Die Methode der richterlichen Straftatenprävention

Zu den Regeln der Rezeption von Empirie und Qualität im Recht
 
 
Mohr Siebeck (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 30. Dezember 2016
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  • 716 Seiten
 
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978-3-16-154973-1 (ISBN)
 
Der Strafzweck der Spezialprävention hat ein Methodenproblem. Steuerungsarme Generalklauseln bilden den empirischen Wissensstand für wirksame Prognose, Diagnostik und Interventionsauswahl nicht mehr ausreichend maßstäblich ab. Der unter Entscheidungszwang stehende Strafrichter muss als Ersatzgesetzgeber empirische Prämissen selbst organisieren - oft im Kontext tatursächlicher psychischer Störungen. Evidenzbasierung ist indes unter Geltung des Gesetzlichkeitsprinzips nicht einfach freihändig möglich. Sie benötigt allgemeine Regeln. Ausgehend von diesem Befund diskutiert Mirko Schulte eine Methode zur selbstregulierten, gesetzesgebundenen Organisation empirischer Prämissen im Recht. Dazu wertet er jüngere steuerungstheoretische Ansätze aus und schlägt eine Adaption prozessorientierten Qualitätsmanagements und der Leitlinienmethodik der evidenzbasierten Medizin vor. Auf der Basis eines solchen richterautonomen Wissensmanagements werden die in der Kriminologie, Psychologie und Psychiatrie nachgewiesenen Erfolgsfaktoren kritisch gesichtet und integrativ als richterliche Methode mit einzelfallaufmerksamen Standards und Entscheidungshilfen zur Diskussion gestellt.
  • Deutsch
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  • 6,13 MB
978-3-16-154973-1 (9783161549731)
3161549732 (3161549732)
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  • Cover
  • Vorwort
  • Inhaltsübersicht
  • Inhaltsverzeichnis
  • Abbildungsverzeichnis
  • Verzeichnis der Anhänge
  • Abkürzungsverzeichnis
  • Erster Teil: Einführung in das Thema und Ausgangsbefund: Das Steuerungs- und Methodendefizit bei der richterlichen Straftatenprävention
  • § 1 Einführung
  • A. Anlass und Thesen der Untersuchung
  • B. Diskussionsstand in der Literatur
  • C. Ziele der Arbeit, Gang und Methode der Untersuchung
  • D. Kritische Reflektionen: Chancen und Risiken
  • E. Begriffsklärungen
  • I. Klärung des Begriffes Straftatenprävention und Engführung der Untersuchung
  • II. Empirie und Evidenzbasierung
  • F. Wissenschaftstheoretische Kontexte und Implikationen
  • I. Generalisierbarkeit und Individualität menschlichen Verhaltens: Nomothetische und ideographische Methoden der wissenschaftlichen Erfahrung
  • II. Kriterien und Grenzen der Wissenschaftlichkeit: Empirismus, Positivismus und kritischer Rationalismus
  • III. Regeln integrativer Verfahren und Methodenpluralismus
  • G. Die Systemtheorie Luhmanns als rechtssoziologischer Bezugsrahmen
  • § 2 Ausgangsbefund: Tatsächliche und rechtliche Ausgangsbedingungen bei richterlicher Prognose und Interventionsauswahl
  • A. Kriminovalenz, Psychopathologie, Prävalenz und Phänotypen - Ausschnitte tatsächlicher Bedingungen richterlicher Interventionen
  • I. Kriminovalenz und Psychopathologie
  • II. Prävalenzraten psychischer Störungen
  • III. Praktische und kriminalpolitische Relevanz: Die Folgen von Diagnostik, Prognose und Interventionsmanagement für die Sicherheit
  • IV. Phänomenologie und Szenario: Exemplarische Fälle in der strafrichterlichen Praxis
  • B. Generalklauseln, unbestimmte Rechtsbegriffe und Ermessen im Strafrecht - die vagen Handlungsanleitungen der §§ 56 ff., 59 ff. StGB, 153a StPO
