Manche mögen's reicher

Roman
 
 
Piper Humorvoll (Verlag)
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 1. Dezember 2017
  • |
  • 320 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-492-98385-3 (ISBN)
 
Molly schwebt mit Philip auf Wolke sieben und träumt sogar von einer Hochzeit. Doch wie soll sie mit ihm vor den Altar treten, wenn sie ihn in nicht in ihren geheimen Lottogewinn eingeweiht hat? Viel leichter wäre so ein Geständnis, wenn es auch in Philips Vergangenheit einen dunklen Fleck gäbe. Eifrig macht sich Molly auf die Suche - und lüftet mehr Geheimnisse über ihn, als ihr lieb ist .
Der dritte Roman um Molly Becker - für alle Leserinnen von Kerstn Gier!
  • Deutsch
  • Munich
  • |
  • Deutschland
Piper ebooks in Piper Verlag
  • 0,63 MB
978-3-492-98385-3 (9783492983853)
3492983855 (3492983855)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Kim Schneyderverbrachte ihre Kindheit in Deutschland und in der Schweiz. Nach einer pharmazeutischen Ausbildung war sie unter anderem als Werbedesignerin, Werbetexterin und Eheberaterin tätig. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Österreich. Nach ihren Erfolgsbüchern »Frauen rächen besser«, »Ich und er und null Verkehr«, »Hilfe, ich bin reich!« , »Im Bett mit Brad Pitt« und »Hilfe, ich hab den Prinzen verzaubert!« ist »Zum Teufel mit den Millionen« ihr sechster Roman.

Kopi Luwak


Winners only.

Ich bin immer wieder aufs Neue stolz, wenn ich dieses Ge­­bäude betrete. Alles glitzert und funkelt vor Glas und Chrom, und die Empfangshalle mit dem weißen Marmorboden, den ich letztes Jahr neu habe verlegen lassen, erfüllt mich mit regelrechter Ehrfurcht. In der Mitte habe ich einen großen Messingstern mit den Firmenkürzeln WO einarbeiten lassen, weil ich so etwas Ähnliches einmal in einem amerikanischen Film gesehen habe, und ein Kunde hat uns später darauf hinge­wiesen, dass er haargenau so aussieht wie der Stern beim CIA-Hauptgebäude in Langley. Aber egal. Sieht es bei uns eben ein bisschen aus wie beim Geheimdienst, Hauptsache, die Kunden­ sind davon beeindruckt.

Und das sind sie, da bin ich mir sicher. Wir haben unsere Produktpalette auf meine Initiative hin im letzten Jahr um einiges erweitert, sodass wir uns inzwischen ohne Übertreibung als weltweit einziges Unternehmen damit rühmen dürfen, aus unseren Kunden auf Wunsch völlig neue und damit automatisch erfolgreichere Menschen formen zu können. Hat einer eine schlechte Frisur? Ab ins hauseigene Hairstylingcenter, unser Starcoiffeur Pepe hat noch für jeden die passende Lösung gefunden. Oder gar eine Glatze? Auch kein Problem. Pflanzen wir eben neue Haare ein. Schlaffe oder fleckige Haut? Wenn's weiter nichts ist. Wir haben von Naturkosmetik bis hin zur allerneuesten Lasertechnik alles im Haus. Riesenzinken im Gesicht? Unsere Chirurgen freuen sich schon darauf. Ein Styling wie Witwe Bolte? Wir bieten nicht nur Stilberatung, sondern haben praktischerweise auch die entsprechenden Boutiquen im Haus. Schwaches Selbstwertgefühl? Was darf's denn sein? Psychotherapie, Hypnose oder vielleicht ein No-Limits-Arrangement, mit dem wir aus Durchschnittsbürgern Superhelden machen?

Ehrlich, es gibt praktisch nichts an einem Menschen, was wir nicht auf irgendeine Weise optimieren können. Nichts.

Es ist umwerfend. Und es ist mein Unternehmen. Na ja, zum Teil wenigstens, denn hauptsächlich gehört es natürlich Philip.

Aber ich bin die Chefin. Allein verantwortlich, wohlgemerkt.

Frank erwartet mich bereits in der Cafeteria. Er entdeckt mich, als ich durch die Vorhalle schreite, und winkt.

»Hi, Frank«, begrüße ich ihn.

