ENGELSMÖRDER

Dämonen besiegen, damit Engel fliegen
 
 
neobooks Self-Publishing
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 29. Februar 2020
  • |
  • 267 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7502-2365-3 (ISBN)
 
Rätselhafte Morde in Freiberg/Sachsen, Berlin, Freiburg/Breisgau, Frankfurt und auf Mallorca, halten die Kommissare Voigt, Holz, Geigele, Äppler und Lopez in Atem. Ein Serienmörder tötet seine Opfer immer nach demselben Ritual. Sie werden kaltblütig erstochen und verschiedene Engel aus dem Erzgebirge auf ihre blutigen Hälse gelegt. Ihre Arme sind wie bei fliegenden Engeln ausgebreitet, und in ihren Mündern stecken gerollte Zettel mit Nachrichten. Wer ist der Mörder, und was ist das Motiv für diese rätselhaften Taten? Über nationale und internationale Grenzen hinweg versucht das Team der Kommissare gemeinsam den Täter zu überführen.
  • Deutsch
  • 0,71 MB
978-3-7502-2365-3 (9783750223653)
Kerstin von Schuckmann, geboren in Köln, verheiratet, lebt seit 1993 in Frankfurt am Main. Sie arbeitete im Marketing diverser Banken. Davor absolvierte sie eine Lehre und studierte BWL. Mit den Handlungsorten Freiberg in Sachsen, Berlin und Dresden, verbindet sie Familiengeschichte und Erzählungen ihrer Großeltern. In Freiburg im Breisgau und Umgebung verbrachte sie nach diversen anderen Stationen den größten Teil ihrer Jugend. Frankfurt und Mallorca sind ihre aktuellen Lebensmittelpunkte.

MITTWOCH, 8. OKTOBER


Ständige Fragen und fehlende Antworten verkürzten den Schlaf von Hauptkommissar Voigt in dieser Nacht erneut um einige Stunden. Selbst wenn dieser Mann, wie Elisabeth Winkler sagte, hessisch sprechen sollte, so wäre dieses noch lange keine Garantie dafür, dass er sich in einem Zug nach Hessen befinden könnte. Auch dieses Bundesland erweist sich bei einer Suche größer als gedacht. Voigt hoffte nun auf eventuelle Hinweise seiner geschätzten Kollegen in dieser bisher recht aussichtslosen Suche nach Erfolg. Um seine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, beschloss er sich mittags auf dem Präsidium zunächst mit einem anderen, älteren Fall zu beschäftigen. Vertieft in die ersten Seiten, klingelte plötzlich sein Telefon. Am Apparat war Elisabeth Winkler.

"Ich habe vor lauter Aufregung vergessen, Ihnen zu erzählen, dass Ingrid mit einer Lebensgefährtin, also einer Frau, zusammenlebte. Sie heißt Xenia Uhlig. Keiner wusste es lange Zeit, da diese oft unterwegs, und nur selten zu Hause war. Vielleicht war der Mord ein Mord aus Eifersucht, da sie dachte, dass sie ein Verhältnis haben könnte?"

"Danke für den vielleicht sehr wichtigen Hinweis", antwortete Voigt. Er bedankte sich bei Elisabeth und teilte ihr mit, sich wegen eventuell zusätzlicher Fragen noch einmal zu melden. Die Lebensgefährtin von Ingrid Engel musste unbedingt als nächstes verhört werden. Vielleicht kannte sie den Tatverdächtigen. Xenia Uhlig war nicht zu Hause. Eine Nachbarin wies den vor dem Haus stehenden Kommissar auf seine Nachfrage in tiefstem Sächsisch darauf hin, dass sie für ein paar Tage in einem europäischen Kloster wäre. Angeblich ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt. Sie würde in dieser Jahreszeit jedes Jahr kurze Zeit in einem Kloster untertauchen und keiner wüsste in welchem. Das Ganze nenne sich "Besinnungstage". Allerdings dürfte sie in den nächsten beiden Tagen wieder da sein. Voigt musste warten, da er wusste, dass eine Europaweite Suche nach ihr dieselbe Zeit in Anspruch nehmen würde wie ihre geplante Rückkehr nach Freiberg. Er fühlte, auch basierend auf seiner langjährigen Erfahrung, dass der Mord anhand der bisher vorliegenden Indizien, durch den Verdächtigen vollzogen worden sein dürfte

