Das kleine Handbuch für mehr Gelassenheit im Alltag

 
 
Kreuz Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 5. Dezember 2013
  • |
  • 160 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-451-80023-8 (ISBN)
 
Ärger im Büro, Vordrängler beim Einkauf, Streit mit der Tochter, Zug verpasst ... Wie oft wünschen wir uns trotz allem entspannt zu sein! Wie können wir gelassener werden? Ausgehend von Alltagsszenen oder psychologischen Studien lädt Katja Schwab auf einprägsame Weise zu mehr Gelassenheit ein. Mit Beiträgen zu Situationen im Job, in der Familie und in der Liebe macht sie Lust darauf, mehr Gelassenheit einzuüben, zu pflegen - und zu genießen.
  • Deutsch
  • Freiburg im Breisgau
  • |
  • Deutschland
  • 3,62 MB
978-3-451-80023-8 (9783451800238)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Katja Schwab ist Diplompsychologin, Verhaltens- und Kommunikationstrainerin, systemische Körperpsychotherapeutin, zudem derzeit in Ausbildung zur tiefenpsychologisch fundierten Psychotherpeutin. Sie arbeitet als Dozentin für Psychologie und als Wissenschaftsjournalistin und lebt in Berlin.
  • Intro
  • [Impressum]
  • Vorwort
  • Alltägliches & allzu Alltägliches
  • Während wir warten ...
  • Vom uralten Kampf mit dem Säbelzahntiger
  • Keine Zeit! - Ticken wir noch richtig?
  • Nein, nein und nochmals nein
  • Wir sind uns einig, dass wir uns uneinig sind
  • Einer von sieben Milliarden
  • Kauf dich glücklich!?
  • Angst frisst die Seele auf
  • Guten Morgen, liebe Sorgen
  • Die Macht der Zuversicht
  • Auf der Suche nach dem Glück
  • Herzlich willkommen im Hier und Jetzt
  • Arbeit & Beruf
  • Fheler - kein Erfolg ohne Misserfolg
  • Gehirn-Zapping - die Grenzen der Gleichzeitigkeit
  • Arbeiten ohne Grenzen?
  • Von der Angst zu versagen
  • Ausgebrannt - der erschöpfte Mensch
  • Wenn im Büro die Fetzen fliegen
  • Familie & Erziehung
  • Von der Erziehung zur Beziehung
  • Mama, Papa, kuckt doch mal!
  • Die besten Eltern der Welt
  • Vom Fördern und Fordern zu Überförderung und Überforderung
  • Der »Störenfried« im Klassenzimmer
  • Was Kinder stark macht
  • Bewegung macht klug
  • Digitale Kinderwelten
  • Liebe & Partnerschaft
  • Mrs Right und Mr Perfect - in guten wie in schlechten Zeiten
  • Der Tanz um Nähe und Distanz
  • Wer hat angefangen?
  • Hör mir doch mal zu!
  • Trennung tut weh
  • Während wir streiten ...
  • Nachwort
  • Anmerkungen
  • Literatur

Arbeit & Beruf


Fheler – kein Erfolg ohne Misserfolg


Es gibt Berufe, die man (nicht) hätte wählen sollen. Es gibt Menschen, die man (nicht) hätte heiraten sollen. Es gibt Dinge, die man (nicht) hätte kaufen sollen. Es gibt Risiken, die man (nicht) hätte eingehen sollen. Es gibt Chancen, die man (nicht) hätte ergreifen sollen. Es gibt viele Entscheidungen, die man hätte treffen sollen oder die man eben nicht hätte treffen sollen. Wir alle machen Fehler.

Fehler sind unangenehm. Man will sie nicht haben. Man will sie nicht machen. Und doch ist irren menschlich, wie jeder von uns weiß. Und zwar zu ungefähr 60 bis 90 Prozent. Wenn irgendwo irgendetwas Schlimmes passiert, geht das meistens auf menschliches Versagen zurück, etwa bei Auto- und Arbeitsunfällen zu 90 Prozent und bei Flugzeugabstürzen zu 70 Prozent.45 Rechnet man mit, dass Menschen die Technik erfunden haben, liegen wir sogar bei 100 Prozent Fehlerverursachung.

Fehler wollen wir in der Regel vermeiden. Auch wenn in der Theorie seitenlange Abhandlungen über die vielfältigen Vorteile der Fehlertoleranz geschrieben werden, sind wir in der Praxis weit von einer vernünftigen Fehlerkultur entfernt. »Es gibt repräsentative Untersuchungen zur Frage, wie man in verschiedenen Kulturen und Nationen mit Fehlern umgeht. Unter 61 analysierten Staaten hat es Deutschland dabei auf den vorletzten Platz – vor Singapur – geschafft«, bedauert Professor Michael Frese, Fehlerforscher an der Justus-Liebig-Universität Gießen.46 In unserer Gesellschaft sind Fehler nichts Gutes. Möglicherweise haben wir das in der Schule gelernt: Fehler führen zu schlechten Noten. Aber auch die Medien verzeihen Fehler von Menschen, die zum Beispiel in der Öffentlichkeit stehen, nicht. »Verwunderlich ist die Angst vorm Fehler, vorm Versagen und Scheitern nicht. Deshalb wird vertuscht und geschwiegen«, sagt Frese, »und wir verlieren enorme Chancen dadurch.« Ohne Fehler leben wir in einer Kultur, in der niemand etwas dazulernt.

