Pflegekammern in Deutschland

Entwicklung - Orientierung - Umsetzung - Perspektiven
 
 
Hogrefe (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 12. Juni 2017
  • |
  • 112 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-456-95738-8 (ISBN)
 
Pflegekammern begründen, entwickeln, umsetzen und gestalten - das Fachbuch zum Thema. Das Fachbuch bietet eine erste zusammenfassende Darstellung des Themas "Pflegekammer", welche das Für und Wider aufzeigt und den Leser über Aufgaben, Hintergründe und Diskussionen orientiert. Die Autoren liefern nachprüfbare Informationen in einem zusammenhängenden Format zum Thema "Pflegekammern" für Pflegende u.?a. im Gesundheitswesen tätige Berufsgruppen beschreiben die Errichtung der Pflegekammer in Rheinland-Pfalz als bisher einzige bereits arbeitende Pflegekammer in Deutschland fassen tabellarisch zusammen, in welchen Bundesländern eine Errichtung von Pflegekammern kurz bevorsteht oder bislang behindert wurde benennen die im Aufbau befindlichen Elemente einer Berufsordnung und eines Ethik-Codex erläutern mithilfe von Experteninterviews und der Einleitung von Ruth Schröck, welche Erfahrungen es durch bereits errichtete Pflegekammern gibt und was die -Aufgaben der Pflegekammervertreter und Funktionen der Pflegekammer allgemein sind fassen die aktuellen Entwicklungen in einem Abschlusskapitel zusammen. Aus dem Inhalt Das Kammerprinzip, bewährt seit dem Mittelalter Pflegekammern in Europa und Übersee, eine Bestandsaufnahme Entwicklungen zum Thema Pflegekammer in Deutschland Interviews und Befragungen Zusammenfassung
1. Auflage 2017
  • Deutsch
  • Bern
  • |
  • Deutschland
  • Zielgruppen: Pflegefachpersonen, Pflegemanager, Pflegepolitisierende, Pflegelobbyisten
  • 7
  • |
  • 7 Tabellen
  • 1,24 MB
978-3-456-95738-8 (9783456957388)
10.1024/85738-000
weitere Ausgaben werden ermittelt
1 - Inhaltsverzeichnis, Geleitwort, Danksagung [Seite 7]
2 - Einleitung [Seite 13]
3 - 1 Das Kammerprinzip, bewährt seit dem Mittelalter [Seite 23]
3.1 - 1.1 Handwerkskammern haben Gilden und Zu?nfte abgelöst [Seite 27]
3.2 - 1.2 Die Ärztekammer, eine feste Institution [Seite 28]
4 - 2 Pflegekammern in Europaund Übersee, eine Bestandsaufnahme [Seite 33]
4.1 - 2.1 Pflegekammer in Frankreich, Ergebnis einer Gesundheitsreform [Seite 33]
4.2 - 2.2 Pflegekammer statt Gewerkschaft in Kanada [Seite 36]
4.3 - 2.3 Pflegekammer Polen, Zeiten des Umbruchs [Seite 38]
4.4 - 2.4 Pflegekammer in Ungarn, nicht nur fu?r die Pflege [Seite 41]
4.5 - 2.5 Pflegekammer Großbritannien, Dank fu?r die Helfer [Seite 43]
4.6 - 2.6 Pflegekammer in Indien, Resultat der Unabhängigkeitsbewegung [Seite 46]
4.7 - 2.7 Ein Vergleich der Pflegekammern im Ausland [Seite 50]
5 - 3 Entwicklungen zum Thema Pflegekammer in Deutschland [Seite 53]
5.1 - 3.1 Historische Entwicklung in Deutschland [Seite 53]
5.2 - 3.2 Gegenstimmen und Kritik an einer Pflegekammer in Deutschland [Seite 56]
5.3 - 3.3 Erste Pflegekammer in Rheinland-Pfalz [Seite 60]
5.4 - 3.4 Weitere Aktivitäten und Entwicklungen [Seite 63]
5.5 - 3.5 Befragungen von Experten [Seite 69]
6 - 4 Interviews und Befragungen [Seite 73]
6.1 - 4.1 Untersuchungsdesigns [Seite 76]
6.2 - 4.2 Interviews mit Pflegefachkräften im Krankenhaus [Seite 77]
6.3 - 4.3 Befragungen von Gutachtern des MDK [Seite 81]
6.4 - 4.4 Befragungen von Fu?hrungsmitarbeitern eines Pflegedienstes [Seite 84]
6.5 - 4.5 Befragungen von Patienten und Angehörigen [Seite 86]
6.6 - 4.6 Auswertung aller Befragungen [Seite 92]
7 - 5 Zusammenfassung [Seite 97]
8 - Literaturverzeichnis [Seite 101]
9 - Linkverzeichnis [Seite 103]
10 - Autorenv-, Abku?rzungs- und Sachwortverzeichnis [Seite 105]
1 Das Kammerprinzip, bewährt seit dem Mittelalter (S. 21-22)

Bevor das Prinzip einer Kammer mit Aufbau, Organisation und Aufgaben sowie Zuständigkeiten erläutert wird, gilt es, die durchaus unterschiedlichen Bedeutungen des Begriffs einer Kammer darzustellen sowie die geschichtliche Entwicklung aufzuzeigen.

