Deutsch - Polnisches & Polnisch - Deutsches Ortschaftswörterbuch

(mit Bezeichnungen nicht mehr bestehenden Ortschaften)
 
 
Books on Demand (Verlag)
  • 1. Auflage
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  • erschienen am 10. Februar 2020
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  • 324 Seiten
 
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978-3-7504-5890-1 (ISBN)
 
Die Schriftenreihe für angewandte Sozialgeschichte StudIaS stellt die Fortsetzung der mit Auflösung des Instituts für angewandte Sozialgeschichte (InfaS) der FU in Bonn im Jahre 1989 abgebrochenen Schriftenreihe für sozialwissenschaftliche, genealogische, heraldische und historische Studien des Instituts für angewandte Sozialgeschichte StudIaS dar.
In der Schriftenreihe StudIaS ist angestrebt, die bis 1989 nicht mehr zur Veröffentlichung gelangten Manuskripte als auch neue Arbeiten der RvS Stiftung jeweils in einer Auflage als e-Buch und in einer als Sachbuch gedruckten Ausgabe zu realisieren.

Die neue Schriftenreihe ist strukturiert in nachfolgende Serien:

StudIaS-#
allgemeine Serie mit deutsch- und fremdsprachigen Titeln

StudIaS-GEN
Hilfsmittel zu genealogisch-heraldischen Forschungen

StudIaS - Einführungen
Serie landesbezogene Einführungen zu geneal.-herald. Forschungen

StudIaS-R
Werksausgaben kommentierten Reprints vergriffener Titel

StudIaS-Stammfolgen
Serie monographischer Geschlechterdarstellungen

StudIaS-W
Serie Wappengenossenschaften der Res Publica [Heraldik]
1. Auflage
  • Deutsch
  • 2,77 MB
978-3-7504-5890-1 (9783750458901)
weitere Ausgaben werden ermittelt
Die StudIaS Reihen richten sich an eine breit gefächerte Gruppe von Lesern: Angefangen bei Personen, die mehr über einen entsprechenden Namen der Szlachta erfahren möchten, über versierte Genealogen und Heraldiker, welche forschungsbedingt in Gebiete vorstoßen, in denen sie nicht bewandert sind bis zu Fachleuten wie Politologen spezialisiert auf Demokratie- und Migrationsforschung, Akkulturations-, Inkulturations- und Assimilierungsprozesse, Historiker, die sich mit Umformungen im östlichen Europa beschäftigen, bis zu langfristigen gesellschaftlichen Wandel analysierenden Soziologen. Dementsprechend beinhaltet es neben hoch spezialisierten Elementen auch Bereiche allgemeiner Einführung in die Thematik der Adelsrepublik Polen-Litauen, Genealogie und Heraldik.

1. Thematischer Überblick

1.1. Von polnischen Ritterfamilien zu adligen Szlachtageschlechtern.

Die alten polnischen Stammwappen bildeten in ihrer unverändert gebliebenen Form ein Kennzeichen der Zusammengehörigkeit der oft über das ganze Reich zerstreut lebenden Zweige eines Geschlechts und ein Unterscheidungszeichen von anderen, ein anderes Wappen führenden gleichnamigen Geschlechtern. Beim alten polnischen Adel (bis zur Entstehung der Res Publica) und dadurch auch der Szlachta der Adelsrepublik liegt die Entstehung der Wappen meist im tiefen Dunkel. Der Stifter wählte das Motiv des Wappens, sei es aus dem religiösen oder ritterlichen Leben, aus dem ritterlichen Frauendienst, oder er wählte sonst ein Zeichen, das ihm die Erinnerung an ein ihn betreffendes, öffentliches oder in seinem privaten Leben bedeutungsvolles Ereignis bewahren sollte. Eine Deutung hat sich durch kein Schriftstück, meist nur durch eine oft sagenhafte Deutung in der Familie erhalten.

Im alten Polen bildeten sich keine Heroldsfiguren in den Wappen aus; diese haben sich also in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten und waren auch keinen heraldischen Regeln unterworfen. Das Wappenbild im farbig ungeteilten Schildfeld und der Helm-schmuck bildete das Wappenbild. Helmdecken und Schildhalter gehörten nicht zu diesem und waren nur eine vom Ausland angenommene, zuerst ganz bedeutungslose Nebensache und entwickelten sich erst langsam gegen Ende der Adelsrepublik.

