Optimierung der Anzahl Lieferanten

Eine Methode zur Vereinfachung im Lieferantenmanagement
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 15. Januar 2018
  • |
  • 120 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7460-0477-8 (ISBN)
 
Ziel und treibender Faktor der Einführung einer Lieferantenoptimierung ist die effizientere Nutzung von Ressourcen und damit verbundene Kostenvorteil. Ausführlich werden die Ziele und Vorteile der Lieferantenoptimierung erläutert sowie eine Vorgehensweise aufgezeigt.

Die Ziele lauten: Kürzung der Wertschöpfungskette, Optimierung der Anzahl Lieferanten und Materialien sowie Konzentration auf Zukunftslieferanten und Standardisierung

Der Lieferantenstamm wird übersichtlicher, einfacher, partnerschaftlich integrierbar und weiterentwickelbar. Weitere ökonomische Vorteile folgen durch Umsatzsteigerungen per Zukunftslieferant, Vereinfachung der Prozesse, Automatisierung, IT Anbindungen, Übergang zur Beschaffung von Funktionsbaugruppen, optimierten Transportkosten, besseren Zahlungszielen und reduzierter Lieferantenstammpflege. Die einzusparenden Komplexitätskosten betragen 15-30% der prozessbezogenen Fixkosten.

Nach der Gewinnung der notwendigen Daten, deren Typisierung und Segmentierung des Lieferanten- und Materialstammes kann mit der Methode eines strategischen Portfolios optimiert werden, durch drei Kernschritte:
Auswertung des Portfolios
Anwendung der Normstrategien und Handlungsweisen
Zuweisung der Optimierungen aus dem Entscheidungsportfolio per Lieferant - Material

Mit der Generierung des Portfolios wird ein starkes Werkzeug zum qualifizierten Arbeiten am Lieferantenstamm gegeben. Mittels dieser Tabelle sind alle Kennzahlen für den Entscheidungskreis transparent, nachvollziehbar und greifbar. Es werden neun strategische Felder und deren Handlungsweisen und Normstrategien zugewiesen. Die angewendeten Normstrategien lauten:
Strategie des Expandierens mittels Investitions- und Wachstumsstrategie,
selektiven Strategien des Auswählens offensiv, defensiv und des Übergang, sowie
Strategie des Abschöpfens mittels unterlassener Liquidierung und Auslistung (Ausstieg).

Aus der Neun-Felder-Matrix entwickeln sich drei Zonen:
die Zonen der Mittelbindung d.h. Förderung,
die Zonen der selektiven Strategien d.h. Orientierung
und die Zonen der Mittelfreisetzung d.h. Trennung

Das Buch schliesst mit einem chronologisch aufgebauten schnellem Umsetzungsleitfaden und einer Methode der Erfolgsmessung zum Nachweise des erfolgreichen Projektabschluss.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 3,25 MB
978-3-7460-0477-8 (9783746004778)
3746004772 (3746004772)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Autor Lutz Schwalbach, Erststudium: Allgemeiner Maschinenbau, Produktionstechnik. Berufsbegleitend Wirtschaftsingenieurwissenschaften und Erwerb des Master of Business Administration. 25 Jahre Berufserfahrung als Führungskraft im Einkauf und dem Supply Chain Management.
Als Manager mit profit and loss-Verantwortung deckt er ganzheitlich die materialwirtschaftlichen Belange eines Unternehmens von der Arbeitsvorbereitung, Disposition, Fertigungsplanung- und Steuerung, Produktionsleitung, strategischem und operativem Einkauf, Qualitätswesen bis zur Sortimentspflege ab.
Profunde Erfahrung im Lean Management, Six Sigma (black belt), Supply Chain Manager DLA, REFA, QMB, im interkulturellen Arbeiten und dem Projektmanagement.
Geprägt aus den unterschiedlichsten Stationen seines Arbeitslebens formuliert er für sich die Arbeitsthese:
Früher lag das Geld im Einkauf, heute im Prozess und Sie steuern den Prozess.

Aktuell arbeitet er als Einkaufsleiter für den Technologie- und Weltmarktführer in der Pressen- und Umformtechnik, davor in national und international geprägten Unternehmen der Branchen Elektrotechnik, Baustoff, Handel und der Industrie.

2 Vorbereitung und Segmentierung der Daten


2.1 Datengewinnung und Aufbereitung

Die Gewinnung der Daten, als Methode der Basisdatengewinnung, kann erfolgen durch

  • primäre Erhebung oder durch sekundäre Erhebung.

Abzuwägen bleiben die Anforderungen an die Verfahren und deren Grenzen. So ist die Sicherheit der Aussage abhängig vom Ausschluss von Daten- oder Annahmefehler. Allgemeine Anforderungen an die Verfahren sind folglich deren Aktualität und Treffsicherheit, die Stabilität, Informationsgrad, Zuverlässigkeit und Präzision der Ausgangsdaten (Pepels, 1994, S. 106).