  • I. §§ 56, 56c StGB - Weisungen bei Aussetzungen von Freiheitsstrafe zur Bewährung
  • II. § 59 StGB - Interventionsbedarf im Kontext von Geldstrafenwürdigkeit
  • III. § 153a StPO - Interventionsflexibilität bei Ausgleich des öffentlichen Interesses
  • IV. §§ 136 Abs. 2, 244 Abs. 2, Abs. 4 Satz 1, 246a, 261, 265a StPO - das prozessuale Untersuchungsprogramm
  • V. RiStBV und RLJGG
  • VI. Die Vollstreckung: Verwirklichung richterlicher Straftatenprävention nach den §§ 56b ff., 59a ff. StGB
  • VII. Allgemeine Herleitungen der Spezialprävention
  • VIII. Zwischenfazit
  • C. Qualitätsforderungen durch die Rechtsprechung: Methodenrudimente und Sachkundefixierung bei der Prognose
  • D. Die Synchronisation von Sein und Sollen bei Prognose- und Interventionsnormen
  • I. Rechtstechnische Untersuchung: Zerlegung der Normen in ihre entscheidungstheoretischen Bestandteile
  • II. Berührungsflächen und Synchronisation des Rechts mit der empirischen Wirklichkeit: Gesetzlichkeitsprinzip, Normlogik, Wirklichkeitsstruktur und Realbereich
  • III. Zwischenfazit: Der norminterne "Realbereich" als Ort der Synchronisation der Empirie mit dem Recht
  • E. Konzeptionelle Armut bei der richterlichen Beherrschung des Wirklichkeitsbereiches: Rechtstatsächliche Erkenntnisse über den Umgang mit Straftatenprävention in der Praxis
  • F. Fazit
  • § 3 Die Determinanten des Problems: Vier Thesen zu den Ursachen der Unzulänglichkeit bei der gesetzlichen und methodischen Wirklichkeitsabbildung in der richterlichen Straftatenprävention
  • A. Unzulänglichkeit des Wissens: Kontingenz und Komplexität
  • B. Unzulänglichkeit des Verstehens: Präsentation, Deutungsrahmen und Kommunikation des Wissens
  • C. Zweckprogrammatische Delegation und Informalisierung von Entscheidungsverantwortung: Unbestimmte Rechtsbegriffe, Beurteilungsspielraum und Ermessensspielräume im Strafrecht
  • I. Steuerungsleistung der Prognose- und Interventionsnormen: Der Strafrichter als Ersatzgesetzgeber
  • II. Typische Rationalitätshelfer: Verordnungen, Verwaltungsvorschriften, Richtlinien, Standards und Stand der Technik und Wissenschaft
  • III. Kollektive Rettung des Gesetzlichkeitsprinzips: Rechtsprechung von BVerfG, BGH und BVerwG zum Bestimmtheitsgrundsatz bei unbestimmten Rechtsbegriffen, Beurteilungsspielräumen und Ermessen
  • IV. Der umtriebige Ersatzgesetzgeber - Grenzen der Auslegung und Rechtsfortbildung
  • V. Zwischenfazit
  • D. Latenz und blinde Flecke - das Subsystem Richter
  • I. Gerichtsverfassungsrechtliche, strafprozessuale und gerichtsorganisatorische Rahmenbedingungen in der Strafrechtspflege
  • II. Blinde Flecke aus Rechtsgründen: Gesetzesbindung und Dogmatik als Sperre struktureller Koppelung an Empirieerfordernisse
  • III. Faktoren Zeit und Personalverwendung: Personalbewirtschaftungsberechnung als ressourcenbeeinflussender Steuerungsfaktor
  • IV. Reduktionsregeln, Erledigungsroutinen und Stereotypen
  • V. Institutionalisierte Handlungsnormen und Erwartungsformungen: Präsidien, Justizverwaltung und Medien
  • VI. Sachkompetenz und soziale Kompetenz: Sozialisation, Ausbildung und Fortbildung des Richters
  • VII. Richtschwert statt Äskulapstab - richterliche Unterdiagnostik bei psychiatrischen Störungen als Folge von Ausbildung und Sozialisation
  • VIII. Kriminologie und Qualität: Einstellungen von Richtern und abwehrleitende Argumentationsstrukturen
  • IX. Fehlende außergesetzliche Stimuli: Keine Haftung - kein Markt - kein Qualitätsmanagement