Die Kenntnisse über die ursprünglichen polnischen Ritterwappen bis zu den Adelswappen der "Res Publica" erweiterten sich nur allmählich.

Als erste Chronisten Polens sind Gallus Anonymus, Wincenty Kadlubek vermutlich des Wappens Labez oder Lis, Janko z Czarnkowa des Wappens Nalecz und Marcin Bielski des Wappens Prawdzic zu nennen.

Jan Dlugosz des Wappens Wieniawa, auch Johannes Longinus, Joannes Dlugossius genannt, * 1415 in Nowa Brzeznica bei Radomsko, + 19. V. 1480 in Krakau, erster heraldische Schriftsteller der entstehenden Rzeczpospolita, führte in seinem Traktat " Insignia seu Clenodia regni Poloniae" (geschrieben 1466 - 70) über 103 Wappen auf, von denen etwa 50 beschrieben waren.

Martin von Cromer h. Kromer (PL-Marcin Kromer h. Kromer), * 1512 in Biecz, Provinz Kleinpolen, ┼ 23. III. 1589 in Heilsberg, Ostpreußen), erwähnte 115 Wappen.

Bartosz Paprocki h. Jastrzebiec, (auch Bartholomäus Paprocky oder Bartholomew Paprocki, CZ-Bartolomej Paprocký z Hlahol a Paprocké Vule; PL-Bartlomiej Paprocki h. Jastrzebiec), * 1540/1543 bei Sierpc, Masowien, ┼ 27. XII. 1614 in Lemberg, Ukraine, gab in seinen Hauptwerken von 1578 und 1584 insgesamt 2.481 Geschlechter in 126 Wappengenossenschaften und 28 + 48 Individualwappen, also insgesamt 202 Wappen an.

Szymon (Simon) Okolski h. Rawicz, (andere Namensform Simon de Camenacia), * 1580 in Kamieniec Podolski, Ukraine, + 10. VI. 1653 in Lemberg, Ukraine, erhöhte die Zahl bekannter Wappen auf 290,

Albert Wijuk Kojalowicz h. Kosciesza Abwandlung, (LAT-Koialovicius-Wijuk Albertus, LIT-Albertas Vijukas Kojalavicius, PL-Wojciech Wijuk Kojalowicz h. Kosciesza Abwandlung), * 1609 Perkunashaus in Kaunas oder Romainiai, Litauen, + 6. X. 1677 in Warschau, schrieb über die litauischen Wappen sowie

Jan Chryzostom Pasek h. Doliwa, der in seinem Tagebuch ein anschauliches Bild über das Sarmatentum der Szlachta in der Adelsrepublik wiedergibt.

Aus diesen Schriftstellern schöpfte Kaspar Niesiecki, bürgerlicher Herkunft (nach anderen Angaben des Wappens Poraj), * 31. XII. 1682 in Großpolen, + 9. VII. 1744 in Krasnystaw, Provinz Kleinpolen, für sein 4-bändiges Werk und beschrieb etwa 500 Wappen. Ob er Zugang zu der Handschrift von Walerian Nekanda Trepka h. Topór über die Versuche von Adelsanmasungen im XVII. Jhdt. hatte, ist nicht eindeutig klar.

Nach diesem arbeiteten über Familien und Wappen der Adelsrepublik Dunczewski, Kuropatnicki, Krasicki, Leszczyc, Piotr Malachowski h. Nalecz und Wieladko h. Nalecz.

Aufbauend auf diesen Werken erstellte Bobrowicz h. Gryf seine 10-bändige Neuausgabe des Werkes von Niesiecki mit kritisierenden, berichtigenden und vervollständigenden Zusätzen und führte 577 Wappen an.

Der Historiker Joachim Lelewel von Löwensprung eigenen Wappens verfasste in dieser Neuausgabe Niesiecki's die Einleitung über die Entstehung und Entwicklung des Adels- und Wappenwesens der Adelsrepublik. Als Band 11 wird in der Literatur häufig das Werk von Ignacy Kapica Milewski h. Tuczynski: Herbarz Ignacego Kapicy Milewskiego (wydanie z rekopisu) angesehen sowie 2 Bände von Krzysztof Czarniecki h. Lodzia: Herbarz Polski podlug Niesieckiego genannt.