-Berlin- Zwei Tage nach Entkommen des Freiberger Mörders, wurde eine Frauenleiche am Lietzensee im Bezirk Berlin Charlottenburg Wilmersdorf gefunden. Der See, der die Form einer Sichel hat, ist umgeben von dichten Baumanpflanzungen und von sehr wenigen Häusern. Die umliegenden Parkanlagen des Lietzenseeparks sind weitere mehrere Hektar groß. Die Tote lag versteckt zwischen großen Büschen. Rentner Heinz Bulle, sechsundachtzig Jahre, ein alter Charlottenburger, oder "Lietzenseer" wie er sich selbst nannte, lief wie jeden frühen Morgen, der Gesundheit wegen, langsam mit seinem Stock den gut aufbereiteten Spazierweg am See entlang. Er wollte, wie immer, an dem leicht zugänglichen Stück zum Wasser hin die Enten füttern. Allerdings quälte ihn seine Prostata auf dem kurzen Stück zum Wasser hinunter so sehr, dass er bereits kurz davor in die Büsche gehen musste. Beim Hinstellen spürte er plötzlich, dass sein rechter Fuß auf einer Art weicher Wurzel stand. Als er genauer hinsah, traute er seinen Augen nicht. Zunächst vermutete er, dass es an seiner Sehschwäche und der noch vorhandenen Dämmerung liegen könnte. Aber beim zweiten Hinsehen schrie er einen so lauten Ton aus, von dem selbst er, als ehemaliger und stimmlich nicht mehr so voluminöser Opernsänger, überrascht war. Er trat zurück und sah eine tote Frau, mit seitlich ausgestreckten Armen. Der Körper war Richtung Wasser platziert. Ihr wunderhübsches Gesicht schien eine Zigarette im Mund zu haben und auf dem eindeutig blutenden Hals lag seines Erachtens ein Stück Holz. Da er noch nicht lange unterwegs war, ging er, so schnell wie überhaupt möglich, nach Hause, um die Polizei anzurufen. "Hallo, Hallo, ist dort die Polizei? Ich habe eine Tote am Lietzensee gefunden. Ich bin aus Versehen noch auf ihren Arm getreten. Bitte kommen sie schnell."

Eine beruhigende, tiefe Stimme eines Beamten, klang in sein rechtes Ohr hinein.

"Sagen Sie uns bitte erst einmal Ihren Namen und wo Sie wohnen, und dann gehen wir gemeinsam dort hin." Heinz Bulle antwortete hektisch und laut.

"Witzlebenstrasse, aber kommen Sie am besten ans Bootshaus. Sie erkennen mich an meinem silberfarbenen Gehstock. Außerdem sind zurzeit ja noch nicht viele Leute unterwegs."

Wenige Minuten später trafen Hauptkommissar Holz, die Polizei und die Spurensicherung am Bootshaus ein.

"Guten Tag Herr Bulle. Wir bedauern, dass Sie diese schreckliche Entdeckung machen mussten. So etwas sieht keiner gerne. Glauben Sie uns, wir haben damit trotz unserer langjährigen Erfahrung auch immer noch Probleme. Lassen Sie uns gemeinsam langsam zur Tatstelle gehen." Schweigend gingen sie zu der Böschung, in der das Opfer lag.

"Vielen Dank Herr Bulle. Wir müssen jetzt den Tatort leider großräumig abriegeln damit uns keine wichtigen Spuren verloren gehen. Bleiben Sie bitte zu Hause ganztägig erreichbar da Sie kein Handy haben. Geben Sie uns bitte auch noch Ihre Hausnummer in der Witzlebenstrasse und Ihre Telefonnummer. Wir melden uns dann heute noch bei Ihnen. Legen Sie sich erst einmal auf Ihr Sofa und ruhen Sie sich nach diesem Schock etwas aus."

Heinz Bulle trat den Rückweg an und war verwundert, dass ihm so etwas in seinem hohen Alter an diesem schönen See noch passieren musste. Die Spurensicherung hatte den Fall bereits an die Mordkommission übergeben und begann mit ihrer Arbeit. Minuten später stand Hauptkommissar Johann Holz an der Fundstelle. "Guten Tag allerseits. Ich weiß, Sie hatten noch keine Zeit ausführlich Spuren zu finden, aber ich möchte mir, ohne groß Ihre Arbeit zu behindern, nur einen kurzen Eindruck verschaffen." Holz sah eine wunderschöne blonde Frau, deren Liegeposition an einen Engel erinnerte. Und, sie hatte einen Erzgebirgs-Holzengel als Bäcker mit einem Cup Cake in der Hand auf ihrem blutigen Hals liegen. Der Hals wies Stichwunden auf, und in ihrem Mund steckte ein zusammengerollter Zettel. Ich habe es geahnt, dachte sich Kommissar Holz. Ähnlich wie in Freiberg in Sachsen. Soweit er es beurteilen konnte, handelte es sich auch hier nicht um ein Sexualdelikt.

