Nachfolger gesucht

Wie Sie Ihre Unternehmensnachfolge aktiv gestalten
 
 
Schäffer Poeschel (Verlag)
  • erschienen am 6. September 2017
  • |
  • 264 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
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978-3-7910-3910-7 (ISBN)
 

Bis 2018 steht in rund 135.000 Familienunternehmen die Übergabe an. Der demographische Wandel verleiht dem Thema zusätzlich Brisanz. Dennoch wird die Regelung der Unternehmensnachfolge oft unterschätzt oder gar verschleppt.

  • Warum ist das so?
  • Warum läuft so viel schief?
  • Und was kann man besser machen?

Der Autor ermuntert dazu, sich dieses Themas rechtzeitig anzunehmen. Er beleuchtet alle Fragen und Schritte, die bei der Regelung der Unternehmensnachfolge auftauchen können und gibt dem Leser einen konkreten Fahrplan an die Hand. Fern von rein juristischen Fragen zeigt er anhand authentischer Fallbeispiele das breite Spektrum an Möglichkeiten von familieninterner Nachfolge bis zum Unternehmensverkauf auf.

Der Praxisleitfaden ist leicht verständlich formuliert und bereitet optimal auf die Regelung der Unternehmensnachfolge vor.

1. Auflage 2017
  • Deutsch
  • Stuttgart
Schäffer-Poeschel
  • 1,25 MB
978-3-7910-3910-7 (9783791039107)
3791039105 (3791039105)
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Dr. Hartmut Schneider ist Rechtsanwalt und geschäftsführender Gesellschafter der international tätigen M & A Strategie GmbH. Er ist spezialisiert auf Beratung, Gestaltung und Begleitung von Unternehmenstransaktionen, Nachfolgeregelungen und Kooperationen. Er ist zudem Board Member im europäischen Verband Transeo, der sich mit der Übertragung kleiner und mittelständischer Unternehmen befasst.

Unternehmensnachfolge im Mittelstand

Ablauf eines Unternehmensverkaufs

Fallbeispiele für Unternehmensnachfolge aus der Praxis

Handlungsempfehlungen

Werkzeugkasten

Exkurs: Stiftung als Nachfolgelösung

Einleitung


Seit über 15 Jahren betreue ich als geschäftsführender Gesellschafter der M & A Strategie GmbH Unternehmensnachfolgen im Mittelstand unter den verschiedensten Aspekten als aktiv begleitender Vermittler oder als auf Unternehmensrecht spezialisierter Rechtsanwalt. Immer wieder musste ich feststellen, dass Unternehmensverkäufer wie Unternehmenskäufer die gleichen Fehler machen oder Familienunternehmer völlig unvorbereitet, manchmal blauäugig an die Aufgabe der Übertragung ihres Unternehmens gehen.

So tut es mitunter weh, wenn man auf die kläglichen Reste eines einstmals gesunden, innovativen Unternehmens trifft, die Unternehmerin oder der Unternehmer von ihren zweifellos großen Erfolgen aus der Vergangenheit berichten, man diesen stolzen Unternehmenslenkern zum gegenwärtigen konkreten Zeitpunkt und hinsichtlich ihres erhofften Verkaufspreises aber jede realistische Hoffnung nehmen muss.

Es gibt sicherlich nicht nur den einen, einzig richtigen Zeitpunkt zur Einleitung einer Unternehmensnachfolge. Schon gar nicht lässt sich dies für alle Unternehmer einheitlich mit dem Eintritt in ein bestimmtes Lebensjahr festmachen. Und genau darin liegt auch für viele Übergeber die Schwierigkeit.

Der richtige Moment

"Kairos" (griechisch ?a????) nannten die alten Griechen den Moment der günstigen Gelegenheit. Er ist ein Begriff für den günstigen Zeitpunkt2 einer Entscheidung, dessen ungenutztes Verstreichen nachteilig sein kann und den so viele Unternehmer leider bei Weitem verpassen, wenn es um die Übergabe des eigenen Unternehmens geht.

Die Nutzung des richtigen "Zeitfensters" wäre hier die moderne Umschreibung, für doch eher den Zeitraum als den Zeitpunkt, in dem der kluge Unternehmer seine persönliche Nachfolge zu aller Zufriedenheit und zum Wohle seines Unternehmens zu regeln versteht. Dieses Zeitfenster zu erkennen ist sehr schwierig und möglicherweise auch gar nicht im Vorhinein objektiv festzustellen, geschweige denn vorauszusagen. Günstige Situationen lassen sich aber durch Vergleich mit anderen Unternehmensübertragungen und folglich mit Erfahrung aus anderen Nachfolgeprozessen einfacher identifizieren.