In Falle der Sekundärerhebung, welche hier verwendet wird, werden aus bereits vorhandenen Daten die ursprünglichen Daten, welche zu einem ähnlichen Zweck erhoben wurden, neu analysiert und bewertet. Die großen Vorteile liegen in der Einfachheit der Datengewinnung zu geringen Kosten und in der schnellen Verfügbarkeit im Vergleich zu Primärdaten. Einfache und schnelle Auswertungen lassen sich gewinnen durch die Auswertung der Einkäufe der Materialien in den IT Bestellsystemen des Unternehmens.

Nachdem die Sekundärdaten gewonnen sind, müssen sie eine Prüfung und Aufbereitung durchlaufen. Es hat sich gezeigt, dass in den exportierten Daten eines EDV Systems meistens fehlerhafte Daten vorhanden sind. Die Durchrführung der Datenaufbereitung (Pawelke et.al., 1976, S. 88) gliedert sich in die Phasen:

  • Vorbereitung der Datengewinnung

    Gegenstand abgrenzen, Objekte bestimmen, Datenquellen/-strukturen erstellen, technische Voraussetzungen herstellen

  • Ermittlung der Daten

    Herauslesen der Daten aus den IT-Quellen. Empfohlen wird ein Datenumfang von 18 Monaten.

  • Aufbereitung der Daten

    Prüfen der Zahlen auf Ausreißer, hierzu können Plausibilitäten formuliert werden. Ein erstes Sortieren und Gruppieren der Daten

  • Auswerten der Daten

    Erkenntnisse gewinnen und Daten verbinden

Abbildung 17: Phasen der Datengewinnung

Wie bei allen Formen der Entscheidungsfindung gibt es keine absolute Sicherheit. Um an den höchstmöglichen Sicherheitsgrad zu gelangen sind die Basisdaten, welche Eingänge in die Entscheidung finden, abzusichern. Basieren die Eingangsdaten auf deterministischem Datenmaterial, so sind sie völlig sicher (Pepels, 1994, S. 11). Ist die Datenbasis objektiv-stochastisch, so wurde das Risiko einer möglichen Verfehlung mittels statistischer Methoden rational eingegrenzt und abgewogen. Dies, auch als deskriptiv bezeichnete Verfahren, wird systematisch durchgeführt (Pepels, 1994, S. 95 ff).

Die Systematik beschreibt sich im Ablauf:

  • Definition des Untersuchungsgegenstandes
  • Datenerhebung
  • Untersuchung der Einflussgrößen
  • Analyse der Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge
  • Prüfung und Verifizierung der Regelmäßigkeiten

Um aus den gewonnenen Urdaten eine korrekte Datenbasis zu erstellen, müssen die Urdaten geprüft werden. Dies ist besonders wichtig, da Fehler in der Datenbasis sich in alle Ergebnisse vererben und zu schlimmen Fehleinschätzungen führen würden (shit in - shit out). Mit der Prüfung der Daten sind gemeint:

  • Vergleichbare Basismengeneinheiten (Liter, Kilo, Meter, Stück..)
  • Ausreißer (unglaubhafte Datenwerte)
  • Fehlende Daten (sogenannte Nulldurchgänge)
  • Daten mit negativem Vorzeichen (Korrektheit)
  • Sprungfixe Daten
  • Höchst-/Niederwert (max./min.)
  • Zyklische Auffälligkeiten (Saisonal)
  • Fehlende Daten (Leerfelder)
  • Plausibilitäten und Abhängigkeiten im gesamten Kontext wie zum Beispiel: Stimmt der Umsatz zu der Anzahl verkaufter Produkte x Preis?

Der Ablauf zur Gewinnung einer korrekten Datenbasis ist in der nachfolgenden Abbildung veranschaulicht.

Abbildung 18: Ablaufdarstellung zur korrekten Datengewinnung

Für die Datenerhebung kommen Sie im folgenden mit wenigen Urdaten aus, was die Übersichtlichkeit und Auswertungen positiv beeinflusst. Folgende Daten sind aus dem EDV System des Unternehmens zu entnehmen:

  • Material: Materialnummer und Bezeichnung
  • Beschaffte Menge und zeitlicher Verlauf
  • Einkaufspreis und Währung
  • Basismengeneinheit und Verpackungseinheit
  • Anlagedatum des Materials oder Lebenszyklus
  • Lieferant: Lieferantennummer und Bezeichnung
  • Umsatz ? und zeitlicher Verlauf
  • Lieferantenbewertungszahl, d.h. Fehlmengenquote, Liefertreue und Anzahl Q Meldungen zum Lieferant
  • EDI Anbindung oder vergleichbar
  • Herkunftsland und Ort (Postleitzahl)

2.2 Typisierung der Materialien


Im Folgenden werden die Kennzahlen einer Typisierung der Materialien dargestellt und beschrieben.

