Vorlesung über Die gesamte Philosophie oder die Lehre vom Wesen der Welt und dem menschlichen Geiste

Band 4: Metaphysik der Sitten
 
 
Meiner, F (Verlag)
  • erschienen am 6. Oktober 2017
  • |
  • 285 Seiten
 
E-Book | PDF mit Adobe DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7873-3336-3 (ISBN)
 
Die Vorlesungsmanuskripte Schopenhauers sind ein wichtiger, aber wenig beachteter Teil seines Gesamtwerkes. Die im Sommersemester 1820 an der Universität Berlin gehaltene Vorlesung über "Die gesamte Philosophie oder die Lehre vom Wesen der Welt und dem menschlichen Geiste" bietet nicht weniger als eine von Schopenhauer ergänzte und didaktisch aufbereitete Variante der Welt als Wille und Vorstellung, die nicht nur einen guten Einstieg in sein Gesamtwerk ermöglicht, sondern auch durch Hinweise auf andere Werke und Manuskripte sowie durch Ergänzungen und Anmerkungen einen vertiefenden Blick auf seine Philosophie ermöglicht. Die Studienausgabe legt nach mehr als hundert Jahren erstmals eine eigenständige Edition vor, die auf den letzten Überarbeitungsstand Schopenhauers bezogen einen vollständigen und lesefreundlichen Text bietet. Die Neuausgabe beginnt mit dem vierten Teil "Metaphysik der Sitten". Es folgen die "Metaphysik des Schönen", die "Metaphysik der Natur" und schließlich die "Theorie des Vorstellens, Denkens und Erkennens". Der letztgenannte, erste Band der Ausgabe wird ergänzt durch die "Probevorlesung: Über die vier verschiedenen Arten der Ursachen" (1820) - bei der es zu dem berühmten kurzen Disput mit Hegel kam -, die "Declamatio in laudem philosophiae" (1820) und den Beginn der "Dianoiologie" (1821). Damit werden lange vergriffene, aber wichtige Werkstücke der Philosophie Schopenhauers sukzessive wieder zugänglich gemacht.