»Hi, Molly, gut siehst du aus.«

»Danke«, sage ich artig.

Wir tauschen Küsschen aus, dann gleitet mein Blick an ihm hinunter und wieder hinauf.

»Du aber auch.«

Nachdem Frank und ich letztes Jahr Frieden geschlossen haben, habe ich es mir nicht nehmen lassen, ihn ein wenig umzustylen. Vorher ist er dahergekommen wie der Prototyp eines Steuerberaters - reichlich zugeknöpft, und alles ein bisschen zu glatt und zu gebügelt. Jetzt dagegen trägt er sein leicht angegrautes Haar hinten etwas länger, und seine Anzüge sind nicht mehr ausnahmslos schwarz, sondern zwischendurch auch mal farbig und von lockerem Schnitt, sodass er jetzt wie ein Topmanager daherkommt - was er eigentlich ja auch ist.

Wir plaudern ein bisschen, bis Vicky, die Bedienung, neben mir auftaucht.

»Hi, Molly. Was darf's denn sein? Ein Tiramisu?« Ohne meine Antwort abzuwarten, will sie es in ihren tragbaren Computer eintippen.

»Tiramisu?«, frage ich hastig. »Wie kommst du denn darauf?«

Sie sieht mich irritiert an. »Na, weil du immer .«

»Jetzt will ich jedenfalls keines«, falle ich ihr ins Wort und registriere aus den Augenwinkeln, wie Frank mich schmunzelnd beobachtet.

»Dann nehme ich eines«, mischt er sich ein. »Ich habe ge­­hört, es soll phantastisch schmecken.«

»Das stimmt allerdings«, lasse ich ihn wissen. »Und wir be­­reiten es mit Vollkornbiskotten zu, also ist es genau genommen sogar gesund«, fällt mir ein. »Okay, dann nehme ich auch eines. Und dann hätten wir gerne noch zwei Tassen von dem neuen Kaffee . Du trinkst doch noch einen Kaffee, Frank?«, frage ich mit einem Blick auf den Espresso, der bereits vor ihm steht.

»Wenn er gut ist, gerne«, nickt er.

»Er soll umwerfend sein, nicht wahr, Vicky?«

»Du meinst den Kopi Luwak?«, fragt sie.

»Genau den. Hat Cesare euch schon dafür geschult?«, erkundige ich mich. Cesare ist ein italienischer Barista, den ich engagiert habe, um uns hinsichtlich der neuesten Kaffeetrends auf dem Laufenden zu halten und unser Personal zu schulen.

»Ja, gestern erst«, nickt Vicky stolz.

»Fein, dann lassen wir uns gerne überraschen.« Nachdem Vicky gegangen ist, beuge ich mich gespannt vor. »Also, Frank, dann schieß mal los. Wie steht's mit unseren Zahlen?«

»Nun, wie ich bereits am Telefon versucht habe zu erklären .«, hebt er an.

»Da habe ich leider nicht alles mitbekommen, weil Lissy und Tessa neben mir heftig diskutierten«, stelle ich von vornherein klar.

»Ach ja? Worüber denn?«, fragt er.

Ich rufe mir die Wortfetzen des Gesprächs ins Gedächtnis, und nachdem mein Gehirn das Puzzle zusammengesetzt hat, habe ich plötzlich das reichlich absurde Bild vor mir, wie Tessa Frank den Hintern versohlt.

»Also, hauptsächlich ging es um .« Ich räuspere mich, um Zeit zu gewinnen, und vermeide es sicherheitshalber, ihm in die Augen zu sehen. »Es ging um Frauenkram, eigentlich gar nichts Besonderes.«

»Ach.« Er nickt ein bisschen irritiert. »Und wie geht's Tessa so?«, fragt er beiläufig.

»Ganz gut so weit«, antworte ich. Eine kleine Pause entsteht, dann übermannt mich die Neugierde. »Wie kam es überhaupt zur Trennung zwischen euch?«, platze ich heraus.

Frank erwidert überrascht meinen Blick.

»Sag bloß, das hat sie dir nicht erzählt«, meint er verwundert. »Ich dachte immer, Frauen reden miteinander über so was.«

»Ja, das tun sie«, nicke ich. »Aber das heißt noch lange nicht, dass man dabei auch die Wahrheit erfährt.«

»Ach so. Wieso, was hat sie denn gesagt?« Jetzt beugt er sich interessiert vor.

