Christliche Geschichtsdeutung in der Moderne.

Eine Untersuchung zum Geschichtsdenken von Juan Donoso Cortés, Ernst von Lasaulx und Vladimir Solov'ev in der Zusammenschau christlicher Historiographieentwicklung.
 
 
Duncker & Humblot (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. Februar 2021
  • |
  • 440 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-428-49886-4 (ISBN)
 
Jahrhundertelang war die biblisch-christliche Geschichtssicht bestimmend für die Deutung der Universalhistorie. Heute thematisiert die Forschung sie meist nur noch als Ausdruck eines überkommenen mittelalterlichen Weltbildes. Dabei werden jedoch diejenigen Entwürfe übersehen, die die Weltgeschichte auch auf dem Boden der Moderne mit theologischen Kategorien zu deuten versuchen.

Einleitend zeigt der Autor die spezifischen biblischen Kategorien zur Deutung von Geschichte auf und gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Ausdrucksformen christlicher Universalgeschichtsschreibung - dabei veranschaulicht er Kontinuität und Diskontinuität biblisch-christlichen Geschichtsdenkens. Im Hauptteil untersucht Axel Schwaiger das Werk dreier Geschichtsdenker des 19. Jahrhunderts - des Spaniers Juan Donoso Cortés (1809-1853), des Rheinländers Ernst von Lasaulx (1805-1861) und des Russen Vladimir Solov'ev (1853-1900) - gezielt auf ihre geschichtstheologischen Anteile hin. Inwieweit standen diese Männer in Kontinuität zu klassischem offenbarungsbegründetem Geschichtsdenken? Und wie setzten sie dieses unter den Vorzeichen der Moderne in ihren Werken um? Dem Autor geht es vor allem um die unveränderlichen Deutungselemente, die sich im Geschichtsverständnis der drei behandelten Denker wiederfinden. Ihre Aussagen zu Geschichte, Politik und Gesellschaft werden nur dann recht verstanden, wenn ihre spezifische Anwendung biblisch-christlicher Deutungskategorien Berücksichtigung findet. Unter Einbeziehung neuerer naturwissenschaftlicher, soziologischer und historischer Kenntnisse entfalteten sie eine 'moderne' christliche Geschichtssicht, die ohne auf rationale Argumentation zu verzichten, in unterschiedlicher Intensität Grundelemente offenbarungsbegründeter Historienschau beinhaltete.
  • Dissertationsschrift
  • |
  • 1999
  • |
  • Universität Erlangen
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • 56,82 MB
978-3-428-49886-4 (9783428498864)
10.3790/978-3-428-49886-4
weitere Ausgaben werden ermittelt
Inhaltsübersicht: Einleitung: Untersuchungsanliegen und Forschungsstand - Teil I: Die Grundkategorien biblisch-christlicher Geschichtsschau: Geschichte im AT: Die Erfahrung von Heils- und Unheilszusammenhängen, von Verheißung und Erfüllung - Der eschatologische und christozentrische Charakter der Geschichtssicht im NT - Zusammenfassung - Teil II: Die Entwicklung christlicher Geschichtsbetrachtung bis zum 18. Jahrhundert: Die Spätantike: Christliche Geschichtsschau als Apologetik - Das Mittelalter: Christliche Geschichtsschreibung als Chronographie - Die Hochzeit christlicher Geschichtsdeutung: Otto von Freising - Erste Zäsur: Scholastik, Symbolismus und Nominalismus - Verwerfung, Erneuerung und Säkularisierung christlicher Weltgeschichtssicht als paralleles Geschehen der frühen Neuzeit - Der Prozeß der Säkularisierung und der Rückzug christlicher Geschichtsdeutung - Teil III: Christliches Geschichtsdenken im Jahrhundert der Moderne: Prolog: Das 19. Jahrhundert als geistesgeschichtliche Schlüsselzeit - Geschichte als Schauplatz von menschlicher Rebellion und göttlichem Eingreifen: die politische Theologie des Juan Donoso Cortés - Geschichte als providentiell gedeuteter organischer Ablauf: Ernst von Lasaulx - Geschichte als Prozeß zur All-Einheit. Vom Utopismus zur Apokalyptik: Vladimir Solov'ev - Zusammenfassung der Ergebnisse - Epilog: Ein kurzer Ausblick auf Ausdrucksformen christlichen Geschichtsdenkens im 20. Jahrhundert - Quellen- und Literaturverzeichnis - Personenverzeichnis - Sachverzeichnis
BISAC Classifikation

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