Betriebswirtschaft und Management im Krankenhaus

Grundlagen und Praxis
 
 
MWV Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft
  • erschienen am 5. September 2016
  • |
  • 449 Seiten
 
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978-3-95466-271-5 (ISBN)
 
Führungskräfte im Krankenhaus benötigen allgemeine Managementkenntnisse, medizinisches Grundwissen sowie die Fähigkeit, die theoretischen Grundlagen immer wieder auf aktuelle Fragestellungen und Konstellationen anzuwenden.

Dieses Lehr- und Praxisbuch vermittelt die betriebswirtschaftlichen Kernthemen sowie das notwendige Managementwissen, um die steigende Komplexität der Führungs- und Gestaltungsaufgaben sowie die zunehmende Wettbewerbsintensität in der Gesundheitswirtschaft bewältigen zu können. Theoretisches Basiswissen wird mit praktischen Anwendungsfragen kombiniert. Praxisnahe Beispiele und Fallstudien runden das Verständnis ab.

Erfolgreiche Führung benötigt immer eine mehrdimensionale Balance: Effizienz versus Effektivität, strategische Kompetenz versus operative Exzellenz, finanzieller Erfolg versus nicht-monetäre Performance. Aufbauend auf diesem Grundprinzip präsentiert das Buch einen kompakten Querschnitt diverser Unternehmensfunktionen im Krankenhaus sowie anwendungsorientierte Inhalte zu Potenzialen, Prozessen und Ergebnissen der stationären Krankenversorgung.
2. Auflage
  • Deutsch
  • Berlin
  • |
  • Deutschland
  • Für Beruf und Forschung
  • |
  • Führungskräfte aller Berufsgruppen im Krankenhaus und anderen Gesundheitsunternehmen; Studierende und Wissenschaftler aus gesundheitsbezogenen Fachgebieten wie Management im Gesundheitswesen, Health Care Management, Gesundheitsökonomie, Public Health, Krankenhausmanagement und Pflegemanagement; Einsteiger aus der Medizin und BWL und Umsteiger aus anderen Branchen; Entscheider in Krankenkassen, Unternehmensberatungen und allen Unternehmen der Gesundheitswirtschaft, die Krankenhäuser zu ihren Partnern zählen
  • Überarbeitete Ausgabe
  • 99
  • |
  • 130 s/w Abbildungen, farbige Abbildungen, 99 s/w Tabellen
  • 11,16 MB
978-3-95466-271-5 (9783954662715)
395466271X (395466271X)
weitere Ausgaben werden ermittelt
- Das Zusammenspiel von BWL und Medizin

- Zur Rolle von Krankenhäusern in der Gesundheitswirtschaft

- Interne und externe Organisation

- Einkauf und Materialwirtschaft

- Strategische Planung und Marketing

- Qualitäts- und Risikomanagement

- Investition und Unternehmensbewertung

- Bilanzierung und Finanzierung

- Kostenrechnung und Controlling

- Strategisches Controlling im Krankenhaus

Grundlegende Fragen der Führung von Krankenhäusern


Betriebswirtschaft im Krankenhaus ist stets eine anspruchsvolle Balance. Das Errichten von Schutzmauern gegenüber allgemeinen ökonomischen Notwendigkeiten ist ebenso wenig hilfreich wie der allzu unkritische Transfer von Managementmethoden aus anderen Branchen. In diesem Kapitel werden die wichtigsten grundlegenden Fragen der Führung von Krankenhäusern erläutert. Dies beginnt mit der Definition und einer Darstellung unterschiedlicher Arten von Krankenhäusern, geht über Rechtsformfragen, die Ziel- und Leitbilddiskussion sowie eine Systematisierung von Managementproblemen bis zu Fragen der Privatisierung und Internationalisierung von Krankenhäusern.

2.1 Definition und Arten von Krankenhäusern


Nach § 2 Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) sind Krankenhäuser "Einrichtungen, in denen durch ärztliche und pflegerische Hilfeleistungen Krankheiten, Leiden oder Körperschäden festgestellt, geheilt oder gelindert werden sollen oder Geburtshilfe geleistet wird und in denen die zu versorgenden Personen untergebracht und verpflegt werden können". Diese Definition vermittelt in kompakter Weise das Leistungsspektrum von Krankenhäusern: Diagnose, Therapie, Pflege sowie Unterkunft und Verpflegung. Weitere konstitutive gesetzliche Vorgaben finden sich im § 107 Abs. 1 SGB V. Danach benötigen Krankenhäuser eine ständige fachlich-medizinische ärztliche Leitung, das Vorhandensein von dem Versorgungsauftrag entsprechenden diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten, ferner das Arbeiten nach wissenschaftlich anerkannten Methoden sowie jederzeit verfügbares ärztliches, Pflege-, Funktions- und medizinisch-technisches Personal. Abzugrenzen sind Krankenhäuser von Einrichtungen, deren Aufgabe in der Versorgung der Patienten mit stationären medizinischen Leistungen zur Vorsorge oder Rehabilitation besteht.

Aus diesen gesetzlichen Bestimmungen leitet sich der Versorgungsauftrag ab, den Krankenhäuser innerhalb des Gesamtsystems Gesundheitswesen zu erfüllen haben: Wiederherstellung, Aufrechterhaltung oder allgemein positive Beeinflussung des Gesundheitszustandes im Rahmen der flächendeckenden Versorgung von Patienten, die eine vornehmlich stationäre Versorgung benötigen. Darüber hinaus obliegt ihnen auch die praktische Ausbildung von Ärzten und Pflegekräften. Für Universitätskliniken sind Forschung und Lehre als zusätzliche Aufgaben zu nennen.

