Aragien

Das Vermächtnis der Armreife
 
 
Papierfresserchens MTM-Verlag
  • 1. Auflage
  • |
  • erschienen am 18. Juni 2020
  • |
  • 304 Seiten
 
E-Book | ePUB mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-96074-267-8 (ISBN)
 
"Ruhig!", ermahnte ich mich. "Nur ruhig!" Ich schloss die Augen und versuchte alles um mich herum auszublenden. Die bedrohlichen Mauern, die vielen Wege, die alle gleich aussahen und die Hoffnungslosigkeit, die hier fast greifbar in der Luft zu hängen schien. Mit all meinen Gedanken konzentrierte ich mich auf den Armreif. Irgendetwas wollte er mir sagen. Ich spürte es ganz deutlich. Könnte ich es doch nur verstehen! Ich zwang mich ruhig weiterzuatmen, als die Panik mich erneut zu übermannen drohte.
Durch Zufall gelangen die 14-jährige Nici und ihr angeberischer Klassenkamerad Jo durch eine Falltür in eine magische Parallelwelt - nach Aragien. Dort herrscht schon lange Krieg und nur eine alte Prophezeiung verspricht noch Hoffnung: Es werden Geschwister von der Erde kommen, die durch ihren Mut und durch ihre Liebe zueinander den Krieg in Aragien entscheiden werden.
Als Nici dann auch noch einen silbernen Armreif findet, der ihr magische Kräfte verleiht, gehen alle davon aus, dass Nici und Jo die lang erwarteten Geschwister sind und ehe die beiden sich versehen, werden sie in den gefährlichen Kampf zwischen Gut und Böse hineingezogen.
Erstauflage
  • Deutsch
  • Langenargen
  • |
  • Deutschland
  • Für Kinder
  • |
  • Für Jugendliche
  • 3,80 MB
978-3-96074-267-8 (9783960742678)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Laura Schmolke wurde 1994 in Burghausen, Bayern, geboren. Zur Grundschule ging sie in Burghausen und Freiberg, Sachsen. Geschichten schreibt sie seit ihrem zehnten Lebensjahr. "Aragien - Das Vermächtnis der Armreife" ist ihr erster veröffentlichter Roman.

*

Eine gefährliche Wette


Ich stand oben auf einem Hügel und sah hinunter. Ich hörte das Sirren der Pfeile, die durch die Luft schossen und das Klirren der Schwerter, als sie im wilden Kampf aufeinandertrafen. Vor mir dehnte sich eine schier endlose grüne Hügellandschaft aus, auf der es von Kämpfern nur so wimmelte. Das Schlachtgetümmel erstreckte sich weiter, als mein Auge es erfassen konnte. Ich sah Soldaten, manche in roten, andere in silbernen Rüstungen, die in heftige Zweikämpfe verstrickt waren, und ich sah Tiere, die aufeinander zusausten, um sich dann zu beißen und zu treten. Und über alledem stand ich. Stand und sah zu. Ich hatte das Gefühl, als wäre ich schuld an dieser Schlacht und trotzdem wusste ich nicht, wie ich eingreifen sollte.

"Nici, bitte hilf uns, bitte!"

Dieser Ruf übertönte sogar das laute Kampfgeschrei. Doch ich konnte nicht helfen. Ich stand auf dem Hügel und wusste, dass meine Stunde noch kommen würde. Ich stand nur hier und sah zu, ohne zu wissen, warum.

Plötzlich hörte ich ein Sirren nah an meinem Kopf und warf mich flach auf den Boden. Gerade noch rechtzeitig, denn schon schoss ein Pfeil nur knapp über mir dahin.

Als ich mich wieder aufrichtete, stand, wie aus dem Boden gewachsen, ein schwarzhaariger Mann vor mir. Er war riesig, doch nicht seine Größe war die Ursache für den Schauer, der mir den Rücken hinunterlief, als ich ihn ansah, sondern seine Augen. Sie waren von einem kalten, stechenden Blau und kein Mitleid war darin zu erkennen, als er eine Hand um den Knauf seines Schwertes legte. Doch dies war kein Kampf wie jeder andere. Nicht Schwert oder gar Lanze waren die Waffen dieses Mannes, nein, dieser Mann kämpfte mit Magie. Mein Gegner hob die freie Hand und ein Strahl weißen Lichtes schoss daraus hervor.

