Luka & Robin

 
 
neobooks Self-Publishing
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 24. Januar 2018
  • |
  • 325 Seiten
 
E-Book | ePUB ohne DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-7427-5399-1 (ISBN)
 
*Von männlichen Jungfrauen und unweiblichen Hexen* - so könnte der Titel von Lukas Leben lauten. Wäre da nicht Robin. *Verflucht, verhext und zugebissen* - wäre passend, wenn es nur um Robin ginge. Doch diese Geschichte - ein Märchen, das über alle Dimensionen reicht - handelt von beiden. Von Luka und Robin, einem Zwillingspaar, so unterschiedlich wie Hexen und Drachen, Feuer und Wasser, Luft und Erde. Es ist ein Märchen, das von (un)talentierten Hexen erzählt und in dem das Geschlecht (k)eine Rolle spielt. Wenn es um fressen oder gefressen werden, verzauberte Drachen und verfluchte Hexen geht, ringt die Ewigkeit mit dem Ende und es stellt sich eine Frage: Entsteht Liebe aus Hunger, oder Hunger aus Liebe, während eine Seele verzweifelt "Friss mein nicht!" schreit.
  • Deutsch
  • 3,00 MB
978-3-7427-5399-1 (9783742753991)
3742753991 (3742753991)
Sabina S. Schneider studiert an der Universität Heidelberg Japanologie und lebt zwei Jahre in Japan. Schon immer hegt sie großes Interesse für das Mystische und macht es zu einem Teil ihres Lebens. Mit der Reihe "VON DEN GÖTTERN VERLASSEN" startet sie 2013 ihr Debüt als Autorin und erschafft eine eigene Welt, die mit der Realität der Zukunft verbunden ist. In ihrer Reihe "DIE VERGESSENEN" verschmelzen Wirklichkeit und Mystik ineinander, und eine neue Dimension wird geboren.

Luka # Küss mein nicht


Als du mich mit einem Lächeln bei der Hand nimmst, mich aus dem Ballsaal auf die Terrasse ziehst und von der Terrasse in die dunklen Schatten des Gartens, rast mein Herz.

Wie kann es sein?

Ich war mir so sicher, dass deine Zuneigung nicht mir gilt, sondern Robin. Und doch flüsterst du meinen Namen. Ein heißer Hauch in der kühlen Frühlingsnacht, der in mein Ohr eindringt und in meinem Körper vibriert.

"Luka ." Und zum ersten Mal in all den Jahren klingt mein Name richtig.

"Luka, ich will dich .", flüsterst du mir ins Ohr und presst mich gegen den rauen Stamm einer Eiche.

"Bist du dir sicher .?", frage ich, immer noch Zweifel in mir. Ein unsicheres Ego, das so oft gegen Robin verloren hat. Doch anstatt mir zu antworten, ergreifst du meine Hände und platzierst sie auf . deinen Hintern.

Er ist so . so . durchtrainiert. So hart und prall, dass der Neid es beinahe durch meine Verwirrung schafft.

"Bist du sicher, dass du das hier nicht lieber mit Robin tun willst?", frage ich zweifelnd, sehne den Moment herbei, in dem du mich erwählst anstatt Robin.

Dein Blick trifft meinen. Oh, diese wunderbaren Augen! Tief wie die See. Zu schön, um wahr zu sein. Sie passen so gut zu dir. An dieser Stelle hätte ich es wohl wissen müssen. Zumindest erahnen. Und doch klammere ich mich an dem Gedanken fest, dass ein so schönes Wesen wie du mich auserwählen könnte. Nicht Robin.

Dein leises Lachen erfüllt die Abendluft.

Dein Körper gegen meinen gepresst, geht die Bedeutung deiner Worte in der herrlichen Vibration unter, die jeden Zentimeter meines Körpers in Schwingung versetzt.

