
Musik- und Audioproduktion für Dummies
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Inhalt
Kapitel 1
Das Tonstudio im Schlafzimmer
IN DIESEM KAPITEL
- Wie ein Tonstudio aufgebaut ist
- Ein Studio entsprechend Ihrem Budget und Ihren Ansprüchen konzipieren
- Was Sie bei der Raumakustik berücksichtigen sollten
- Tipps für ein kleines Budget: mit wenig Geld viel erreichen
Musik kann man prinzipiell überall produzieren - wenn nötig auch zu Hause im eigenen Schlafzimmer. So ist sogar schon der eine oder andere Hit entstanden. Wahrscheinlich haben Sie aber eine etwas andere Vorstellung von einem Tonstudio. In diesem Kapitel geht es darum, wie ein Tonstudio eigentlich aussieht, was es alles leisten kann und warum Ihre Vorstellung davon vielleicht gar nicht so viel mit der Realität zu tun hat.
In einem Tonstudio werden Musik, Sprache und Geräusche aufgenommen, bearbeitet und gemischt. Heutzutage hat sich das Tonstudio dank digitaler Technologien stark verändert und ist nicht mehr ausschließlich auf große Studios mit teurem Equipment beschränkt - auch kleinere Projektstudios können hochwertige Produktionen hervorbringen.
Beispiele für große Hits aus kleinen Studios:
- Bob Dylan & The Band - The Basement Tapes. Eine Session im Keller des Hauses Big Pink.
- Billie Eilish - When We All Fall Asleep, Where Do We Go? Produziert im Schlafzimmer ihres Bruders.
Vielleicht ist der nächste Schlafzimmer-Hit von Ihnen?
Schematischer Aufbau eines Tonstudios
Egal ob ein großes professionelles Studio oder ein kleines Homestudio, der Aufbau und die technischen Verknüpfungen sind prinzipiell gleich (siehe Abbildung 1.1). Jedes Tonstudio enthält zumindest die folgenden Komponenten:
Abbildung 1.1: Typischer technischer Aufbau eines Studios. Im Zentrum steht der Computer. Es gibt die Zuspielgeräte (Eingänge), das Interface wandelt die analogen Signale um, die Daten werden im Computer verarbeitet und dann auf die verschiedenen Ausgänge verteilt.
- Interface: zum Umwandeln der analogen Daten ins Digitale, damit sie im Rechner bearbeitet werden können. Und umgekehrt: zur Umwandlung der bearbeiteten digitalen Daten wieder in analoge Daten.
- Computer: zum Bearbeiten der digitalisierten Daten. Hier ist auch die benötigte Software installiert.
- Eingabegeräte: Mikrofone und MIDI-Keyboards. Dies werden mit den passenden Kabeln oder auch seit Neustem kabellos mit dem Interface verbunden.
- Ausgabegeräte: Lautsprecher und Kopfhörer.
Die einzelnen Komponenten werden in den folgenden Kapiteln genauer behandelt.
Beschriften Sie alle Ihre Kabel, Kopfhörer und Mikrofone, damit Sie die Anschlüsse wiederfinden (siehe Abbildung 1.2). Also Mikrofon 1 an Eingang 1, Kopfhörer 1 an Kopfhörerausgang 1, MIDI-Kabel 1 an MIDI-Eingang 1 und so weiter.
Abbildung 1.2: Eine gute Beschriftung hilft im Ernstfall bei der Fehlersuche, wenn mal eine Verbindung nicht funktioniert.
Ich beschreibe hier drei Möglichkeiten, ein Studio einzurichten, je nachdem, was Sie damit vorhaben und wie viel Geld Sie zur Verfügung haben:
- das Tonstudio im Schlafzimmer
- das semiprofessionelle Studio
- das Profi-Studio
Szenario 1: Das Tonstudio im Schlafzimmer
In kleinen Schlafzimmer-Studios gibt es keinen Aufnahmeraum. Die Musiker und der Mischer müssen mit Kopfhörern arbeiten, da die Abhörboxen stummgeschaltet werden, damit sie während der Aufnahme nicht aufgezeichnet werden (siehe Abbildung 1.3). Der Tontechniker kann nur über Kopfhörer mithören. Dadurch ist es schwieriger, den Ton direkt zu beurteilen. Nach der Aufnahme kann er jedoch wieder über die Lautsprecher abhören.
Im Schlafzimmer wird man wohl eher auf Schlagzeug und Instrumentenverstärker mit Boxen verzichten. Das Schlagzeug kann virtuell erzeugt oder über Samples eingespielt werden, die Instrumente können direkt über das Mischpult eingespielt werden. Auch auf einen Controller kann man verzichten.
Abbildung 1.3: Der Computer mit Interface, Controller und Mischpult ist die Zentrale des Homestudios. Ein spezieller Aufnahmeraum fällt weg.
Szenario 2: Das semiprofessionelle Studio
Auch in kleinen Heimstudios gibt es keinen Aufnahmeraum. Es ist ähnlich wie das Schlafzimmer-Studio aufgebaut (siehe Abbildung 1.3). Allerdings wird man schon auf MIDI-Controller, Instrumentenverstärker und auch auf ein größeres Keyboard zugreifen.
Szenario 3: Das Profi-Studio
Das Profi-Studio besteht aus drei Bereichen: einem Regieraum für den Toningenieur, einem Aufnahmeraum für die Musiker und einem Aufenthaltsbereich (siehe Abbildung 1.4).
