Tierschutz und Tierrechte im Königreich Württemberg

Die erste deutsche Tierschutz- und Tierrechtsbewegung 1837, die drei württembergischen Tierschutzvereine ab 1862 und ihre Tiere
 
 
Springer VS (Verlag)
  • erschienen am 21. März 2022
  • |
  • XIII, 728 Seiten
 
E-Book | PDF mit Wasserzeichen-DRM | Systemvoraussetzungen
978-3-658-35353-7 (ISBN)
 

Im gesellschaftlichen Kontext Württembergs zeichnet das vorliegende Buch exemplarisch für den deutschsprachigen Raum die Entstehung und organisatorische Entfaltung des Tierschutzes im langen 19. Jahrhundert nach. Ausgangspunkt ist die erste kontinentaleuropäische Tierschutzbewegung, die in Württemberg von 1837 bis 1840 in einem breiten öffentlichen Diskurs und organisiert in sechs Vereinen einen Tierschutzparagrafen durchsetzte, bevor sie wieder versandete. Warum gerade zu dieser Zeit ausgerechnet im wirtschaftlich zurückgebliebenen Württemberg der Übergang von tierethischer Reflexion zu zivilgesellschaftlichem Handeln gegen Tierquälerei stattfand, leitet die Studie aus Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse und aus einer geistigen Atmosphäre ab, die gekennzeichnet war von romantischer Empfindsamkeit, Individualismus und Sittenstrenge, verschränkt mit aufgeklärter, sehr praktisch orientierter pietistischer Frömmigkeit.

1862 gelang die Gründung eines dauerhafteren und landesweiten Vereins, dem in den 1890er Jahren noch zwei kleinere folgten: ein Frauenverein und ein Ableger der Antivisektionsbewegung. Das Buch stellt Praxis, Forderungen, tierrechtliche Ansätze, Zielgruppen und soziale Basis aller Vereine ausführlich vor und analysiert Motive und Netzwerke der Protagonist*innen. Dabei werden die Tiere, um die es ging, nicht vergessen: Basierend auf den Quellen der Vereine entfaltet die Studie ein plastisches Panorama der damaligen Lage der Tiere in der menschlichen Gesellschaft, die jeden romantisierenden Rückbezug auf diese Zeit vor der Massentierhaltung Lügen straft.