Ich habe auch mit vielen versierten Kollegen mittelständisch orientierter M & A-Vermittlungen, Handelskammern, Nachfolgeberatern, nationalen und auch internationalen Institutionen gesprochen, die viele meiner Erfahrungen teilen und mich in der Vielfalt der Lebenswirklichkeit von Unternehmensnachfolgen bestärkten.

So legen wir Ihnen, verehrter Leser, ein aus langjähriger Praxiserfahrung gespeistes, erstes Kompendium mit Fallbeispielen zur Unternehmensnachfolge vor. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit haben wir versucht, möglichst viele verschiedene Facetten von Unternehmensnachfolgen zu erfassen.

Übergabethematik erkennen

Das Bewusstsein, dass zu irgendeinem Zeitpunkt jedes Unternehmen übergeben werden muss, ist in der Unternehmerschaft insgesamt sehr schwach ausgeprägt. Und dies ist kein neu aufgetretenes Problem der Gegenwart; schon immer tun sich Unternehmensführer schwer, loszulassen und weiterzugeben. Dabei haben Kammern und Verbände dieses Thema seit Jahrzehnten auf der Agenda und die Grundproblematik hat sich seitdem auch nicht entscheidend verändert.

Niemand lebt ewig und - diese Erkenntnis gestehen sich die meisten Unternehmer nicht wirklich ein - niemand ist dauerhaft auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Es gibt einen Zeitraum, in dem die Unternehmensgeschicke und gegebenenfalls die Inhaberschaft zum Wohle des Unternehmens in andere Hände gelegt werden sollten.

Eingenommen von den vielschichtigen dringenden Problemen des betrieblichen Alltags versäumen es die meisten Unternehmer, sich strategisch lang- oder zumindest mittelfristig mit der wichtigen Thematik der eigenen Nachfolge zu beschäftigen und diese aktiv zu gestalten und zu regeln.

Dabei sind die meisten Unternehmer gut organisierter Unternehmen es doch gewohnt, betriebliche Abläufe für die Zukunft in Business-Plänen und Jahresplanungen festzulegen und den so erstellten Fahrplan aktiv zu verfolgen. Dies gilt leider aber oft nicht für die eigene Unternehmensnachfolge, deren Regelung aus den verschiedensten Gründen immer wieder in die Zukunft verschoben wird.

Verdrängung vom Markt

In der Überzeugung, dass es keiner besser kann, zwischenzeitliche gesundheitliche Beeinträchtigungen schon wieder überwunden werden, die Junioren zu jung und die eigenen Mitarbeiter zu inkompetent, ein plötzlich auftretender Kaufinteressent zu unseriös und andere nur auf ihr oder sein im Unternehmen verkörpertes Geld aus seien, macht mancher Unternehmenslenker umso beherzter in der Unternehmensleitung weiter, als würde dadurch die eigene Nachfolge gelöst.

Tatsächlich mehren sich aber die betrieblichen Schwierigkeiten. Die früheren Erfolgsrezepte greifen nicht mehr und Wettbewerber, Kunden und die Politik machen alles nur noch schlimmer. Die letzte wirkliche Innovation ist 15 Jahre her. Doch wenn sie damals so erfolgreich war, warum ist sie es heute nicht mehr? - Schließlich hat man seitdem auch immer weiter daran gefeilt, sodass das Produkt - auch bei objektiver Betrachtung - bisher nie so gut war wie heute.

Die Erfolgskurve der Vergangenheit ist schon länger abgeflacht und die letzten drei Geschäftsjahre - nun gut - die waren bereits leicht defizitär. Parallel sind auch die Bankverbindlichkeiten angestiegen und im Gegensatz zu früher mahnen sogar langjährige Lieferanten ausstehende Zahlungen immer häufiger an. Wenn jedoch die eigenen Kunden so schleppend zahlen, was soll man machen? - Aber, so beruhigt sich der Unternehmer, durch weitere harte Wochenendarbeit wird das in diesem Jahr alles wieder mehr als aufgefangen werden .

