Kampfstoff-Forschung im Nationalsozialismus

Zur Kooperation von Kaiser-Wilhelm-Institut, Militär und Industrie
 
 
Wallstein (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 18. September 2017
  • |
  • 676 Seiten
 
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978-3-8353-4031-2 (ISBN)
 
Die erste umfassende Untersuchung der Geschichte der defensiven und offensiven Rüstungsforschung über chemische Massenvernichtungsmittel im Nationalsozialismus.

Welchen Beitrag leisteten die Elitewissenschaftler der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zu der im Nationalsozialismus mit erheblichen Mitteln geförderten Gasschutz- und Kampfstoff-Forschung? Florian Schmaltz rekonstruiert aus institutionsgeschichtlicher Perspektive, welche personellen und organisatorischen Kooperationsbeziehungen zwischen Wissenschaft, Militär und der Industrie existierten und wie diese als Ressourcen füreinander funktionierten. Zugleich geht er detailliert auf die Forschungsdynamik, die angewandten Methoden, Ziele und Resultate an sechs Kaiser-Wilhelm-Instituten ein, die Gasschutz- und Kampfstoff-Forschung betrieben. Der Autor zeigt, wie die antisemitische Vertreibungspolitik gegenüber jüdischen Wissenschaftlern mit dem Ziel einer verschärften Militarisierung der Forschung im Rahmen der NS-Wissenschaftspolitik in Einklang gebracht wurde, und geht der Frage nach, inwiefern die Direktoren aufgrund ihrer exponierten Stellung als Fachspartenleiter des Reichsforschungsrates für den Zugriff auf KZ-Häftlinge als Forscher, Sklavenarbeiter oder Versuchsopfer verbrecherischer Menschenversuche für eine Wissenschaft mitverantwortlich waren, die keine ethischen Grenzen mehr kannte.
  • Deutsch
  • Göttingen
  • |
  • Deutschland
  • 33,09 MB
978-3-8353-4031-2 (9783835340312)
383534031X (383534031X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Florian Schmaltz, geb. 1968, studierte Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Geschichte, Philosophie und Neuere deutsche Literaturwissenschaften an der Universität Hamburg und der Freien Universität Berlin. 2000-2004 Forschungsprogramm "Geschichte der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Nationalsozialismus". 2004 Promotion an der Universität Bremen. Anschließend wissenschaftlicher Mitarbeiter im DFG-Projekt "Forschungshybride: Aerodynamische Forschungspraxis im Ersten und Zweiten Weltkrieg zwischen Politik, Rüstung und wissenschaftlicher Theoriebildung" an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Derzeit ist er Projektleiter des Forschungsprogramms Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin.
  • Umschlag
  • Titel
  • Inhalt
  • I Einleitung
  • 1 Fragestellung
  • 2 Kampfstoff- und Gasschutz-Forschung am Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r physikalische Chemie und Elektrochemie im Ersten Weltkrieg - eine Vorgeschichte
  • 3 Warum im Zweiten Weltkrieg von deutscher Seite keine Chemiewaffen zum Einsatz gekommen sind
  • 4 Forschungsliteratur
  • 5 Quellenbestände zur chemischen Kampfstoff und Gasschutz-Forschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten
  • 6 Gliederung der Arbeit
  • II Kampfstoff-Forschung am Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r physikalische Chemie und Elektrochemie (1933-1945)
  • 1 Die Einrichtung eines »wehrwissenschaftlichen Dispositivs«
  • 1.1 Politische und akademische Biographien
  • 1.2 Die Institutsu¨bernahme
  • 1.3 Die Reorganisation der Kampfstoff-Forschung durch Gerhart Jander (November 1933 bis April 1935)
  • 1.4 Die Fu¨hrungskrise des kommissarischen Direktors Jander
  • 1.5 Der wissenschaftspolitische Aufstieg von Rudolf Mentzel und Peter Adolf Thiessen
  • 2 Die Ernennung von Peter Adolf Thiessen zum Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts fu¨r physikalische Chemie und Elektrochemie
  • 2.1 Reorganisation der Abteilungsstrukturen im Herbst 1936
  • 2.2 August Winkel und das Institut fu¨r Gaschemie der Wehrtechnischen Fakultät der Technischen Hochschule Berlin
  • 2.3 Die Pharmazeutisch-Chemische Abteilung als Außenstelle des Heereswaffenamtes am KWI fu¨r physikalische Chemie und Elektrochemie unter Horst Böhme (November 1943 bis Fru¨hjahr 1945)
  • 2.4 Zusammenfassung
  • 3 Thiessen als Fachspartenleiter fu¨r anorganische Chemie im Reichsforschungsrat
