Leiten auf Weiblich

Finde dein unbändiges Potenzial - Entdecke dein mutiges Herz - Führe leidenschaftlich in die Weite
 
 
Neukirchener Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 7. Juni 2021
  • |
  • 255 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7615-6793-7 (ISBN)
 
Gibt es die typische Führungspersönlichkeit? Sollten Frauen wie Männer leiten - oder ganz anders? Was hilft konkret dabei, etwas zu bewegen?

Frauen, die eine Führungsrolle in Kirche oder Wirtschaft einnehmen, begegnen oftmals Vorurteilen und Skepsis - bei sich selbst und anderen. Weibliche Rollenvorbilder sind vielerorts noch immer rar. Bei aller Gleichberechtigung stehen Frauen in Führung auch heutzutage noch vor vielen Fragen. Kein Wunder: Leiten ist eine Kunst - für Frauen ebenso wie für Männer. Und eine Kunst braucht Handwerkszeug. Davon enthält dieses Buch eine Menge.

Elisabeth Schoft, selbst junge Führungskraft, hat sich auf die Suche gemacht und mit führungserprobten Frauen aus Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft gesprochen. In Interviews und Text-Beiträgen berichten sie von ihren Erfahrungen im Beruf oder Ehrenamt: Was sie über das Leiten als Frau gern früher gewusst hätten, welcher Rat ihnen als Anfängerinnen selbst gefehlt hat und vor welchen Fehlern sie andere junge Führungskräfte bewahren wollen. Nebenbei erzählt Elisabeth Schoft sehr persönlich von ihren eigenen Erfahrungen und beleuchtet zudem, was Achtsamkeit und christliche Werte mit dem Leiten zu tun haben und warum alle von mehr Frauen in Führungspositionen profitieren.

Ein ermutigendes Buch für christliche Leiterinnen und alle, die es werden wollen!

Mit Beiträgen von erfahrenen Leiterinnen und auch mit männlicher Perspektive: Carmen Thomas (Journalistin u. TV-Moderatorin), Tijen Onaran (GDW Global Digital Women GmbH), Sabine Fürbringer (CAMPUS WE / Campus für Christus), Birgit Troschel (Stettler Consulting AG), Tim Niedernolte (Journalist u. TV-Moderator), u.v.m.
  • Deutsch
  • durchgehend zweifarbig
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  • durchgehend zweifarbig
  • 2,21 MB
978-3-7615-6793-7 (9783761567937)
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1

Dürfen die das?

Eine Frage, die Frauen in Leiterschaft im (konservativ)-christlichen Kontext immer wieder begegnet, lautet: »Dürfen die das eigentlich?« Meist unausgesprochen bleibt die zweite Frage: »Können die das überhaupt?«

Diese Unsicherheit taucht vor allem in Kulturen mit einem eher traditionellen Frauenbild auf - leider ist das oft im christlichen bzw. freikirchlichen Kontext der Fall. In Kirchen und Glaubensgemeinschaften, die keine Einigung in der Frage der Frauenordination finden, gibt es logischerweise weniger Frauen in Führungspositionen, zu deren Verantwortungsbereich weder Kindergottesdienste, Frauenarbeit noch Dekoration zählen. Ausnahme ist hier die Evangelische Kirche, in der leitende Positionen schon seit Längerem mit Frauen besetzt werden - von der Pfarrerin hin zu Präses und Ratsvorsitzender.

Eine Folge des weiblichen Führungsmangels in christlichen Gemeinschaften: Frauen, die sich normalerweise (auch beruflich) für ihre Kirchen investieren würden, weichen in die freie Wirtschaft aus, um dort ihre Begabungen auszuüben. Allerdings gibt es auch außerhalb der Kirchenmauern noch viel zu tun: Während bis zu einem gewissen Führungslevel Frauen durchaus Leitungspositionen bekleiden (laut Statistischem Bundesamt war 2019 mit 29,4 Prozent knapp jede dritte Führungskraft in Deutschland weiblich8), zeigen Initiativen wie #ichwill und #jetztreichts (Oktober 2020) rund um Janina Kugel, ehemaliges Vorstandsmitglied und Personalchefin bei Siemens, dass die viel besprochene »Gläserne Decke« noch immer existiert. In der Wirtschaft mag die Frage nach der Legitimation von Frauen in Führung besser beantwortet sein, doch nur wenige Unternehmen lassen zu, dass Frauen auch im gehobenen Management leiten. Ein kleiner Zahlen-Exkurs verdeutlicht das: Der durchschnittliche Frauenanteil in den Verwaltungsräten börsennotierter Unternehmen in der Schweiz beträgt 14 Prozent9, in Deutschland 10,1 Prozent10. Besonders in Schweizer Verwaltungsräten von Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden gilt der »Thomas-Kreislauf«11: Es sitzen mehr Männer, die Thomas heißen, in einem Verwaltungsrat als Frauen generell: »Bei jedem dritten deutschen Börsenunternehmen ist 'Null Frauen im Vorstand' (.) nicht nur der aktuelle Ist-Zustand, sondern auch explizit das Ambitionsniveau für die absehbare Zukunft«, heißt es im Bericht der deutsch-schwedischen AllBright-Stiftung. Daran ändert auch die im Januar 2021 in Kraft getretene Frauenquote für Vorstände börsennotierter und paritätisch mitbestimmter Unternehmen mit mehr als drei Mitgliedern nichts.12