  • X. Bewährungsbeschlüsse: Ein Beispiel sicherheitsrelevanter Eigenmassstäblichkeit
  • XI. Zwischenfazit
  • E. Fazit
  • § 4 Bewältigungsoptionen
  • A. Rechtspolitischer Ausblick
  • B. Bewältigungsstrategien bei dem Umgang mit Unsicherheit und Risiko
  • I. Prozessuale Lösungen
  • 1. Flucht zu externem Sachverstand: Sachverständige
  • 2. Inkorporierter Sachverstand auf der Richterbank
  • II. Begrenzt leistungsfähige Plausibilitätslösungen im Recht: Erfahrungssätze
  • III. Präskriptive Entscheidungstheorie und mathematisch-probalistische Ansätze
  • IV. Dogmatisch-rechtliche Lösungen: Frisch und Terhorst
  • C. Exkurs: Risiko-Management in anderen Risikobereichen : Polizeirecht, Atomrecht, Transfusionsmedizin, Kreditinstitute und Hochrisikoorganisationen
  • § 5 Fazit und Implikationen
  • Zweiter Teil: Metamethodische Regeln zur Rezeption der Empirie, des Qualitätsmanagements und des Wissensmanagements im Recht
  • § 1 Mittel zur richterlichen Synchronisation und Organisation von erfahrungswissenschaftlicher Programmatik im Realbereich: Dichotomie von Sachkunde und Methode
  • A. Die Definition von Sachkunde - ein von der Faktizität der Justizgewährungspflicht gesteuertes Produkt
  • B. Der Begriff der Methode
  • C. Stellungnahme
  • § 2 Der Ersatzgesetzgeber in der Rationalitätspflicht - Justizgewährungspflicht, Verhältnismäßigkeitsgrundsatz und kategorisch imperative Sachkunde
  • A. Einfachgesetzliche Grundlagen
  • B. Verfassungsrechtliche Gesichtspunkte
  • I. Bestehende Argumentationsmuster
  • II. Gesetzlichkeitsprinzip und Justizgewährungspflicht
  • III. Sicherheitsgewährleistung als Staatszielbestimmung
  • IV. Freiheitsgarantie, Verhältnismäßigkeitsgrundsatz und Sozialstaatsprinzip
  • V. Wirtschaftlichkeitsgebot
  • C. (Berufs-)Ethische Gesichtspunkte und der Wettbewerb um bessere Spezialprävention
  • D. Fortbildungsverpflichtung
  • E. Methode mit fremdem Erfahrungswissen - tatsächliche Unmöglichkeit für den Richter?
  • I. Richterliche Sachkunde - eine unbestimmte Generalvollmacht für Empirienutzung?
  • II. Verstehen als Grundlage und Grenze gesetzlich ausreichender Sachkunde nach § 244 StPO
  • F. Zwischenfazit
  • § 3 Methoden der Lückenfüllung in Wirklichkeitszusammenhängen - die Suche nach Regeln für die Rezeption von Prämissen der Empirie im Recht
  • A. Grundannahmen
  • B. Richter machen Methode: Glaubwürdigkeitsbeurteilungen, Relationstechnik, Mediation und Düsseldorfer Tabelle
  • I. Vernehmungspsychologie und Glaubhaftigkeitsbeurteilungen
  • II. Relationstechnik im Zivilprozess
  • III. Schlichtungsverfahren und Mediation
  • IV. Düsseldorfer Tabelle
  • C. Zwischenfazit
  • § 4 Rechtstheoretische Ansätze zur Bewältigung von Steuerungsschwächen und Empirietransfer
  • A. Gesetzgebungslehre als Anleihe zur Bestimmung von Methodenanforderungen
  • B. Rechtssoziologische und -organisatorische Ansätze und Prämissen - vom reflexiven und prozeduralen Recht zu Governance und Neuer Verwaltungsrechtswissenschaft
  • I. Reflexives Recht
  • II. Prozedurales Recht
  • III. Verwaltungsorganisatorische Ansätze: New Public Management, Governance, Codes of Conduct
  • IV. Neue Verwaltungsrechtswissenschaft
  • V. Zusammenfassung, Kritik und Stellungnahme
  • C. Vorschlag von rechtlich beeinflussten Kriterien einer Meta-Methode richterlichen Arbeitens im Realbereich der Prognose- und Interventionsnormen
  • § 5 Qualität und Qualitätsmanagement - ein zufälliger oder systematischer Bezug?