  • 3.1 Forschungsprojekte u¨ber Gasschutz und Kampfstoffe der Fachsparte allgemeine und anorganische Chemie am Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r physikalische Chemie und Elektrochemie
  • 3.2 Forschungsprojekte u¨ber Gasschutz und Kampfstoffe der Fachsparte allgemeine und anorganische Chemie an Universitäten und Technischen Hochschulen
  • 4 »Wunderwaffe« N-Stoff?
  • 4.1 Entwicklung, Produktion und Erprobung des Brandmittels »N-Stoff« (Chlortrifluorid)
  • 4.2 Gru¨ndung und Bau des N-Stoff-Werks der Monturon GmbH in Falkenhagen
  • 4.3 Nervengaswerk und das KZ-Außenlager Falkenhagen
  • 4.4. Der Einsatz von Häftlingen bei Bauarbeiten zur Teilverlagerung des Kaiser-Wilhelm-Instituts fu¨r physikalische Chemie und Elektrochemie 1943/1944 nach Falkenhagen
  • 4.5 Machtkämpfe zwischen SS und I.G. Farbenindustrie um das Kampfstoffwerk
  • 4.6 Menschenversuche mit N-Stoff an Häftlingen im Konzentrationslager Sachsenhausen
  • 4.7 Das »Chemikerkommando« im Konzentrationslager Flossenbu¨rg und das Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r physikalische Chemie und Elektrochemie
  • 5 Zusammenfassung
  • III Auftragsforschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten u¨ber chemische Waffen und Gasschutz
  • 1 Das Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r Arbeitsphysiologie (Dortmund/Mu¨nster). Wehrphysiologische Auftragsforschung fu¨r die Reichswehr u¨ber die Leistungsgrenzen von Soldaten im Dauereinsatz mit Gasmasken (1932-1934)
  • 1.1 Forschungsstand
  • 1.2 Militärische Forschungstraditionen am Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r Arbeitsphysiologie
  • 1.3 Die Zweigstelle des Kaiser-Wilhelm-Instituts fu¨r Arbeitsphysiologie in Mu¨nster
  • 1.4 Probleme der Gasmaskenforschung in der Weimarer Republik
  • 1.5 Der erste Forschungsauftrag der Reichswehr 1933. Vergabe und Fragestellung
  • 1.5.1 Der erste Versuchszyklus Anfang 1933
  • 1.5.2 Der erste Zwischenbericht Edgar Atzlers im Juni 1933 und die truppenärztlichen Erfahrungsberichte
  • 1.5.3 Der zweite Versuchszyklus im Sommer 1933. Wärmestau unter der Gasmaske 24
  • 1.6 Der zweite Forschungsauftrag im Sommer 1934. Leistungsgrenzen unter der Gasmaske 30
  • 1.7 Zusammenfassung
  • 2 Das Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r Hirnforschung (Genetische Abteilung) und die Forschungsabteilung der Auergesellschaft. Untersuchungen von Gasmasken und Gasmaskenfiltern mittels radioaktiver Isotopen (seit 1939)
  • 2.1 Die strukturelle Einbindung der Genetischen Abteilung in die Ru¨stungsforschung im Kontext der Reorganisation des Kaiser-Wilhelm-Instituts fu¨r Hirnforschung seit 1937
  • 2.2 Die Auergesellschaft und der Neutronengenerator als Teil eines Experimentalsystems
  • 2.3 Institutshaushalt und Ru¨stungsforschung im Zweiten Weltkrieg
  • 2.4 Publikation der ersten Forschungsergebnisse u¨ber Gasmaskenfilter
  • 2.5 Röntgenuntersuchungen zu Tragebeschwerden von Gasmasken
  • 2.6 Zusammenfassung
  • 3 Das Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r Lederforschung und das Institut fu¨r Pharmakologie und Wehrtoxikologie der Militärärztlichen Akademie. Lederimprägnierung gegen das Giftgas Lost (1943-1944)
  • 3.1 Entgiftung und Schutz von Leder gegen chemische Kampfstoffe
  • 3.2 Ergebnisse der ersten Testserie. Lostresistenz von Ledersorten verschiedenartiger Gerbung
  • 3.3 Ergebnisse der zweiten Testserie. Imprägnierungsversuche
  • 3.4 Testergebnisse der Imprägniermittel der I.G. Farbenindustrie
  • 3.5 Zusammenfassung
  • 4 Das Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r Strömungsforschung und das Marineobservatorium Greifswald. Ausbreitungsvorgänge von chemischen Kampfstoffen und Nebeln in turbulenten Reibungsschichten (1943)
  • 4.1 Internationale Wechselbeziehungen. Die Entdeckung der Kampfstoff-Forschung am Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r Strömungsforschung
  • 4.2 Windkanäle als »Experimentalsystem« der Aerodynamik
  • 4.3 Die Windkanalversuche von Karl Wieghardt u¨ber Ausbreitungsvorgänge in turbulenten Reibungsschichten
  • 4.4 Grenzen und Probleme der Übertragbarkeit des Modells
  • 4.5 Forschungsresultate
  • 4.6 Auswertung der Versuche im Heeresgasschutzlaboratorium Spandau (Oktober 1944)
  • 4.7 Zusammenfassung
  • IV Richard Kuhn und die Kampfstoffabteilung des Kaiser-Wilhelm-Instituts fu¨r medizinische Forschung in Heidelberg
  • 1 Richard Kuhn als Wissenschaftsorganisator und Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts fu¨r medizinische Forschung