Die Krankenhausversorgung gehört zu jenen öffentlichen Aufgaben, die der Staat nicht selbst übernimmt, sondern zu deren eigenständiger Sicherung er die Beteiligten in Form einer gemeinsamen Selbstverwaltung in Anspruch nimmt. Konkret sind dies der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Spitzenverbände der gesetzlichen (GKV) und privaten Krankenversicherung (PKV) bzw. deren Sub-Institutionen auf Landesebene, die diese Aufgabe wahrnehmen und z. B. die Konkretisierung der Rahmengesetzgebung vornehmen. Unter anderem gehört auch die Ausgestaltung und Umsetzung des Entgeltsystems zu den Aufgaben der Selbstverwaltung.

Die Krankenhauslandschaft in Deutschland ist heterogen und es gibt diverse Möglichkeiten, Krankenhäuser zu unterscheiden und zu systematisieren (s. Tab. 2) [vgl. z. B. Fleßa 2013]. Eine erste gängige Differenzierung orientiert sich an der Art der Aufgabe und unterscheidet in Allgemeine (85 %) und sonstige Krankenhäuser (15 %). Zu letzteren zählen rein psychiatrische und neurologische Krankenhäuser sowie Tages- und Nachtkliniken. Als Folge ihrer unterschiedlichen Aufgaben unterscheiden sich diese beiden Typen auch maßgeblich in ihrer Verweildauer. Diese Unterscheidung ist seit 1990 auch Grundlage der amtlichen Statistik, die neben den Allgemeinen und sonstigen Krankenhäusern noch Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen führt.

Tab. 2Arten von Krankenhäusern

Art der Aufgabe

(seit 1990)

Allgemeine

Sonstige

Ärztlich-pflegerische

Zielsetzung (bis 1990)

Allgemeinkrankenhäuser

Fachkrankenhäuser

Sonderkrankenhäuser

Trägerschaft

öffentliche

freigemeinnützige

private

GKV-Zulassung

Vertragskrankenhäuser

Plan-

krankenhäuser

Hochschul-

kliniken

Nicht

zugelassene

Krankenhäuser

Öffentliche Förderung

der Investitionen

ja

nein

Rechtsform

Öffentlich-Rechtlich

(z. B. Regiebetrieb, Eigenbetrieb)

Privat-Rechtlich

(z. B. GmbH, AG)

Versorgungsstufe

Grund-

versorgung

Regel-

versorgung

Schwerpunkt-

versorgung

Maximal-

versorgung

Ärztliche Besetzung

Anstaltskrankenhäuser

Belegkrankenhäuser

Vor 1990 gab es die an der ärztlich-pflegerischen Zielsetzung orientierten Kategorien Allgemeine Krankenhäuser (Akutkrankenhäuser mit mehreren Fachabteilungen ohne Spezialisierung), Fachkrankenhäuser (Akutkrankenhäuser mit Spezialisierung) und Sonderkrankenhäuser (Spezialisierung auf Personengruppen wie Sucht- oder Psychiatriepatienten oder Gefängnisinsassen). Inhaltlich kann diese Unterscheidung natürlich auch heute noch verwendet werden, auch wenn die amtliche Statistik angepasst wurde.

Die für Managementfragen vielleicht wichtigste Unterscheidung von Krankenhäusern ist die nach der Trägerschaft. Träger eines Krankenhauses ist, wer über die qualifizierte Kapital- und Stimmenmehrheit verfügt und damit das Krankenhaus betreibt und bewirtschaftet. Wenn unterschiedliche Träger an einem Krankenhausunternehmen beteiligt sind, wird derjenige in der Statistik gezählt, der die Mehrheit besitzt, oder überwiegend die Geldlasten trägt.

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In Deutschland gibt es eine historisch gewachsene Trägerstruktur aus öffentlichen, freigemeinnützigen und privaten Krankenhäusern. Die Pluralität dieser unterschiedlichen Trägerschaften wird durch § 1 Abs. 2 Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) auch gesetzlich geschützt. Trägerstrukturverschiebungen sind dadurch aber nicht ausgeschlossen und zählen auch zu den wichtigsten Tendenzen auf dem deutschen Krankenhausmarkt in den letzten Jahren.

Öffentliche Träger sind entweder Gebietskörperschaften (Bund, Länder, Bezirke, Kreise, Gemeinden), Zusammenschlüsse dieser Gebietskörperschaften (Arbeitsgemeinschaften, Zweckverbände) oder Sozialversicherungsträger (z. B. Arbeitsgemeinschaften oder Zweckverbände). Zu den freigemeinnützigen Krankenhäusern zählen stationäre Einrichtungen, die von Trägern der kirchlichen und freien Wohlfahrtspflege, Kirchengemeinden, Stiftungen oder Vereinen betrieben werden. Ihr Vermögen ist im Regelfall an einen bestimmten, ideellen Zweck gebunden. Etwa ? der freigemeinnützigen Krankenhäuser in Deutschland sind den Kirchen zuzurechnen, es gibt aber auch wichtige nicht-konfessionelle Träger wie das Deutsche Rote Kreuz, private Wohlfahrtsverbände oder die Arbeiterwohlfahrt. Eigentumsrechtlich gesehen, sind freigemeinnützige Krankenhäuser privat, da sie sich nicht in öffentlichem Eigentum befinden. Aufgrund der Unterschiede in Motiven und Organisationsstrukturen werden sie aber als eigenständige Kategorie geführt, auch in der amtlichen Statistik.

Die dritte Kategorie bilden private...

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