  • A. Definition des Begriffes Qualität in Justizkontexten
  • I. Qualität, Gesetzgeber und Richter - erste Orientierungsversuche
  • II. Eigener Qualitätsbegriff in Verfassung und Gesetz
  • III. Qualität in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union
  • IV. Qualitätsbegriff in der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes und des Bundesverfassungsgerichtes
  • V. Qualitätsbegriff der deutschen und europäischen Richterverbände und der Richterschaft und der Justizverwaltungen
  • VI. Zwischenfazit
  • B. Allgemeine Herleitung und Definition des Begriffes "Qualität"
  • I. Historische Entwicklung, allgemeinsprachliches Verständnis und sonstige inhaltliche Bezugspunkte des Begriffes "Qualität"
  • II. Definition des Begriffes Qualität in QM-Systemen
  • III. Zwischenfazit
  • C. Qualitätsmanagement
  • I. QM-Ansätze in der deutschen Richterschaft und Justizverwaltung
  • II. Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9000 und 9001 - der sog. prozessorientierte Ansatz
  • III. TQM-Philosophie
  • IV. EFQM-Modell
  • V. CAF (Common Assessment Framework) Selbstbewertungssystem für die öffentliche Verwaltung
  • VI. Europäische Qualitätsmanagementstandards für Justiz und Gerichte: CEPEJ(2008)2
  • VII. QM-Werkzeuge
  • 1. Prozessanalyse
  • 2. Balanced-Score-Card (BSC)
  • 3. QM-Werkzeuge (Quality Control)
  • 4. Qualitätsmanagementhandbuch
  • VIII. Qualitätsmanagement bei primärer und sekundärer Prävention
  • IX. Zwischenfazit und Ertrag: Gemeinsame Merkmale von Qualität und QM
  • D. Übertragbarkeit des allgemeinen Qualitätsbegriffs und des QM auf richterliche Tätigkeit
  • I. Stand der Diskussion und Vorgehensweise: Vorhandene Trittsteine in lebhaftem Verfassungsgewässer
  • II. Rechtliche Standortbestimmung: Verfassungsbindung versus Marktgesetze
  • 1. Verfassungsrechtlich unkritische Merkmale von QM und Prozessbegriff
  • 2. Prozessorientierung
  • 3. Kritische Merkmale - Rezeptionslegitimation durch verfassungsgemäße Adaption
  • a) Management, Verantwortlichkeit der Leitung, Qualitätspolitik, Controlling
  • b) Kundenorientierung
  • c) Richterliche Unabhängigkeit als zentraler Maßstab
  • 4. Zwischenfazit
  • III. Akzeptanzhindernisse: QM im Kontext zu NSM, Normungsbefürchtungen und neoinstitutionellen Rationalitätsmythen
  • 1. "Total Bureaucracy", Neoinstitutionelle Rationalitätsfassaden und NSM-Kritik
  • 2. Stellungnahme
  • a) Akzeptanz einer Adaptionsfähigkeit
  • b) NSM-Kritik als Chance für Reflektion
  • c) Zertifizierungen und Audite
  • d) Ein Schritt weiter: Operationalisierung von Qualität zur Kompensation von Quantitätsfixierungen
  • E. Fazit und Ertrag: Kriterien eines richterspezifischen QM
  • § 6 Herkunft, Suche und Bereitstellung von Wissen und Qualität: Generalisierung, Wissensmanagement und Handlungsanleitungen
  • A. Transdisziplinäre und intersubjektive Vermittlung von erfahrungswissenschaftlichen Erkenntnissen: Methoden bei Wissenstransfer und -management
  • I. Publikationsstandards bei kriminologischer Literatur
  • II. Grundannahmen zu Wissen, Wissensmanagement und Meta-Analysen
  • III. Evidence based Prevention
  • IV. Evidenz-basierte Medizin (EBM) und Leitlinien in der Medizin
  • V. Leitlinienmethodik in der Medizin
  • VI. Stellungnahme: Adaptionsfähigkeit für richterliches Wissensmanagement
  • VII. Fazit
  • B. Wissensspeicher: Personen und präskriptive Handlungsanleitungen als Träger von Methode
  • I. Funktionen von Informationen in einem Wirklichkeitsmodell
  • II. Die Bewältigung der Wissensherkunft bei Präskriptionen
  • III. Die Bewältigung der Wissensbereitstellung bei Präskriptionen: Operationalisierte Schemata versus Einzelfallberücksichtigung
  • IV. Gestaltung präskriptiver Wissensbereitstellung: Stellungnahme und Fazit
  • § 7 Ertrag und Zwischenergebnis: Gemeinsame Anforderungen an eine Meta-Methode und ihre Gültigkeit für die Untersuchung richterlicher Straftatenprävention
  • Dritter Teil: Bestandteile einer Methode richterlicher Straftatenprävention
  • § 1 Klärung der Fragestellung und des Norm- und Realbereichs: Richterliches Prognose- und Interventionsmanagement
  • § 2 Evidenzbasierte Referenzmodelle: Analyse und Systematisierung übergreifender Ansätze für Diagnostik, Prognose und Interventionsauswahl
  • A. Die "Angewandte Kriminologie" / MIVEA von Göppinger und Bock .