Was sagt die Bibel dazu?

Es mag in der heutigen Zeit, in der die Frauenemanzipation hier im Westen schon einen weiten Weg gegangen ist, merkwürdig anmuten, diese Fragestellung überhaupt zu erwähnen. Fakt ist, dass viel unentdecktes Leitungspotenzial innerhalb und außerhalb unserer Kirchen brachliegt, weil die Frage, ob Frauen biblisch gesehen leiten dürfen, oft nur auf eine Art und Weise beantwortet wird. Als junge Frau, die in einem christlichen Umfeld aufgewachsen ist, klingeln mir bei einer Handvoll Bibelstellen immer die Ohren - denn sie werden zuverlässig angeführt, um die aufkommende Diskussion schnell in ihre gewohnten Schranken zu weisen: »Die Frauen sollen in den Gemeinden schweigen (.), sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt« (1. Korinther 14,34). Oder: »Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter« (Epheser 5,22). So aus dem Kontext gerissen klingen diese Verse eindeutig. Doch in mir rebelliert es: Was ist an Frauen falsch und ungenügend, dass man ihnen nicht erlaubt zu leiten oder zu predigen? Wurden wir tatsächlich nicht dafür erschaffen, auch außerhalb der eigenen Familie Verantwortung zu übernehmen? Woher kommen aber dann die sogenannten »Ambitionen«, wenn sie nicht gottgewollt wären? Ist es etwa meine Bestimmung, sie zu unterdrücken?

Auch Sabine Fürbringer hat sich diesen Fragen gestellt. Im folgenden Artikel, der ursprünglich im christlichen Frauenmagazin JOYCE13 erschien, kam sie zu einem Schluss, der mir Frieden über diese Fragestellung geschenkt hat.

Sabine Fürbringer (55) ist Psychologin und Paartherapeutin mit eigener Praxis. Sie leitet den Bereich »Campus We«, ein Netzwerk von »Campus für Christus« für Frauen, die leiten und Leben gestalten. Die vertiefte Auseinandersetzung mit einschlägigen biblischen Passagen hat sie überzeugt, dass es durchaus biblisch ist, wenn Frauen gemeinsam mit Männern auf Augenhöhe leiten.

Das Weib schweige

Seit ich ein Ministry leite, das Frauen in Leiterschaft anspricht, gerate ich immer mal wieder in Gespräche bezüglich der Rolle der Frau im gemeindlichen Kontext. Im Wesentlichen geht es dabei um die beiden Fragestellungen, ob eine Frau lehren und ob sie leiten darf, wenn zu den Angesprochenen auch Männer gehören. Einige Gesprächspartner vertreten die Ansicht, dass das nicht nur möglich, sondern sogar notwendig sei. Andere ringen mit der Frage. Sie sehen zwar gewisse Widersprüche zwischen theologischer Lehrmeinung und gelebter Praxis, aber die Grundaussage, dass der Mann eben doch mehr Verantwortung trägt, kann das irgendwie nicht entschärfen. Und natürlich gibt es auch die ganz Überzeugten, die uns völlig auf dem Holzweg wähnen, wenn wir Frauen in Leitung zulassen. Glücklicherweise begegne ich dieser Meinung nur selten.

Selbst bin ich schon mein ganzes Erwachsenenleben mit dieser Frage unterwegs. Dabei ist eine tiefe Überzeugung gewachsen, dass Frauen gleichwertige Gegenüber der Männer sind. Gott rüstet sie mit Begabungen aus und spricht Berufungen über ihrem Leben aus, unabhängig vom Geschlecht, so, wie es ihm gefällt. Dazu können auch das Lehren und Leiten gehören.