1. Aufl. 2022
  • Deutsch
  • Wiesbaden
  • |
  • Deutschland
Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH
  • 25 s/w Abbildungen
  • |
  • XIII, 728 S. 25 Abb.
  • 9,33 MB
978-3-658-35353-7 (9783658353537)
10.1007/978-3-658-35353-7
weitere Ausgaben werden ermittelt
Dr. Wolfram Schlenker ist Politikwissenschaftler und Germanist.
Teil 1 Die erste deutsche Tierschutz- und Tierrechtsbewegung in WürttembergHistorischer Hintergrund 3Gesellschaft, Staat und Pietismus in Württemberg bis Ende der 1830er Jahre 4Der bäuerliche und kleinstädtische Pietismus und die Tiere 8Dann - ein früher Tierrechtler, Mahner und Aktivist 12Tiere treten an die Rampe: "Bitte der armen Thiere" 1822 13Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Christian Adam Dann (1758-1837) 15Die Schaubühne des Grauens 18Die Bitte der Tiere 20Danns letzter Aufruf "in der Wüste der unbarmherzigen Welt" 1832 21Eine neue Tonlage: Der Mensch - "ein Verderber der Erde, ein Tyrann der Thiere" 22Aufruf zur Aktion 24"Um schändlichen Gewinns willen ..." 25Dann und die Rechte der Tiere in der menschlichen Gesellschaft 28Die Grenzen des Notwendigen und des Vorstellbaren 28Das Recht auf Lebensgenuss 32Wo stehen die tierrechtlichen Ansätze Danns historisch? 32Zwei "feindliche Brüder": Aufklärung und Pietismus 34Dann und der menschliche Fortschritt 35Exkurs: Die Sklavenwelt, die Tierwelt und die Emanzipation 36Fazit 39Europäischer Funkenflug der Ideen: Tierschutz liegt in der Luft 40Ein neues Verhältnis zur Natur und die deutsche Misere 41Individualismus, Empfindsamkeit und Sittenstrenge 43Fazit 46Die erste deutsche Tierschutz- und Tierrechtsbewegung in Württemberg 49Chronologie 51Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Albert Knapp (1798-1864) 57Erstes Ziel: Ein Gesetz gegen Tierquälerei 58Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Friedrich Theodor Vischer (1807-1887) 61Die Tiere und Menschen der ersten Tierschutzbewegung 64Ziele, Zielgruppen und Aktivitäten 68Begründungen, Einwände und aufscheinende Rechte 73Die Stagnation der ersten Tierrechts- und Tierschutzbewegung 78Württemberg als Geburtshelfer für weitere deutsche Tierschutzvereine 81Teil 2 Der Württembergische TierschutzvereinVereinslose Zwischenzeit 1840 - 1862 2Schwieriger Neustart - Vier Frauen, vier Männer 5Ziele und Zielgruppen 9Aktivitäten 12Aktive Mitglieder 12Prämierung von Polizisten 13Prämierung von "Pferdeknechten" 16Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Theodor Plieninger (1795 - 1879) 18Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Wilhelm Graf Taubenheim (1805 - 1894) 22Publikationen 23Flugblätter und Plakate 23Bilder, Poesie und Gefühle 25Die "Vereinsschriften" 27Das erste Vereinsblatt und die Tragödie des Theodor Plieninger 30Das zweite Vereinsblatt: "Der Tierfreund" 34Für Kinder und Jugendliche 36Eingaben, Petitionen und Mitarbeit im Reichsverband der Tierschutzvereine 39Vorträge und andere Aktivitäten 41Das Jubiläum und die Stuttgarter Versammlung des Reichsverbandes 43Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Friedrich Pfäfflin (1835-1910) 45Die Menschen des WüTV. Soziale Basis und Mitgliederstruktur 47Der WüTV und der Staat 47Die Mitglieder 49Vereinsorgane 52Netzwerke 55Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Ferdinand Graf Zeppelin (1838-1917) und sein Freund Robert Moser (┼1912) 58Die organisatorische Entwicklung des WüTV - eine Übersicht 60Gesellschaft, Vereine und bürgerlicher Elitarismus 64Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Eduard Kaulla (1856 - 1915) 71Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Immanuel Kammerer (1857-1927) 73Die Tiere des WüTV 75"Bester Freund" und Symboltier: Das Pferd 76Rinder 92Vögel 97"Geflügel" 104Schweine 107Schafe 109Hunde 111Katzen 115Frösche 117Wildtiere 117Transport und Handel 120Schlachtung 128Exkurs: Das religiös begründete Schächten und der WüTV 136Jagd 146Wege zu den Zielen 149Ära Plieninger: Eine neue Strategie in der Tierschutzbewegung und neue Erkenntnisse 149Nach Plieninger: Weiterarbeit ohne Strategie 157Von Tierrechten und ethischen Grenzen der Tiernutzung 159Ära Plieninger 159Ära Pfäfflin: Das "Recht der Tiere" und das positive Recht 167Ära Kammerer / Kaulla: Zunehmende Beliebigkeit 170Teil 3 Die "Radikalen": Vegetarier, Frauen, TierversuchsgegnerDer Stuttgarter Vegetarianerverein und Gustav Struve 2Struves Auffassungen 4Höhenflüge und gesellschaftliche Isolation 7Getrennte Welten: Vegetarier und Tierschützer in Württemberg 9Frauen melden sich zu Wort: Der Württembergische Frauentierschutzverein 13Aktivitäten und Ziele des WüFTV 18Die Tiere des WüFTV 21Die Gründung des Tierheims Stuttgart 24Mitglieder und Protagonistinnen 27Fazit 29Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Elise von König-Warthausen (1835-1921) 30Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Clara Oesterlen (1861 - ca. 1941) 31Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Emilie Weisser (1854-1930) 32Tierversuchsgegnerinnen und Antivivisektionisten 33Der Württembergische Tierschutzverein und die Vivisektion 34Entstehung des "Württ. Zweigvereins" des "Internationalen Vereins" aus dem WüFTV 37Erster Aufschwung der deutschen Antivivisektionsbewegung 1878-1886 40Worum ging es eigentlich? 43Ein kurzer Blick in die Tierhölle 43Warum wurden Tierversuche so wichtig? 46Zweiter Aufschwung der Antivivisektionsbewegung 1895 - 1905 49Suche nach Bündnispartnern 50Arbeiterbewegung 51Friedensbewegung 54Exkurs: Antisemitismus und die deutsche Antivivisektionsbewegung 56Taktische Differenzen: Die Frage der Abolition 59Die "Abteilung Württemberg" des Weltbundes gegen die Vivisektion 61Ziele und Aktivitäten 61Publikationen 63Vorträge, Ausstellungen und Mitgliederkommunikation 65Petitionen 68Mitglieder und Führung der "Abteilung Württemberg" 69Vivisektionskritik und Lebensreform 72Das Bündnis mit Naturärzten, Homöopathen und Impfgegnern 73Gizycki als Lebensreformer 76Galerie württembergischer Tierschützerinnen und Tierschützer: Walter von Gizycki (1859-1930) 78Die Argumente im Vivisektionsstreit 79Rechte und Grenzen 84Tierrechte versus zivilisatorische Notwendigkeiten 84Das Fleischessen 87Wahrnehmung gesellschaftlicher Gründe für Tierelend 87Fazit mit einem Blick zurück 89AnhangBiografische NotizenChronik

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