  • B. Mindestanforderungen für Prognosegutachten von Boetticher et. al
  • C. Prognosecheckliste von Wulf
  • D. Wirkungssorientierte Konzepte in der Bewährungshilfe, der Führungs-aufsicht und im Straf- und Maßregelvollzug
  • I. Konzepte wirkungsorientierter Bewährungshilfe in den Bundesländern
  • II. Risikoorientierte Bewährungshilfe der BVD Zürich (Schweiz)
  • III. NOMS (National Offender Management Service) und OASYS (Offender Assessment System) in England (2006)
  • IV. Stellungnahme zu einer Eignung als übertragungsfähiges Referenzmodell
  • E. Standards im Umgang mit Hochrisikotätern: Straf- und Maßregelvollzug, Führungsaufsicht und Sicherheitsmanagement
  • F. Fazit
  • § 3 Erkenntnisse der empirischen Präventionsforschung
  • A. Rückfallforschung und Behandlungswirksamkeit
  • I. Grundlagen zu kriminologischen Theorien, Studien und Ansätzen zur Behandlung und Rückfallvermeidung bei Straffälligen
  • II. Psychiatrische Ursachen und persönlichkeitsorientierte Ansätze
  • III. Sozialisations- und entwicklungsdynamische Theorien zum Verständnis von Kriminalitätsätiologie: Hirschi / Gottfredson, Tittle, Thornberry, Sampson / Laub
  • 1. Darstellung
  • 2. Methodisch relevante Schlussfolgerungen
  • IV. Lerntheoretische Ansätze: Skinner, Sutherland, Bandura
  • 1. Darstellung
  • 2. Methodisch relevante Schlussfolgerungen
  • V. Defiance Theory (Sherman)
  • VI. Ein integrativer internationaler Ansatz: "Reintegrative Shaming" von Braithwaite
  • VII. Vertiefende Studien und Konzepte zur Straftäterbeeinflussung und deren Wirksamkeit
  • 1. Rückfallprädiktoren nach Gendreau / Little / Goggin
  • 2. Wirksamkeit von strafenden und therapeutischen Interventionen: Die grundlegende Übersichtsarbeit von Lipsey/ Cullen (2007)
  • VIII. Risk, Need, Responsivity (RNR) von Andrews / Bonta (2010)
  • 1. Darstellung
  • 2. Methodisch relevante Schlussfolgerungen
  • IX. Ressourcenidentifikation und -adressierung bei der Straftäterbehandlung: Resilienzforschung, Perspektivenorientierung und Good-Lives-Modell
  • 1. Darstellung
  • 2. Methodisch relevante Schlussfolgerungen
  • X. Erkenntnisse der allgemeinen Präventionsforschung: Sherman Report und Düsseldorfer Gutachten
  • XI. Praxisberichte von Endrass, Urbaniok und Müller-Isberner
  • XII. Übersichtsarbeiten zu Metastudien von Lösel
  • XIII. Diskussion und Stellungnahme: Implementierbarkeit bei richterlichem Prognose- und Interventionsmanagement
  • XIV. Ableitungen und Empfehlungen aus der Wirksamkeitsforschung: Die Erwägung von Standards
  • B. Prognose: Wahrscheinlichkeitsbewertungen in der Hand von Juristen
  • I. Norm- und Realbereichsklärung, Fragestellung
  • II. Evidenzherstellung: Gegenwärtige Praxis der Kriminalprognose im richterlichen Bereich und bereits gültige Prämissen der MIVEA, von Boetticher et. al., Wulf und sog. risikoorientierter Konzepte
  • 1. Intuitive Vorgehensweise
  • 2. Klinische Vorgehensweise
  • 3. Statistische Vorgehensweise
  • 4. Bewertung und vorläufige Schlussfolgerungen für eine Optimierung richterlicher Prognosemethode
  • III. Referenzmodelle für weitere Kriterien bei der Prognose
  • 1. HCR-20 von Webster / Douglas / Eaves / Hart
  • 2. Checklisten für dissoziale Persönlichkeitsstörungen: ­Psychopathy-Checklist nach Hare und ICD 10 F60.2