Frank ist ein verklemmter Arsch. Das waren Tessas Worte gewesen, wenn ich mich recht entsinne. Aber das kann ich ihm jetzt natürlich schlecht sagen.

»Wörtlich weiß ich es nicht mehr«, weiche ich aus. »Aber sinngemäß lief es darauf hinaus, dass es an dir gelegen hat.«

»An mir, soso.« Er wiegt den Kopf hin und her. Dann murmelt er: »Nun, das kann man natürlich interpretieren, wie man will.«

»Wie lautet denn deine Version?«, frage ich.

Er zögert kurz, bevor er antwortet: »Ganz einfach: Sie war mir zu teuer.«

»Wie, zu teuer?«

»Sie gab zu viel Geld aus«, präzisiert er. »Nachdem es eine Weile ganz gut gelaufen war mit uns, war ich so leichtsinnig, ihr eine meiner Kreditkarten zu geben, damit sie mich nicht immer zum Einkaufen mitschleppt, und von da an geriet sie völlig außer Kontrolle.«

»Aber du kannst es dir doch leisten, oder nicht?«

»Grundsätzlich schon«, räumt er widerwillig ein. »Aber hast du überhaupt eine Ahnung, wie viel Tessa für Mode ausgeben kann, wenn sie unbegrenzten Kredit hat?«

Ja, habe ich. Kurz nachdem ich damals meinen Sechser gemacht hatte, habe ich sie und Lissy über ein ausgefeiltes System indirekt zum Gratisshopping eingeladen, mit dem Ergebnis, dass Lissy sich ein paar T-Shirts gewünscht hat und Tessa die Komplettausstattung einer Nobelboutique.

»Alles klar«, nicke ich verständnisvoll. »Und das war alles, oder gab es sonst noch Probleme zwischen euch?«

»Nein, nicht wirklich.« Frank schüttelt versonnen den Kopf.

Beinahe wäre mir der Satz: Lag es vielleicht am Spanking? rausgerutscht, aber ich kann es mir im letzten Moment verkneifen. Allein der Gedanke: Die haben sich gegenseitig den Hintern versohlt?! Und ich will mir gar nicht erst ausmalen, was das andere, dieses Bondage, für eine Sauerei ist.

»So, die Herrschaften .« Vicky ist mit einem Tablett zu­­rückgekehrt. Während sie die Sachen serviert, kommentiert sie: »Einmal Tiramisu für die Dame, einmal Tiramisu für den Herrn, einmal bester Kaffee der Welt für die Dame, einmal bester Kaffee der Welt für den Herrn .«

»Vielen Dank.« Ich lange nach dem Zuckerstreuer.

»Denk nicht mal daran, Molly!«, faucht Vicky mich plötzlich an.

Meine Hand zuckt erschrocken zurück.

»Wie bitte?«

»Tu bloß keinen Zucker in den Kopi Luwak«, ermahnt sie mich mit strengem Gesichtsausdruck. »Cesare hat gesagt, damit ermordet man guten Kaffee geradezu, und mit Milch übrigens auch!«

»Ja, aber . und was ist mit Cappuccino?«, frage ich verdattert.

»Das ist etwas anderes, wir reden hier von Kopi Luwak.« Es fehlte nicht viel, und sie hätte den Namen buchstabiert. Junge, Junge, Cesare scheint sie ja einer richtigen Gehirnwäsche un­­terzogen zu haben.

»Schon gut, schon gut. Ja dann .« Ich wechsle einen Blick mit Frank, der aber nicht weniger ratlos zu sein scheint.

»Am besten probieren wir ihn einfach«, schlägt er vor.

Ohne meine Antwort abzuwarten, hebt er seine Tasse an die Lippen und schlürft vorsichtig daran, und ich tue es ihm gleich.

»Wusstet ihr, dass ein Kilo von diesem Kaffee über tausend Euro kostet?«, fragt Vicky begeistert.

Frank verschluckt sich fast.

»Wie bitte, tausend Euro?«, fragt er ungläubig.

»Du hast richtig gehört«, sage ich mit betonter Coolness. Immerhin bin ich es gewesen, die diese Sorte auf...

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