"Hast du noch nichts von meinem besonderen Geschmack gehört, was meine Partner betrifft?" Und mein Verstand . was nimmt er wahr? Nur das Wort 'besonders', als deine Lippen auf meine treffen und du mir den Atem raubst. Das Denken fällt mir schwer. Mir wird heiß und kalt, als deine Hände auf Wanderschaft gehen. Gänsehaut. So schnell, flink . so geübt, sind die Finger unter meinem Hemd, wandern hinunter zum Hosenbund.

Schnell, viel zu schnell. Doch die Zunge, die in meinen Mund dringt, erstickt jeden Protest.

So ungewohnt. Und doch herrlich. Es ist herrlich, gewollt und begehrt zu werden. Es ist das erste Mal. Noch niemand hat mich so angesehen, so berührt, wie du.

Doch dann tasten deine Finger über den Stoff meiner Unterhose. Sie werden zögerlich. Suchen. Nach was suchen sie?

Plötzlich gefriert die Bewegung deiner Zunge, dein Körper wird steif, deine Hände tasten erneut suchend. Dann weichst du vor mir zurück, als hättest du dich verbrannt, als wäre ich das Böse in Person.

Verwirrung vernebelt noch meinen Geist, als ich deinem vorwurfsvollen Blick begegne.

Mit dem Handrücken wischt du dir den Mund ab, als hättest du etwas widerlich Schmutziges berührt. Und ich kann es nicht erkennen. Obwohl es doch augenscheinlich sein müsste.

"Du bist . du hast keine Eier, keinen . keinen . Penis", stammelst du vor dich hin und ich bin verwirrt, will es nicht sehen.

"Ich habe nie behauptet, Eier zu besitzen . oder einen Penis", erwidere ich und kann dich nur anstarren.

"Du hast mich angelogen!", wirfst du mir entgegen.

"Wie bitte? Wir haben kaum zwei Worte gewechselt", verteidige ich mich.

"Du bist kein Jüngling."

.

.

.

Oh . Mutter aller gestohlenen Gänse und zerquetschten Eier! Das darf nicht wahr sein!

"Und du bist keine Frau!", werfe ich dir vor, obwohl ich es besser weiß. Ich hätte es wissen müssen. Niemand zieht mich Robin vor. Niemand, der .

"Ich habe nie behauptet eine zu sein!", zischst du mich an.


Und der Zauber ist gebrochen.

Der Traum verwandelt sich in einen Alptraum. In den Alptraum meines Lebens.


"Und ich habe nie behauptet, Eier zu haben . oder einen Penis", wiederhole ich mit so viel Stolz, wie ich aufbringen kann, zupfe meine Kleidung zurecht und in diesem Moment kann ich dir keinen Vorwurf machen. Nicht wirklich.

"Aber deine ganze Aufmachung! Deine Kleidung, dein Körper! Dein Gesicht .", stotterst du und meine Wangen brennen.

Ja, mein Gesicht.

"Du . du siehst nicht aus wie eine Frau .", fügst du hinzu, stößt den giftigen Pfeil deiner Worte tiefer in mein Herz.

Und ich seufze. Tief. Es wäre witzig, wenn es nicht so traurig wäre. Wenn es nicht die Tragödie meines Lebens wäre, würde ich lachen.

"Du bist kein Mann . ich habe . ich habe eine Frau geküsst . und sie . dich . sie . eine Frau da unten berührt." Und es ist an dir, die Flammen im Gesicht zu tragen. Du spuckst aus, drehst dich um und rennst. Rennst vor mir davon. Weil ich kein Mann bin.

Das meintest du also mit 'besonderem Geschmack'. Der Count von Ich-bin-zu-schön-für-diese-Welt steht auf Männer. Ich kratze mich am bartlosen Kinn, spucke seinen Geschmack aus und revidiere meine Aussage.

Nicht Männer. Burschen.

Und ich? Ich sehe aus wie ein Junge. Wie so oft schlucke ich die Scham herunter. Es ist das erste Mal, dass man mich wegen fehlenden männlichen Attributen ablehnt, anstatt wegen den zu wenig ausgeprägten weiblichen. Daher bin ich doch verwirrt und weiß nicht genau, ob ich verlegen, beleidigt, wütend oder traurig sein soll.