  • 3. Integrierte Liste von Risikofaktoren nach Nedopil
  • 4. Rasch
  • 5. Der frühe Ansatz von Dahle
  • 6. LSI-R - Level of Service Inventory Revised (Andrews und Bonta
  • Dahle, Harwardt, Schneider-Njepel)
  • 7. OASYS (Offender Assessment System) des Prison and Probation Services of England and Wales
  • 8. SAPROF (Structured Assessment of Protective Factors for Violence Risk)
  • 9. Kriterienliste nach Dittmann
  • 10. FOTRES von Urbaniok
  • 11. Structured Professional Judgement (SPJ)
  • IV. Schlussfolgerungen und Ertrag für eine Adaption für die richterliche Praxis
  • 1. Evidenzbasierung einzelner Gefährlichkeitsfaktoren, Vollständigkeit und Einzelfallbezug in Katalogen
  • 2. Anwenderqualifikation
  • 3. Systematik von Risiko- und Schutzfaktoren
  • a) Risikofaktoren
  • b) Schutzfaktoren - Impuls für ein gültiges Tatentschlussmodell
  • c) Stellungnahme und Lösung: Systematisierung in den Kategorien der "Situational Action Theory" von Wikström und der "universellen Verhaltensgleichung" von Lewin
  • d) Organisation von Schutzfaktoren in einer präskriptiven Handlungsanleitung
  • 4. Messung von Gefährlichkeit - Risikomatrix, Scores, Gewichtungen und die idealtypischen Verlaufsformen der MIVEA
  • 5. Vorschläge für Mindeststandards einer richterlichen Prognose
  • 6. Herstellung von Integration und Handlungsanleitung: Kombination von methodischen Merkmalen und Risikokriterien aus HCR-R 20, Kriterienliste von Nedopil, LSI-R, Dittmann-Liste und MIVEA
  • V. Vorschlag einer integrierten evidenzbasierten Checkliste prognostisch bedeutsamer Kriterien für Strafrichter
  • C. Diagnostik: Schuld- und risikorelevante Tatsachenaufklärung, Psychopathologie und Psychodiagnostik in der Hand von Juristen
  • I. Unzureichende Vorarbeiten in Rechtsprechung und Literatur
  • II. Realbereich und Fragestellung: Klärung der Ziele von richterlicher Diagnostik im Strafverfahren
  • III. Theoretische Grundlagen und Begriffe für Referenzmodelle: Diagnostik, Klassifikationen und Diagnose
  • IV. Referenzmodelle: Strafvollzug, SOTHA und Maßregelvollzug
  • V. Psychiatrie und Psychologie
  • 1. Bestandteile der Diagnostik
  • 2. Aufbau, äußerer Rahmen und innerer Ablauf der Exploration nach dem AMDP-System
  • 3. Glossare, Interviewleitfäden und Checklisten auf Grundlage des ICD-10
  • VI. Adaption medizinischer Diagnostik an die Rahmenbedingungen richterlichen Arbeitens - Struktur, Inhalt und Grenzen
  • 1. Unkritische Merkmale einer adaptiven Methode
  • 2. Kritische Merkmale und Stellungnahme
  • VII. Quellen für diagnostisch relevante Informationen
  • VIII. Diagnostik bei einzelnen seelischen Störungen
  • 1. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • a) Kriminologische Bedeutung der Störung und Fragestellung zur Evidenzsuche
  • b) Explorationsgespräch: Referenzmodell und Evidenz
  • c) Körperliche Untersuchungen und Testverfahren bei Substanz-missbrauch und Abhängigkeit
  • d) Stellungnahme zu einer Adaptionsfähigkeit
  • 2. Pathologisches Glücksspiel- und sonstige Verhaltenssüchte
  • 3. Depressive Episode (F32.-)
  • a) Kriminologische Bedeutung und Fragestellung zur Evidenzsuche
  • b) Explorationsgespräch: Referenzmodell und Evidenz
  • c) Stellungnahme zu einer Adaptionsfähigkeit
  • 4. Bipolare affektive Störung (F31.-)