2.2.1 Lebenszyklus


Der Alterungsgrad eines Materials ergibt sich aus dem Lebenszyklus. Der Lebenszyklus wird beschrieben mit der Phase der Entwicklung und Einführung des Artikels in den Markt, der Wachstumsphase, der Reifephase und abschließend der Sättigungs- oder Degenerationsphase, welche mit dem Einstellen des Materials endet.

Die Phasen verlaufen fließend. Haupteinflüsse sind Weiterentwicklungen des Produktes, sowie verkaufsfördernde Maßnahmen. Der Gewinn verläuft in der Regel umgekehrt zum Lebenszyklus, sodass der höchste Gewinn in der Reifephase vorliegt.

Als vereinfachte Maßzahl des Alterungsgrades dient das Datum der Materialanlage sowie das Verhältnis zu der durchschnittlichen Verweildauer des Materials gleicher Gattung.

Zum Alterungsgrad wird unterschieden in die beiden Gruppen der Artikel,

  • welche ohne Absicht oder Beisteuerung des Lieferanten veralten oder
  • welche bewusst durch Aktivitäten des Lieferanten veralten.

Abbildung 19: Der Lebenszyklus

2.2.2 ABC Kennzeichen

Das ABC Kennzeichen stellt eine Strukturanalyse dar. Danach machen lediglich 15% der Materialien 70% des Umsatzes aus, weitere 15% der Materialien etwa 15% Umsatz und 70% der Materialien lediglich 15%. Es dient der Identifikation und Konzentration auf die relativ wenig vorhandenen bedeutsamen Materialien (Arnolds H., 1998, S. 41). Die Berechnung des ABC Kennzeichens für den Umsatz erfolgt nach folgendem Verfahren:

Materialienmenge x Preis (?) per Einheit = Umsatz (?)

Die Tabelle wird absteigend sortiert nach dem Umsatz per Materialien. Im Anschluss erfolgt die Summierung des Gesamtumsatzes über die Grundgesamtheit der betrachteten Materialien. Der Einzelumsatz ist im Anschluss prozentual zu gewichten. Dies erfolgt durch Division des Umsatzes per Materialien durch den addierten Gesamtumsatz. Der Dividend wird als Prozentzahl zu 100% ausgewiesen.

Abschließend wird durch Kumulierung der Prozentwerte der Buchstabe A, B oder C häufig nach folgendem Cluster manuell zugewiesen:

A = 0% bis 70%, B = 70% bis 85% und C = 85% bis 100%.

Abbildung 20: ABC Kennzeichen

Das Missverhältnis von der Gesamtanzahl der Materialien zu den Umsatz generierenden Materialien tritt zutage. Dieses Ergebnis legt offen, dass Produktivitätsmaßnahmen im Unternehmen durch Reduktion der Anzahl generierbar sind (Knopf, 1964, S. 6). Damit begründen sich weiterhin unwirtschaftliche Innenverhältnisse für das Unternehmen in Form von unwirtschaftlichen Teilen, Verteilung der Gemeinkosten und Lagerzins.

In der Optimierung muss das ABC Kennzeichen sowohl für die Materialien als auch für die Lieferanten erstellt werden.

2.2.3 XYZ Kennzeichen

Das XYZ Kennzeichen spiegelt das Abgangsverhalten von Materialien wider. X Materialien haben einen regelmäßigen konstanten Verbrauch, Y Materialien einen schwankenden Verbrauch mit mittlerer Vorhersagegenauigkeit und die Z Artikel einen sporadischen, unregelmäßigen Bedarfsverlauf mit niedriger Vorhersagegenauigkeit. Im Bereich der Industrie ist folgende Verteilung der Artikel häufig anzutreffen: X Artikel mit 50-60% aller Artikel, Y Artikel mit 10-20% aller Artikel und Z Artikel mit 20-30% aller Artikel.

Es dient der Identifikation und Ordnung der Artikel in Vorhersageklassen ihres Abgangsverhaltens und ist ein wesentlicher Faktor zur Beurteilung der Genauigkeit der Vorhersage (Arnolds H., 1998, S. 43).

Die Berechnung erfolgt nach folgendem Verfahren: Ermittlung des durchschnittlichen Monatswertes aus zwölf Verbrauchsmonaten (durch. Verbrauchs). Berechnung der absoluten Differenz zwischen den Ist-Verbrauchswerten pro Monat minus des "durch. Verbrauch" als absoluter Wert, das heißt immer positives Vorzeichen. Aufaddieren aller absoluten Werte und erneute Bildung des arithmetischen Mittelwertes (= Summe geteilt durch 12 Monate). Setzt man die beiden Mittelwerte ins Verhältnis (d.h. Verbrauch pro Monat /absoluten Abweichung), erhält man die prozentuale Abweichung. Zuordnen des XYZ Kennzeichen erfolgt nach der Staffel x= 0% bis 50%, y= 50% bis 100% und Z über 100% bis unendlich.

Abbildung 21: XYZ Kennzeichen

In der Praxis...

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