"Lassen Sie uns jetzt bitte arbeiten" sagte ein Kollege mit unfreundlicher Stimme zu ihm. Wir werden Sie später auf dem Polizeipräsidium mit den Details versorgen."

"Okay" sagte Holz und verließ den Fundort. Er ging den leichten Anstieg vom Seeufer hoch und bog danach rechts auf den Weg ab. So wie die Leiche aussah, war der Mord erst ein paar Stunden her, dachte er sich. Ein gutes, bekanntes und direkt am Wasser liegendes Restaurant, lag auf seinem Rückweg. Holz hoffte innerlich, dass es dort vielleicht einen Zeugen geben könnte, der die Tat beobachtet hatte.

"Guten Morgen die Damen, Mordkommission Berlin, Holz mein Name. Es gab in der vergangenen Nacht einen Mord, nicht weit weg von hier. Von Ihrer Terrasse aus gesehen mit frontalem Blick auf das Wasser circa vierhundert Meter nach rechts entfernt. Können Sie sich eventuell an einen weiblichen Gast mit kurzen blonden Haaren, circa Vierzig

Jahre alt, gekleidet in einem pinkfarbenen Mantel erinnern?"

"Sie sind lustig" sagte eine der beiden Angestellten.

"Blonde kurze Haare, nicht gerade selten, und bei den vielen Gästen, die hier täglich ein und ausgehen, gucken wir bestimmt nicht auf jeden Mantel oder jede Jacke, die jemand anhat. Es gibt hier in der Ecke so viele kreative und individuelle Leute, dass selbst ein pinkfarbener Mantel nicht auffällt."

"Danke für das freundliche Feedback" sagte Holz. "Ich komme eventuell noch einmal in Ihr Restaurant, wenn es voller ist. Vielleicht habe ich ja dann mehr Glück. Schönen Tag noch."

Holz fuhr weiter zum Präsidium in der Hoffnung so schnell wie möglich weitere mit dem Mord in Verbindung stehende Informationen erhalten zu können. Da dieses aber noch etwas Zeit in Anspruch nehmen würde, nutzte er sie vor Ort, um in das Datenanalysesystem der Morddelikte zu schauen. Laut diesem System hatte auch die in Freiberg vor einigen Tagen ermordete Person einen Engel am Hals und einen Zettel im Mund.

"Guten Tag sehr geehrter Kollege Voigt. Ich bin Hauptkommissar Holz von der Mordkommission Berlin. Heute Morgen wurde bei uns in Berlin eine Leiche am schönen Lietzensee in Charlottenburg gefunden. Ich erinnerte mich sofort daran, dass Sie diese Woche einen ähnlichen Mordfall in Freiberg hatten. Daraufhin habe ich, um einen ersten Anhaltspunkt zu bekommen, in das System der Tötungsdelikte reingeschaut, um festzustellen, ob eine gewisse Ähnlichkeit vorliegen könnte. Leider ist das Ganze noch zu frisch, aber tendenziell könnte es passen. Ich werde Ihnen schnellstmöglich die ermittelten Erkenntnisse weitergeben. Auf gute Zusammenarbeit!"

Voigt war erfreut endlich einmal Kontakt zu einer etwas entfernter liegenden Mordkommission zu bekommen. Er arbeitete normal fast ausschließlich mit den Kollegen in Dresden zusammen. "Sehr gerne Herr Holz. Vielen Dank! Vielleicht kann der Mörder durch unsere gemeinsame Zusammenarbeit schneller gefunden werden. Ich wünsche Ihnen bis zu unserem nächsten Kontakt erst einmal einen erfolgreichen Tag."

Holz schaute aus dem Fenster und sah aus der Ferne, dass die Kollegen vom Lietzensee zurückkamen. Auch sie sahen ihn bereits am Fenster und wussten genau, dass er sie, pedantisch wie er war, gleich anrufen würde. Der Leiter der Spurensicherung bevorzugte es daher lieber direkt in seinem Büro vorbeizukommen.

"Da sind wir wieder...

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