  • 5. Dissoziale Persönlichkeitsstörung (F60.2)
  • IX. Anamneseunterstützende Beiordnung von Rechtsanwälten und gesetzlichen Betreuern
  • X. Diagnostik: Fazit, Ertrag und Empfehlungen
  • D. Interventionsmanagement: Gefahrenbeeinflussung in der Hand von Juristen
  • I. Der Normbereich der §§ 56c, 59a StGB im Allgemeinen
  • II. Der Normbereich im Besonderen: Rechtliche Anforderungen und Struktur bei unbenannten Weisungen des § 56c StGB
  • III. Der Realbereich der §§ 56c, 59a StGB
  • IV. Spezifische Anknüpfung der Intervention an den Risikofaktor
  • V. Kosten bei Interventionen
  • VI. Psychotherapie: Kognitiv-behaviorale Verhaltenstherapien als state of the art?
  • VII. Elektronische Fußfessel
  • VIII. Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen
  • 1. Fragestellung, Realbereich der Interventionsnorm, suchtmedizinische Grundannahmen
  • 2. Intervention bei fehlendem Abhängigkeitssyndrom: Beratung
  • 3. Interventionen bei bestehendem Abhängigkeitssyndrom
  • a) Stationäre Entgiftung, Übergang und Entwöhnungsbehandlung - "Die klassische Therapie"
  • b) Ambulante Entwöhnungsbehandlung
  • c) Therapeutische Lebensgemeinschaften und Selbsthilfegruppen
  • d) Substitution
  • 4. Abstinenzgebot und Abstinenzüberwachung
  • a) Abstinenzgebot: Rechtliche Anforderungen und Besonderheiten
  • b) Verbot konsumverleitender Orte, Personen und Utensilien (Szeneverbot)
  • c) Atemalkoholkontrolle und transdermale Prüfverfahren
  • d) Urinkontrollen
  • e) Abstinenzüberwachungsprogramm nach CTU-Kriterien, DIN EN ISO 17025:2005
  • f) Haaranalyse
  • 5. Interventionsportfolio bei Substanzmissbrauch und Abhängigkeit
  • IX. Pathologisches Glücksspiel
  • X. Unipolare und bipolare affektive Störungen / Depressionen
  • XI. Sonstige Behandlungen (Medikamente)
  • XII. Allgemeine Interventionen zur Stabilisierung und zur Herstellung von Bindung und Hilfe: Gesetzliche oder ehrenamtliche Betreuung, Mentoring, ehrenamtliche Bewährungshelfer
  • XIII. Ort des Prognose- und Interventionsmanagements in der Haupt-verhandlung - Erörterungen, Verständigungen und Renaissance des Schuldinterlokuts?
  • XIV. Zusammenfassung: Allgemeine Standards des Interventionsmanagements
  • § 4 Leitfaden und Checklisten für Diagnostik, Prognose und Interventionsauswahl
  • § 5 Evidenzbasierte Komplexitätsreduktion in der strafrichterlichen Praxis: Wirksame risikobezogene Urteilsbegründungen und Bewährungsbeschlüsse
  • § 6 Versorgungsstruktur Straftatenprävention
  • § 7 Katalog weiterer Qualitätsmerkmale für ein Prognose- und Interventionsmanagement
  • A. Dokumentation, Aufbau eines QM-Systems mit konkreten, praxisbezogenen Handlungsanleitungen (Nr. 3)
  • B. Akzeptanz, Motivation, Benennung von Verantwortlichkeit , ganzheitliche Qualitätskultur, visionäre Führung, Innovationsorientierung (Nr. 4)
  • C. Spezialisierung, Lernende Organisation (Nr. 5)
  • D. Kontinuierliche Verbesserung (Nr. 7)
  • E. Kooperation, Vernetzung, Informationsmanagement (Nr. 8)
  • F. Herstellung von Ressourcen (Nr. 9)
  • G. Lernende Öffentlichkeit: Vermittlung von "Resozialisierungskompetenz" (Nr. 6)
  • H. Exkurs: Kollaborative und multidisziplinäre Strafjustiz - Drug Courts in den USA
  • § 8 Fazit
  • Vierter Teil: Untersuchung des Status quo - Trägt die Praxis dem gefundenen Maßstab Rechnung?
