Unternehmen Thunderstorm, Gesamtausgabe

 
 
EDITION digital (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 13. August 2020
  • |
  • 1372 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96521-062-2 (ISBN)
 
Dies ist ein Tatsachenbuch über den Warschauer Aufstand, erstmals 1954 beim Verlag Das Neue Berlin erschienen. Es schildert Dinge, wie sie waren; es verschweigt nichts. Wolfgang Schreyer schrieb nach gründlichem Materialstudium diesen packenden Bericht eines von den Engländern geplanten militärischen Großunternehmens, über das jahrelang fast nichts bekannt geworden ist. Wir erleben das Schicksal einer deutschen Flakbatterie, verfolgen den Weg einer kleinen Gruppe britisch-amerikanischer Fallschirmspringer und das Ringen polnischer Untergrundkämpfer. Der Autor enthüllt die Methoden internationaler Spionagedienste, zeigt Generale, Konzerndirektoren und Diplomaten bei der Arbeit, schildert Verhandlungen in Moskau ebenso wie Operationen der Roten Armee. Durch das ganze Buch weht der heiße Atem einer pausenlosen dramatischen Handlung. In der prallen Fülle ihrer Gestalten und Schicksale ersteht noch einmal eine Welt des Aufstiegs und des Untergangs.
1. Auflage
  • Deutsch
  • 8,26 MB
978-3-96521-062-2 (9783965210622)
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Der kurz vor seinem 90. Geburtstag am 20. November 2017 in Ahrenshoop in Mecklenburg-Vorpommern gestorbene Schriftsteller Wolfgang Schreyer gehörte zu den produktivsten und erfolgreichsten und nicht zuletzt meistgelesenen Autoren der DDR. Während mehr als sechs Jahrzehnten schriftstellerischer Arbeit veröffentlichte Schreyer mehr als 40 Bücher in einer Gesamtauflage von rund sechs Millionen Exemplaren. Eine Reihe seiner Bücher wurden von der DEFA oder vom DDR-Fernsehfunk verfilmt, darunter "Der Traum des Hauptmann Loy" (1961) und "Das grüne Ungeheuer" (1962) sowie "Preludio 11" (1963), Alaskafüchse (1964) und "Der Adjutant" (1972). Kennzeichen seiner Bücher waren ein oft abenteuerliches und spannendes Schreiben ebenso wie sehr gut recherchierte und an Tatsachen orientierte Texte. Auch wenn sein literarisches Werk in weiten Teilen der Unterhaltungsliteratur zuzuordnen ist und oft an für DDR-Zeiten exotischen Schauplätzen wie in Lateinamerika, der Karibik und den USA spielt, wo auch der DDR-Bürger Wolfgang Schreyer vor der Wende kaum hinkam, trägt es fast immer gesellschaftskritische Züge - die Kritik am eigenen Land nicht ausgeschlossen. Nicht zuletzt wegen seiner Freundschaft mit Stefan Heym stand Schreyer seit 1958 mehrfach für längere Zeit unter Beobachtung der DDR-Staatssicherheit. Aufschlussreiche Auskünfte über sein Leben und Schreiben hatte der am 20. November 1927 in Magdeburg geborene und seit 1972 in Ahrenshoop lebende Schriftsteller in Titeln wie "Ahrenshooper Begegnungen" (2008) und "Zu guter Letzt" (2016) sowie vor allen in seiner im Jahre 2000 vorgelegten Autobiografie "Der zweite Mann" gegeben. Aus der Biografie: 1927 20. November geboren in Magdeburg; Besuch der Oberschule Einsatz als Flakhelfer Soldat der Wehrmacht Gefangennahme und amerikanische Kriegsgefangenschaft 1946 Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft 1947/49 Ausbildung zum Drogisten 1950/52 Geschäftsführer eines Werks der Pharmazeutischen Industrie in Tangerhütte 1952 Erscheinen seines ersten Romans "Großgarage Südwest", seitdem war Wolfgang Schreyer freier Schriftsteller 1952 Mitglied des Schriftstellerverbandes der DDR 1956 Auszeichnung mit dem Heinrich-Mann-Preis der Akademie der Künste der DDR (für sein Kriegsbuch "Unternehmen Thunderstorm") 1972 Offizieller Umzug von Magdeburg nach Ahrenshoop 1974 Mitglied des PEN-Zentrums der DDR 1990 Mitglied des Verbandes deutscher Schriftsteller 2017 14. November gestorben in Ahrenshoop