Ich spürte den starken Schmerz, sobald der Strahl mich berührte, und nur wenige Sekunden später lag ich hilflos auf dem Boden. Der Mann über mir hatte sein Schwert gezogen und hielt es mir an die Kehle. Hinter meinem Gegner ertönte ein tiefes, bedrohlich klingendes Knurren, und ehe ich mich versah, sprang hinter dem schwarzhaarigen Mann ein Wolf hervor, direkt auf mich zu.

Und während ich so dalag, das Ende schon vor Augen, hörte ich noch immer den verzweifelten Ruf.

"Nici, Nici, bitte ...

... wach doch endlich auf!"

Überrascht schlug ich die Augen auf und blickte in das Gesicht meiner Mutter. Schweiß rann mir über die Stirn und meine langen, blonden Haare klebten in meinem Nacken, als ich mich schwer atmend aufrichtete.

"Es ist alles nur ein Traum, alles nur ein Traum!", versuchte ich mich zu beruhigen, doch es wirkte nicht.

"Alles in Ordnung?" Die Stimme meiner Mutter riss mich aus meinen Gedanken.

Vor ihr zu lügen hatte sowieso keinen Sinn.

"Ich hatte schon wieder diesen Albtraum!", berichtete ich ihr.

"Ich hab dir doch gesagt, dass du zu viel liest! So was kommt davon!"

"Nein Mama, in keinem der Bücher, die ich bisher gelesen habe, kam dieser Mann vor!", protestierte ich schwach, während ich aufstand und meine Kleider zusammensuchte. Was sollte ich nur anziehen? Was war für den ersten Tag in einer neuen Schule das Beste?

"Es ist kein Wunder, dass du so langsam durchdrehst!", schimpfte meine Mutter. "Wenn du den Tag lieber hinter deinen Büchern verbringst als draußen mit deinen Freunden!"

"Ich lese halt lieber!"

"Das ist ja auch okay, aber du liest die ganze Zeit! Mädchen in deinem Alter sollten sich Freundinnen suchen, mit ihnen rumhängen, nach schönen Klamotten gucken ..."

Jetzt fing das schon wieder an! Damit nervte meine Mutter mich fast tagtäglich!

"... aber sich nicht die ganze Zeit hinter Büchern vor der Realität verstecken! Das geht auf Dauer nicht gut! Irgendwann holt die Realität einen nämlich doch wieder ein und dann aber so richtig! So, und jetzt ab ins Bad mit dir, du willst doch nicht gleich an deinem ersten Schultag hier schon zu spät kommen!"

Auf dem Weg zur Schule lauschte ich dem Regen, der gleichmäßig aufs Autodach trommelte, und dachte über meine Zukunft nach. Natürlich hatte Mama recht! Und war das nicht der perfekte Zeitpunkt, um noch einmal von ganz vorne anzufangen? Nach einem Umzug in eine neue, fremde Stadt mit neuen Leuten um sich herum, die die alte Nicole nicht kannten?

Unser Wagen hielt mit quietschenden Reifen vor dem großen, grauen Betonklotz, der wohl meine zukünftige Schule sein sollte.

"Na los, komm schon!", drängte meine Mutter, und so stieg ich eilig aus und schwang mir meine Tasche auf den Rücken.

In diesem Moment klingelte die Schulglocke. Ich seufzte. Wir schafften es auch wirklich nie pünktlich zu sein, auch wenn wir uns noch so anstrengten!

Während ich meiner Mutter durch den Regen folgte, betrachtete ich die Buchstaben über dem weißen Eingangsportal. Sie waren rot und passten so gar nicht zum langweiligen Grau des Gebäudes. Ich brauchte eine Weile, bis ich sie entziffert hatte.

Städtisches Gymnasium Ballstadt

stand da in verschnörkelter Schrift. Ich hastete durch die Eingangstür und stand in einem Treppenhaus. Meine Mutter war bereits dabei, die Karte der Schule und meinen Stundenplan zu betrachten, welche die Direktorin uns zugeschickt hatten.

