillen fast aneinanderstießen.

»Wir haben erst vor zwei Jahren geheiratet. Ich liebe diese Frau wie keine Frau je zuvor. Und ich will, dass dieses Geschenk ihr genau das zeigt.«

Was für ein wundervoller Mann, dachte ich, fast ein wenig neidisch. Manche Frauen hatten aber auch wirklich unendliches Glück bei der Auswahl ihrer Männer. Leider gehörte ich absolut nicht in diese Kategorie. Die wenigen Männer, die es bisher in meinem Leben gegeben hatte, hatten mir ihre Liebe dadurch gezeigt, dass sie mir erlaubt hatten, ihnen jeden Wunsch von den Augen abzulesen und natürlich auch zu erfüllen.

Das Paradebeispiel dafür war Simon gewesen. Gott, wie hatte ich diesen Mann geliebt! Ich hatte ihn auf einer Party bei Freunden kennengelernt, gerade als ich mich nach langem Hin- und Herüberlegen entschlossen hatte, ein Journalistik-Studium zu beginnen. Simon studierte bereits. Medizin. Er wollte einmal plastischer Chirurg werden, um damit Menschen zu helfen, die durch Unfälle oder Krankheiten entstellt worden waren.

Damit wir uns eine gemeinsame Wohnung leisten konnten, verschob ich mein eigenes Studium und jobbte bei einer großen Catering-Kette. Meine Mutter war ziemlich sauer, dass ich wegen Simon, den sie nicht leiden konnte - sie nannte ihn einen abgebrühten Schmarotzer - meine eigenen Bedürfnisse zurücksteckte. Doch ich tat das gerne. Wenn er erst einmal mit seinem Studium fertig war und sich spezialisiert hatte, würden wir heiraten und glücklich sein. Meine Güte, wie naiv ich doch damals gewesen war!

Mein Verdienst reichte aus, um gerade so über die Runden zu kommen, aber Extras konnten wir uns davon nicht leisten.

»Wie wundervoll wäre es, wenn wir gemeinsam Urlaub machen könnten .«, oder »Wenn ich diese neuesten medizinischen Bücher hätte .«, oder »Schade, dass wir kein eigenes Auto haben .«, seufzte Simon, und ich brauchte nach und nach das ganze Geld, das ich von meinem Vater geerbt und anteilig aus seiner Lebensversicherung bekommen hatte, auf, um seine vielen Wünsche zu erfüllen. Im Wünscheerfüllen war ich schon immer eine Granate gewesen. Vielleicht war ich deshalb auch so erfolgreich mit meinem Unternehmen.

Simon war damals einer der wenigen Studenten ohne reiche Eltern, die das Leben in vollen Zügen genießen konnten: Reisen in die Karibik oder Kurztrips nach New York gehörten ebenso zu seinem Leben wie ein eigener Wagen, für den wir auch noch eine Garage angemietet hatten. Schließlich wäre das Eiskratzen im Winter für seine empfindlichen Chirurgenhände eine Zumutung gewesen. Das alles bekam er, ohne dafür zu arbeiten.

Simon war auch sehr gesellig, und wir schmissen regelmäßig Partys, bei...

"Ein wunderbarer Entspannungsroman, ein Wohlfühlroman für alle Altersklassen, der zwischen Passau und München spielt."
 
"Humorvoll nimmt Schwarzhuber die Leser mit und zaubert Bilder in die Köpfe. Amüsant, mit Gefühl, Charme und Humor zeichnet die Autorin eine bayerische Liebeskomödie."
 
"Unbedingt lesen!"
 
"Bergluft und Bayerncharme: Diese romantische Komödie lieben auch Nordlichter."

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