Der Begriff Kammer wurde im Laufe der Zeit in verschiedenen Bereichen der Verwaltung unterschiedlich definiert. Historisch betrachtet ist eine Kammer eine Behörde zur Verwaltung der Domänen und sonstigen Einnahmequellen eines Fürsten (Die Zeit - Das Lexikon, 2005, Band 07, S. 405). Im Staatsrecht ist die Kammer eine Volksvertretung, die sich beispielsweise beim Zweikammersystem in eine Erste Kammer (z. B. Oberhaus, Senat oder Herrenhaus) und eine Zweite Kammer (z. B. Unterhaus oder Abgeordnetenhaus) aufteilt (Die Zeit - Das Lexikon, 2005, Band 07, S. 406). In der öffentlichen Verwaltung bildet die Kammer eine Körperschaft des öffentlichen Rechts zur Selbstverwaltung gemeinsamer Angelegenheiten von Angehörigen bestimmter Berufszweige, wie zum Beispiel Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie Landwirtschaftskammer (Die Zeit - Das Lexikon, 2005, Band 07, S. 406).

Der Ursprung der heutigen Kammer liegt in den sogenannten Gilden, die sich im 10. Jahrhundert in Deutschland in unterschiedlichen Bereichen bildeten. Zu Beginn waren es kultisch-religiöse Vereinigungen, zu denen dann der Rechtsschutz der Mitglieder kam. Überwiegend religiös bestimmte Gilden münden in der religiösen Bruderschaft (Fuchs/Raab, 1977, S. 310). Händler und Kaufleute schlossen sich zu Gilden zusammen, um sich gegenseitig zu schützen und zu unterstützen. Mit der Förderung und dem Schutz des Handels befassten sich andere Gilden. Der Zugang zur Gilde wurde bis zum Ende des 11. Jahrhunderts durch Bräuche und Vorbedingungen geregelt (Fuchs/Raab, 1977, S. 310). Mitglieder der Gilde konnten auf den Schutz der Gemeinschaft bauen und waren bei Unglücksfällen abgesichert. Im weiteren Verlauf bildeten sich Handelsmetropolen, die auch über einen nicht unerheblichen politischen Einfluss verfügten. Als große und bedeutende überregionale Gilde ist in Deutschland die Hanse bekannt geworden, die sich zu einem Städtebund weiterentwickelte.

Während die Gilden im Bereich des Handels und der Religion von Bedeutung waren, bildeten sich im Bereich des Handwerks die sogenannten Zünfte. Zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert schlossen sich Handwerker nach Berufsarten zusammen. Dies geschah teils auf Anordnung des Stadtherrn, der sich dadurch bestimmter marktpolizeilicher Aufgaben entledigen konnte, teils aus eigenem Antrieb, um eine wirksame Interessensvertretung aufzubauen (Alisch/Arentzen/Winter, 2004, S. 3459). Diese marktpolizeilichen Aufgaben waren beispielsweise die Kontrolle von Maßen und Gewichten sowie die Einhaltung von Qualitätsstandards. Neben Aufgaben im sozialen und kirchlichen Bereich lag der Schwerpunkt doch im politischen und wirtschaftlichen Bereich. Die Zünfte beeinflussten die Stadtverwaltung, legten Verkaufspreise, Produktionsmengen und Produktionsbedingungen fest und regelten die Berufsausbildung sowie die technische Weiterentwicklung (Alisch/Arentzen/Winter, 2004, S. 3459). Die Organisation schützte und förderte die einzelnen Mitglieder - es bestand eine Zwangsmitgliedschaft. Dadurch wurde die Zahl der Handwerker beschränkt, aber auch ein gewisses Produktions- und Absatzmonopol garantiert, auch bekannt unter dem Begriff der Bannmeile (Alisch/ Arentzen/Winter, 2004, S. 3459). Durch Veränderungen in der Gesellschaft verloren die Zünfte an politischen und wirtschaftlichen Einflüssen. Die Aufgaben beschränkten sich Mitte des 17. Jahrhunderts auf interne Reglementierung und Organisation. Interessensgegensätze zwischen Staat und Zünften führten nach und nach zur Gewerbefreiheit und dadurch zum Ende der Zünfte (Alisch/Arentzen/Winter, 2004, S. 3459).

Neben den verschiedenen Definitionen und Beschreibungen, die versuchen die Komplexität und Vielfältigkeit pflegerischen Handelns zu beschreiben, besteht ein besonderes Merkmal, welches die Pflege in die Nähe des Handwerks, der Dienstleistung, stellt. Dienstleistung im Sinne von Arbeit am und für den Menschen. Als Vorbild für die Errichtung einer Pflegekammer könnten also die Prinzipien und Aufgaben der Handwerkskammer dienen. Die Handwerkskammer als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist durch staatliche Gesetzgebung errichtet (Alisch/Arentzen/Winter, 2004, S. 1357). Sie ist regional organisiert. Ihr zugehörig sind selbstständige Handwerker, Inhaber handwerksähnlicher Gewerbe sowie die Handwerksgesellen und Handwerkslehrlinge (Alisch/Arentzen/Winter, 2004, S. 1357)
BISAC Classifikation

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