Obwohl es einige kritische Stimmen gibt, wird auch Przewodnik heraldyczny [Heraldischer Führer] von Adam Amilkar Kosinski h. Kozinski II als grundlegend angesehen.

Besonders wichtig sind die Werke von Sinapius über Schlesien, Milewski über Masowien, Ketrzynski (auch von Winkler genannt) h. Cietrzew über Preußen, Graf Dunin-Borkowski h. Labedz über Galizien, Wittyg h. Prus I über die verdunkelte Schlachta, Prof. Franciszek Piekosinski über die polnische Ritterschaft des Mittelalters und Altlitauens, heraldische Tabellen von Chrzanski h. Chrzanski oder heraldische Studien von Malecki um nur einige zu nennen.

Aufbauend auf diesen "Vorarbeiten" entstanden dann die einmaligen Grundwerke über die Szlachta der Res Publica Beider Nationen, nach polnischen Historikern des XX. Jhdt. als RON abgekürzt, der Autoren Graf Jerzy Dunin-Borkowski h. Labedz, Teodor Zychlinski h. Szeliga, Graf Juliusz Ostrowski h. Rawicz und verlagerte sich mit Werken von Adam Boniecki h. Boncza unter Mitarbeit Baron Artur Reisky von Dubnitz eigenen Wappens, Graf Seweryn Uruski h. Sas sowie von Prof. Wlodzimierz Dworzaczek immer mehr in den akademischen Rahmen.

Wegen seiner Werke ist von Bedeutung das Wirken des Emilian von Zernicki h. Szeliga hervorzuheben, die alle samt in Deutsch erschienen. Die von ihm verwendete begriffliche Griffigkeit hat zur unglücklichen Gleichsetzung der Szlachta der Adelsrepublik mit dem polnischen Adel wie auch zur Einführung des Begriffes "Klein-Adel" im deutschsprachigen Raum geführt.

In der Zwischenkriegszeit erschienen spezialisierte Wappenlexikas, die wie das Werk von Stanislaw Dziadulewicz h. Sokola über den tatarischen Adel der Res Publica oder die Arbeiten von Dr. Ludwik Piotrowski h. Korwin zur Szlachta armenischen und mosaischen Ursprungs in der Adelsrepublik.

Auch in der Zeit der Klassenfeindschaft ruhten die Arbeiten nicht. Alle heutigen namhaften Genealogen und Historiker Osteuropas begannen ihre Arbeit in den Volksdemokratien, auch wenn sich die Forschungen mehr im akademischen Rahmen abspielten oder in der Schublade landeten. Aber nicht ausnahmslos.

Nach der Wende werden nun viele Arbeiten publiziert, einige Teils aus der Schublade, wie bei Proff. Jerzy Lempicki, Andrzej Rachuba, Elzbieta Seczys, Slawomir Górzynski oder Szymon Konarski, Slawomir Leitgeber und Dr. Roman Sekowski. Mit Dr. Grzegorz Blaszczyk (Adel von Samogitien, Litauen), Dr. Evgen Czernecki (Adel der galizischen Ukraine), Dr. Jerzy Minakowski (politische Genealogie der Res Publica), Dr. Przemyslaw Pragert (Adel von Kujawien), Dr. Carsten Krumke (Kosakenadel), Oleg Chorowiec (Adel der imperialen Ukraine) und Elzbieta Halina Nejman (Adel der Wojewodschaft Sieradz) trat nach dem Niedergang des eisernen Vorhangs eine neue Generation akademischer Genealogen und Heraldiker auf.

Der Graphiker und Heraldiker Tadeusz Gajl hat es sogar geschafft, dass seine gezeichneten Wappen sogar in Fachkreisen eine besondere Bezeichnung erfahren haben: herby gajlowskie oder Gajlesque Coat of Arms. Diese Auszeichnung scheint verdient zu sein, denn er hat nicht nur eine allgemeine Datenbank der Wappen der Szlachta der Adelsrepublik geschaffen, sondern mit Kollegen auch das weltweit erste elektronische Klassifizierungssystem geschaffen, mit dem zu einem unbekannten Wappen dessen Wappenruf bestimmt werden kann und damit auch die Familien, die es führen. Erklärend muss noch erwähnt werden,...

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