  • § 1 Vorgehensweise
  • § 2 Feststellungen zu den Qualitätsforderungen
  • A. Prognose
  • B. Diagnostik
  • C. Interventionsmanagement
  • D. Dokumentation, Aufbau eines QM-Managements
  • E. Akzeptanz, Motivation, Benennung von Verantwortlichkeit , ganzheitliche Qualitätskultur, visionäre Führung, Innovationsorientierung
  • F. Spezialisierung, Lernende Organisation
  • G. Kontinuierliche Verbesserung
  • H. Kooperation, Vernetzung
  • I. Herstellung von Ressourcen
  • § 3 Fazit
  • Fünfter Teil: Methode und Organisation einer Qualitätsverbesserung richterlicher Straftatenprävention
  • § 1 Verantwortliche für eine "Methode richterlicher Straftatenprävention"
  • A. Reale Adressaten
  • I. Richter
  • II. Justizverwaltung (Ministerium, Oberlandesgericht und Generalstaatsanwaltschaft, Leitungen von Gerichten und Staatsanwaltschaften)
  • III. Berufsverbände: DRiB, NRV, Verdi
  • IV. Präsidien, Richter- und Staatsanwaltsrat
  • B. Fiktive Akteure
  • I. Expertenarbeitsgruppen, Leitlinienkommissionen, lokale Arbeitsgruppen und Qualitätszirkel
  • II. Justizinternes Kompetenzzentrum - Fachdienst Spezialprävention, kriminalpsychiatrischer Dienst der Justiz
  • III. Beauftragte für Interventionsmanagement auf Landgerichtsebene
  • C. Wissenschaft im Fokus von QM: Verantwortlichkeit zur verbesserten Präsentation wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • § 2 Dokumentation und Qualitätstechniken: Die praktische Umsetzung der Methodenverbesserung
  • § 3 Grundannahmen des Innovations- und Changemanagements: Motivationspsychologie, "Lernende Organisation" und Kreativitätstechniken
  • § 4 Fortbildung und Methoden der kollegialen Qualitätsförderung
  • § 5 eGovernment und Prozessbibliotheken
  • § 6 Elektronische Entscheidungsunterstützungssysteme (Expertensysteme)
  • § 7 Fazit
  • Sechster Teil: Verantwortlichkeit des Gesetzgebers - Reformbedarf auf Gesetzes- und Verordnungsebene
  • § 1 Verfassungsrechtlicher Maßstab und politischer Stimulans für eine Anpassungsgesetzgebung
  • § 2 StGB
  • A. Ergänzung des § 56 Abs. 1 StGB
  • B. Ergänzung des § 56c StGB (Generalklausel und Enumerativkatalog)
  • C. Erweiterung des Kataloges des § 59a StGB
  • D. Verbesserung allgemeiner Begriffsbestimmungen: Die "rechts-folgenbedeutsamen Umstände" als zentrale Aufgabenstellung der Straftatenprävention
  • § 3 StPO
  • A. §§ 136 Abs. 2, 243, 244, 257b StPO: Mindeststandards der Rechtsfolgenverhandlung und Diagnostik
  • B. Abgekürzte Urteile nach § 267 Abs. 4 Satz 3 StPO: Ermessensbeschränkung bei rechtsfolgenbedeutsamen Umständen bei Bewährungsentscheidungen und Freiheitsentziehungen
  • § 4 RiStBV
  • § 5 Gesetzesevaluation, Statistiken
  • Siebter Teil: Zusammenfassung und Ausblick
  • A. Zusammenfassung der Erkenntnisse in Thesen
  • B. Ausblick
  • Anhang
  • Literaturverzeichnis
  • Sachregister

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