Meine Hände wandern zu meinen Brüsten und ertasten . ja was eigentlich .

. kaum erwähnenswert.

Ich hätte wissen sollen, dass kein Mann - präzisieren wir das - kein Mann, der auf Frauen steht, mich meiner Schwester vorziehen würde. Robin, meine wunderschöne Zwillingsschwester, die im Leib unserer Mutter alles Weibliche an sich gerissen hat.

Spätestens als seine Hände nach unten - statt nach oben - gewandert sind, hätte ich es wissen müssen. Unerfahren hin oder her.

Das war er also . mein erster Kuss.

Von einem Mann, der Penis(e) in den Mund nimmt, aber kein Wort für das primäre Geschlechtsteil der Frau findet. Dabei gibt es so viele: Vagina, Muschi, Schlitz, Grotte, Muschel und einiges mehr. Ich kenne noch viele weniger gewählte Ausdrücke. Die Jungs haben in meiner Anwesenheit nie ein Blatt vor den Mund genommen.

Nun, wir wissen ja jetzt alle warum . Weil sie in mir kein Mädchen sehen, geschweige denn eine Frau.

Ich könnte mir sagen, dass ich noch reifen werde, dass sich die Formen einer Frau bei mir schon noch zeigen werden. Doch ein Blick auf Robin und ich weiß, dass sie meinen Anteil mitbekommen hat. Ihre Brüste sind nicht zu übersehen. Bei jedem Schritt wippen sie auf und ab und auf und ab . ich kann verstehen, dass Männer nur dorthin stieren. Es ist einfach hypnotisierend. Dieser Rhythmus . dieses Hüpfen .

Und so frustrierend!

Ich rauf mir meine kurzen Haare, zu widerspenstig und lästig, um sie wachsen zu lassen. Ganz im Gegenteil zu Robins vollem und glatten Haar, das immer makellos aussieht. So verdammt wunderschön, als hätte sie sich gerade aus dem Ei gepellt.

Und da haben wir wieder das Wort: Ei. Oder in Plural: Eier.

Warum zum Teufel habe ich bei der Geburt keine mitbekommen? Wenn doch alles andere an mir so undamenhaft und unweiblich ist, warum haben die Götter mir dann nicht einfach einen Schwanz mitgegeben und einen richtigen Mann aus mir gemacht?

Ich ziehe den Rotz die Nase hoch und spucke ihn aus, als könnte ich damit die verfluchten Gedanken loswerden. Mit Wut im Bauch mache ich mich auf zu den Ställen. Ein nächtlicher Ausritt, das ist es, was ich jetzt brauche. Den Wind im Gesicht. Diesen verfluchten Ball hinter mir.

Licht brennt in den Ställen, als hätte man mich erwartet. Als hätte jemand darauf gewartet, dass ich beschämt und mit eingezogenem, nicht-existentem Schwanz wieder einmal davonrenne.

Und als ich wütend zur Box von Mr. Perfekt trete, wartet er auch schon auf mich. Mit verschränkten Armen über der Brust, leger an die Wand gelehnt. Wissende Augen, die mich anstarren und dieses verfluchte schiefe Lächeln.

"Ich hatte dich gewarnt", sagt er spöttisch und etwas mitleidig. Doch die Schadenfreude siegt. Das kann ich hören, auch ohne sein verfluchtes Grinsen zu sehen.

Ja, Logan hatte mich definitiv gewarnt. Und ich habe, für einen herrlichen Moment des Selbsttruges, glauben wollen, dass es für seine Warnung ein anderes Motiv gegeben haben könnte. Ich schließe mein verräterisches Herz weg, sperre es ein, kneble es und werfe es in den reißenden Strom der Wut. Hoffe, dass es versinkt und mich nie wieder so in die Irre führt.

Stumm gehe ich an ihm vorbei, will ihn nicht sehen, nicht mit ihm sprechen.

"Luka, warte!", höre ich noch, bevor sich seine Finger um mein Handgelenk schließen und er mich...

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