"Hast du eine Ahnung, wo das Klassenzimmer 105 ist?", fragte sie.

"Mama, woher soll ich das denn wissen?" Ich verdrehte die Augen.

"Na gut", murmelte meine Mutter, "ich glaube, wir gehen einfach mal hier lang."

Ich folgte meiner Mutter etliche Gänge entlang und wieder zurück, Treppen hinauf und wieder hinunter. Irgendwie gelang es ihr dann doch, das Klassenzimmer 105 aufzuspüren.

"Machs gut Schatz, bis heute Nachmittag!"

Sie gab mir einen schnellen Kuss auf die Stirn und drehte sich um, um zu gehen.

"Viel Glück!", fügte sie noch hinzu, dann begann sie wieder den Gang entlangzuhasten, über den wir eben hergekommen waren.

"Ja, dir auch", murmelte ich sarkastisch, "beim Wieder-Rausfinden aus diesem Labyrinth!"

Ich hörte, wie im Klassenzimmer eine Lehrerin irgendetwas erklärte. Vorsichtig hob ich eine Hand, um an die Tür zu klopfen, ließ sie jedoch gleich wieder sinken. Ich war ja auch so ein Feigling! Was sollte mir denn schon passieren? Außerdem war es schlecht, wenn ich noch später kam. Ich befahl mir ruhig zu bleiben und atmete ein paar Mal tief durch, dann klopfte ich.

"Ja!", tönte eine barsche Frauenstimme hinaus in den Gang. Meine Hand zitterte so sehr, dass ich kaum in der Lage war, die Klinke festzuhalten. Kleine Schweißtröpfchen rannen mir über die Stirn. Was war nur los mit mir?

"Ja, bitte!" Die Lehrerin klang nun schon hörbar genervt. Mit einem mulmigen Gefühl drückte ich die Klinke hinunter und trat ein. Sofort starrten mich alle an.

"Ah, wie schön, die Neue gibt uns auch schon die Ehre ihrer Anwesenheit!", höhnte die Lehrerin.

Sie trug ihre schwarzen Haare kurz geschnitten und hatte eine Hakennase mit einer randlosen Brille darauf. Auf der Tafel hinter ihr standen Gleichungen.

"Stell dich halt kurz vor, dann machen wir weiter!", befahl die unsympathische Frau kurz angebunden.

"Ja, ääh ..." Ich wusste nicht so recht, was ich sagen sollte, als ich mich an die Klasse wandte: "Mein Name ist Nicole, mich nennen aber alle nur Nici. Ich komme aus München und ich ..."

"Reicht schon!", unterbrach die Lehrerin barsch. "Den Rest kannst du ja in der Pause erzählen. So, wo setzen wir dich hin?" Ihr Blick schweifte über die Reihen von Schülern und blieb schließlich an dem einzigen freien Platz hängen.

"Setz dich neben Mathilda!", befahl sie.

Mathilda war ein groß gewachsenes, braunhaariges Mädchen, das einladend lächelte. Zögernd ging ich auf sie zu und setzte mich. Sie beugte sich zu mir hinüber.

"Denk dir nichts, das ist Frau Hofer, die ist immer so drauf!", raunte sie mir verschwörerisch zu.

"Also", fuhr da Frau Hofer auch gleich mit ihrem Unterricht fort, "wenn wir auf beiden Seiten 8x abziehen, dann ..."

Ach, Gleichungen, wie langweilig! Die hatten wir letztes Jahr schon durchgenommen! Ich nutzte die Zeit, um mich ein wenig in meiner neuen Klasse umzusehen. Fast alle starrten mich an. Nur wenige notierten eifrig die Lösung der Gleichung in ihr Heft.

Direkt vor mir saßen ein paar Mädchen, die sich flüsternd unterhielten und immer mal wieder zu mir nach hinten sahen. Sie waren mit Tonnen von Make-up bedeckt und schienen sich wichtigere Dinge als den Unterricht vorstellen zu können.