Bei der "Metaphysik der Sitten" handelt es sich um den abschließenden vierten Teil der Vorlesung über "Die gesamte Philosophie". Wie der Titel "Metaphysik der Sitten" anzeigt, ist dieser Abschnitt mehr als eine Ethik im geläufigen Sinn des Wortes. Es soll die "Tatsache des moralischen Bewusstseins" erklärt werden, dass wir, obwohl wir egoistisch veranlagt sind, ein schlechtes Gefühl haben, wenn wir auf Kosten anderer Vorteile erlangen. Schopenhauer lehnt es ab, eine normative Ethik zu formulieren.
Unveränderte eBook-Ausgabe der 1. Aufl. von 2017.
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978-3-7873-3336-3 (9783787333363)
3787333363 (3787333363)
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Arthur Schopenhauer wird 1788 in Danzig als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren. Nach der Übersiedelung der Familie nach Hamburg wird der junge Arthur vor die Wahl gestellt, eine zweijährige Vergnügungsreise zu machen und dann Kaufmann zu werden oder ohne Reise studieren zu dürfen. Er entscheidet sich für die Reise, holt aber nach dem Tod des Vaters das Abitur nach und beginnt zunächst Medizin, dann aber Philosophie in Göttingen zu studieren.Zu den ersten Lesern seiner Dissertation Über die Vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde gehört 1813 Goethe. Sechs Jahre später erscheint Die Welt als Wille und Vorstellung, in dem Schopenhauer eine an Berkeley angelehnte Physiologie der Wahrnehmung formuliert. Demnach existiere die Erscheinungswelt nur insoweit, als sie wahrgenommen werde und im menschlichen Bewußtsein sei, also als Vorstellung. Dem Werk bleibt größere Aufmerksamkeit versagt. Eine kurze Phase philosophischer Lehrtätigkeit schließt sich 1820 in Berlin an, wo Schopenhauer in Konkurrenz zu dem deutlich populäreren Hegel tritt, sich aber bald nach Frankfurt als Privatgelehrter zurückzieht. 1838 wird seine Schrift Über die Freiheit des menschlichen Willens von der Norwegischen Societät der Wissenschaften preisgekrönt. 1841 erscheint diese Preisschrift zusammen mit Über das Fundament der Moral unter dem zusammenfassenden Titel Die beiden Grundprobleme der Ethik. Mit Pererga und Paralipomena gelingt Schopenhauer 1851 erstmalig ein öffentlicher Erfolg.Die letzten Lebensjahre sind gekennzeichnet durch die Entwicklung eines System des empirischen und metaphysischen Pessimismus, der Schopenhauers Wirkung insbesondere auf Nietzsche begründet.Schopenhauer stirbt 1860 in Frankfurt.
  • Cover
  • Inhaltsverzeichnis
  • Vorwort
  • Einleitung. Von Daniel Schubbe
  • 1. Präsentismus oder Eternalismus?
  • 2. Freiheit oder Notwendigkeit?
  • 3. Willensbejahung oder Willensverneinung?
  • 4. Nonkognitivismus oder Kognitivismus?
  • Editorische Hinweise
  • 1. Editionslage
  • 2. Textkorpus und Zustand des Manuskripts
  • 3. Editionsrichtlinien
  • Zeichen und Siglen
  • Bibliographie
  • Arthur Schopenhauer: Vorlesung über Die gesamte Philosophie oder die Lehre vom Wesen der Welt und dem menschlichen Geiste. 4ter Theil. Metaphysik der Sitten
  • [Inhaltsübersicht]
  • Cap. 1. Ueber praktische Philosophie überhaupt
  • Thatsache des moralischen Bewusstseÿns
  • als Problem
  • Absicht meiner Ethik
  • Cap. 2. Ueber unser Verhältniss zum Tode
  • Dem Willen das Leben gewiss
  • Leben und Tod
  • Bei Pflanze und Thier
  • Verlöschen des Bewusstseins
  • Gegenwart Form der Wirklichkeit
  • Bejahung des Willens zum Leben (vorläufig)
  • Cap. 3. Von der Freiheit des Willens
  • Ueber die Reue
  • Von der Wahlbestimmung oder dem Konflikt der Motive. Oder: vom Gegensatz anschaulicher und gedachter Motivation und dem hierauf beruhenden Unterschied zwischen Menschen und Thieren
  • Vom erworbenen Karakter
  • Die Sphäre der Freuden und Leiden
  • Von der Freiheit des Willens zur Bejahung und Verneinung seiner selbst
  • Cap. 4. Vom Zustande des Willens, in der Welt seiner Erscheinung: oder vom Leiden des Daseyns
  • Erkenntnisslose Natur
  • Thier
  • Das Leiden im Menschlichen Daseÿn
  • Streben ohne Ziel und ohne Befriedigung
  • Langeweile
  • Methodische Betrachtung der Grundbestimmungen immenschlichen Daseyn
  • Negativität aller Befriedigung
  • Cap. 5. Von der Bejahung des Willens zum Leben
  • Zwei Wege, die über die blosse Bejahung des individuellen Leibes hinaus führen
  • Bejahung des Willens über den eigenen Leib hinaus. (Zeugung)
  • Cap. 6. Vom Unrecht und Recht. oder philosophische Rechtslehre
  • Ableitung des Egoismus
  • Das Unrecht
  • 6 Rubriken des Unrechts
  • Sexualverhältniss
  • Ableitung des Eigenthums
  • Zwei Arten der Ausübung des Unrechts
  • Die Lüge
  • Begriff des Rechts
  • Zwangsrecht
  • Recht zur Lüge
  • Die Bedeutung von Recht und Unrecht ist eine ethische
  • Der Staat
  • Ueber Kants Rechtslehre
  • Vom Straf-Recht
  • Cap. 7. Von der ewigen Gerechtigkeit
  • Cap. 8. Von der ethischen Bedeutsamkeit des Handelns. oder: vom Wesen der Tugend und des Lasters
  • Ueber die Begriffe »Gut und Böse«
  • Der böse Karakter
  • Grausamkeit
  • Gewissensquaal
  • Der gute Karakter und die Tugend
  • Die freie Gerechtigkeit
  • Die Güte
  • Der Edelmuth
  • Alle Liebe ist Mitleid
  • Freundschaft
  • Das Weinen
  • Cap. 9. Von der Verneinung des Willens zum Leben: oder: Von der Entsagung und Heiligkeit
  • ?e?te??? p????
  • Die Erlösung
  • Vom Selbstmord
  • Ueber das Verhältniss der Verneinung des Willens zur Nothwendigkeit der Motivation
  • Erläuterung dieser Lehren durch Dogmen der Christlichen Kirche
  • Vom Nichts, bei aufgehobner Welt
  • Eine letzte Frage
  • Anmerkungen des Herausgebers (Textverweise, Übersetzungen und Zitatnachweise)

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