Frauen, die sich an die biblischen Grundlagen halten wollen, kommen nicht umhin, diese Fragen für sich zu klären. In unserer westlichen Welt ist es mittlerweile selbstverständlich, dass Frauen dieselben Führungspositionen einnehmen können wie Männer. Findet diese Leiterschaft außerhalb der gemeindlichen Strukturen statt, in der Wirtschaft, der Gesellschaft oder Politik, gibt es dagegen auch kaum Widerspruch. Anders sieht es aus, wenn eine Frau ihre Qualitäten innerhalb einer geistlichen Gemeinschaft einbringen möchte.

Als Frau persönlich betroffen

Statements zur Stellung der Frau innerhalb des christlich geprägten Kontextes sagen indirekt immer auch etwas über die Frau als Person aus. Falls also Gott tatsächlich verbietet, dass Frauen auf Augenhöhe mit den Männern seinen Auftrag in dieser Welt wahrnehmen, dann hat das zwangsläufig eine entwertende Nuance.

Natürlich kenne ich das beschwichtigende Argument, gleichwertig bedeute eben nicht gleichartig, sondern gleichwürdig. Jeder habe seine Verantwortungen zugeteilt bekommen. Leiten und Lehren sei eben in größerem Umfang eine Aufgabe, die Männer aufgrund ihrer schöpfungsgemäßen Voraussetzungen und Verteilungen anvertraut bekommen hätten. Das mache sie nicht wertvoller oder besser. Zudem seien Demut, Unterordnung oder Dienen viel ehrenhafter als das Leiten. Wenn eine Frau ambitioniert ist und Verantwortung übernehmen will, wird das eher negativ aufgefasst im Sinn von Machtgier und Geltungsdrang. Bei einem Mann aber gilt dasselbe Verhalten als verantwortungsbewusst oder führungsstark.

Solche Aussagen wirken, egal, in welchem Kontext ich meine Leitungsgabe einsetzen möchte. Sie prägen mein Denken über mich selbst und stehen wie eine Hürde im Raum, die mich zweifeln und zögern lässt. Darum lohnt es sich auch für Frauen, die in einem säkularen Umfeld Verantwortung tragen, sich auf ein sicheres biblisches Fundament zu stellen. Denn als Christinnen wollen wir die Bibel ernst nehmen und unser Leben nach ihr ausrichten.

Entwertung und Entmündigung

Wenn wir Frauen von geistlicher Leiterschaft ausschließen oder den verbreiteten Kniff anwenden, es sei in Ordnung, wenn ein hier­archisch übergeordneter Mann da ist und die Rolle autorisiert, dann legen wir damit nahe, dass Männer in ihrer Gotteserkenntnis ein Stück näher an den Wahrheiten des Himmels dran sind als die Frauen. Vielleicht verstehen sie Gott besser, weil er ihnen ein wenig ähnlicher ist? Wenn wir Frauen einen ganz begrenzten Rahmen stecken, in dem sie ihre Lehrbegabung einsetzen dürfen, nämlich unter anderen Frauen oder bei Kindern, klingt das sehr danach, als wäre ihre Kapazität gerade ausreichend für diese nicht ganz mündigen Menschen. Ganz konsequent sind wir allerdings nicht. Im missionarischen Kontext war es Frauen schon lange erlaubt, alle Ämter und Aufgaben auszufüllen, wohl aus Mangel an bereitwilligen Menschen, die diese Strapazen auf sich nehmen wollten. Manchmal wird sogar unterschieden zwischen einer Leitungsaufgabe, die wir im außerkirchlichen Setting zwar akzeptieren, die in der Gemeinde aber undenkbar wäre. Ich empfinde diese Unterteilung in geistliche und weniger geistliche Aufgaben künstlich. Gott interessiert sich für alle Lebensbereiche und in jedem Beruf kann und soll ich gemäß meiner gottgegebenen Berufung sein Reich hineintragen.

Beim Argument, dass Männer in einer geistlichen Hierarchie mehr Autorität hätten, bewegen wir uns biblisch als auch in der Praxis auf dünnem Eis. Manchmal wird die Vorherrschaft des Mannes auch mit der Reihenfolge in der Schöpfungsgeschichte belegt, wobei hier Reihenfolge mit Rangordnung gleichgesetzt wird. Entsprechend wären...

"Das Buch zeigt nicht nur die Stolpersteine, sondern gibt auch erprobte Tipps und Erfahrungen bekannter Persönlichkeiten weiter." (Renate Nolte, Geschäftsführerin Vereinigung Evangelischer Buchhändler und Verleger)
 
"Endlich mehr weibliche Vorbilder für christliche Leiterinnen! Dieses Buch schließt eine Lücke, die dringend gefüllt werden musste, getreu der Weisheit: She can't be, what she can't see!" (Annegret Puttkammer, Direktorin Neukirchener Erziehungsverein)

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