Konrad Humerys 'Tröstung der Weisheit'

Antikenrezeption zwischen christlichem Trostanspruch und volkssprachigem Wissenstransfer
 
 
Erich Schmidt Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 21. März 2019
  • |
  • 330 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-503-18283-1 (ISBN)
 
Der Mainzer Jurist und Diplomat Konrad Humery hat in den Jahren vor 1467 die 'Consolatio Philosophiae' des Boethius erstmals für ein breites Laienpublikum verdeutscht.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dieser in drei Handschriften überlieferten deutschen Übersetzung. Sie weist nach, dass Humerys 'Tröstung der Weisheit' nicht nur lebenspraktischer Trosttext in der Volkssprache ist, sondern dass sie die philosophischen Implikationen des Ausgangstexts im Zuge einer anspruchsvollen, sprachlich-begrifflichen Annäherung ernst nimmt. Für diese Neubewertung wird die Übersetzung breit kontextualisiert und in die Tradition der lateinischen, europäisch-volkssprachigen und deutschen 'Consolatio'-Rezeption eingeordnet.
Die Berücksichtigung der Überlieferung, ihrer Paratextualität, Medialität und Materialität, zeigt darüber die historischen Entstehungs- und Existenzbedingungen vor allem dort, wo die verlorene Vorlage die Einschätzung der Übersetzungsqualität erschwert hat.
Damit leistet die Untersuchung eine neue Einordnung der Übersetzung in das literaturwissenschaftliche Koordinatensystem der volkssprachigen Antikenrezeption des 15. Jahrhunderts.
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • Mediävisten; Germanisten; Frühneuzeitforscher; Philosophen; (Klassische) Philologen; Latinisten; Editionswissenschaftler
Mit 16 farbigen Abbildungen
  • 17,31 MB
978-3-503-18283-1 (9783503182831)
weitere Ausgaben werden ermittelt
  • Umschlag Seite 1
  • Titel
  • Vorwort
  • Inhaltsverzeichnis
  • Einleitung: Konrad Humerys 'Tröstung der Weisheit'. Trostbuch für illitterati oder Philosophie für volkssprachige Eliten?
  • I. Textphilologische Grundlagen
  • I.1. Annäherung an eine laikale Klassikerlektüre
  • I.1.1 Der Gegenstand im Kontext der lateinischen und volkssprachigen 'Consolatio'-Rezeption
  • I.1.2 Forschungsstand und Fragestellung
  • I.2 Textuelle, mediale und materiale Gegebenheiten der Überlieferung
  • I.2.1 Text- und Überlieferungsverhältnisse
  • I.2.2 Effekte paratextueller Varianz
  • I.2.3 Paratextuelle Redaktion
  • I.2.4 Mitüberlieferung, Provenienz und Rezeption
  • I.3 Die verlorene Vorlage als methodisches Problem
  • I.3.1 Konrad Humerys migratio academica und die Übersetzungstradition der Romania
  • I.3.2 Verständnishilfen als Hinweis auf akademische Routinen
  • I.3.3 Autoritätenzitate als Fundus für gelehrte Vertextungsstrategien
  • I.3.4 Erzählerische Eigenleistung und inseriertes Kommentargut
  • II. Textanalyse
  • II.1 Die Vorrede
  • II.1.1 Aufbau und Programm der Vorrede
  • II.1.2 Humerys Vorrede im Spektrum der 'Consolatio'-Tradition
  • II.2 Vertextungsstrategien zwischen sprachlichem Transfer und didaktischen Erweiterungen
  • II.2.1 Sprachlicher und struktureller Transfer
  • II.2.2 Leselenkung und Textauslegung durch eine zusätzliche Stimme im Dialoggefüge
  • II.2.3 Übertragung von Verständnishilfen auf die Ebene der Figurenrede
  • II.2.4 Form und Funktion der Gedichtpassagen in Humerys Prosaübersetzung
  • II.3 Philosophie in der Volkssprache
  • II.3.1 Anzeichen für eine Grenzverschiebung des philosophischen Diskurses
  • II.3.2 menschlich natuer vnd eygenschafft, daz ist togentsame zu sin vnde gude wercke zu wircken. Humerys Auslegung der conditio humana
  • II.3.3 ymaginerunge ist eyn creffte der selen, da durch das mentsche bekenent die gestalt des dinges, das da nit gegenwurtig ist. Zielsprachige Arbeit an erkenntnistheoretischen Grundbegriffen. Das Beispiel imaginatio
  • II.3.4 alle dinge sint yme gegenwirtig vnd nvst ist yem zuk nfftig. Die Verbindung von Philosophie und christlicher Argumentation in der Volkssprache. Das Beispiel von göttlicher providentia und praevidentia
  • II.3.5 macht vnd gewalt der tyrannen ist nit zu achten. Humerys Akzentuierung eines positiven Herrscherideals. Das Beispiel tyrannus
  • II.4 Elemente der christlichen Textaneignung
  • II.4.1 Philosophische Grundlagen christlicher Selbst- und Heilssorge
  • II.4.2 Humerys Hymnus O qui perpetua (Metrum III.9) als Ansatz und Ausdruck christlicher Vereinnahmung
  • III. Schlussüberlegungen
  • IV. Anhänge
  • IV.1 Beschreibung der Hs. 'Ms. theol. lat. fol. 490' (Hs. b)
  • IV.2 Vorarbeiten für eine Edition - Grundsätze, Prinzipien, Editionsprobe
  • V. Literaturverzeichnis
  • VI. Farbteil
  • Umschlag Seite 4
BISAC Classifikation

Dateiformat: PDF
Kopierschutz: Wasserzeichen-DRM (Digital Rights Management)

Systemvoraussetzungen:

Computer (Windows; MacOS X; Linux): Verwenden Sie zum Lesen die kostenlose Software Adobe Reader, Adobe Digital Editions oder einen anderen PDF-Viewer Ihrer Wahl (siehe E-Book Hilfe).

Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie die kostenlose App Adobe Digital Editions oder eine andere Lese-App für E-Books (siehe E-Book Hilfe).

E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nur bedingt: Kindle)

Das Dateiformat PDF zeigt auf jeder Hardware eine Buchseite stets identisch an. Daher ist eine PDF auch für ein komplexes Layout geeignet, wie es bei Lehr- und Fachbüchern verwendet wird (Bilder, Tabellen, Spalten, Fußnoten). Bei kleinen Displays von E-Readern oder Smartphones sind PDF leider eher nervig, weil zu viel Scrollen notwendig ist. Mit Wasserzeichen-DRM wird hier ein "weicher" Kopierschutz verwendet. Daher ist technisch zwar alles möglich - sogar eine unzulässige Weitergabe. Aber an sichtbaren und unsichtbaren Stellen wird der Käufer des E-Books als Wasserzeichen hinterlegt, sodass im Falle eines Missbrauchs die Spur zurückverfolgt werden kann.

Weitere Informationen finden Sie in unserer E-Book Hilfe.


Download (sofort verfügbar)

71,90 €
inkl. 7% MwSt.
Download / Einzel-Lizenz
PDF mit Wasserzeichen-DRM
siehe Systemvoraussetzungen
E-Book bestellen