Dabei steckt in dem Wort »Fehler« bereits eine andere Sichtweise. Schauen Sie sich einmal genau die Buchstaben an: F E H L E R. Fehler sind H E L F E R. Jeder Fehler, den ich mache, gibt mir die Möglichkeit, zu erkennen, dass ich dazulernen kann. Wer Erfolg haben wolle, der verdopple seine Fehlerrate, soll einst Thomas Watson, der Gründer von IBM, gesagt haben. Viele Menschen denken, dass die Wegweiser Erfolg und Misserfolg in zwei verschiedene Richtungen zeigen. Sobald sie scheitern, kehren sie – im Glauben, den falschen Weg eingeschlagen zu haben – um. Dabei gehören Erfolg und Misserfolg zusammen, denn das Scheitern ist ein wichtiger Aspekt des Erfolges. Wenn kleine Kinder laufen lernen, fallen sie oft hin. Aber dann stehen sie wieder auf und versuchen es weiter, bis sie die ersten erfolgreichen Schritte tun. Eine von vielen Erfolgsgeschichten, die auf vielen Misserfolgen aufbaut und dem Wunsch, es zu schaffen. Kinder lernen auch, wenn sie größer werden, dass Stürze schmerzen. Die Angst zu versagen ist erlernt, denn unsere Gesellschaft belohnt den Erfolg, nicht den Misserfolg. Möglicherweise neigen wir unter anderem deshalb dazu, immer andere für das eigene Scheitern verantwortlich zu machen. Aber es bringt nichts, sich einzureden, die Familie, die Chefin oder der Kollege seien schuld an den Misserfolgen. Verzichten Sie auf die Schuldfrage. Wenn wir nicht die Verantwortung für das Geschehen übernehmen, können wir auch nichts ändern. Wir bleiben so lange hilflos, solange wir glauben, keine Kontrolle über die Situation zu haben. Wir können die anderen nicht ändern, wir können nur selbst etwas ändern. Wir haben nur Kontrolle über die Dinge, die wir selbst in der Hand haben. Es bringt wenig, sich über die Fehler, die andere Menschen haben und machen, zu ärgern. Diese Dinge liegen in der Regel außerhalb unseres Einflussbereiches. Aber wir können schauen, wie wir mit der Situation umgehen können. Um Alternativen zu finden, müssen wir sie auch suchen.

Stellen Sie sich auf der einen Seite all Ihre schmerzvollen Momente des Scheiterns, all Ihre Niederlagen vor, und auf der anderen Seite all Ihre Erfolge. Welche Erinnerungen würden Sie lieber behalten, wenn Sie auf eine Seite vollständig verzichten müssten? Aus Fehlern wird man klug. Fehler und Misserfolge holen uns aus der Komfortzone. Alltägliche Routine, liebgewonnene Rituale, kuschelige Gewohnheiten oder eingespielte Abläufe – Fehler im System zwingen uns zum Nachdenken. Und trotzdem ist es nicht so einfach, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Wir nehmen die Welt eben nicht objektiv wie eine Kamera wahr, sondern sehen die Realität verzerrt oder verfärbt. Einige Menschen tragen eine rosarote Brille und sehen alles positiv, andere Menschen tragen eine dunkle Brille und sehen alles negativ. Die einen sind erfolgsorientiert, die anderen misserfolgsorientiert. Beide Typen von Menschen sehen die Ursachen für ihre Erfolge, aber auch für ihre Misserfolge ganz unterschiedlich. Optimisten sehen in Erfolgen eher das Ergebnis ihrer Fähigkeiten (»Ich kann das«) und begründen Misserfolge eher mit ungünstigen Umständen (»Da hatte ich Pech, das kann jedem mal passieren«). Pessimisten suchen die Ursache für Misserfolge eher in ihren Charaktereigenschaften (»Ich bin unfähig, mir gelingt nie etwas«) und interpretieren Erfolg als Zufall (»Ich hatte Glück« oder »Das hätte jeder geschafft«). Natürlich gibt es diese zwei Typen nicht in Reinform, aber der eine oder andere hat sicher Tendenzen in die eine oder andere Richtung bei sich festgestellt. Nicht nur die Zuschreibung für die Ursache unserer Erfolge und Misserfolge ist verzerrt, sondern auch die Bewertung unserer Leistung. Tatsache ist, ein leicht positiv verklärter Blick auf die Welt färbt die Wirklichkeit nicht nur schön, sondern verändert sie tatsächlich. Eine positive Grundeinstellung zum Leben steht in empirischem Zusammenhang mit Gesundheit, Leistung und Lebenserwartung.