Im Regieraum gibt es das Mischpult, Abhörboxen und die Interfaces als auch die Controller zur Eingabe in den Computer. Durch die Glasscheibe besteht Sichtkontakt in den Aufnahmeraum.
Im Aufnahmeraum befinden sich ebenfalls Abhörboxen, über die den Musikern die Musik zugespielt wird und auch die Regieanweisungen des Toningenieurs zu hören sind. Die Musiker arbeiten in der Regel mit Kopfhörern, der Toningenieur kann die Musik über die Abhörboxen mithören. Hier sind auch die Verstärker (Gitarrenverstärker, Bassverstärker) und verschiedene Instrumente (Klavier, Flügel). Für manche Instrumente (Schlagzeug) sind optimierte Bereiche eingerichtet.
Und natürlich gibt es auch einen Empfangs- und Aufenthaltsbereich mit Sitzgelegenheit und Cateringmöglichkeiten (Kaffeemaschine, Kühlschrank et cetera).
Abbildung 1.4: Der Aufnahmeraum ist vom Regieraum schallisoliert, sodass kein Ton das Abhören stört. Der Toningenieur hört nur das, was übertragen wird.
Das Abbey Road Studio zählt zu den besten Studios der Welt - nicht, weil es das beste Mischpult oder Ähnliches hat, sondern die beste Akustik. Selbst die besten Mikrofone und Instrumente klingen schlecht, wenn der Raum nicht perfekt klingt.
Die Raumakustik
Nicht jeder Raum eignet sich gut zum Aufnehmen und Mischen. Gute Lautsprecher sind wichtig, aber wie sie klingen, wird stark vom Raum beeinflusst. Die besten Studiomonitore der Welt funktionieren nicht in einem Raum mit schlechter Akustik.
Der Raum sollte wenig Nachhall haben, da man den Sound später in der Software mit Nachhall mischen will. Spezielle Schaumstoffmatten für Studiozwecke sind gut geeignet. Ideal ist es natürlich, wenn der Raum von vornherein raumakustisch geplant wurde, zum Beispiel mit schwimmendem Estrich. Generell gilt, dass weiche, schwere Materialien (Stoffe, Vorhänge, Teppiche, aber auch Bücher) den Schall besser absorbieren. Daher ist es sinnvoll, unter anderem mit schweren Vorhängen zu arbeiten.
Hohe Räume (zum Beispiel Kirchen) sind sehr halllastig, hängen Sie hier notfalls die Decke ab. Mit absorbierenden Oberflächen (Teppich) wird der Hall reduziert.
Frequenzgang
Wenn Sie verschiedene Töne (Frequenzen) über eine Box abspielen, können Sie messen, wie laut die Box die einzelnen Töne wiedergibt. Diese Lautstärkenverteilung nennt man Frequenzgang.
Eine solche Darstellung sehen Sie in Abbildung 1.5.
Abbildung 1.5: REW ist eine kostenlose Software zur Messung von Raumakustik, Lautsprechern und Audiogeräten.
Manchmal werden ungewollt gewisse Frequenzbereiche im Studio verstärkt. Machen Sie mal einen Frequenzgangtest, indem Sie eine Tonleiter abspielen lassen und schauen, ob gewisse Bereiche verstärkt sind.
Hier finden Sie Informationen und eine Software zum Vermessen der Raumakustik: https://www.beat.de/ratgeber/hands-studio-korrekt-ausmessen-klang-optimieren-10076770.html
Es gibt auch Software zur Einmessung von Räumen: www.roomeqwizard.com; die wurde auch in Abbildung 1.5 eingesetzt.
Mit diesem QR-Code gelangen Sie zur Room Acoustic Software. Dort können Sie kostenlos eine Software zum Messen des Frequenzgangs herunterladen. Sie können damit auch Testtöne in den verschiedenen Frequenzen abspielen.
Vermeiden Sie Außengeräusche: Je besser der Raum schallgedämmt ist (denken Sie dabei auch an Fenster und Türen!), desto sicherer ist es, dass zum Beispiel ein vorbeifahrendes Motorrad bei den Aufnahmen nicht aufgenommen wird.
Position der Lautsprecher
Nicht nur die Qualität der Lautsprecher, sondern auch ihre Positionierung ist entscheidend für die Klangqualität und einen linearen Frequenzgang (der angestrebt wird). Die Abhörboxen sollten in Bezug auf den Mixer symmetrisch und auf gleicher Höhe aufgestellt sein (siehe Abbildung 1.6).
Abbildung 1.6: Ideal ist ein gleichschenkliges Dreieck beim Kopf zu den Boxen.
- Stereo-Dreieck: Die Lautsprecher sollten jeweils den gleichen Abstand zu Ihrem Kopf haben.
- Hochtöner sollten auf Ohrhöhe sein.
- Toe-In (Eindrehen): Die...
Systemvoraussetzungen
Dateiformat: ePUB
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- Tablet/Smartphone (Android; iOS): Installieren Sie bereits vor dem Download die kostenlose App Adobe Digital Editions oder die App PocketBook (siehe E-Book Hilfe).
- E-Book-Reader: Bookeen, Kobo, Pocketbook, Sony, Tolino u.v.a.m. (nicht Kindle)
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