Erstes Buch Kurs auf Warschau 1. Tausend Gallonen Benzin 2. Der Abschuss 3. "The moon was yellow..." 4. Hartmann tritt ein Erbe an 5. Fallschirm-Agenten 6. Um die Trümmer der "Fortress II" Zweites Buch Stadt im Zwielicht 1. Nacht über der Weichsel 2. Wer ist Dr. Müsch? 3. Südlich des Danziger Bahnhofs 4. Salon Fryzjerski Kazimierz Wohl 5. Oberst Broinitzki 6. Die Wisla-Aktien 7. Sie lagen vor Warka... 8. Varieté-Café "Dancing" Drittes Buch Der Blitz schlägt ein 1. General Bor-Komorowski 2. Im Palais Brühl 3. Die Nacht von Rembertów 4. "Nehmen Sie diese Worte zurück!" 5. Plauderei am Kamin 6. Captain Roberts' Plan 7. Sonja 8. Palastintrigen 9. Soldatenliebe 10. "Es lebe Polen!" 11. Politiker und Generale 12. Überfall Viertes Buch: Der Kampf 1. Notruf aus dem Brühl-Palais 2. Stoßtrupp 3. Eine Stadt wird gevierteilt 4. Mörder 5. Fahnenflucht? 6. Hoffnungen? 7. Träume 8. Wirklichkeit 9. Politiker und Generale 10. Das Hochhaus 11. Ende August Fünftes Buch: Der Untergang 1. Irena! 2. Die Russen kommen 3. Hotel Bristol 4. Begegnung 5. Im Kessel 6. Ein Ring schließt sich 7. Schuch-Allee Nr. 25 8. Kapitulation 9. Zehn Milligramm Strychnin 10. Das Geschütz 11. Politiker und Generale 12. Die Flucht Ein Magdeburger an der Ostsee. Wolfgang Schreyer und seine Bücher
Ein gelber Mond hing über der Stadt. Hartmann schleppte sich langsam vorwärts, den rechten Arm um Irenas Hals geschlungen. Der andere hing kraftlos herab. Ihm war, als habe die Kugel seine Lunge gestreift und ihm das linke Schulterblatt zerschmettert. Im Munde spürte er noch immer den faden, widerwärtigen Geschmack geronnenen Blutes. Etwa hundert Schritte vor ihnen zischten weiße Leuchtkugeln in die Höhe. Sie näherten sich der Kampfzone am deutschen Brückenkopf. Hundert Schritte noch... Aber jeder einzelne davon bedeutete rasenden, bohrenden Schmerz. "Stój! Stój!", rief es von der anderen Straßenseite her. Eine Patrouille der Aufständischen hielt sie an. Irena stieß hastige Erklärungen heraus. Hartmann verstand nichts davon; sie sprach Polnisch. Sie durften weitergehen. Er empfand kaum Erleichterung. Sie tappten über dunkle Höfe. Ihm begann alles gleichgültig zu werden. Er fieberte. Seine Zähne schlugen gegeneinander. Fingen ihn die Partisanen, dann stellten sie ihn an die Wand, und alles wäre zu Ende - auch der Schmerz. Schlug er sich durch zu den eigenen Leuten, dann würde man ihn operieren, gesund pflegen und schließlich durfte er wieder die Knochen hinhalten für Führer, Volk und Vaterland. Was war schon der Unterschied? Der Krieg dauerte noch lange, und einmal erwischte es ihn doch. Er stöhnte unterdrückt. Er wünschte jetzt nur, sich irgendwo still hinzulegen und mit der gesunden Hand in Irenas Haar zu spielen, so lange, bis der Tod ihn küsste. Doch das Mädchen zog ihn weiter, ja, es trug ihn halb. Woher nahm sie die Kraft dazu? Plötzlich überfiel ihn eine namenlose Angst: Was geschah mit ihr, wenn sie ihn fassten? Erzählte sie nicht selbst vorhin, dass der polnische General Bor, der den Aufstand leitete, alle Männer und Frauen Warschaus vom sechzehnten bis zum sechzigsten Lebensjahr mobilisiert hatte? Dass alle Polen Wehr- und Hilfsdienst leisten mussten - also auch Irena? Beging sie nicht - vom Standpunkt der Rebellen aus - Verrat an ihrer Nation? Würde man folglich nicht auch sie erschießen? "Irena", flüsterte er, "du musst umkehren! Jetzt schaffe ich's allein!" "Ach..." Sein Gesicht glühte. Er presste es an ihre Brust. Fieberschauer schüttelten ihn. So nahmen sie Abschied. Hinter der nächsten Ecke knatterte eine Maschinenpistole. "Komm wieder", bettelte sie, "dass du nur gesund wirst... Denkst du dann an mich? Du musst wiederkommen, versprichst du mir das?" Er hatte viele Mädchen gekannt, aber keine hatte je soviel für ihn gewagt wie sie. "Ich werde dich niemals verlassen!", schwor er. "Ist der Krieg erst aus, Irena, kommst du mit nach Deutschland und wirst meine Frau. Hab keine Angst, alles wird gut..." Er glaubte fest an das, was er da sagte. Sie küsste ihn - genauso zärtlich und scheu wie das erste Mal. "Komm nur gut hin und werd gesund", flüsterte sie. "Ich werde immer an dich denken..." Die Maschinenpistole knatterte von neuem. "Du musst nun gehen", entschied er. Gehorsam machte sie sich los. Ihr Umriss verschwamm in der Finsternis. "Irena!", rief er halblaut hinterdrein. Sie huschte zurück. "Sieh dich vor", mahnte er, "versteck dich im Keller! Sag diesem Malewski, er soll den Keller herrichten, dass ihr darin wohnt... Ihr müsst ihn abstützen, die Decke verstärken, verstehst du? Vielleicht wird die Stadt beschossen! Geh niemals hinaus, Irena, bis alles vorbei ist!"

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