So besteht die ausgeprägte Tendenz zur Selbstbeschwichtigung, zur Suche nach Rückhalt und Bestätigung aus vergangenen Erfolgen, teilweise bis hin zur Verengung der eigenen Welt durch eine nur noch selektive Wahrnehmung oder gar vollständige Ausblendung negativer Signale aus der aktuellen Unternehmenswirklichkeit und dem Marktumfeld.

Die Vielschichtigkeit von Unternehmensnachfolgen

Die Unternehmensnachfolge ist in der Praxis natürlich in jedem Einzelfall unterschiedlich und meist im Detail nicht vergleichbar. In Summe sind Unternehmensnachfolgen ein spannendes, sehr facettenreiches Feld, das in der allgemeinen öffentlichen Wahrnehmung der Gesellschaft leider kaum eine Rolle spielt.

Die geringe Wahrnehmung kleiner und mittelständischer Unternehmen in der Gesellschaft mag für das laufende Unternehmerleben nicht bedeutsam sein. Dennoch knüpfen sich daran Schicksale nicht nur von Einzelpersonen, sondern von Familien und manchmal von ganzen Familienstämmen. Nicht zuletzt hängen an einer gelungenen oder misslungenen Nachfolge die gesamte Belegschaft und an dieser wiederum deren Familien sowie im ländlichen Raum manchmal ganze Ortschaften oder Infrastrukturen. Diese hohe soziale und volkswirtschaftliche Bedeutung können wir hier nur anreißen, nicht aber vertieft darstellen.

Die fehlende Wahrnehmung der Übergabethematik in der breiten Gesellschaft ist nicht nur volkswirtschaftlich bedeutsam, sondern wird für den Unternehmer persönlich im Falle seiner eigenen Nachfolge relevant. Konzentriert sich ein immer geringerer Teil der folgenden Generationen auf Unternehmertum und Firmenübernahme, so fehlen irgendwann die potenziellen Übernehmer. Dies führt in unseren Zeiten des immer deutlicheren demografischen Wandels zu einem stets klarer erkennbar werdenden Engpass für Unternehmensnachfolgen. Irgendwann könnte daher schon rein mengenmäßig eine ausreichende Zahl an Übernahmewilligen fehlen.

Wir wollen anhand dieses Kompendiums von Fallbeispielen aus der mittelständischen Praxis, die Sie insbesondere im Kapitel 3 finden, die facettenreichen Unternehmensnachfolgen beleuchten, um anderen Unternehmern und deren Nachfolgern die Unternehmensübertragung zu erleichtern.

Handlungsempfehlungen

Nach einem allgemeinen Einführungsteil über Unternehmensnachfolgen im Mittelstand und der Darstellung des typischen Ablaufs einer Unternehmensübertragung an Dritte, leiten wir aus der Schilderung mehr oder weniger gelungener Unternehmensnachfolgen in verschiedenen Fallbeispielen dann verschiedene allgemeine Handlungsempfehlungen ab. Darüber hinaus extrahieren wir nach jedem Fallbeispiel die Dos and Don'ts für die Beteiligten.

Ein "Werkzeugkasten" umfasst eine Zusammenstellung und Erweiterung der Dos and Don'ts auf die Felder Zeit, Ablauf, Kommunikation/Psychologie, Verhandlung und Form. Praxisorientierte Checklisten als umsetzbare Werkzeuge und ein Praxisbeispiel für eine familieninterne Nachfolge ergänzen dies.

Daraus können Sie als Unternehmer wichtige Anregungen entnehmen und ihre Schlüsse für die eigene Nachfolge ziehen, die Unternehmensnachfolge entsprechend besser vorbereiten und schließlich bestenfalls die Fehler anderer vermeiden.

Ein Exkurs beleuchtet zudem kurz als Alternative zur personalen Nachfolgelösung die Errichtung einer Stiftung im Inland und dem deutschsprachigen Ausland.

Da die Praxis lebt und wir nicht alle denkbaren Konstellationen selbst erlebt haben, werden unsere Handlungsempfehlungen niemals erschöpfend sein können.

Senden Sie uns Ihre Erfahrungen anhand eigener Beispiele gerne zu an: office@ma-strategie.de. Exemplarische Konstellationen werden wir dann gerne in einer nächsten Auflage aufnehmen.

Ein herzlicher Dank für Korrekturlesen und wichtige Ratschläge gelten meiner Mutter, Doris Schneider, Dr. Stefan Brehm, Professor Dr. Daniel Schallmo sowie Traudl...

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