  • 2 Vitamin- und Kampfstoff-Forschung am Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r medizinische Forschung. Die Landesverrats-Affäre Grundmann
  • 3 Die Einrichtung der Kampfstoffabteilung. Antisemitische Verfolgung und militärische Forschung
  • 4 Nervengasforschung in Industrie, Militär und Universitäten
  • 4.1 Entdeckung und Toxikologie des Nervengases Tabun
  • 4.2 Patentierung eines dual use Produkts im Spannungsfeld zwischen Militär und Industrie
  • 4.3 Entdeckung und Toxikologie von Sarin
  • 4.4 Die Entscheidung zum Aufbau der industriellen Produktion des Nervengases Tabun
  • 4.5 Menschenversuche im I.G. Farbenwerk in Wuppertal-Elberfeld und am Institut fu¨r Pharmakologie und Wehrtoxikologie der Militärärztlichen Akademie
  • 4.6 Pharmakologische Nervengasforschung an der Militärärztlichen Akademie und den Universitäten Marburg, Mu¨nster, Danzig und Leipzig
  • 4.6.1 Wolfgang Wirth - Institut fu¨r Pharmakologie und Wehrtoxikologie der Militärärztlichen Akademie
  • 4.6.2 Hans Gremels - Außenstelle an der Universität Marburg
  • 4.6.3 Ludwig Lendle - Außenstelle an der Universität Mu¨nster (seit 1943 in Leipzig)
  • 4.6.4 Werner Koll - Außenstelle an der Medizinischen Akademie Danzig
  • 5 Probleme der Kampfstoff-Forschung am Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r medizinische Forschung
  • 5.1 Von der Vitaminforschung zur Entdeckung des Nervengases Soman
  • 5.2 Forschungsprojekte von Mitarbeitern Kuhns in der Kampfstoffabteilung im Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r medizinische Forschung
  • 5.2.1 Vitamin E und Nervengase
  • 5.2.2 Unterschiede in der Nervengaswirkung auf das zentrale und periphere Nervensystem
  • 5.2.3 Klassifizierung von Cholinesterasen verschiedener Herkunft
  • 5.2.4 Hydrolyse verschiedener Cholinesterase-Präparate und ihr Einfluß auf Extrakte von Maden der Fruchtfliege Phormia regina sowie der Leber von Säugetieren
  • 5.3 Eine neue Nachweismethode fu¨r Tabun und Sarin aus dem Kaiser-Wilhelm-Institut fu¨r medizinische Forschung
  • 5.4 Tierversuche und Selbstversuche mit Lost (Senfgas)
  • 6 Menschenversuche im Konzentrationslager Natzweiler. Verbindungen des Kaiser-Wilhelm-Instituts fu¨r medizinische Forschung zur »Reichsuniversität Straßburg«
  • 6.1 Wissenschaftliche Netzwerke an der »Reichsuniversität Straßburg« und Kampfstoffversuche des SS-Ahnenerbes
  • 6.2 Die Phosgenversuche von Otto Bickenbach im Konzentrationslager Natzweiler
  • 7 »Target Heidelberg«. Die Evaluierung der Forschung u¨ber Nervengase durch Expertenkommissionen der alliierten Geheimdienste
  • 7.1 Was wußten die Alliierten u¨ber die deutschen Nervengase vor Kriegsende?
  • 7.2 Verhöre, Forschungsverbot und Kooperationsangebote
  • 7.3 Nervengasforschung der Alliierten
  • 7.4 Verhörzentrum »Dustbin« auf Schloß Kransberg
  • 8 Zusammenfassung
  • V Schlußbetrachtungen. Gasschutz- und Kampfstoff-Forschung an Kaiser-Wilhelm-Instituten
  • 1 Der Beitrag der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Chemiewaffenforschung im Nationalsozialismus
  • 1.1 Organisation und Resultate der Forschung u¨ber Chemiewaffen und Gasschutzmittel in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
  • 1.2 Projekt- und Auftragsforschung innerhalb der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
  • 1.3 Eigenständige Kampfstoff-Abteilungen an Instituten der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft
  • 1.4 Defensive oder offensive Chemiewaffenforschung?
  • 2 Die Rolle der KWI-Direktoren Thiessen und Kuhn als Fachspartenleiter im Reichsforschungsrat
  • 3 Antisemitische Vertreibung als strukturelle Voraussetzung fu¨r Ressourcenumleitung
  • 4 Ethische Entgrenzung der Forschung
  • 5 Synchroner und diachroner Vergleich
  • 5.1 Synchroner Vergleich - Quantitative Bedeutung der Chemiewaffenforschung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Vergleich zum Militär und zur Industrie
  • 5.2 Diachroner Vergleich - Chemiewaffenforschung in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft im Ersten Weltkrieg und im Nationalsozialismus
  • 6 Historische Folgen der Chemiewaffenforschung im NS-Regime
  • Danksagung
  • Abku¨rzungen
  • Archive
  • Literatur
  • Tabellen
  • Abbildungen
  • Register
  • Impressum

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