Menschen sind fehlbar, und trotzdem ist es schwer, sich einzugestehen, dass man etwas nicht geschafft hat. Und genau hier beginnt erfolgreiches Scheitern: die Situation akzeptieren, aus den Fehlern lernen und weitermachen. Wer aus seinen Fehlern nicht lernt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen. Wenn wir das Machen von Fehlern als bewussten Lernprozess verstehen, können wir nach vorne schauen und gelassen unseren Weg gehen.

Sicher, nicht alles ist möglich. Aber es gibt meistens viel mehr Möglichkeiten, als man denkt. Wenn es nicht funktioniert wie gewünscht, gibt es kein »nie«, sondern nur ein »noch nicht« oder »so nicht«. Bei einem negativen Erlebnis umzukehren und aufzuhören aus Furcht vor weiteren Misserfolgen scheint auf den ersten Blick der einfachere Weg, doch er führt nicht dahin, wo wir hinwollen. Die Fehler, die wir machen, helfen uns dabei, dieses Ziel zu erreichen. Der Weg zum Erfolg liegt in der Bereitschaft zum Misserfolg. Also ziehen Sie los und machen Sie Fehler! Aber versuchen Sie, ein und denselben Fehler nicht zu wiederholen.

Gehirn-Zapping – die Grenzen der Gleichzeitigkeit


Das Telefon klingelt, der Posteingang zeigt sechs neue Nachrichten, das Faxgerät spuckt im Minutentakt Unterlagen aus und Kollegen unterbrechen Sie ständig mit mehr oder weniger wichtigen Fragen, während Sie an einer Excel-Auflistung arbeiten, die Sie Ihrer Chefin schnellstmöglich vorlegen müssen. Ohne Fehler. Gegessen haben Sie noch nichts, dafür umso mehr Kaffee getrunken. Schnell noch die dringliche SMS beantworten. Äh – was wollten Sie gerade noch mal machen? Hektik ist in vielen Berufen fester Bestandteil des Büro-Alltags.

Elf Minuten hat ein Büroarbeiter im Durchschnitt bis zur nächsten Unterbrechung. Um sich danach wieder in die Aufgabe einzudenken, braucht er weitere acht Minuten. Es bleiben ihm also ganze drei Minuten, um konzentriert weiterzuarbeiten. Das fand Gloria Mark, Computerwissenschaftlerin an der University of California, heraus, indem sie mit der Stoppuhr minutiös die Arbeitsabläufe von sieben Managern, acht Programmierern und neun Analysten über mehrere Tage hinweg erfasst hat, insgesamt 700 Arbeitsstunden.47 Ein Anruf, der mit der aktuellen Aufgabe zusammenhing, wurde dabei noch nicht einmal als Störung gewertet. Zählt man solche Unterbrechungen hinzu, zerfällt die 11-Minuten-Spanne noch mal in Abschnitte von circa drei Minuten. Verständlich, dass es unserem Gehirn schwerfällt, effektiv zu arbeiten, wenn wir ununterbrochen unterbrochen werden.

Alles passiert zur selben Zeit. Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen und wir versuchen, wie im Zeitraffer mit den Armen wirbelnd, sämtliche Aufgaben zu bewältigen, um Schritt zu halten. Viele glauben, durch simultane Aufgabenbewältigung mehr Dinge in der gleichen Zeit zu erledigen. Ein Irrtum. Während die Kinder von der Schule erzählen, schreiben wir noch schnell eine E-Mail, wir lesen die digitalen Nachrichten und chatten nebenbei, die Fernsehsender wechseln noch schneller als die Radiosender im Auto. Unsere Gedanken springen hektisch von einer Aufgabe zur nächsten und wieder zurück. Das Gehirn ist dieser Mehrfachbelastung nicht gewachsen. Der Mythos des effektiven Multitaskings ist ein Kind unserer schnelllebigen, modernen Gesellschaft, in der niemand mehr Zeit hat.

Wir glauben zwar, mehrere Dinge parallel bearbeiten zu können. Tatsächlich würden wir die Aufgaben nacheinander erledigen, erklärt der Psychologe und Hirnforscher Ernst Pöppel.48 Unser Gehirn richtet seine Aufmerksamkeit erst auf einen Vorgang, wechselt dann schnell zum nächsten und wieder zurück. Insofern ist Multitasking die Fähigkeit, schnell zwischen einzelnen Tätigkeiten wechseln zu können. Das ist...

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