Ein paar Plätze entfernt, in der letzten Reihe, fielen mir drei Jungen auf, die ein wenig größer und muskulöser...

Düster liegt das alte Kellergewölbe eines verlassenen Spukhauses vor Nici und Jo. Doch dann finden sie sich plötzlich in einer fremden Welt wieder. Krieg beherrscht das unbekannte Land Aragien. Einzig eine alte Prophezeiung hält das Volk aufrecht: "Es werden Geschwister von der Erde kommen, die durch ihren Mut und durch ihre Liebe zueinander den Krieg in Aragien entscheiden werden." Sollten Nici und Jo diese lang ersehnten Retter sein?
Der fesselnde Fantasyroman "Aragien - Das Vermächtnis der Armreife" stammt aus der Feder von Jungautorin Laura Schmolke aus Burghausen. Mittlerweile veröffentlichte sie schon ihr zweites Buch "Aviranes - Das Licht der Elfen".

Als Nici an ihrem ersten Tag in der neuen Schule den "Möchtegernhelden" Jo kennenlernt, ahnt sie noch nicht, dass die beiden bald in eine vollkommen fremde Welt verschlagen werden. Durch das Kellergewölbe eines verlassenen Spukhauses finden die beiden den Weg in das Land Aragien. Hier herrscht seit langer Zeit Krieg zwischen dem Herrn der Tausend Walde und dem Herrn der Finsternis. Das einzige Hilfsmittel in dieser fremden Welt scheint der silberne Armreif zu sein, den Nici im Kellergewölbe des Spukhausen gefunden hatte. Um seine Magie zu erlernen und seine Macht zu stärken, müssen sich Nici und Jo auf eine gefährliche Reise begeben, an deren Ende nur die Schlacht steht, die das Schicksal Aragiens entscheiden wird. Doch auf welcher Seite werden Nici und Jo dabei kämpfen?

Die Autorin dieser spannenden Geschichte ist die heute 19-jährige Laura Schmolke aus Burghausen. Sie hat schon immer viel und gern gelesen. Besonders angetan haben es ihr Krimis und später auch Fantasygeschichten. Bereits im Alter von zehn Jahren hat sie sich in ihrer Freizeit die ersten Geschichten ausgedacht. Eine mehrtägige Radtour mit ihrer Familie endete darum mit einer Krimigeschichte: "Es hat mir Spaß gemacht, sie aufzuschreiben und mir eine Fortsetzung zu überlegen. Zwei Jahre später habe ich meine erste längere Geschichte ausgearbeitet, jetzt keinen Krimi, sondern Fantasy. Ich fand es faszinierend, mir eine vollkommen neue Welt auszudenken, die nur ihren eigenen Gesetzen gehorcht", sagt Laura Schmolke.

Die Idee zu "Aragien - Das Vermächtnis der Armreife" kam Laura in einem Traum, den die Leser ihres Romans sicher wiedererkennen: "Ich träumte, ich liefe, gejagt von irgendetwas Unbekanntem, durch die dunklen Gänge einer Burg. Doch bevor meine Verfolger mich einholen konnten, tauchte wie aus dem Nichts ein Mädchen mit grauen Augen und schwarzen Haaren auf. Sie drückte auf einen Stein in der Wand und vor uns tat sich eine Öffnung auf, durch die wir entkommen konnten", erzählt sie. Und so entstand "Aragien" Stück für Stück: "Ich schrieb diesen Traum auf und überlegte, wer dieses fremde Mädchen gewesen sein könnte und warum sie mich gerettet hatte. Und wieso war ich überhaupt in dieser Burg gewesen? Wieso war ich verfolgt worden? Aus den ausgedachten Antworten auf diese Fragen wurde eine Geschichte. Ich notierte die Stichpunkte und überlegte mir Charaktere und Handlungsverläufe. Irgendwann setzte ich mich einfach an den Computer und schrieb drauf los, ohne viel nachzudenken."

Insgesamt dauerte es fast ein Jahr, bis Laura Schmolke "Aragien - Das Vermächtnis der Armreife" fertig gestellt hatte. Doch ihre Fantasie kennt keine Grenzen.

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